Die Iglauer SprachinselGeschichte bewahren · Zusammenhänge verstehen
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Die Sprachinsel

Beschreibung der Sprachinsel

Iglauer Stadtwappen

Die Iglauer Sprachinsel

Übersichtskarte: Lage der Iglauer Sprachinsel in Mitteleuropa
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Die Iglauer Sprachinsel (tschechisch Jihlavský jazykový ostrov) war ein historisches, rund 400 Quadratkilometer großes deutsches Siedlungsgebiet im heutigen Tschechien, durch das sich die böhmisch-mährische Grenze zog. Die geografische Kulisse dafür bildet der Böhmisch-Mährische Höhenzug, auch Böhmisch-Mährischer Landrücken genannt. Dieser bildet die Wasserscheide zwischen der Elbe, die zur Nordsee, und der March, welche mit der Donau vereint zum Schwarzen Meer fließt. Auf der Nordwestabdachung des Höhenzugs liegt Iglau an der Igel, die älteste Bergbaustadt Mährens und bis 1945 Zentrum dieser großen deutschen Sprachinsel. Die historische Grenze zwischen den beiden Kronländern fand schon im Mittelalter ihren lateinischen Ausdruck in der Formulierung Limites Bohemiam inter et Moraviam – Grenzen zwischen Böhmen und Mähren. Um dieses urbane Zentrum herum gruppierten sich etwa 75 bis 79 überwiegend deutschsprachige Dörfer und Marktgemeinden wie Stannern oder Stöcken.

Ihren Ursprung hatte die Sprachinsel im 13. Jahrhundert, als im Zuge des mittelalterlichen Landesausbaus vor allem altbairische Siedler in die Region geholt wurden, um den Bergbau und die Landwirtschaft voranzutreiben. Über Jahrhunderte hinweg bildeten die Deutschen in diesem Kerngebiet die demografische Mehrheit und bewahrten eine charakteristische bairische Mundart, während sie geografisch vollständig von tschechischsprachigem Gebiet umschlossen waren. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert verschoben sich die Bevölkerungsanteile durch Zuzug und Industrialisierung zunehmend zugunsten der tschechischen Bevölkerung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die jahrhundertealte Geschichte der Sprachinsel ein abruptes Ende: Fast alle deutschsprachigen Böhmen und Mähren wurden aus ihrer Heimat vertrieben und in viele Länder verstreut. Heute halten Vertriebenenorganisationen in Deutschland die Erinnerung und das kulturelle Erbe der Region lebendig.

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