Nicht ganz drei Kilometer von Polna entfernt liegt Neuhof. Die Siedlung wird 1493 „Newhöffen" (sprich Neuhoffen) genannt, führt zu Beginn des 17. Jahrhunderts den Namen „Neyhoff", 1657 „Neuhoff". In der Zeit, in der in Böhmen alle amtlichen Schriften tschechisch geführt werden mussten, hieß sie (so 1562, 1596) Nowe dwory. Der Name geht vielleicht darauf zurück, dass hier früher ein anderer Hof, „Eierhof", gestanden ist. Er lag später wüst. So heißt es 1536 von einem wüsten Eierhof bei den neuen Höfen („pfi nowych dworzych"). Nach dem Eierhof werden also wohl die neuen Höfe entstanden sein. So entwickelte sich der Ortsname Neuhof.
Im Jahr 1440 (Donnerstag vor Andreas) hören wir von einem Peter Talassus von Neuhof und dass das Dorf früher zur Stadt Iglau gehört hat. Später erscheint es im Besitz des Adelsgeschlechtes der Trczka von Lipnitz. 1493 verbrieften Niklas der ältere und jüngere Trczka die Rechte von Newhöffen. Im Jahr 1562 verkaufte Jaroslaus Trczka von Lipnitz, Herr auf Neu-Jenikau, seine öden Gründe in Neuhof um 441/2 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) Groschen. Im Jahr 1596 kamen die ganzen Trczkaschen Güter von Stecken bis zur Igla an die Stadt Iglau und damit auch Neuhof. Nach einer Zinsliste aus dem Jahr 1604 hatte „Neyhoff" damals zu Georgi 8 Schock 24 Groschen und zu Galli den gleichen Betrag an die Grundherrschaft (Herrschaft über Land und die davon abhängigen Bauern) abzuführen. Neuhof blieb aber kein Menschenalter bei Iglau. Im Dreißigjährigen Krieg kam es mit Schrittenz (siehe dort) an den Kaiserrichter Heidler von Bukau.
Im Jahr 1604 werden folgende Neuhöfer genannt: Lorentz Verherntl, Heltzl, Krerich, Freihendl, Libschick. Von diesen hat sich bis heute Libschick als Familienname (
Nr. 19) und als Hausname (
Nr. 11) erhalten. Hölzl ist heute noch der Hausname von
Nr. 17 und der Hausname Röhrich (
Nr. 5) geht wohl auf den alten Personennamen Krerich zurück. Im Jahre 1604 wird bei der Neuhöfer Zinsleistung auch ein „Pritz" genannt, vielleicht ein Vorläufer derer, die dem Hause
Nr. 3 den jetzigen Hausnamen „Pritsch" gegeben haben.
1924 zählte das Dorf 34 Hausnummern gegen 20 im Jahr 1787 und 27 im Jahr 1835. 1945:
Nr. 1 „Schneider" Johann Schlicksbier, 5,00 ha (Johann Schlicksbier, 3,00 ha).
Nr. 2 „Schmieds Häusl" Johann Niebier, 4,00 ha (Franz Smilowsky, 3,00 ha).
Nr. 3 „Pritsch" Franz Friedl, 3,00 ha (Franz Friedl, 3,00 ha).
Nr. 4 „Wirt" Franz Niebier, 30,00 ha (Johann Niebier, 30,00 ha).
Nr. 5 „Röhrich" Franz Mokry, 6,00 ha (Anna Neubauer, 6,00 ha).
Nr. 6 „Altrichter" Franz Sipek, Tscheche (Jan Docek, 28,00 ha).
Nr. 7 „Firndl" Nepustil, Tscheche (Johann Landa, 20,00 ha).
Nr. 8 „Proksch" (Franz Caloud, 32,00 ha).
Nr. 9 „Joksch" (Method Landa, 9,00 ha).
Nr. 10 „Rongaschneider" Johann Wendl, 5,00 ha (Johann Wendl, 2,50 ha).
Nr. 11 „Lipschik" Josef Kölbl, 32,00 ha (Anton Kölbl, 34,00 ha).
Nr. 12 „Fresser" Johann Bratrschofsky, 28,00 ha (Johann Bratrschofsky, 24,00 ha).
Nr. 13 Gemeindehaus.
Nr. 14 „Juini" Franz Lang, 30,00 ha (Franz Lang, 30,00 ha).
Nr. 15 „Friedl" Josef Friedl, 30,00 ha (Marie Friedl, 29,00 ha).
Nr. 16 „Ramseitl" Johann Friedl, 31,00 ha (Marie Friedl, 31,00 ha).
Nr. 17 „Hölzl" Johann Grödl, 32,00 ha (Johann Grödl, 32,00 ha).
Nr. 18 „Neuhäusl" Rudolf Landa, Tscheche (Rudolf Landa, 4,50 ha).
Nr. 19 „Josef Libschik", 4,00 ha (Josef Libschik, 2,00 ha).
Nr. 20 „Neuwirt" Magdalena Nowak, 9,00 ha (Mathias Nowak, 9,00 ha).
Nr. 21 „Alte Schule" Josef
Friedl (Franz Zupnikl).
Nr. 22 „Paserker" Anna Neubauer, 3,00 ha (Johann Neubauer, 3,00 ha).
Nr. 23 „Womela" Mathias Womela, 1,00 ha (Mathias Womela).
Nr. 24 „Hons" Franz Mokry, 10,00 ha (Franz Niebier, 9,00 ha).
Nr. 25 „Hauser" Mathias Duffek, 5,00 ha (Mathias Duffek, 5,00 ha).
Nr. 26 „Röhrihäusl" Wenzl Friedl, 4,00 ha (Wenzl Friedl, 2,50 ha).
Nr. 27 „Juinihäusl" Wenzl Lang, 8,00 ha (Wenzl Lang, 6,00 ha).
Nr. 28 „Gossnhäusl" Johann Kölbl, 6,00 ha (Johann Kölbl, 4,00 ha).
Nr. 29 „Wächterhäusl" (Karl Suchanek).
Nr. 30 „Hauserschuster" Johann Czepl, 10,00 ha (Johann Czepl, 6,00 ha).
Nr. 31 „Stodlhäusl" Franziska Reznik, 6,00 ha (Franz Reznik, 4,00 ha).
Nr. 32 „Wenzihäusl" Wenzl Friedl, 5,00 ha (Wenzl Friedl, 5,00 ha).
Nr. 33 Volksschule.
Nr. 34 „Schnied" Josef Prakesch, 6,00 ha (Josef Waclav, 6,00 ha).
Nr. 35 Franz Libschik, Tscheche. Das neue Schulgebäude,
Nr. 33, wurde im Jahre 1890 erbaut.
Neuhof war eine selbstständige Gemeinde, 1939 mit neun deutschen und drei tschechischen Gemeinderäten. Die Schule war im Ort, Die Pfarre und die Post war für Neuhof in Schlappenz, die Bahnstation in Bargersdorf und die Gendarmerie in Deutsch-Schützendorf.
