Petrowitz liegt westlich von Stecken und wird vom Volksmunde „Peiterwitz" genannt. Früher wurde auch Petrowetz (1596), Petterwitz (1604), Peterwitz (1606) geschrieben. Der Name geht jedenfalls auf Peter zurück.
Das Dorf hatte 1411 Johann Leskowetz von Hoslaw zum Grundherrn, kam dann an die Herren von Trczka. 1500 verkaufte Nikolaus der jüngere Trczka von Lipa und Lichtenburg sein Erbgut Schrittenz mit Stecken, dem Dorf Lipa, Kochendorf, Scheibeldorf und Petrowitz an Burian Trczka von Lippy auf Lipnitz. Von den Trczka kam Petrowitz 1596 an Iglau und 1625 an den Iglauer Kaiserrichter Rudolf Heidler von Bukau. Es war nun ein Teil des Gutes Schrittenz (vgl. Schrittenz).
An die Grundherrschaft, der auch die Gerichtsbarkeit zustand, waren verschiedene Abgaben abzuführen und zwar zweimal im Jahr ein Zins. Sonst waren die Petrowitzer frei und konnten ihren Besitz, einerlei ob beweglich oder unbeweglich („farund hab und gut oder unfarund" 1411), vererben, wem sie wollten. Wenn einer ohne Testament starb, so war es verbrieft, dass es soll „erben noch einander auf den nächsten freündt". An manch anderen Ort konnte in diesem Falle der Grundherr frei verfügen. Im Jahr 1625 betrug der zu Georgi an die Obrigkeit Iglau abzuliefernde Zins 7 Schock 34 Groschen für das ganze Dorf „Peterwitz". Im Jahr 1625 hatte Petrowitz 28 Zuber (das sind 42 Metzen) Zins- oder Hundshaber zu geben.
1615 hieß ein „Petterwitzer" Hans Hackenpauer, ein anderer Hans Peru. Dieser Familienname lebt noch im Hausnamen „Bärtl" fort.
Petrowitz hat (nach Pechholds Angaben) 16 Stammhufen und ein Doppellahn des Richters. Den Häuselabbau zeigen die Nr. 22, 30, 33, 34, 36, 37 und 47.
Die Gemarkungsfläche von 712,67 ha verteilt sich 1945 (1924 in Klammern) auf folgende Eigentümer:
Nr. 1 „Müllner" Anton Frühauf, 27,79 ha (Josef Frühauf, 27,46 ha).
Nr. 2 „Schusterhäusl" Johann Laschka, 4,13 ha.
Nr. 3 „Hernauer" Franz Hanauer, 38,00 ha (Franz Hanauer, 18,73 ha).
Nr. 4 „Schimanker" Josef Ambros, 38,80 ha (Andreas Ambros, 37,97 ha).
Nr. 5 „Bauernschuster" Jakob Söllner, 27,00 ha (Marie Söllner, 24,85 ha).
Nr. 6 „Friedl" Josef Kuttelwascher, 25,73 ha (Anna Kuttelwascher, 25,73 ha).
Nr. 7 „Baustummer" Franz Ambros, 26,50 ha.
Nr. 8 gehört zu Hs.
Nr. 3.
Nr. 9 „Schkana" Wenzl Neubauer, 37,50 ha (Wenzl Neubauer, 33,94 ha).
Nr. 10 „Peter" Josef Grünwald, 25,25 ha (Josef Grünwald, 25,25 ha). Nr. IIa „Laschka- Maurer" Johann Laschka, 4,00 ha (Johann Laschka, 2,92 ha). Nr. I I b „Laschka" Marie Laschka (Johann Laschka, 1,66 ha).
Nr. 12 „Zimmermann" (Karl Duba, 2,45 ha).
Nr. 13 Theresia Hacha, 0,05 ha (Johann Hejsek, 0,40 ha).
Nr. 14 „Neuhäusel" Franz Hensl, 2,32 ha (Wenzl Hensl, 2,32 ha).
Nr. 15 „Wirt" Anton Grünwald, 14,00 ha (Anton Grünwald, 10,25 ha).
Nr. 16 „Schmied" Anton Zackl, 9,00 ha (Anton Zackl, 3,86 ha).
Nr. 17 (Adalbert Duba).
Nr. 18 „Kellermeister" Franz Laschka, 2,82 ha (Franz Laschka, 2,82 ha).
Nr. 19 „Stummer" und
Nr. 20 „Klesch" (Antonia Pallan, 45,41 ha, Tscheche).
Nr. 21 „Altrichter" und
Nr. 22 „Altrichter-Häusl" Josef Grünwald, 45,37 ha (Anton Grünwald, 45,37 ha).
Nr. 23 „Hockerpaul" Anton Nowak, 28,33 ha (Anton Nowak, 28,33 ha).
Nr. 24 „Jauker" (Karl Pallan, 40,11 ha, Tscheche).
Nr. 25 „Veit" Johann
Grünwald, 42,50 ha (Elisabeth Grünwald, 42,50 ha).
Nr. 26 „Bärtl" Josef Hawelka, 35,80 ha (Anna Hawelka, 35,80 ha).
Nr. 27 „Maurer" Gemeindebesitz (25,51 ha).
Nr. 28 „Grünwald" Josef Pallan, 25,74 ha (Josef Pallan, 25,74 ha).
Nr. 29 „Benesch" (Emanuel Heberstein, 15,36 ha).
Nr. 30 „Bärtlhäusl" Franz Joksch, 3,48 ha (Johann Joksch, 2,86 ha).
Nr. 31 „Schneider" Johann Molthäufl, 5,31 ha (Mathias Molthäufl, 2,64 ha).
Nr. 32 „Fitzenweber" Johann Neuhöfer, 6,07 ha (Anton Neuhöfer, 6,07 ha).
Nr. 33 „Schimankerhäusler" Johann Wacha, 3.87 ha (Mathias Wacha, 3,87 ha).
Nr. 34 „Friedler-Stübler" Mathias Ambros, 11,34 ha (Mathias Ambros, 11,34 ha).
Nr. 35 „Michel" Johann Töpfer, 3,00 ha (Johann Töpfer, 0,83 ha).
Nr. 36 „Kellermeisterhäusler" Johann Hanauer, 3,86 ha (Johann Hanauer, 3,86 ha).
Nr. 37 „Glesehenhäusler" Anton Skofepa, 4 ha (Anton Skofepa, 2,35 ha).
Nr. 38 „Bouchner" (Wenzl Bouchner, 4,49 ha, Tscheche).
Nr. 39 gehört zu Hs.
Nr. 2.
Nr. 40 „Postmann" Leopold Wendl, 3.88 ha (Andreas Wendl, 3,88 ha).
Nr. 41 „Peterwagner" Hanauer, 2,81 ha (Anton Hanauer, 2,81 ha). Alte Schule.
Nr. 42 „Wasserbauer" Franz Neuhöfer, 11,67 ha (Josef Wasserbauer, 11,67 ha).
Nr. 43 „Fuhrmann" Anton Wacha, 10,21 ha (Johann Wacha, 10,21 ha).
Nr. 44 „Kopecka" Franz Kuttelwascher, 8,53 ha (Johann Kuttelwascher, 8,53 ha).
Nr. 45 „Jani" (Josef Broz, 5,31 ha, Tscheche).
Nr. 46 „Hanauer-Schuster" Anton Neuhöfer, 11,50 ha (Franz Neuhöfer, 7,76 ha).
Nr. 47 und
Nr. 48 gehören zu Hs.
Nr. 20.
Nr. 49 „Schneider- Wagner" (Johannes Neuhöfer, 2,67 ha).
Nr. 50 Schule.
Nr. 51 (Wenzl Klofac, 0,29 ha, Tscheche).
Nr. 52 (Josefine Vaäicek, 5,29 ha, Tscheche).
Nr. 53 Josef Stummer, 0,71 ha (Josef Stummer, 0,71 ha).
Nr. 62 „Wagner" Johann Hanauer, 0,39 ha. —
Die deutsche Volksschule besteht seit dem Jahr 1794. — Petrowitz war eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 neun deutsche und drei tschechische Gemeinderäte. Die Pfarre und die Gendarmerie waren in Stecken. Die Post war in Pollerskirchen und die nächste Bahnstation war gegebenenfalls in Pollerskirchen oder Polna-Stecken.
