Die Stände - Herrschaft
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Nachfolger König und Kaiser Sigismunds in den Königreichen Böhmen und Ungarn sowie später im römisch-deutschen Königtum wurde sein Schwiegersohn Albrecht von Österreich (als römisch-deutscher König Albrecht II., 1438–1439), der Mann seiner einzigen Tochter Elisabeth. Er besaß seit 1423 Mähren als Pfand und hatte dem Ansturm der Hussiten dort energisch widerstanden. Unter seiner Regentschaft erfolgte die erste Vereinigung der böhmischen und ungarischen Länder mit Österreich. Albrecht, der 1438 zum böhmischen König gekrönt worden war, verstarb bereits 1439 im Alter von 42 Jahren. Vier Monate nach seinem Tod kam sein Sohn Ladislaus Postumus am 22. 2. 1440 in Komorn zur Welt. Am 15. Mai 1440 wurde er in Stuhlweißenburg mit der Stephanskrone zum König von Ungarn gekrönt. Im Herbst 1451 schlossen sich Herren, Ritter und Städtevertreter aus Ober- und Niederösterreich im Mailberger Bund zusammen. Unter Führung Ulrichs von Eyczing wandten sie sich gegen Friedrich, den Vormund des jungen Königs und seit 1452 als Friedrich III. Kaiser. Ladislaus Postumus sollte aus der Vormundschaft entlassen werden, doch den Ständen ging es vorrangig um den eigenen Einfluß. Im September 1452 erreichten die Stände nach Belagerung des Kaisers Friedrich III. in Wiener Neustadt die Auslieferung von Ladislaus. 1453 wurde er zum König von Böhmen gekrönt. Ladislaus blieb von mächtigen Ständegruppen abhängig. In Österreich bestimmten Ulrich von Eyczing und Ulrich von Cilli die Politik mit; in Ungarn spielte neben Cilli die Familie Hunyadi eine wichtige Rolle. In Böhmen verwaltete Georg von Podiebrad seit 1452 das Königreich. Ladislaus selbst starb am 23. 11. 1457 im Alter von nur 17 Jahren. ![]() Damit öffnete sich der Weg für Georg von Podiebrad aus dem Adelsgeschlecht der Herren von Kunštát. Er wurde 1420 geboren und gehörte zur utraquistischen Bewegung. Seit 1452 war er Landesverweser in Böhmen; Ladislaus bestätigte ihn 1453 in dieser Stellung. Am 02. 03. 1458 wurde er zum König von Böhmen gewählt und von Kaiser Friedrich III. anerkannt und unterstützte diesen dafür 1462 während der Belagerung in der Wiener Burg. 1466 wurde Georg vom Papst gebannt. Seit 1468 führte Matthias Corvinus Krieg gegen ihn und ließ sich 1469 von katholischen Ständen zum böhmischen Gegenkönig wählen. Georg behielt jedoch die Herrschaft über große Teile Böhmens bis zu seinem Tod. Am 22. 3. 1471 starb Georg von Podiebrad in Prag. Er war der einzige böhmische König aus dem einheimischen Herrenstand und stammte nicht aus einer regierenden Dynastie. In die Geschichte ging er als Ketzer - bzw. Hussitenkönig ein. Der Sohn des Reichverwesers Hunyadi, Matthias Corvinus (Mátyás Hunyadi), geboren am 23. 2. 1443 in Klausenburg seit 1458 König von Ungarn, ließ sich 1469 zum böhmischen Gegenkönig wählen. Er gewann die Herrschaft über Mähren, Schlesien und die Lausitzen, während Georg und später Wladislaw in Böhmen regierten. Corvinus versuchte Kaiser Friedrich III., der ebenfalls den Titel König von Ungarn führte, in mehreren Kriegen 1477 und 1482 Österreich und die Steiermark abzunehmen. 1485 eroberte er Wien, nannte sich Herzog von Österreich und residierte bis zu seinem Tod am 6. 4. 1490 in Wien. Er versuchte, seinem außerehelichen Sohn Johann Corvinus die Nachfolge zu sichern, konnte sie jedoch nicht durchsetzen. Beeinflußt von seiner 2. Gattin Beatrix von Neapel, erwarb er in Italien viele Kunstwerke und gilt als einer der bedeutenden frühen Förderer der Renaissance in Mitteleuropa.
Die böhmischen Stände wählen im Jahr 1471 Wladislaw von Böhmen (aus dem polnischen Geschlecht der Jagellonen), zum Nachfolger. Er einigte sich nach Verhandlungen 1478 mit Corvinus; 1479 wurde der Ausgleich in Olmütz bestätigt. Beide führten den böhmischen Königstitel, während die Herrschaft über die Länder geteilt blieb. Nach Matthias’ Tod 1490 wurde Wladislaw auch zum ungarischen König gewählt. Die Brüder-Unität entstand bereits 1457 in Kunvald aus der böhmischen Reformbewegung. 1467 wählte sie eigene geistliche Leiter. Wiener Fürstentag
1515: Treffen Kaiser Maximilians I. mit den Jagiellonen
Wladislaw von Böhmen und Ungarn sowie Sigismund von Polen. Nach Vorverhandlungen
in Preßburg wurden am 20. 5. 1515 die Vorverträge unterzeichnet.
Am 16. 7. trafen sich die Herrscher auf einem Hügel bei Trautmannsdorf
a. d. Leitha, und am 17. 7. erfolgte der Einzug in Wien. Am 19. 7. begann
der Kongreß in der Hofburg, am 20. und 21. 7. folgten die Schlußverhandlungen.
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