In einer kleinen Furchung, die sich zum Tal des Schlappenzer Baches öffnet, betten sich die Gehöfte von Pfaffendorf, das nach Schlappenz eingemeindet, eingepfarrt und eingeschult ist. Der Name bezeichnet den Ort als Dorf der Pfaffen. Pfaff war früher der allgemein übliche Name für den Geistlichen, hatte keine Nebenbedeutung und war aus dem Worte papa = Vater hervorgegangen. Die Überlieferung berichtet auch, dass im heutigen Pfaffendorfe, ehemals ein Geistlichenhof, Pfaffenhof, gestanden sei. 1657 führte es bereits den Namen Pfaffendorf. Es wurde früher meist „Deutsch- Pfaffendorf" genannt, wohl zur Unterscheidung von Böhmisch-Pfaffendorf, einem zerstückelten Meierhof bei Deutschbrod. Ein altes Gemeindesiegel nennt es Teutsch-Pfaffendorf und zeigt einen Bauern, der mit ein Paar Ochsen ackert, darüber eine Kapelle, ein Kreuz und ein Häuschen.
Wegen seiner Zugehörigkeit zu Schlappenz hat es dessen Geschicke geteilt (siehe Schlappenz). Spuren früheren Bergbaues kann man heute noch in seinem Gebiete verfolgen. Auch hier könnte der Gruß der Bergleute „Glückauf“ zu hören gewesen sein.
Der Schlappenzer Bergbau wird bereits im 13. Jahrhundert erwähnt.
Im Gemeindekataster von 1945 (1924 in Klammern) sind folgende Besitz- Verhältnisse verzeichnet:
Nr. 1 „Bernard" Franz Bernard, 26,00 ha (Wenzl Bemard, 26,14 ha).
Nr. 2 „Richter" Anton Altrichter, 33,00 ha (Anton Altrichter, 33,00 ha).
Nr. 3 „Oberhäusler" Andreas Gart, 2,25 ha (Andreas Cart, 2,41 ha).
Nr. 4 „Hansl" (Franz Halama, 2,41 ha).
Nr. 5 „Neubauer" Mathias Bernard, 26,44 ha (Anna Bernard, 26,44 ha).
Nr. 6 „Brückner" Franz Brückner (Franz Brückner, 10,98 ha).
Nr. 7 „Bauer-Schneider" Anton Tondl, 26,00 ha (Johann Tondl, 26,51 ha).
Nr. 8 „Neuwirt" Johann Jonasch, 25,40 ha (Johann Jonasch, 25,40 ha).
Nr. 9 „Frandre" Wenzl Altrichter, 36,00 ha (Wenzl Altrichter, 32,36 ha), Hausname von Freudenreich.
Nr. 10 „Kasper" Johann Freudenreich, 15,35 ha (Anton Freudenreich, 10,80 ha).
Nr. 11 (Johann Zubaty, 0,22 ha).
Nr. 12 Gemeindehaus.
Nr. 13 „Richterhäusl" Johann Grödl, 9,91 ha (Josef Grödl, 9,92 ha).
Nr. 14 „Michelhäusler" (Johann Ruzicka, 5,21 ha, Tscheche).
Nr. 15 „Woitl" Anna Molthäufl (Anton Molthäufl, 2,76 ha).
Nr. 16 „Bernardhäusler" gehört zu Hs.
Nr. 1.
Nr. 17 „Pasderka" Anton Altrichter, 4,38 ha (Anton Altrichter, 3,30 ha).
Nr. 18 „Maurer" Anton Molthäufl, 7,00 ha (Anton Molthäufl, 4,14 ha).
Nr. 19 „Jonka" Johann Tonner, 10,00 ha (Johann Tonner, 8,96 ha).
Nr. 20 „Lukl" Wenzl Pallendal, 11,58 ha).
Nr. 21 Gemeindeschmiede.
Nr. 22 „Molthäufl" Franz Molthäufl.
Nr. 23 Anton Altrichter. — Im Gemeindebesitz waren 25,39 ha. Gemarkungsfläche des Ortes 274 ha.
Ortsbemerkenswert ist die Überlieferung, die sich im Dorf erhalten hat, dass früher einmal ein kleines Mädchen, als es in der Dunkelheit aus der Türe (von Nr. 3) trat, von einem Wolfe gepackt, weggeschleppt und getötet wurde.
Als im Jahr 1836 anläßlich der Krönung des Königs Ferdinand in Prag ein großer Festzug war, der von allen 16 Kreisen Böhmens beschickt war, stellte der Steckner Bezirk im Rahmen des Tschaslauer Kreises einen Hochzeitszug bei. Dabei war Josef Kreuz aus Simmersdorf der Bräutigam und Theresia Altrichter aus Pfaffendorf die Braut. Sie schritt zwischen zwei Brautführern, trug einen hohen Kranz und einen langen unter der Halskrause befestigten Radmantel.
