In einer kleinen Mulde werden Rinnsale zu Teichen gestaut und es stehen an ihnen die Gehöfte von Pattersdorf, in ihrer Mehrheit an der Norduferseite.
Pattersdorf wird zuerst in einer Urkunde vom Jahr 1281 genannt. Die ältest überlieferten Namensformen lauten „Partuzchdorf, Barthusdorf, Partuschdorf, Barthuscdorf, Bartusdorf, Partuschdorf", dann „Battersdorf" (so im 17. Jahrhundert) und im Volksmunde heute „Boazdorf".
Der Name kann Bartus-Dorf, Dorf eines Bartus, bedeuten. Bartus kann wieder von Bartholomäus herstammen oder von dem alten deutschen Bartho. Diesem liegt wohl das alte Berhta (Beraht) zu Grunde. Ähnliche Ortsnamen gibt es auch in Bayern. So ist ein Patersdorf in Oberbayern (Amts-Gericht Prier), ein zweites in Niederbayern (A. G. Viechtach), ein Patersbach in der Pfalz (A. G. Kusel), ein Patersholz in Mittelfranken (A. G. Hilpoltstein), ein Pattershofen in der Oberpfalz (A. G. Kastl).
Im 13. Jahrhundert, in dem für die ganze Iglauer-Deutschbroder Gegend die Blütezeit des Bergbaues war, wurden in Pattersdorf Silbererze aus dem Boden geschürft.
Im Jahr 1281 überließen Wernher, Stadt- und Bergrichter von Deutschbrod, sowie die königlichen Bergbeamten Hanmannus der Rote, Chung und Sifridus dem Hennigus Schutwein und seinen Mitgewerken einen Stollen in Klein-Pattersdorf („Partuzschdorf minori") mit vier Maßen am Mühlgraben, am Gebhard, Hennig und Sutmaus übergeben. Wenn der Bergbau glücklich ausfalle, sollte der Schreiber jener Urkunde ein neues Kleid von bestem Tuche erhalten. Im Jahr 1303 werden zwei Stollen „Henmurgi" und „Thimari" mit alten Bergwerken („cum antiquis montaiüs [Deutsch: wohl „mit den alten Bergwerken“; das letzte Wort ist offenbar fehlerhaft überliefert]") erwähnt. Eine alte Bergwerkskarte (Peithner 1780) verzeichnet alt verfallene Pingen in der Nähe des Dorfes, spärliche Reste kann man noch heute sehen und auch das alte „Berghäusl" erinnert an die bergmännische Vergangenheit. Vor etwa 80 Jahren ackerte der Gastwirt Johann Hauptmann auf seinem Feld nicht weit von des Weges zum „Berghäusl". Plötzlich sank das Pferd in die Erde und konnte nur mit Mühe herausgebracht werden.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts waren die Lichtenburger die Grundherren von Pattersdorf. Im Jahr 1303 verkaufte Raimund von Lichtenburg das Dorf („Barthuscdorf") dem Abte Heidenreich, des Klosters Sedletz und der Äbtissin Sophie von Frauental. An das Frauentaler Kloster war auch der Zehent zu entrichten. Das Dorf muss aber wieder an die Lichtenburger zurückgekommen sein, denn diese verpfändeten es 1308 an das Sedletzer Cisterzienserkloster (1308, 17. Januar „Hartusdorf", 1308, 8. Mai „Bartusdorf"). Später gehörte es zur Friedenauer Herrschaft und kam am Anfang des 18. Jahrhunderts mit Friedenau, Bastin, Hochtann und Blumendorf an die Stecken-Schrittenzer Gutsherrschaft.
Aus dem Frauentaler Zinsregister ist zu entnehmen, dass im 14. Jahrhundert die Pattersdorf er folgende Namen führten: „Cuncz, Coyterner, Hensl, Mertl, Andres Knodenhofer, Jekl Pehem, Wenczlab Pehem, Tanner, Vreyberger, Creuczpurger, Cemeyn, Henusch, Rullndorfer, Brummer". Es wäre möglich, dass der heutige Hausname Tomer mit dem vorgenannten Tanner zusammenhängt. Der Name Vreyberger erinnert an die Bergbauzeit, in der die sächsische Bergstadt mit unserer Gegend in Beziehungen stand und in der einer der bedeutendsten Dichter des Mittelalters, Heinrich von Freiberg, den Grundherrn von Pattersdorf, den mehrerwähnten Raimund von Lichtenburg, mit schönen Versen pries.
Das Gemeindekataster von Pattersdorf weist 1945 (in Klammern 1924) folgende Eigentümer aus:
Nr. 1 „Paul" Franz Ranetzky, 3,55 ha (Franz Ranetzky, 3,55 ha).
Nr. 2 „Klaboch" Elisabeth Neubauer (Josef Neubauer, 0,19 ha).
Nr. 3 „Ziegler" (Johann Gric, 4,40 ha, Tscheche).
Nr. 4 „Lorenzler" Franz Schliegsbier, 4,33 ha (Johann Schliegsbier, 4,33 ha).
Nr. 5 „Baubinder" Laurenz Palendal, 11,59 ha (Laurenz Palendal, 11,59 ha).
Nr. 6 „Pawler" Wenzl Lehrl, 28,98 ha (Wenzl Lehrl, 28,98 ha).
Nr. 7 „Schwarzjirg" Katharina Ruiicka, 13.00 ha (Katharina Ruzicka, 13,05 ha).
Nr. 8 „Tomer" Franz Lang, 28,08 ha (Franz Lang, 28,08 ha).
Nr. 9 „Rutsch" Franz Kratky, 29,01 ha (Franz Kratky, 29.01 ha).
Nr. 10 „Molthäufler" Johann Schliegsbier, 24,45 ha (Josef Schliegsbier, 24,45 ha).
Nr. 11 „Wazlaw" Wenzl Janko, 25,67 ha (Wenzl Janko, 25,67 ha).
Nr. 12 „Jauker" Johann Ruziöka, 1,79 ha (Johann Ruzicka, 1,79 ha). N. 13 „Wächter" Wenzl Swoboda, 7,84 ha, (Wenzl Swoboda, 7,84 ha).
Nr. 14 „Niederweber" (Laurenz Schenk, 3,33 ha).
Nr. 15 „Luksch" (Josef Stastnik, 5,00 ha).
Nr. 16 „Wenz" Johann Slama, 14,58 ha
(Johann Slama, 14,58 ha).
Nr. 17 „Bernad" Johann Mottl, 25,43 ha (Johann Mottl, 25,43 ha).
Nr. 18 „Niebier" Wenzl Neubauer, 37,33 ha (Wenzl Neubauer, 37,33 ha).
Nr. 19 „Neuper" Josef Neubauer, 15,70 ha (Josef Neubauer, 15,70 ha).
Nr. 20 Gemeindeschmiede.
Nr. 21 „Hauptmann" Anton Hauptmann, 34,97 ha (Anton Hauptmann, 34,76 ha).
Nr. 22 „Dobscher" Anton Niedermirtl, 19,50 ha (Anton Niedermirtl, 19,50 ha).
Nr. 23 „Hippa" Mathias Zakl, 29,62 ha (Johann Zakl, 29,62 ha).
Nr. 24 „Fitz" Josef Franz, 28,68 ha (Josef Franz, 28,68 ha).
Nr. 25 „Lukers" Franz Aprent, 6,17 ha (Franz Aprent, 6,17 ha).
Nr. 26 Gemeindehaus.
Nr. 27 „Kratker" Josef Franz, 12,39 ha (Johann Neubauer, 12,39 ha).
Nr. 28 „Binder" Wenzl Hauptmann, 13,72 ha (Wenzl Hauptmann, 12,72 ha).
Nr. 29 „Paloun" Wenzl Eis, 2,73 ha (Josef Eis, 2,73 ha).
Nr. 30 „Hobermonn" Josef Hausvater, 32,00 ha (Wenzl Hausvater, 31,79 ha).
Nr. 31 „Häuslweber" (Josef Neuwirt, 5,92 ha).
Nr. 32 „Folta" Wenzl Polreich, 4,01 ha (Josef Polreich, 4,01 ha).
Nr. 33 „Schenk" Thomas Duben, 8,72 ha (Anna Neubauer, 8,72 ha).
Nr. 34 „Weber" Franz Neubauer, 5,99 ha (Franz Neubauer, 5,99 ha).
Nr. 35 „Neuhäusler" Wenzl Rutsch, 3,68 ha (Katharina Lang, 3,68 ha).
Nr. 36 „Schneider" Johann Kratky, 3,45 ha (Andreas Kratky, 3,45 ha).
Nr. 37 „Wagner" Anton Janko, 1,77 ha (Anton Janko, 1,77 ha).
Nr. 38 „Augustin" (Wenzl Endal, 6,77 ha).
Nr. 39 „Schenkerhäusler" Marie Novak, 1,48 ha (Johann Novak, 1,48 ha).
Nr. 40 Deutsche Volksschule.
Nr. 41 „Ledwinka" Anton Ledwinka, 3,94 ha (Johann Ledwinka, 3,94 ha).
Nr. 42 „Dobscherhäusler" (Johann Neubauer, 4,53 ha).
Nr. 43 „Nachtwächter" Josef Hensl, 2,54 ha (Josef Hensl, 2,54 ha).
Nr. 44 (Johann Nowotny, 10,23 ha).
Nr. 45 (Johann Schenk, 0,34 ha).
Nr. 46 „Gasthaus" Karl Berger.
Nr. 47 Josef Niedermirtl.
Nr. 48 Wenzl Altrichter.
Nr. 58 Franz Zirwik.
Nr. 59 Anton Zackl.
Nr. 61 Josef Kratky.
Nr. 62 Andreas Lang. —. Im Gemeindeeigentum sind 56,00 ha. Die Gemarkungsfläche beträgt 591 ha.
Die deutsche Schule besteht seit dem Jahr 1875. Das erste Jahr wurde im Haus Nr. 16 unterrichtet, während das Schulgebäude aufgeführt wurde. In diesem begann der Unterricht am 22. Oktober 1876. Die Schule wurde nach dem ersten Weltkrieg geschlossen. Nach einigen Jahren Privatunterricht wurde ein neues Schulgebäude vom Deutschen Kulturverband errichtet.
Pattersdorf war eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 neun deutsche und drei tschechische Gemeinderäte. In Frauental war die Post, Gendarmerie und die Bahnstation, auch in Friedenau war die Eisenbahn gut zu erreichen.
Die Freiwillige Feuerwehr besteht seit dem Jahr 1894. Pfarre seit Jahrhunderten Frauental. Die frühere Dorfglocke, von der die Sage erzählte, dass sie von Schweinen auf der Weide aus der Erde gewühlt worden sei, und die ein Opfer des Weltkrieges wurde, hatte folgende Umschrift: „Lorentz Summer luck von Hoch ton dieses Glegel gefundiert A. 1716 Heilige Maria bitte vir uns vir Donner Plitz und vir allen Unheil. Mathes Nibler Richter, Lorentz Hauptmon, Joseph Schligsbier, Andris Fietz Geschworner und die ganse Gemein Patesdurf ibergisen losen Anno 1756."
Das alte Gemeindesiegel aus dem Jahr 1698 trug im oberen Felde eine Taube mit einem Zweige, im unteren Felde Hand und Kamm.
