Eine Region.
Viele Geschichten.
Bleibende Erinnerung.
Die Iglauer Sprachinsel entdecken und erleben. Aus der Erinnerung der Vertriebenen erwächst ein Blick auf Landschaft, Geschichte und das Leben ihrer Menschen – zur Mahnung, zum Nachdenken und zur Verständigung.
Die Sprachinsel kennenlernen ↗Ein historischer Raum.
Ein gemeinsames Erbe.
Die Iglauer Sprachinsel umfasste die Stadt Iglau und die deutschsprachigen Dörfer ihrer Umgebung. Sie lag an der Grenze zwischen Böhmen und Mähren, im heutigen Tschechien. Ihr Mittelpunkt war die Stadt Iglau, heute Jihlava. Sie liegt auf der Böhmisch-Mährischen Höhe am Fluss Igel, der heute ebenfalls Jihlava heißt.
Zur Sprachinsel gehörten zahlreiche umliegende Städte und Dörfer. Ihre Geschichte ist eng mit der Geschichte der tschechischsprachigen Nachbarschaft verbunden.
Diese Website widmet sich den Orten, Menschen und Überlieferungen der Region. Sie möchte Erinnerungen bewahren, historische Zusammenhänge verständlich machen und zur Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte beitragen.
Die Sprachinsel entdecken
Spuren der Zeit
Die Geschichte der Iglauer Sprachinsel – von Besiedlung und Aufbau, vom Zusammenleben über Jahrhunderte und von den tiefen Brüchen durch Nationalismus, Krieg und Vertreibung.
Beiträge ansehen ↗Gelebter Alltag
Brauchtum, Mundart, Kirche, Alltagsleben, Recht und erzählte Überlieferung.
Beiträge ansehen ↗Was bleibt
Gedenkseiten und Ausblick
Beiträge ansehen ↗Geschichte braucht
Zusammenhang.
Silberbergbau und Stadtentwicklung
Eine wichtige Grundlage der Entwicklung bildete der mittelalterliche Silberbergbau. Im 13. Jahrhundert kamen unter anderem Bergleute aus Sachsen und Handwerker aus Bayern nach Iglau. Die Stadt entwickelte sich zu einem bedeutenden Zentrum des Bergbaus und des Bergrechts.
Besatzung, Krieg und Heimatverlust
Die nationalsozialistische Besetzung der böhmischen Länder und die Verbrechen der Besatzungszeit hinterließen auch in dieser Region tiefe Wunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die meisten deutschsprachigen Bewohner vertrieben oder zwangsweise ausgesiedelt. Damit endete das deutschsprachige Leben in der Region weitgehend.
Flucht und Vertreibung rissen Familien auseinander. Eltern verloren ihre Kinder, Kinder ihre Eltern. Männer, Frauen und Kinder wurden misshandelt und ermordet. Frauen und Mädchen wurden Opfer von Vergewaltigungen und tödlicher Gewalt. Andere Menschen starben an Hunger, Krankheiten und Entkräftung. Viele mussten Zwangsarbeit leisten, auch auf Höfen und in Betrieben im Inneren der Tschechoslowakei. Das Leid endete für viele nicht mit der Ankunft an einem neuen Ort.
Zeugnisse erhalten.
Perspektiven verstehen.
Persönliche Erinnerungen eröffnen einen eigenen Zugang zur Geschichte. Sie erzählen von Erfahrungen und Wahrnehmungen einzelner Menschen.
Die Wurzeln verschiedener Zweige meiner Familie reichen in Böhmen und Mähren mehr als 500 Jahre zurück. Aus Leibeigenschaft und grundherrlicher Abhängigkeit heraus bauten sich Generationen eine bäuerliche Existenz auf. Was sie über Jahrhunderte geschaffen hatten, ging durch die nationalsozialistische Herrschaft, den von ihr entfesselten Krieg und die anschließende Vertreibung verloren. Für die Betroffenen zerbrach ihre Welt oft von einem Tag auf den anderen.
Meine Großmutter schaffte es mit ihren Kindern noch bis nach Magdeburg. Dort starb sie im Krankenhaus. Ihre Kinder wurden anschließend auf Verwandte und die Großeltern verteilt. Hinter dem Wort Vertreibung stehen solche Schicksale.
Franz Czepl · FamilienerinnerungDie Sammlung im Überblick.
Die Sprachinsel
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