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Orte & Dörfer

Petrowitz Petrovice

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Karte der Iglauer Sprachinsel
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  1. 1411Bis 1499

    Das Dorf hatte 1411 Johann Leskowetz von Hoslaw zum Grundherrn, kam dann an die Herren von Trczka.

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  2. 15961500–1799

    Früher wurde auch Petrowetz (1596), Petterwitz (1604), Peterwitz (1606) geschrieben.

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  3. 19391919–1945

    Die deutsche Volksschule besteht seit dem Jahr 1794. — Petrowitz war eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 neun deutsche und drei tschechische Gemeinderäte.

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Ortsgeschichte

Petrowitz

Petrowitz liegt westlich von Stecken und wird vom Volksmunde „Peiterwitz" genannt. Früher wurde auch Petrowetz (1596), Petterwitz (1604), Peterwitz (1606) geschrieben. Der Name geht jedenfalls auf Peter zurück.

Das Dorf hatte 1411 Johann Leskowetz von Hoslaw zum Grundherrn, kam dann an die Herren von Trczka. 1500 verkaufte Nikolaus der jüngere Trczka von Lipa und Lichtenburg sein Erbgut Schrittenz mit Stecken, dem Dorf Lipa, Kochendorf, Scheibeldorf und Petrowitz an Burian Trczka von Lippy auf Lipnitz. Von den Trczka kam Petrowitz 1596 an Iglau und 1625 an den Iglauer Kaiserrichter Rudolf Heidler von Bukau. Es war nun ein Teil des Gutes Schrittenz (vgl. Schrittenz).

An die Grundherrschaft (Herrschaft über Land und die davon abhängigen Bauern), der auch die Gerichtsbarkeit zustand, waren verschiedene Abgaben abzuführen und zwar zweimal im Jahr ein Zins. Sonst waren die Petrowitzer frei und konnten ihren Besitz, einerlei ob beweglich oder unbeweglich („farund hab und gut oder unfarund" 1411), vererben, wem sie wollten. Wenn einer ohne Testament starb, so war es verbrieft, dass es soll „erben noch einander auf den nächsten freündt". An manch anderen Ort konnte in diesem Falle der Grundherr (ein Besitzer von Land, dem die Bauern Abgaben oder Arbeit schuldeten) frei verfügen. Im Jahr 1625 betrug der zu Georgi an die Obrigkeit (staatliche oder grundherrliche Verwaltung und Gerichtsbarkeit) Iglau abzuliefernde Zins 7 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) 34 Groschen für das ganze Dorf „Peterwitz". Im Jahr 1625 hatte Petrowitz 28 Zuber (das sind 42 Metzen (ein altes Getreidemaß, das auch zur Angabe von Ackerflächen diente)) Zins- oder Hundshaber zu geben.

1615 hieß ein „Petterwitzer" Hans Hackenpauer, ein anderer Hans Peru. Dieser Familienname lebt noch im Hausnamen „Bärtl" fort.

Petrowitz hat (nach Pechholds Angaben) 16 Stammhufen und ein Doppellahn des Richters. Den Häuselabbau zeigen die Nr. 22, 30, 33, 34, 36, 37 und 47.

Die Gemarkungsfläche von 712,67 ha verteilt sich 1945 (1924 in Klammern) auf folgende Eigentümer:

Nr. 1 „Müllner" Anton Frühauf, 27,79 ha (Josef Frühauf, 27,46 ha).

Nr. 2 „Schusterhäusl" Johann Laschka, 4,13 ha.

Nr. 3 „Hernauer" Franz Hanauer, 38,00 ha (Franz Hanauer, 18,73 ha).

Nr. 4 „Schimanker" Josef Ambros, 38,80 ha (Andreas Ambros, 37,97 ha).

Nr. 5 „Bauernschuster" Jakob Söllner, 27,00 ha (Marie Söllner, 24,85 ha).

Nr. 6 „Friedl" Josef Kuttelwascher, 25,73 ha (Anna Kuttelwascher, 25,73 ha).

Nr. 7 „Baustummer" Franz Ambros, 26,50 ha.

Nr. 8 gehört zu Hs.

Nr. 3.

Nr. 9 „Schkana" Wenzl Neubauer, 37,50 ha (Wenzl Neubauer, 33,94 ha).

Nr. 10 „Peter" Josef Grünwald, 25,25 ha (Josef Grünwald, 25,25 ha). Nr. IIa „Laschka- Maurer" Johann Laschka, 4,00 ha (Johann Laschka, 2,92 ha). Nr. I I b „Laschka" Marie Laschka (Johann Laschka, 1,66 ha).

Nr. 12 „Zimmermann" (Karl Duba, 2,45 ha).

Nr. 13 Theresia Hacha, 0,05 ha (Johann Hejsek, 0,40 ha).

Nr. 14 „Neuhäusel" Franz Hensl, 2,32 ha (Wenzl Hensl, 2,32 ha).

Nr. 15 „Wirt" Anton Grünwald, 14,00 ha (Anton Grünwald, 10,25 ha).

Nr. 16 „Schmied" Anton Zackl, 9,00 ha (Anton Zackl, 3,86 ha).

Nr. 17 (Adalbert Duba).

Nr. 18 „Kellermeister" Franz Laschka, 2,82 ha (Franz Laschka, 2,82 ha).

Nr. 19 „Stummer" und

Nr. 20 „Klesch" (Antonia Pallan, 45,41 ha, Tscheche).

Nr. 21 „Altrichter" und

Nr. 22 „Altrichter-Häusl" Josef Grünwald, 45,37 ha (Anton Grünwald, 45,37 ha).

Nr. 23 „Hockerpaul" Anton Nowak, 28,33 ha (Anton Nowak, 28,33 ha).

Nr. 24 „Jauker" (Karl Pallan, 40,11 ha, Tscheche).

Nr. 25 „Veit" Johann

Grünwald, 42,50 ha (Elisabeth Grünwald, 42,50 ha).

Nr. 26 „Bärtl" Josef Hawelka, 35,80 ha (Anna Hawelka, 35,80 ha).

Nr. 27 „Maurer" Gemeindebesitz (25,51 ha).

Nr. 28 „Grünwald" Josef Pallan, 25,74 ha (Josef Pallan, 25,74 ha).

Nr. 29 „Benesch" (Emanuel Heberstein, 15,36 ha).

Nr. 30 „Bärtlhäusl" Franz Joksch, 3,48 ha (Johann Joksch, 2,86 ha).

Nr. 31 „Schneider" Johann Molthäufl, 5,31 ha (Mathias Molthäufl, 2,64 ha).

Nr. 32 „Fitzenweber" Johann Neuhöfer, 6,07 ha (Anton Neuhöfer, 6,07 ha).

Nr. 33 „Schimankerhäusler" Johann Wacha, 3.87 ha (Mathias Wacha, 3,87 ha).

Nr. 34 „Friedler-Stübler" Mathias Ambros, 11,34 ha (Mathias Ambros, 11,34 ha).

Nr. 35 „Michel" Johann Töpfer, 3,00 ha (Johann Töpfer, 0,83 ha).

Nr. 36 „Kellermeisterhäusler" Johann Hanauer, 3,86 ha (Johann Hanauer, 3,86 ha).

Nr. 37 „Glesehenhäusler" Anton Skofepa, 4 ha (Anton Skofepa, 2,35 ha).

Nr. 38 „Bouchner" (Wenzl Bouchner, 4,49 ha, Tscheche).

Nr. 39 gehört zu Hs.

Nr. 2.

Nr. 40 „Postmann" Leopold Wendl, 3.88 ha (Andreas Wendl, 3,88 ha).

Nr. 41 „Peterwagner" Hanauer, 2,81 ha (Anton Hanauer, 2,81 ha). Alte Schule.

Nr. 42 „Wasserbauer" Franz Neuhöfer, 11,67 ha (Josef Wasserbauer, 11,67 ha).

Nr. 43 „Fuhrmann" Anton Wacha, 10,21 ha (Johann Wacha, 10,21 ha).

Nr. 44 „Kopecka" Franz Kuttelwascher, 8,53 ha (Johann Kuttelwascher, 8,53 ha).

Nr. 45 „Jani" (Josef Broz, 5,31 ha, Tscheche).

Nr. 46 „Hanauer-Schuster" Anton Neuhöfer, 11,50 ha (Franz Neuhöfer, 7,76 ha).

Nr. 47 und

Nr. 48 gehören zu Hs.

Nr. 20.

Nr. 49 „Schneider- Wagner" (Johannes Neuhöfer, 2,67 ha).

Nr. 50 Schule.

Nr. 51 (Wenzl Klofac, 0,29 ha, Tscheche).

Nr. 52 (Josefine Vaäicek, 5,29 ha, Tscheche).

Nr. 53 Josef Stummer, 0,71 ha (Josef Stummer, 0,71 ha).

Nr. 62 „Wagner" Johann Hanauer, 0,39 ha. —

Die deutsche Volksschule besteht seit dem Jahr 1794. — Petrowitz war eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 neun deutsche und drei tschechische Gemeinderäte. Die Pfarre und die Gendarmerie waren in Stecken. Die Post war in Pollerskirchen und die nächste Bahnstation war gegebenenfalls in Pollerskirchen oder Polna-Stecken.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Petrowitz“ nennt der Kalender 51 Häuser und 342 Einwohner. Gemeindevorsteher war laut Verzeichnis Josef Kuttelwascher. Die einklassige Volksschule leitete Ant. Holubar. Die Feuerwehr umfasste 20 Mann; als Kommandant erscheint Ant. Grünwald Nr. 21. Das Gasthaus Joh. Schmied Nr. 2 bot Übernachtungen an. Post- und Telegraphenamt lagen in Pollerskirchen, die Pfarre in Stecken.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

Bisheriger Websitebeitrag

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