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Simmersdorf Smrčná

Zeitreise durch Simmersdorf Smrčná

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Bild aus dem Ortsbeitrag
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  1. 1303Bis 1499

    Im Iglauer Stadtarchiv liegt eine Urkunde aus dem Jahr 1303, in der „Symonsdorf" zum ersten Mal genannt wird.

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  2. 15121500–1799

    Noch 1512 wird eine Wiese in Pukaw an der Grenze von Simmersdorf (apud medas Symonsdorf) erwähnt.

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  3. 18401800–1918

    Die Palm (1783 in den Reichsfürstenstand erhoben) waren die Grundherren bis 1840.

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  4. 19391919–1945

    Simmersdorf bildet mit Wilhelmsdorf eine pol. Gemeinde und hatte 1939 acht deutsche und sieben tschechische Gemeinderäte. Die Schule, Pfarre und Post waren im Ort, die nächste Bahnstation war in Iglau und die Gendarmerie in Friedrichsdorf.

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Ortsgeschichte

Simmersdorf

Im Iglauer Stadtarchiv liegt eine Urkunde aus dem Jahr 1303, in der „Symonsdorf" zum ersten Mal genannt wird. Nach ihr übernimmt es der Iglauer Bürger Eberhard, zu den bereits bestehenden Anwesen 16 neue Bauern anzusiedeln. Er erhält dafür einen Lahn (eine alte Einheit für bäuerlichen Grundbesitz, auch Hufe genannt), eine zinsfreie Mühle, die Erbrichterei mit dem üblichen Drittel der Gerichtsgefälle. Die 16 neuen Ansiedler brauchen die ersten fünf Jahre keine Geldabgaben entrichten. Die schon bestehenden Bauernhöfe hatten, sofern sie schon drei Jahre bestanden, jährlich 6 Lot (historisches kleines Gewichtsmaß; die genaue Größe hing von Ort und Zeit ab) Silber zu Georgi und Galli an die Grundherrschaft (Herrschaft über Land und die davon abhängigen Bauern), das war das Kloster Seelau, zu Zinsen.

Nach Ablauf der fünf Freijahre haben die Neubauern denselben Zins zu entrichten. Der Zehent (eine Abgabe, die häufig den zehnten Teil der Ernte ausmachte) war von jedem Bauer (Lahn) von den vier Körnerfrüchten, zu Ostern 20 Eier, zu Pfingsten zwei Käse, zu Martini zwei Hühnchen zu geben und zur Erntezeit zwei Schnitter zu stellen. Für den zu bestellenden Pfarrer wird ein Freilahn bestimmt. Der „Lokator" Eberhard wird Richter und damit Vorsitzender einer bäuerlichen Schöffenbank mit dem Rechtzuge nach Iglau. Er ist Erbrichter, kann aber Amt und Gut verkaufen. Wird aber wegen eines geeigneten Käufers zwischen ihm und dem Kloster keine Übereinstimmung erzielt oder mißfällt er aus berechtigten Gründen dem Kloster und den Simonsdörfern, so tritt ein Schiedsgericht von sechs Schöffen zusammen.

Die Hälfte hat der Richter, die andern drei das Kloster zu ernennen. Zwei dieser Schöffen müssen aus Simonsdorf, die anderen vier aus den übrigen Klosterdörfern entnommen sein. Diese Urkunde trägt die Zeugenunterschriften des Richters Conrad von Gießhübel (Gishowels), des Pilgrin von Humpoletz (Gumpols), Calog von Kaihau (Calav), Thomissius von Opatau (Hopathau) und Adam von Dudin.

Einer der folgenden Richter, Peter mit Namen, erhielt im Jahr 1362 zur Anerkennung seiner Verdienste vom Kloster auch noch den Erbschank (taberna).

Simonsdorf war also ein Ort, dessen Grundherrschaft dem Kloster Seelau gehörte. Dieses war um 1139 gegründet, 1148 von Prämonstratensermönchen aus der Rheingegend bezogen worden. Das Kloster bekam den großen Besitz Borek, der sich südwärts bis zur Igla, ostwärts bis zum Bache „Zmrytsna" (Simmersdorfer Bach) und westwärts bis zum Bächlein „Otvirna" (Jedlauer Bach) erstreckte. Unter den Klostergütern erscheint Simmersdorf bald als „Symonsdorf", „Simasdorff" (1311), „Symansdorpf", bald als „Smrczna", „Smrzna".

Eine Ortsüberlieferung raunt von einer alten Siedlung etwas nördlich von dem heutigen Orte. Vielleicht ist das die Stätte des alten Fichtendorfes Smrcana. Nicht weit südöstlich davon lag ein Buchendorf oder Buchenhof, Bukau (Bukow), das ebenfalls später eingegangen ist. Noch 1512 wird eine Wiese in Pukaw an der Grenze von Simmersdorf (apud medas Symonsdorf) erwähnt. Eine Überlieferung verweist das alte Bukau ins Waldgebiet gegen den Vogelberg. Jenseits des Hügelzuges in der Pfauendorfer Gegend lag das einstige Dobeschau und im Schatzberggebiete das alte Sparern. Lauter entschwundene Namen.

In einer Urkunde betreffs des Verkaufes von Gütern des Deutschen Ritterordens an die Seelauer Prämonstratenser vom Jahr 1233 steht unter den nach „Gyglava" zehentpflichtigen Orten ein „Bukowe neben Smrzna". Smrcna ist heute der tschechische Name für Simmersdorf. Die Form „Simonsdorf" war noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts üblich (Symonßdorf 1604, Simonsdorff 1606, Simonsdorf 1616), schleift sich aber zu „Simmersdorf" ab (1625 „Sümersdorf", 1672 „Simersdorf", ferner „Sumeßdorff, Sümeßdorf, Simmensdorf"). Noch 1787 war die Form „Simonsdorf" nicht außer Gebrauch.

Simmersdorf hatte also im 13. und 14. Jahrhundert das Seelauer Kloster zur Grundherrin, vorher den Deutschen Ritterorden. In der Hussitenzeit kam der Seelauer Besitz allmählich in die Hände des Adelsgeschlechtes der Trczka von Lipa, die sich beim Kloster ein neues Schloss erbauten. In Pfand- und Besitzbestätigungen 1437, 1458, 1493 wird Simmersdorf unter den Seelauer Gütern genannt. Im Jahr 1596 verkaufte Wilhelm von Trczka seinen weiten Besitz von Stecken bis nach Höfen an der Igla an die Stadt Iglau. Dazu gehörte auch Simmersdorf mit der Kirche und dem Zins von jährlich 4 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) böhmischer Groschen aus dem zu Iglau gehörigen Ebersdorf. Simmersdorf war nun ein Teil des Iglauer „neuen Gutes in Böhmen".

Als der Dreißigjährige Krieg ausgebrochen war und Iglau in schwere Bedrängnis kam, musste es 1625 einen großen Teil seiner Besitzungen in Böhmen an seinen Geldgeber, den Kaiserrichter Rudolf Heidler, den Kaiser Ferdinand II. zum Freiherrn von Bukau erhob, verkaufen. Nach Rudolf Heidler war Johann Rudolf Freiherr von und auf Bukau der Grundherr (ein Besitzer von Land, dem die Bauern Abgaben oder Arbeit schuldeten), dem Ferdinand Freiherr von und auf Bukau folgte. Nach ihm erbten 1683 die Kinder des Daniel Pachta von Raihoffen und seiner Gattin, der Frau Mechtildis, den Bukauischen Besitz. Die Grafen von Pachta haben ihn bis in die Zwanziger Jahre des 18. Jahrhunderts, anschließend etwa (1725—1785) Graf von Sinzendorf, der 1732 das nahe Wilhelmsdorf anlegte, anschließend Herzog Moriz von Sachsen und nach ihm der Reichsgraf Karl von Palm.

Die Palm (1783 in den Reichsfürstenstand erhoben) waren die Grundherren bis 1840. In diesem Jahre erstand Fürst Karl von Hohenzollern den Großgrundbesitz. Das Jahr 1848 beendete für Simmersdorf wie für alle anderen „untertänigen" Orte die Zinsungen und Roboten an den Grundherrn.

Über die Abgaben berichten alte Aufzeichnungen. Im Jahr 1604 gab „Symonßdorf" zu Georgi 10 Schock 1 Groschen, zu Galli 9 Schock 1 Groschen. Im Jahr 1606 war der Jahreszins 19 Schock 1 Groschen. Für Schnittrobot waren insgesamt 1 Schock 54 Groschen zu zahlen und zwar für 28V2 Tagwerke zu je 4 Groschen. Das Kruggeld betrug 5 Schock, ferner war eine „Käsrobot" von 1 Schock 54 Groschen zu leisten und 4 Schock 50 Eier. Das Dorf hatte der Grundherrschaft I8V2 Zuber (historisches Volumenmaß; die genaue Größe hing von Ort und Zeit ab) Hafer zu geben und bekam dafür 2 Schock 28

Groschen, also 8 Groschen für einen Zuber. An Zinskorn gab es HV2 Zuber und ebensoviel an „Zins-Habern". „Zappengeid", auch „Schweinitzergeld" (für 1 Fass Bier 15 Groschen) wurde für 5 Schweinitzer mit 1 Schock 15 Groschen verrechnet.

Im Jahr 1625 machte der Simmersdorfer Georgi- und Gallizins zusammen 14 Schock 42 Groschen aus, die Schnittrobot 1 Schock 54 Groschen, das „Kasgeld" ebenfalls 1 Schock 54 Groschen und des Richters Krugsgeld 5 Schock.

Hundertfünfzig Jahre später betrugen die Pflichten der Untertanen (Menschen, die einer Grundherrschaft oder einem Landesherrn unterstanden), wie der Geschichtsschreiber von Simmersdorf Rudolf K. Pechhold mitteilt: Jeder Inmann robotet wöchentlich einen Tag zu Fuß. Ein jeder Inmann, der Vieh hält, ist schuldig, der Obrigkeit (staatliche oder grundherrliche Verwaltung und Gerichtsbarkeit) von jeder Kuh 10 kr. (Kreuzer, eine kleinere historische Geldeinheit), von galden 3 kr. nomine Hutweide und Hirtengebühr zu zahlen. Die Gemeinde zahlt „in concreto an steten Grundzins nebst denen vorigen 19• fl. 16 kr.; es zahlen dermalen sämtliche samt Inleuten an repart. Vieh-Aufschlag 14 fl. 44 kr. 1 Pfennig", Fleischkreuzer 8 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) 11 kr. „Maurachen sind solche schuldig überhaupt in bessern mehr, in schlechtem Jahren weniger abzuführen". Geflügel, Vieh und Eier sind jederzeit zur „obrigkeitlichen Notdurft" zu liefern.

Die Obrigkeit hat dafür zu zahlen für einen Indianer 20 kr., für eine Gans 15 kr., für eine Ente 6 kr., für einen Kapauner 10 kr., für eine alte Henne 6 kr., für eine junge Henne 3 kr., für ein Schock Eier 15 kr. Salz musste von der Obrigkeit gekauft werden. Jeder Bauer hatte 4 Strich Asche in das herrschaftliche Flusshaus abzuführen und bekam für einen Strich 8 kr. Häute und Fellwerk mussten der Obrigkeit „gegen billige Bezahlung" überlassen werden. Die Untertanen waren zum Dreschen, zur herrschaftlichen Dienstbotenstellung, zur Arbeit an den Teichen, zu Fuhren (Mengen, die jeweils mit einem Fuhrwerk transportiert wurden) verpflichtet. „In Bearbeitung der Felder sind jederzeit schuldig zu vier Ochsen zwei Boten zu gesteilen, ein ebenes in Heu- und Grummeteinfechsung, außerdem wann zu Fueß angewendet werden ebenfalls zwei Boten dazu zu gestellen, Klafterholz zu schlagen ist eines jeden Bauern seine Schuldigkeit (wöchentlich) eine böhmische Klafter (historisches Maß für Länge, Fläche oder Brennholz; die genaue Größe hing vom Zusammenhang ab) Holz zu schlagen, der dreiviertel und halbe a proportione deren Ganzen den auf diese Teile entfallenden Betrag zu verrichten. Roboten im Sommer vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang, wobei ihnen zur Gütung zwei Stunden an denen von altersher ausgewiesenen Plätzen gestattet werden und bleiben daher zehn Stunden zur Arbeit gewidmet.

Im Winter aber mit Tagesanbruch auf ein Einstand. Die Feiertage bleiben denen Untertanen zu besten, Kirchweih und Faschingtäge werden ihnen zusammen vier Tag passiert. In Schnittzeiten werden denjenigen, so ein Beet schneiden, täglich ein Labl Brot und ein Seidel Bier, denen schwächeren aber nur die Hälfte erfolget."

Der Dorfchronist Streichsbier klagt, dass die ganze Woche der Zug nicht nachhause kam, dass die Robotleute von den Schaffern blutig geschlagen wurden, die Herren Beamten mit dem spanischen Rohr strafend umhergingen, Frauen in die „Brechel" steckten, die Männer auf scharfkantigen Holzeseln im Schlosshof reiten ließen und wie der Reichsgraf von Palm drei schöne, schlanke Bauernburschen für bares Geld an den Kursächsischen Hof verkauft habe.

Die Robotnot hat wiederholt Bauern veranlaßt, ihre Wirtschaft aufzugeben. So hat der Ganzbauer von Nr. 2 wegen der schweren Robotplage seinen Grund gegen eine Halbbauernwirtschaft (Nr. 17) eingetauscht, der Besitzer von Nr. 9 tauschte seinen Hof gegen eine kleine Hofstelle in Wilhelmsdorf Nr. 12.

Der Bauer

Nr. 11 machte sich vom Grunde weg und wurde lieber Heger. „Während der großen Robotplage stiftete sich der Watzka selbst vom Hause weg und es wurde ein gewisser Ramseitl von Neuhof her auf das Haus gezwungen (

Nr. 7)." Ein anderer (Laschka

Nr. 14) gab seine Wirtschaft auf und wurde Taglöhner im Hofseitenwohnhäusel (

Nr. 15).

Um 1800 war Simmersdorf zu folgender Robot (unbezahlte Pflichtarbeit für den Grundherrn) verpflichtet:.! dreispänniger, 10 zweispännige und 7 einspännige Zugroboten mit insgesamt 2106 Zugtagen; außerdem Fußrobot, an der nicht nur die Inwohner und Häusler, sondern auch die Bauern, und zwar 10 Ganzbauern mit 23 und 7 Halbbauern mit 25 Tagen beteiligt waren" (Pechhold). Das Jahr 1848 hat dank der unermüdlichen Tätigkeit Hans Kudlichs den Bauern die Freiheit gebracht.

Außer Ackerbau betrieb man früher im Simmersdorfer Gebiet auch Bergbau. Noch findet das kundige Auge kleine Reste vom einstigen Schürfwesen. Bergmeister Fleugauf und Vömdl erwarben hier 1415 Berggruben im freien Feld, im Tal des Simmersdorfer Baches reihten sich Gruben bis Iglau und auch westwärts. Der Ortschronist Streichsbier schrieb: „Wo jetzt der Hammerschmied steht, war eine Schmelze, da die Schlacken noch hervorblitzen, weiter ober dieser Schmelzhütte waren eben nach Spur noch zwei kleinere Gewerke gestanden und diese sollen die Stampfhütten hiezu gewesen sein" und vermerkte den Bergbau beim „Goldbrunnen, gegenüber dem dürren Hübel, wo noch bisher die alten Schachte zu sehen".

Der Bergbau ging hier wie in dem ganzen Iglauer Gebiet ein. Der Boden bot aber Quarz, der reiche Wald Brennstoff und Asche (Pottasche) zur Glaserzeugung. Die Glasmacherei war eine Waldindustrie und wanderte immer der Waldung nach, wo sie unter der Axt fiel. Der Dorfchronist weiß von einer alten Kiesstampfe bei der Glashütte und nennt die alte Glashütte Wilhelmshütte. 1732 entstand hier Wilhelmsdorf. „Neue Glashütten" waren entstanden, ihr Betrieb ging aber 1752 ein und aus der Glashütte wurde ein Meierhof (ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb des Grundherrn), dessen Name „Glashof" war. Vierzig Jahre später wurde die Glaserzeugung neu aufgenommen.

Der Böhmerwäldler Glasmeister Jakob Löffelmann aus dem künischen Haidgericht schloss 1792 einen Vertrag mit dem Steckner Wirtschaftsamt, nach dem er sich zur Einrichtung einer Glashütte verpflichtete und vier Waldstrecken zur Deckung des Holzbedarfs erhielt. Er nahm den Meierhof in Pacht, doch bereits 1803 wurde der Vertrag gelöst. Die Hütte wurde wieder ein Meierhof. Im Jahr 1841 wurde wieder eine Glashütte eingerichtet, die nach dem neuen Grundherrn Karl Anton von Hohenzollern „Karlshütte" genannt wurde. Auch sie ging wieder ein. Heute ist in Simmersdorf die Glasraffinerie „Victorio" der Firma Schindler und Comp, in Gablonz.

Sie geht auf ein Hammerwerk mit Wasserbetrieb zurück. In ihm wurden auch Farbhölzer geschnitten und Kies für die Karlshütte gestampft. Es gehörte zwei Besitzern Fuchs und Karlsberger. Von diesen erwarb es ein Jokl aus Storkau, der es zu einer kleinen Schleiferei umwandelte, die er an einen Glasmaler Gärtier aus Nordböhmen und an Ulrich aus Wien verpachtete. Die Wasserkraft war jedoch zu klein und der Betrieb blieb stehen. Da kauften Hersch und Blumberg die ganze Anlage um 1900 fl. und stellten eine Dampfmaschine auf. Sie arbeiteten aber nur drei Monate gemeinsam, dann reiste Hersch mit dem Glasvorrat auf Nimmerwiederkommen ab und Blumberg verkaufte das Werk an die Firma Schindler in Gablonz.

Die Firma Schindler baute und modernisierte den Betrieb.

Die öffentliche deutsche Volksschule wurde 1798 bei der Wiederaufrichtung der Seelsorgestation eröffnet. Vorher gab es aber schon Privatunterricht. Zuerst hielt der Glasmeister einen Lehrer, der auch die Simmersdorfer Kinder unterrichtete. Als der Glasmeister in die „untere Glashütte" zog, sorgte um die Mitte des 18. Jahrhunderts der Richter Johann Streichsbier für einen Schulmeister. Jedes „Lernekind" hatte IV2 kr., die größeren 2 kr. für die Woche an „Schulzoll" zu zahlen. Jedes Kind musste alle Samstage ein Scheit Holz zur Beheizung mitbringen. Der erste Kinderlehrer Matthes Töltzer aus Schrittenz hielt im Zinshäusl

Nr. 4 Schule, nach ihm ein Schuhmandl im Inmannshäusl

Nr. 5, dann Michel Hölzl in einer Glasgesellenstube der alten Hütte, weiter Augustin Heuschneider, ein gewester Holzheger, im Hause

Nr. 41. Martin Schneider aus Ebersdorf (der Spindelschneider) lehrte in einem Holzhause (jetzt

Nr. 42) buchstabieren, nach ihm Josef Weber aus Hilbersdorf und als dieser in die Holzmühl wegzog, Fischer aus Iglau, der bereits einige Schulen besucht hatte und Kapuziner werden wollte. Ihm folgte Freund aus Stecken. Im Jahre 1797 erbaute die Gemeinde das Schulhaus

Nr. 22. Es diente 80 Jahre dem Unterrichte, wurde aber so baufällig, daß der Schulleiter am 1. Oktober 1877 ausziehen mußte. Es wurde niedergerissen und 1878 ein neues einstöckiges Schulgebäude aufgeführt.

Von alten Simmersdörfem seien vermerkt: 1602 aus einer Spenderliste zum Kirchenbau: Steffel Richter, Abraham Michele, Paul Fried el, Mirtel Blaßko, Valter Loßnitzer, Hanß Stainmetz, Bartel von der Dürre, Gregor Hole, Luksch Krystaler, Peter Hirt, Veit Michele, Bartel Stary, Matel Friedel, Christoff Schwarz, Veitt Nißkauer, Valten Muller, Wentz Krziz, Girg Politzer, Hanß Umet. 1615 waren Geschworene der Iglauer Landgüter: Matl Friedl und Veit des alten Richters Sohn. Weitere Namen aus der Zeit 1601—1621 (von R. K. Pechhold aus der Steckner Matrik erhoben): Veit Behm, Veit Stubner, Wenß Czelot, Valtan Lang (Müller), Abraham Richter, Salomon des Teschners Sohn, Thomann Neuwirt, Christoff Schwartz Steffel, Michel des Steffel Michels Sohn, Christoff Obermüllner, Matusch Maurer, Christoff Melon auf Richters Stübl, Christoff Müllner auf Richters Mühl, Christoff Obermüller, Hanß Urmet aus der mittem Mühl.

Das Gemeindekataster von Simmersdorf weist 1945 folgende Eigentumsverhältnisse (in Klammern Stand von 1924) aus:

Nr. 1 „Richter" Marie Hintenaus, 44,74 ha (Wenzl Streichsbier, 44,74 ha).

Nr. 2 „Melon" Anna Czepl, 6,00 ha (Anton Michelfedt, 6,13 ha).

Nr. 3 „Obermühle" Walter Weber, 39,00 ha, Mühle und Säge (Josef Bolech, 41,73 ha).

Nr. 4 „Prechschneider" Johann Michelfeit, 2,50 ha (Johann Michelfeit, 2,57 ha).

Nr. 5 „Schmied" Johann Zacharias, 0,60 ha (Franz Zacharias, 0,60 ha).

Nr. 6 „Zohl" (Brabenec, 16,93 ha, Tscheche).

Nr. 7 und 8 „Jani" Emanuel Rasl, 3,09 ha (Alois Rasl, 3,09 ha).

Nr. 9 „Altrichter" Franz Witek, 24,85 ha (Franz Altrichter, 24,85 ha).

Nr. 10 „Glasschneider" Franz Bouchner, 3,00 ha (Franz Bouchner, 2,92 ha).

Nr. 11 „Abraham" (Karl Waslcek, 1,45 ha, Tscheche).

Nr. 12 „Abraham-Stübl" Franz Fischer.

Nr. 13 „Fucker" Franz Streichsbier, 26,00 ha (Franz Streichsbier, 26,67 ha).

Nr. 14 „Töper" und

Nr. 15 „Töper-Stübl" Andreas Neubauer, 39,00 ha (Andreas Neubauer, 39,29 ha).

Nr. 16 „Alt-Bartl" Franz Kreuz, 13,00 ha (Josef Kreuz, 13,29 ha).

Nr. 17 „Heuschneider" Anton Stummer, 22,79 ha (Anton Stummer, 1,08 ha, Gasthaus).

Nr. 18 besteht nicht mehr.

Nr. 19 „Kirchenvater" Franz Proksch, siehe auch Hs.-

Nr. 68 (Anton Proksch).

Nr. 20 „Häusler" Karl Eisner, Wirt (Karl Eisner, 6,20 ha). In diesem Hause wurde nach dem Brande der Kirche der Gottesdienst gehalten.

Nr. 21 „Handschuhmacher" Alois Kreuz, 7,82 ha (Alois Kreuz, 7,27 ha).

Nr. 22 Schule, 0,42 ha.

Nr. 23 „Huali" Anna Benesch, 27,82 ha (Anton Benesch, 27,82 ha).

Nr. 24 „Hockerpaul" Johann Proksch, 16,76 ha (Josef Proksch, 16,70 ha).

Nr. 25 „Fleischhacker" Johann Witek, 3,74 ha (Katharina Benesch, 3,74 ha).

Nr. 26 „Untermühle" (Josef Bc~ lech, Tscheche).

Nr. 27 „Stummer-Stübl" Franz Stummer, 2,73 ha (Franz Stummer, 2,73 ha).

Nr. 28 „Wagner" Johann Mühlhandel, 0,49 ha (Marie Heuschneider, 0,49 ha).

Nr. 29 „Binder" Elisabeth Kreuz, 1,30 ha (Elisabeth Kreuz, 1,30 ha).

Nr. 30 „Hoanauer" Andreas Eisner, 13,52 ha (Katharina Eisner, 13,50 ha).

Nr. 31 und 32 „Stummer" Johann Fuchs, 6,70 ha (Johann Fuchs, 8,53 ha).

Nr. 33 „Soutschek-Stübl" und

Nr. 34 „Felix" Josef Neubauer, 68,00 ha (Josef Neubauer, 83,67 ha).

Nr. 35 „Jirka" gehört zu Hs.-

Nr. 53.

Nr. 36 „Jirka- Schneider" (Josef Neubauer).

Nr. 37 „Veitler-Häusl" (Karl Eisner).

Nr. 38 „Laschka" Wenzl Kuttelwascher, 19,00 ha (Wenzl Kuttelwascher, 19,02 ha).

Nr. 39 (Tfesky).

Nr. 40 „Tomer" Anton Wanitschek, 0,21 ha (Anton Wanitschek, 1,27 ha).

Nr. 41 „Honsen" Franz Kreuz, 4,84 ha (Franz Kreuz, 4,84 ha).

Nr. 42 Gemeindehaus.

Nr. 43 Gemeindeschmiede.

Nr. 44 „Hechten-Häusl" Josef Neubauer, 1,80 ha (Katharina Hecht, 1,79 ha).

Nr. 45 „Brettschneider" Wenzl Kundiger, 2,51 ha (Wenzl Kundiger, 2,51 ha).

Nr. 46 „Neubauer" Franz Michelfeit, 17,38 ha (Franz Michelfeit, 17,35 ha).

Nr. 47 „Fabrik" (Schindler & Co., Gablonz, 3,64 ha).

Nr. 48 „Hirschenbauer" (Forsthaus der Herrschaft Stecken).

Nr. 49 „Ponerla" (Franz Semrad, 4,16 ha).

Nr. 50 „Zimmermann" Josef Herout (Josef Herout, 5,33 ha).

Nr. 51 „Dachsenbauer" Andreas Ambros, 22,12 ha (Franz Michelfeit, 22,12 ha).

Nr. 52 „Wenesch" Josef Franz, 14,50 ha (Laurenz Franz, 14,51 ha).

Nr. 53 „Fronz" Karl Witek, 36,65 ha (Karl Witek, 36,65 ha).

Nr. 54 „Wolf" Johann Stummer, 2,58 ha (Johann Stummer, 2,58 ha).

Nr. 55 „Holub" (Katharina Heuschneider, 3,52 ha).

Nr. 56 „Stummer" Emilie Hintenaus, 1,39 ha (Josef Hintenaus, 1,39 ha).

Nr. 57 „Altrichter-Stübl" gehört zu Hs.-

Nr. 9.

Nr. 58 „Fucker-Stübl" gehört zu Hs.-

Nr. 13.

Nr. 59 „Dachsenbauer- Weber" gehört zu Hs.-

Nr. 51.

Nr. 60 und 61 gehört zu Hs.-

Nr. 1.

Nr. 62 Pfarre (1,64 ha).

Nr. 63 „Farbschneider" (Schindler u. Co.).

Nr. 64 „Fuhrmann-Häusl" Anton Schimanek, 1,57 ha (Wenzl Schimanek, 1,57 ha).

Nr. 65 „Stampfhäusl" (Herrschaft Stecken).

Nr. 66 „Hoanauer-Häusl" gehört zu Hs.-

Nr. 30.

Nr. 67 „Görners-Sehmiede" (Jakob Nowack).

Nr. 68 „Unterer-Hockerpaul" Anton Proksch, 15,67 ha (Anton Proksch).

Nr. 69 (ehemalige Glashütte im Glaswald).

Nr. 70 „Meloun" (Franz Fischer, 0,30 ha).

Nr. 71 Franz Böhm, Tischler (Franz Böhm).

Nr. 72 gehört zu Hs.

Nr. 3 (2,43 ha, Neubau zur Obermühle).

Nr. 73 bildet mit

Nr. 41 ein Gebäude (alte Pfarretei).

Nr. 74 Marie Proksch, 0,63 ha (Marie Proksch, 0,63 ha).

Nr. 75 (abgebrannt).

Nr. 76 „Felixen-Stampfhäusl" (Andreas Neubauer, früher eine kleine Glasschleiferei).

Nr. 77 „Ziegelhütte" gehört zu Hs.-

Nr. 53.

Nr. 78—82 (Schindler & Co., Arbeiter- und Beamtenwohnungen).

Nr. 83 Anton Neuwirth (Ignaz Gömer).

Nr. 84 Josef Kubat.

Nr. 85 und 86 (Schindler & Co., Arbeiter wohnungen). Der Abbau von Stübeln, sowie die Fabrikbauten haben die Zahl der Hs.-Nr. von 47 im Jahre 1787 und 62 im Jahre 1835, jetzt auf 86 vermehrt —

Die Gemarkungsfläche, einschließlich Wilhelmsdorf, beträgt 1236 ha.

Das Gemeindesiegel aus dem Jahr 1705 zeigte eine Fichte zwischen Wagenrad und Gesträuch. —

Simmersdorf bildet mit Wilhelmsdorf eine pol. Gemeinde und hatte 1939 acht deutsche und sieben tschechische Gemeinderäte. Die Schule, Pfarre und Post waren im Ort, die nächste Bahnstation war in Iglau und die Gendarmerie in Friedrichsdorf.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Der Kalender verzeichnet 78 Häuser und 700 Einwohner und nennt Josef Proksch als Gemeindevorsteher. An der zweiklassigen Schule wirkten Oberlehrer Ant. Hlinka und Lehrer Jos. Polizer. Zum Dorfleben gehörten der landwirtschaftliche Verein „Eintracht“, die freiwillige Feuerwehr und ein Arbeiterverein. Die Glasraffinerie Schindler & Comp. mit ihrer Betriebskrankenkasse, eine Kartonagenerzeugung sowie eine Brettsäge und Holzhandlung zeigen die gewerbliche Seite des Ortes. Wilhelmsdorf wird als zugehöriger Ort genannt.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

Bisheriger Websitebeitrag

Simmersdorfz

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Eine Bücherei für Simmersdorf

Der Auskunftskalender von 1893 nennt den 8. September 1891 als Gründungsdatum der Landbücherei in Simmersdorf. Bücherwart war der Buchhalter Alois Neumann. Neben Arbeit, Kirche und Festen bekamen damit auch Bücher einen festen Platz im Dorfleben.

Quelle →

Das Kirchenfest im Bild der Heimat

Michel Treu nennt in seinem Gedicht „Reisen in der Heimat“ von 1899 für Simmersdorf das Nikolausfest im Dezember. Er beschreibt die Kirchenfeste als Anlässe, Verwandte und Bekannte aus anderen Orten zu treffen. Damit hat das Fest im Gedicht seinen Platz sowohl im Kirchenjahr als auch im gesellschaftlichen Leben der Dörfer.

Quelle →

Schule, Sprache und Zusammenleben

Die Schulgeschichte von Simmersdorf, heute Smrčná, erzählt vom Einsatz für Bildung und vom Zusammenleben deutscher und tschechischer Bewohner. Unterrichtssprache und Schulräume wurden dabei auch zu politischen Streitfragen. Die beiden tschechischsprachigen Gemeindebeiträge zur deutschen und zur tschechischen Schule führen unterschiedliche Teile dieser Geschichte zusammen.

Von den Unterrichtsstuben zur deutschen Volksschule

Die Gemeindedarstellung führt die Anfänge ins frühe 18. Jahrhundert zurück. Ein vom Glashüttenmeister bezahlter Lehrer unterrichtete Kinder der Glasmacher und des Dorfes. Später übernahm unter anderem Richter Johann Franz Streichsbieer den Unterricht. Die Kinder zahlten Schulgeld und brachten Brennholz mit; die Unterrichtsräume wechselten.

1797 entstand eine öffentliche deutsche Schule im Haus Nr. 22. Das Gebäude musste 1877 geräumt werden und wurde abgebrochen. Auf dem Grundstück richtete die Gemeinde anschließend ein Armen- und Versorgungshaus ein. Eine neue Schule nahm 1878 den Unterricht auf. Unter Johann Wehrenberg, Schulleiter von 1875 bis 1888, wurde die Schule zweiklassig. Als spätere Leiter nennt die Gemeinde Anton Hlinka, Otto Raab und zuletzt Karl Weber von 1929 bis 1945. Die deutsche Schule besaß eine lange örtliche Tradition.

Nach 1918: eine Schule mit tschechischer Unterrichtssprache

Mit der Gründung der Tschechoslowakei 1918 veränderten sich die politischen Voraussetzungen. Örtliche Tschechen setzten sich für Unterricht in ihrer Sprache ein. Besonders engagierte sich der Glasschleifer Jan Vyskočil. Als erster Leiter wird Jan Kovář genannt; die Leiterliste führt ihn für 1921 und 1922 auf. Der genaue Beginn des Unterrichts zwischen dem politischen Umbruch von 1918 und dieser Nennung bleibt offen.

Zunächst wurde eine tschechische Klasse in der deutschen Schule untergebracht. Der Beitrag zur tschechischen Schule schildert erheblichen Widerstand des deutschen Ortsschulausschusses und der Gemeindevertretung. Beide wandten sich gegen die Einschränkung des deutschen Schulbetriebs. Ihre Beschwerden beim Schulministerium wurden dem Bericht zufolge zurückgewiesen. Auch eine Wohnung für den tschechischen Schulleiter musste durch die Bezirksverwaltung in Deutschbrod gesichert werden.

Für die tschechischen Familien ging es um Unterricht in ihrer Sprache. Die deutschen örtlichen Vertreter verteidigten die Räume und den Umfang der bestehenden Schule. Über persönliche Erfahrungen von Kindern und Eltern erfahren wir wenig. Die Verwaltungsstreitigkeiten allein beschreiben deshalb nicht alle Beziehungen im Dorf. Die Quelle erwähnt sowohl die angeordnete Inanspruchnahme aller Klassenräume als auch die Verringerung der deutschen Schule um eine Klasse. Ob dies verschiedene Schritte waren, bleibt ohne die Akten unklar.

1928 und 1929: Kindergarten und eigenes Schulhaus

Die gemeinsame Unterbringung erwies sich laut Gemeindebeitrag als unzureichend. Die Ústřední matice školská, ein Prager Verein zur Förderung tschechischer Schulen, entschloss sich zu einem Neubau. Architekt Milan Babuška entwarf das Gebäude. Veranschlagt waren 558.000 Kronen; die Prager Baufirma Miroslav Smlsals erhielt den Auftrag.

Die tschechische Jubiläumsschule wurde am 9. Juni 1929 eröffnet. Vereine, Gäste aus der Umgebung und Vertreter von Behörden nahmen teil. Nach Ansprachen zog ein Festzug von der bisherigen Schule zum Neubau. Der Gemeindebeitrag gibt einen Bericht der Zeitung Jihlavské listy, auf Deutsch Iglauer Blätter, wieder: Für die tschechische Minderheit war die Feier ein wichtiger Erfolg nach jahrelangen Bemühungen.

Im Schulhaus fand auch der Kindergarten Platz. Seine Einrichtung hatte das Ministerium bereits am 30. Juni 1928 beschlossen. Dieses Datum ist von der Eröffnung des Gebäudes 1929 zu unterscheiden. Die Schule erscheint für 1921 als zweiklassige gemischte tschechische Schule. 1929 erhielt sie einen Namen mit der Angabe einer tschechoslowakischen Unterrichtssprache, 1932 den Namen Obecná škola ve Smrčné, also Volksschule in Smrčná. Gemischt meint hier die gemeinsame Schule für Jungen und Mädchen.

1941 bis 1945: Verdrängung und Kriegsalltag

Unter der nationalsozialistischen Besatzung musste die tschechische Schule 1941 den Neubau verlassen. Sie zog laut Gemeindebeitrag in unzureichende Ersatzräume im Haus Nr. 22, das dort als deutsche Schule bezeichnet wird. Die Schule wurde auf eine Klasse reduziert und übernahm veraltete Ausstattung. Die Firma Knor aus Iglau führte notwendige Reparaturen aus. Die Kinderzahl stieg dem Bericht zufolge von zunächst 22 auf 39 im Jahr 1942.

Im Winter 1941 erschwerten hohe Schneeverwehungen den Schulweg. Kinder von abgelegenen Höfen, besonders aus Stříbrný Dvůr, konnten nicht regelmäßig kommen. Teilweise fehlte ausreichende Kleidung für den Fußweg. Auch der Kindergarten musste umziehen. Weil keine Lehrkraft mehr gewonnen werden konnte, wurde er 1943 nach Vysoké Studnice verlegt.

Für 1942 berichtet der Gemeindetext unter Berufung auf den Chronisten von einem Lager der Hitlerjugend im früheren tschechischen Schulgebäude. Am 5. Mai 1945 sei die Schule für deutsche Soldaten und Menschen auf der Flucht vor der Front in Anspruch genommen worden. Welches Gebäude die letzte Angabe meint, ist im Text nicht eindeutig.

Neubeginn und Schließung 1980

Im September 1945 begann nach gründlicher Reinigung wieder regelmäßiger Unterricht mit 29 Kindern. Der Kindergarten öffnete mit 19 Kindern unter Ludmila Doležalová; 1946 folgte ihr Květuše Havránková. Für die folgenden Jahrzehnte verweist der Gemeindebeitrag auf die Schulchronik.

Am 16. April 1980 teilte ein Vertreter der Bezirksverwaltung Iglau der Schulleitung und den Eltern die bevorstehende Schließung mit. Zum 1. September 1980 endete der Schulbetrieb. Die verbliebenen 19 Schulkinder besuchten anschließend Schulen in Iglau. Im Gebäude blieb der Kindergarten.

Hausnummer 22 und Quellen

Die Hausnummer 22 wird sowohl für den 1797 errichteten und später abgebrochenen Bau als auch für die Ersatzräume von 1941 genannt. Die Identität der Gebäude und eine mögliche Weiterverwendung der Nummer sind ungeklärt. Auch die genaue Abfolge der Raumzuweisungen bedarf weiterer Prüfung.

Grundlage sind zwei rückblickende Darstellungen in tschechischer Sprache. Sie berücksichtigen die deutsche und die tschechische Schulgeschichte, ersetzen aber keine eigenständigen zeitgenössischen Stimmen beider Seiten. Die erwähnten Behördenakten, Schulchroniken und der Originalbericht der Zeitung wurden für dieses Kapitel nicht eingesehen. Nach dem Gemeindebeitrag ist die Schulchronik im Archiv in Iglau zugänglich.

Quellen zur Schulgeschichte

Familie Czepl in Simmersdorf

Franz Czepl berichtet, dass sein Großvater nach Simmersdorf heiratete und sein Vater in Simmersdorf geboren wurde.

Seine Großmutter war eine geborene Michelfeit.

Sein Großvater Franz Czepl wurde am 21. März 1905 in Deutsch Neuhof geboren und fiel am 28. Januar 1943 in Strjelna.

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