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Wilenz Vilanec

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Karte der Iglauer Sprachinsel
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  1. 1327Bis 1499

    Nach den bisher bekannten Quellen wird Wilenz erstmals 1327 urkundlich erwähnt.

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  2. 16301500–1799

    An Abgaben an die Obrigkeit (staatliche oder grundherrliche Verwaltung und Gerichtsbarkeit) wurden 1630 entrichtet: Michaelizins 6 Schock 5 Groschen 1 Denar (Denar, eine kleine historische Münzeinheit) , Georgizins ebensoviel, Bachzins 2 Schock 6 Groschen.

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  3. 18481800–1918

    Von nun verblieben der Stadt die Obrigkeitsrechte, bis diese wie überall 1848 gänzlich endeten.

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  4. 19391919–1945

    Willenz als selbstständige Gemeinde hatte 1939 elf deutsche Gemeinderäte und einen tschechischen.

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Ortsgeschichte

Wilenz

Wilenz ist das Dorf eines Wieland, ein Wielands. Es erscheint im 14. Jahrhundert in den Schreibformen: „Byelandes, Byelancz, Bielans, Wylancz, Vylancz, Vylans, Wylleins", im 15. Jahrhundert: „Wylancz, wilantz", im 16. Jahrhundert: „Wielantz, Wielancz, Wilantz", im 17. Jahrhundert: „Wilantz, Willanz, Willentz, Wüllentz, Willencz" und seitdem meist Wilenz oder Willenz. Tschechische Bezeichnung 1498 Wylanka, jetzt Vylanec.

Nach den bisher bekannten Quellen wird Wilenz erstmals 1327 urkundlich erwähnt. Damals war Wilenz bereits ein Pfarrort. Der Iglauer Stadtrichter Nikolaus Gandoldy berief nämlich am 7. Juni 1327 mehrere Iglauer Bürger von sechzig und mehr Jahren Alters vor den Rat und diese sagten einstimmig aus, dass das Patronatsrecht (das Recht, bei der Besetzung einer Pfarrstelle mitzuwirken) über die Wilenzer Pfarrkirche den Vorfahren der Frau Gertrude, des Konrad Schobers Witwe, erblich gehöre. Darüber wurde ein offener Brief mit dem Stadtsiegel ausgestellt. Peter Schober hat, wie aus einer Ratserklärung aus dem Jahr 1335 hervorgeht, von den Brüdern Michael und Jeklinus Reychenauer, den Söhnen des Iglauer Bürgers Conrad Reichnower, sechs Lahne (VI. lanevs et duas areas) in „Wylancz" gekauft.

Dieser Besitz stammte von Marquard von Ranczir. Auch von der Witwe des Iglauer Bürgers Nicolaus erwarb Peter einen Lahn (eine alte Einheit für bäuerlichen Grundbesitz, auch Hufe genannt). Er übergab die neu erworbenen und die schon früher besessenen Lahne (zehn) seiner Mutter zu lebenslänglichem Genüsse. In der Woche nach Ostern 1336 erklärte der Iglauer Bürger Konrad Gallicus vor dem Stadtrat, dass er den Bauern von Wilenz seine gesamten dortigen Grundstücke überlassen habe. Seine Frau hatte zugestimmt. Die Bauern mussten dafür jedes Jahr zu Martini zwei Mark (historische Gewichts- oder Geldeinheit; der Wert hing von Zeit und Ort ab) Prager Groschen zahlen (64 auf 1 Mark gerechnet).

Dann entbrannte ein Streit um Wilenzer Besitzrechte. Markgraf Johann erließ 1358 (in der Oktav Christi Himmelfahrt) einen offenen Brief, in dem stand, dass das Dorf Biolands nach des landesfürstlichen Soldaten Niklan Bericht vor langer Zeit dem Landesfürsten unter dem Titel des Anfallsrechtes gehört habe und von diesem an Niklan gekommen sei. Der Streit zwischen Niklan und Peter Schober, dem Kuttenberger Notar, endete zunächst damit, dass der Landesfürst den Besitz dem Peter Schober absprach. Doch bald darauf hat der Markgraf doch den Genannten in den Besitz von Wilenz eingeführt und ihm auch das Patronatsrecht über die Kirche überlassen.

Es geschah dieses auf Verwendung Kaiser Karls IV. und mehrerer Bischöfe. Schober hat aber seine Rechte am 18. November 1363 (Landtafeleintragung 1365) an Henslin, Mix (Niklas) und Peter Vogel und Frenzlin Schönmelzer für 140 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) Groschen verkauft. Nur das Gericht, das Gefälle abwarf, hatten die Schober noch behalten. Im Jahr 1374 verkauften die Schoberschen Brüder das Gericht von Wilenz „samt vier Emenden" einem Hednzl.

Im Jahr 1376 verkaufte Niki Vogel das halbe Dorf und das halbe Patronatsrecht an die Brüder Jakob und Johann von Pilgram, die andere Hälfte an die Brüder Frenczlinus und Henslinus Schönmelzer. Der Iglauer Stadtrichter Jakob von Pilgram verkaufte seine Halbscheitsrechte noch im gleichen Jahr an die genannten zwei Schönmelzerischen Brüder. Die Patrone hatten bald einen Streit mit dem Pfarrer. Am 2. Mai 1378 erklärte der Wilenzer Pfarrherr

Bartholomäus in der Wohnung des öffentlichen Notars Nicolai in Gegenwart der Zeugen Peter von Lucca, Nikolaus von Petrowitz, Cuncz am Turme, Nikolaus Arnold, Peter Vogel und Nikolaus Poreschi, dass er seinen Patron Franzi Schönmelzer und Henlin Furman „wegen des seiner Kirche gebürenden Holzes und anderer Streitigkeiten wegen freigesprochen habe und daß ihm diesfalls ein willig Vergnügen geschehen sei". Die Schönmelzersche Familie hatte über ein Jahrhundert ihre Rechte in Wilenz. Am 14. Februar 1435 schloss der Wilenzer Pfarrer Thomas Schönmelzer mit seinem Schwager Andreas, sonst Prokop Paer genannt, einen Vertrag, nach dem er ihm den halben Hof vor dem Pirnitzer Tore und das halbe Dorf Wilenz zu Erbrecht abtrat.

Er bekam dafür jährlich 6 Schock Groschen in zwei Fristen, zu Galli und Georgi. Am 7. Dezember 1498 kaufte der Rat der Stadt Iglau von Dorothea, der Tochter des Iglauer Bürgers Johann Schönmelzer, Wilenz mit Patronatsrecht, Porenz und Hossau. Von nun verblieben der Stadt die Obrigkeitsrechte, bis diese wie überall 1848 gänzlich endeten.

An Abgaben an die Obrigkeit (staatliche oder grundherrliche Verwaltung und Gerichtsbarkeit) wurden 1630 entrichtet: Michaelizins 6 Schock 5 Groschen 1 Denar (Denar, eine kleine historische Münzeinheit), Georgizins ebensoviel, Bachzins 2 Schock 6 Groschen. Im Jahr 1636: „Dorffzinß auff Georgy" 5 Schock 13 Groschen und der gleiche Betrag „auff Michaely", an „Zinß von öden gründten, von Acker vnd Wüßmat" 10 Schock 24 Groschen, an „Zappengeid" 30 Groschen (für fünf Schweinitzer). Im Jahr 1650: „Georgi-Dorffzinß" 3 Schock 6 Groschen 4 Denare (Denare, kleine historische Münzeinheiten), „Bachzinß" 2 Schock 6 Groschen. Durch die Einwirkung des Dreißigjährigen Krieges und der Gegenreformation lagen zu Wilenz im 17. Jahrhundert Gründe öde. 1630 erscheinen nur sieben „Untertanen" gegen 21 vorher im Zinsregister. Im Jahr 1670 sind 75 Metzen (ein altes Getreidemaß, das auch zur Angabe von Ackerflächen diente) öde und zwar vom Pfaffen Hanßel, vom Gautzer, Neupauer, Mirtl Höffer, Nürnberger, Perger, Rier, Hammer, Faul Hanßl, Rubmdopf.

Im Jahr 1668 wurden zehn Wilentzer Anwesen verzeichnet: „Der Richter Mothes Gödt, Andreaß Khettner, Veith Vlriech, Peter Pulß, Tobiaß Hoffer, Martien Lorchel, Paltzer Finck, Matheß Neupauer, Mathes Böhm, Pauli Torschlager. Von diesen leben noch als Hausnamen fort: Böhm (

Nr. 6), Finkl (

Nr. 11), Puls (

Nr. 28), Neubauer (

Nr. 33).

Zu diesen alten Namen sei noch hinzugefügt, dass 1465 „Wazek und Virich Zawoziczy gebrieder von Iglaw" Besitz in Wilenz hatten, dass 1615 der Richter Georg Maczke hieß und drei Geschworene: „Gierg khünig, Mattes Pulß, Mirttle heffer", dass 1662 Mathes Göth Richter war, Andreas Gettner Geschworener und Thoma Höffer und Martin Lerchl „Holzjäger".

Etwa hundert Jahre später (1754) erscheinen in einer Liste von Robotgeldern: Hanß Jerzabeck (6 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit)), Martin bulß (2 fl. 30 kr. (Kreuzer, eine kleinere historische Geldeinheit)), Jacob Kettner (2 fl. 30 kr.), Georg schwammenhefer loths (1 fl. 15 kr.), Thoma schmitl (1 fl. 15 kr. C. M.), Carl Neubauer (1 fl. 15 kr. C. M.), Thoma töltscher (2 fl. 30 kr.), Paul Zodl (2 fl. 30 kr.).

Im Jahr 1750 betrug der Grundzins von Wilenz 7 fl. 12 kr., der Gespunstzins 45 kr., unterschiedliche Geldzinse 7 fl. Ferner mussten 17 Hühner abgeliefert werden. Damals waren elf Wilenzer Bauern zu vierspänniger Robot (unbezahlte Pflichtarbeit für den Grundherrn) an drei Tagen pro Woche verpflichtet. Zwei weitere Bauern mussten an drei Tagen pro Woche mit drei Zugtieren arbeiten.

Vier weitere Bauern mussten an zwei Tagen pro Woche mit zwei Ochsen arbeiten.

Als 1848 alle Robot- und Grundschuldigkeiten aufgehoben wurden, betrug das Wilenzer Ablösungskapital für die Robot 1089 fl. 6 kr., für verschiedene Zinsungen 1762 fl. 24 kr.

Im Jahr 1778 weist das Grundbuch aus:

Nr. 1 Pfarrei.

Nr. 2 Schulmeister (Schul- und Kirchenrektor).

Nr. 3 Herrschaftliche Ziegler.

Nr. 4 Gasthof.

Nr. 5 Johann Göth 324 M 7V2 mß.

Nr. 6 Johann Frey 108 M 2V2 mß.

Nr. 7 Mathes Hably 111 M 5V2 mß.

Nr. 8 Mathes Kunschak 98 M IOV4 mß.

Nr. 9 Georg Withelm 111 M 15 mß.

Nr. 10 Johann Lukschanderl 110 M 2 mß.

Nr. 11 Georg Modi 112 M IOV2 mß.

Nr. 12 Neustifter Mühl.

Nr. 13 Mathes Schimko 119 M 7 mß.

Nr. 14 Andreas Kettner 59 M 143/4 mß.

Nr. 15 Georg Schammenhöfer, Häusler.

Nr. 16 Josef Raim, Häusler.

Nr. 17 Gregor Doska, Häusler.

Nr. 18 Gemeindehirtenhäusl.

Nr. 19 Johann Jerzabek, Häusler.

Nr. 20 Jakob Berger, Häusler.

Nr. 21 Lorenz Zodl 58 M 6V2 mß.

Nr. 22 Augustin Faber 60 M 7 mß.

Nr. 23 Gregor Neubauer 93 M 9V2 mß.

Nr. 24 Lorenz Neüfingrl 110 M 103/4 mß.

Nr. 25 Mathes Lang 96 M 15V4 mß.

Nr. 26 Jakob Zeitzinger 98 M 8 mß.

Nr. 27 Lorenz Mopils 66 M 93/4 mß.

Nr. 28 Augustin Franz 104 M IIV4 mß.

Nr. 29 Mathes Franz, Häusler.

Nr. 20 B Karl Neubauer, Häusler. Gemeindeland 36 M 5 mß. Überländer: Schulrektor von Ranzern 1 M 3V4 mß, Böndl von Ranzern 1 M 3V4 mß. Gesamtausmaß 1885 M 4V2 mß. Die Obrigkeit hatte den Alt- und Neu-Teich.

Das Gemeindekataster der Gemeinde Wilenz weist 1945 folgende Eigentumsverhältnisse aus (in Klammem Stand 1924):

Nr. 1 Pfarre (23,80 ha).

Nr. 2 „Alte Schule" Josef Göth, 1,96 ha (Anna Folkmer).

Nr. 3 „Ziegler" Mathias Lang, 2,66 ha (Josef Lang).

Nr. 4 „Großes Wirtshaus" Gottfried Adam, 74,00 ha (L. Kolleks Erben, 76,40 ha). Josef Neufingerl, Pächter des Gasthauses.

Nr. 5 „Jungrichter" Franz Pistauer, 30,00 ha (Paul Eigl, 38,10 ha).

Nr. 6 „Böhm" Franz Eigl, 29,90 ha (Franz Eigl, 28,90 ha). „Breinößl" Jakob Hably, 21,00 ha (Mathias Hably, 39,00 ha).

Nr. 8 „Kunschak" Martin Kunschak, 28,00 ha (Martin Kunschak, 28,00 ha).

Nr. 9 „Rinagl" Josef Neubauer, 31,00 ha (Josef Neubauer, 30,10 ha).

Nr. 10 „Pfoffhansl" Philipp Hably, 31,00 ha (Jakob Hably, 28,00 ha).

Nr. 11 „Finkl" Paul Hably, 21,00 ha (Franz Hably, 28,00 ha).

Nr. 12 „Breinößl-Schneider" Johann Pauser (Johann Pauser).

Nr. 13 „Schimko" Franz Lewold, 44,00 ha (Franz Lewold, 40,10 ha).

Nr. 14 (Franz Prakesch, 8,00 ha).

Nr. 15 „Schwammenhöfer" Josef Kuntscher, 1,55 ha (Josef Kuntscher).

Nr. 16 Raimund Röder (Paul Röder).

Nr. 17 „Krautschneider" Jakob Mikschi, 1,76 ha (Jakob Mikschi).

Nr. 18 Hirthaus.

Nr. 19 „Leinwandweber" Franz Göth, 3,30 ha (Theresia Göth, 3,30 ha).

Nr. 20 Franz Mikschi (Franz Mikschi).

Nr. 21 „Weber" Johann Biedermann (Martin Biedermann).

Nr. 22 „Augustin" Elisabeth Ripper, 22,00 ha (Johann Ripper, 21,00 ha).

Nr. 23 Anton Mifka, 14,00 ha (Anton Mifka, 16,40 ha).

Nr. 24 Anna Neufingerl, 27,00 ha (Anna Neufingerl, 27,80 ha).

Nr. 25 „Kasper" Jakob Kunschak, 31,90 ha (Jakob Kunschak, 31,90 ha).

Nr. 26 Johann Steinhauer, 2,15 ha (Gemeindegasthaus).

Nr. 27 „Greger" Johann Neufingerl, 1,76 ha (Franz Neufingerl).

Nr. 28 „Puls" Martin Hably, 29,00 ha (Jakob Hably, 32,20 ha).

Nr. 29 Franz Folkmer, 2,15 ha (Franz Folkmer).

Nr. 30 (Anton Mifka).

Nr. 31 „Tischler“ Paul Röder, 0,95 ha (Mathias Neufingerl).

Nr. 32 „Bachmann" Josef Röder, 0,76 ha (Paul Neufingerl).

Nr. 33 „Neubauer" Katharina Eigl, 33,00 ha (Andreas Eigl, 41,90 ha).

Nr. 34 (Franz Steinhauer).

Nr. 35 Mathias Spazal (Spazal).

Nr. 36 „Altrichter" Johann Schmidt, 18,00 ha (Franz Schmidt, 17,90 ha).

Nr. 37 (Martin Kunschak).

Nr. 38 „Schimko-Stübl" (Franz Lewold).

Nr. 39 „Kalauer" (Jakob Steffi).

Nr. 40 „Kasten" Franz Pollak, 2,15 ha (Johann Kaderschabek).

Nr. 42 „Zimmermann" Franz Pitzal, 3,85 ha (Mathias Pitzal, 3,20 ha).

Nr. 43 Schule.

Nr. 44 Karl Ripper, Kaufmann.

Nr. 45 Josef Resek, 0,15 ha.

Nr. 46 Alois Folkmer, 1,91 ha.

Nr. 47 Jakob Ruschka, 0,80 ha.

Nr. 48 Jakob Göth, Johann Lang, Laurenz Patry und Paula Schoula.

Gemeindebesitz 17,20 ha. Die Gemarkungsfläche umfasst 652,96 ha. —

Willenz als selbstständige Gemeinde hatte 1939 elf deutsche Gemeinderäte und einen tschechischen. Die Schule, Pfarre und Post waren im Ort, die nächste Bahnstation war in Iglau und die zuständige Gendarmerie war in Stannern.

Die Kirche von Wilenz ist alt, sie hat ein altes Presbyterium, das wie eine gotische Kapelle aussieht und ein neueres Schiff mit Rohrdecke. Von den drei Altären sind zwei mit Bildern des bekannten Iglauers Steiner, der Hofmaler Maria Theresias war, geziert (Kreuzabnahme, Johannes der Täufer). Zu den zwei alten Glocken aus den Jahren 1505 und 1545 kam eine neue, eine Stiftung von Katharina Lang aus Lutschen zum Andenken an ihren im Weltkriege verlorenen Gatten.

Auch die Schule ist alt, seit wann sie besteht, ist nicht bekannt, jedenfalls wurde schon 1785 unterrichtet. Der erste bekannte Schulleiter war Leopold Köttner, der von 1785 Schulgehilfe, dann 1793—1823 Schulleiter war.

Früher wurde auch bei Wilenz Bergbau betrieben. Eine Mutung aus dem Jahr 1577 lautet: „Gregor Kürschner muet und begert ein perekwerch auf dem Wilantzer gepurg auf ein quartal. Actum umb 16 uhr vor mittag im 77 jähr, den 8. Jannuary". Der Rechtszug von Wilenz ging nach Iglau. Ein Spruch des Oberhofes Iglau aus dem 14. Jahrhundert, „kegen dem Wylancz" geteilt ist, erhalten. In diesem heißt es, dass die Aussteuer eines Kindes zugleich eine Abfindung des ausgesteuerten Kindes von allen Ansprüchen auf die künftige väterliche Hinterlassenschaft in sich enthalte („dy bestatten kynder haben mit den vnbestatten nicht erbtayl").

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Willenz“ nennt der Kalender 43 Häuser und 351 Einwohner. Als Gemeindevorsteher erscheint Jakob Hable. Die zweiklassige Schule leitete Oberlehrer Theodor Hirth, der zugleich als Obmann des Vereins der deutschen Lehrer des Iglauer Landbezirks genannt wird. Feuerwehrhauptmann war laut Verzeichnis Math. Schimko. Der Ort besaß eine Postbriefsammelstelle.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

Bisheriger Websitebeitrag

Quellen zu diesem Beitrag →

Menschen vor Gericht

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