Früher muss in der Pfauendorfer Gegend das Dorf Dobeschau gestanden sein. Es wurde 1411 im Besitz des Johann von Leskowetz zusammen mit Schrittenz, Seelenz und Stecken genannt. In den Iglauer Stadtbüchern wurde 1473 ein Teichl oberhalb des Herren-Teiches bei Dobeschau, 1487 ein Teich in Sparern oberhalb des Dobeschauer Teiches, 1488 ein großer Teich in Dobeschau, 1494 wieder der Dobeschauer Teich eingetragen. Als die Stadt Iglau 1536 das Schrittenzer Gut von Trczka kaufte, wurden ausdrücklich die wüsten Dörfer Dobeschau und Heraltice angeführt. Der Ort lag also öde.
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Später entwickelte sich eine neue Siedlung beim Krummteich (1513 „Krimteich" geheißen). Wie die ersten Teile, das heutige Alt-Pfauendorf, entstanden sind, entzieht sich unserer Kenntnis. 1704 nennt es die Seelenzer Pfarrmatrik „Pfabendorf " und die Überlieferung bringt den Namen mit dem anschließenden Tiergarten in Verbindung. Dieser wurde vom Grafen Franz Anton von Pachta um 1685 angelegt. In der Mitte erhob sich ein schönes Lust- und Jagdschloss, von dem acht Hauptalleen ausliefen, von denen Neben-, Seiten- und Kreuzalleen abzweigten. Sie führten durch Wald zu saftgrünen Wiesen und glitzernden Teichen. Die Parkfläche von 418 Joch (historisches Flächenmaß; die genaue Größe hing von Ort und Zeit ab) war eingezäunt, trug schöne Ziergärten und Standbilder, acht Pavillone, Nebengebäude und Torpforten. Ein Lustschloss, fürstlicher Barock, erbaut in der Zeit schwerer Bauernrobot! In seiner Glanzzeit ertönte das Halali fürstlicher Parforcejagd. Kaiser Karl VI. kehrte hier 1713 ein und seitdem hieß der Tiergarten „Karlswald". Noch heute führt ein Teil der Anlage den Namen „Fasangarten" und jenseits der Straße heißt der Wald „Saugarten". Die Namen erinnern noch an jene Fürstenzeit mit Wildschweinen, Fasanen und Pfauen. Von den Vögeln mit den prächtigen Schwanzfedern hat Pfauendorf seinen Namen. Um 1731 wurden auf herrschaftlichen Waldgründen neue Ansiedler ausgestattet, So entstand Neu-Pfauendorf.
Im Jahr 1743 hat hier Böhmens Obersthofmeister Graf Philipp Gallas die Kaiserin Maria Theresia begrüßt. Damals waren die Pachta, die dem ganzen Umland bis heute den Namen „Pachterisch" aufgeprägt haben, nicht mehr die Herren des Landes. Von ihnen kam die Herrschaft an den Grafen Philipp
Ludwig von Sinzendorf und dieser war der Gründer von Neu-Pfauendorf, wie er ja auch Philippsdorf stiftete. Nach ihm folgte Moriz, Herzog von Sachsen, und auf diesen 1748 Karl Josef Freiherr von Palm.
Das Volk erzählt, dass Verschwendung den Schlossherrn von Karlswald zugrunde gerichtet habe. Im Jahr 1787 standen in Pfauendorf 27 Häuser, im Karlswald das Schloss mit 6 Nummern. Im Jahr 1805 fanden hier zur Zeit der Schlacht bei Austerlitz Gefechte statt. Bayrische Truppen unter General Wrede hatten die linke Flanke der Napoleonischen Armee zu decken, die bei Brunn mit dem österreichischen und russischen Kaiser kämpfte. Am Tage der blutigen „Dreikaiserschlacht" bei Austerlitz kamen bayerische Abteilungen mit kaiserlichen Truppen bei Stecken ins Gefecht. Die Bayern mussten sich zurückziehen, stellten sich neuerdings bei Wonau, wurden auch hier durch einen Angriff zurückgedrängt, stellten sich noch einmal bei Pfauendorf. Sie versuchten hier am 5. Dezember durch eine Attake den Gegner zu werfen, wurden aber durch eine Gegenattake des 1. österreichischen Ulanenregimentes zurückgeschlagen und mussten nach Iglau zurückweichen. Bei diesen Gefechten wurde die Umzäunung des Tiergartens stellenweise eingerissen, das Wild verlief sich, das Schloss litt Schaden. Nicht wieder hergestellt, verfielen die Schlossbauten schnell. Nur spärliche Reste blieben mehr. Fünf Statuen im Iglauer Stadtparke und drei in Helenental zeugen von der entschwundenen Pracht.
Alte Pfauendorfer zeigen noch die Stelle, wo die Torwächterhäuser des Parkes gestanden seien (am Alleende beim Straßenteich, beim Schreiberteich, bei der Achen und bei Schenken). Über den Trümmerstätten raunt die Sage von versteckten Schätzen. < t
1945 (1924 in Klammern) waren in Alt-Pfauendorf folgende Grundbesitzer:
Nr. 1 „Wagner" Franz Streichsbier, 2,40 ha (Franz Streichsbier, 2,20 ha).
Nr. 2 „Kolebrenner" Johann Janko, 12,50 ha (Johann Janko, 9,10 ha).
Nr. 3 Franz Wazlav, 4,00 ha (Mathias Beer, 4,40 ha).
Nr. 4 Franz Noak (Katharina Kaiser, 1,30 ha).
Nr. 5 „Käser" Oswald Käser, 80,00 ha (Oswald Käser, 80,00 ha, Tscheche).
Nr. 7 „Villa" Mathias Swoboda.
Nr. 8 Franz Mischinger, 11,00 ha (Franz Mischinger, 7,60 ha).
Nr. 11 „Stricker" Mathias Janko (Mathias Janko, 12,10 ha).
Nr. 13 Anton Janko, 1,30 ha.
Nr. 14 Franz Kaiser, 4,00 ha (Franz Kaiser, 2,40 ha).
Nr. 15 „Wagner" Johann Toscher, 9,50 ha (Johann Toscher, 6,60 ha).
Nr. 16 Adolf Lang, Tscheche.
Nr. 18 Josef Franz.
Nr. 21 Marie Hippel.
Nr. 23 Laurenz Friedl, 0,10 ha.
In Neu-Pfauendorf:
Nr. 1 (Frantiäek Fiüar, 75,00 ha, Tscheche).
Nr. 4 Franz Neuhöfer.
Nr. 5 Karl Kutschera (Karl Kuäera, 1,50 ha).
Nr. 6 Johann Eigl, ? ha.
Nr. 7 „Dürrer" Josef Nowak, 4,00 ha (Josef Nowak, 3,40 ha).
Nr. 8 Anton Eigel, 8,00 ha (Antonin Pesruk, 5,40 ha).
Nr. 9 „Newosak" Josef Hölzl, 2,00 ha (Josef Kreuz, 7,40 ha).
Nr. 10 Klara Freudenreich, 6,00 ha (Florian Wondrak, 5,70 ha).
Nr. 11 Anton Schmeiler, 4,00 ha (Johann Schmeiler, 3,60 ha).
Nr. 12 „Urz" Elisabeth Ronovsky, 5,00 ha (Johann Ronovsky, 4,80 ha).
Nr. 13 Anton Körber, 5,00 ha.
Nr. 14 Laurenz Wendel, 12,00 ha (Johann Ronovsky, 8,50 ha).
Nr. 15 „Schenk" Karl Lang, 4,00 ha (Johann Lang, 12,90 ha).
Nr. 20 Schule.
Nr. 25 Franz Kampe.
Nr. 26 Johann Pikans.
Nr. 27 Johann Kubat.
Nr. 28 Karl Kornher.
Nr. 32 Johann Cöpel.
Nr. 35 Rudolf Laschka. — Früher gehörte Pfauendorf zur Gemeinde Schrittenz. Jetzt bilden beide Ortsteile mit dem Weiler Karlswald und dem Raitjäger eine selbständige Gemeinde mit einem Gemarkungsausmaß von 1097 ha. Im Gemeinderat waren 1939 sieben deutsche und fünf tschechische Vertreter. Die deutsche Volksschule besteht seit dem Jahre 1910. Eingepfarrt war Pfauendorf nach Seelenz. Die Gendarmerie war in Friedrichsdorf, Post und die nächste Bahnstation in Iglau.
