Die Iglauer SprachinselGeschichte bewahren · Zusammenhänge verstehen
DeutschČeština
Orte & Dörfer

Jesau Ježená

Zeitreise durch Jesau Ježená

Wähle eine Zeit. Die Stationen führen zu den vollständigen Stellen im Ortsbeitrag.

Bild aus dem Ortsbeitrag
Bild aus dem Ortsbeitrag
  1. 1390Bis 1499

    Im Jahr 1390 hören wir von einem Teich zwischen „Gezena" und Rothneustift, vielleicht dem heutigen Marschauer Teich („piscina exstruenda inter villas Zbylyd et Gezena").

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
  2. 15961500–1799

    Im Jahr 1596 verkaufte Wilhelm von Trczka das Land von Jesau bis zur Igla an die Stadt Iglau.

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
  3. 18481800–1918

    Erst im Jahr 1848 endeten die Iglauer obrigkeitlichen Rechte.

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
  4. 19391919–1945

    Jesau ist eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 fünf deutsche und sieben tschechische Gemeinderäte.

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
Ortsgeschichte

Jesau

Das Dorf war früher Besitz des Seelauer Klosters, das von deutschen Mönchen gegründet wurde und reichen Besitz hatte, der sich von der Stätte des Klosters bis zum Igelflusse erstreckte. „Jezena" unterstand dem Richter von Deutsch-Gießhübel. In den Wirren der Hussitenzeit geriet das Klostergut an das Geschlecht der Trczka, denen auch Lipnitz gehörte. Im Jahr 1596 verkaufte Wilhelm von Trczka das Land von Jesau bis zur Igla an die Stadt Iglau. So war auch Jesau zu den Iglauer Stadtgütern gekommen und es blieb beim „Gütl", als die Stadt 1625 den Schrittenzer Teil seines böhmischen Gutes verkaufen musste. Erst im Jahr 1848 endeten die Iglauer obrigkeitlichen Rechte.

Jesau wurde 1226 „Jesena" genannt, 1359 „Jezena". Im Jahr 1390 hören wir von einem Teich zwischen „Gezena" und Rothneustift, vielleicht dem heutigen Marschauer Teich („piscina exstruenda inter villas Zbylyd et Gezena"). In Besitzschriftstücken wird Jesau (Jezene, Gezene) wiederholt im 15. Jahrhundert erwähnt, im Jahr 1437 unter den Seelauer Gerechtsamen drei Untertanen (Menschen, die einer Grundherrschaft oder einem Landesherrn unterstanden) im Dorf. Beim Namen wäre an den altdeutschen Stamm Gese, Jese, (vgl. Förstemann, altdeutsches Namenbuch II 1625, 574, Grimm, deutsches Wörterbuch IV/2, 4107) oder an den deutschen Stamm jaz (Förstemann II. 862, vgl. Jezi, Jezendorf) zu denken oder an das slawische jesen = Esche (Miklosich, XXIII, 175). Seit dem 17. Jahrhundert ist die Schreibart: „Jesau, Gesau, Jesaw, Gessaw, Jessau, Gesaw, Jesßau, Jesau". Eine Sage knüpft an die Aussprache im Volksmunde „Jia-sau" an und deutet den Namen als „jenseits“ (jia-seits). Eine Schreibform vom Jahr 1660 lautet auch „Jeysaw" (w = u).

Die Bauern hatten an die Grundherrschaft (Herrschaft über Land und die davon abhängigen Bauern) verschiedene Zinsen und Abgaben zu entrichten. 1604 hatte Jesau zu Georgi und Galli einen Dorfzins von je 9 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) 3 Groschen abzuliefern, im Jahr 1606 betrugen beide Zinse zusammen 18 Schock 6 Groschen und 36 Groschen das Weihnachtsgeld, ferner das Zappengeid für 14 Fässer Bier 3 Schock 30 Groschen. Im Jahr 1625 war bloß 5 Schock Georgizins. Der Ort hatte durch den Beginn des Dreißigjährigen Krieges und die Vertreibung der Evangelischen gelitten, 1630 wurden nur 9 Untertanen gezählt, gegen 15 vorher. Die zwei Zinse machten damals je 6 Schock 27 Groschen aus. 1636 war der Betrag an Dorfzins zu beiden Fristen und Weihnachtsgeld 17 Schock 44 Groschen 6 Denare (Denare, kleine historische Münzeinheiten), im Jahr 1650 der Georgi- und Gallizins je 7 Schock 22 Groschen 4 Denare und das Weihnachtsgeld 42 Groschen, daher insgesamt 15 Schock 27 Groschen 2 Denare.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts betrug der Hauszins von Jesau jährlich 14 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) 28 kr. (Kreuzer, eine kleinere historische Geldeinheit), der Gespunstzins 46 kr., der Zehent (eine Abgabe, die häufig den zehnten Teil der Ernte ausmachte) 17 kr. und ferner waren 6 Hühner zu liefern. An Naturalrobot hatten zu leisten: acht Bauern viermal in der Woche dreispännige Zugrobot, das waren 1664 Tage im Jahr, drei Bauern viermal wöchentlich zweispännige Zugrobot, das waren 624 Tage im Jahr und 208

Handrobottage. Hundert Jahre später, als 1849 die Robot (unbezahlte Pflichtarbeit für den Grundherrn) auf Hans Kudlichs Betreiben beseitigt wurde, hatte Jesau 468 einspännige, 1248 zweispännige Zugrobottage und 286 Handrobottage. Hiefür betrug das Ablösungskapital 700 fl. C. M. (Gulden in Conventionsmünze, einem historischen Währungsstandard)

Alte Jesauer Namen waren: 1554 in einem tschechischen Urbar (ein Verzeichnis von Grundbesitz und den dazugehörigen Abgaben): Seytt Ssassek, Gira Ssid, Anderle Mlinarz (Müller), Jan Krczmarz, Motu, Sstiepan, Paul Hanßl, Andreß, Paul Halak, Gottl Ryerssh, Wondra Praziak. 1615: Schreykho, Christoff Lauffer. 1629: Rschiho, Goschickh, Wilhelm, Martin Halack, Farsack, Wentz Halack. 1654: Mathes Kampl, And. Wurssak, W. Halak, Joh. Weber, Bart. Leütman, Dor. Cholschik, Marus Holak, Rzepskowsky, Stef. Walenda, Mat. Daumkorb, Wilhelm Leütman, Martin Ssramel, Bart. Mlynarcz, G. Mauzer. 1675 war an Stelle von Kampl: Thomas Feldtgraß, von Wurssak nun Steffan Friedl, von Halak nun Salomon Hukau, von Cholschik nun Jakob Sswarcz, von Holak nun M. Feldgraß, von Walenda nun W. Zemanek, von Wilhelm Leütman nun Barthl Leütman, von Martin Ssramel nun Peter Vkhauf f, statt des Müllers Bartl nun W. friauff.

Die in der tschechischen Schrift genannten Rzepskowsky, Daumkorb, Mauzer waren 1675 öd. 1754: Wentz Frühauff, Johann Leyteman, Paul Eügl, Johann Seeman, Andres Seeman. 1766: Andres Pollierer, Jacob Semany, Georg Kremser, Lorentz Patry, Andres Leidemann, Andres Frühauff, Martin Semany, Johann Schramel, Martin Huckauff, Georg Semany, Johann Leidemann, Wentz Früauff, Jacob Kherber.

Im Jahr 1778 war folgende Besitzverteilung:

Nr. 1 Müchel Früauf 32 M 9s/4 mß.

Nr. 2 Mathes Kreuatsch 206 M 7V2 mß.

Nr. 3 „Auf Gemein Grund eine Chaluppen".

Nr. 3 A „Eben eine Chaluppen auf Gemein Grundt".

Nr. 4 Johann Früauf 76 M 274 mß.

Nr. 6 „Gemein Hürtenhauß".

Nr. 7 „Dem Andres Körber gehörige Chaluppen".

Nr. 10 Johann Seemann 75 M 103At mß.

Nr. 11 Mathes Eigl 141 M 6V4 mß.

Nr. 12 „Chaluppen auf Gemein Grundt".

Nr. 13 Martin Hukauf 199 M 15 mß.

Nr. 14 „Eine zu

Nr. 15 gehörige Chaluppen".

Nr. 15 Jacob Seeman 108 M 12V4 mß.

Nr. 16 Martin Schraml 108 M 3V4 mß.

Nr. 17 Andres Schober 108 M 153At mß.

Nr. 18 „Chaluppen" zu

Nr. 19 gehörig.

Nr. 19 Anton Müller 125 M 3V2 mß.

Nr. 20 Martin Leideman 58 M 53/4 mß. Gemeindebesitz 13 M 3V4 mß und obrigkeitlicher Gemeindegrund 7 M 7 mß. Zusammen 1433 M IV2 mß.

Bei

Nr. 11 bestand früher eine Pottaschenerzeugung. Sie wurde 1880 aufgelassen. In demselben Haus war 1855 bis 1878 eine Spiritusbrennerei, sodann 1878—1922 eine Stärkerei. Letztere ist 1922 abgebrannt. — Jesau hat alte Mühlen, die schon im 17. Jahrh. Erwähnung finden. 1925 sind drei:

Nr. 1 Mühle und Brettsäge,

Nr. 4 Mahlmühle und

Nr. 11 eine Hausmahlmühle mit Schindelmaschine und Knochenstampfe für den Wirtschaftsbedarf.

1945 (in Klammern 1924) weist das Gemeindekataster folgende Besitzverhältnisse aus:

Nr. 1 „Frühafmühl" (Josef Hlawacek, 11,00 ha, Tscheche).

Nr. 2 „Polierer" Wenzl Eigl, 60,00 ha (Wenzl Eigl, 53,00 ha).

Nr. 3 „Schousterhäusl" Johann Polierer, 9,00 ha (Johann Polierer, 3,04 ha).

Nr. 4 „Morkas-Mühle" Wenzl Huckauf, 13,00 ha (Lenz Huckauf, 13,40 ha).

Nr. 5 „Morkasn-Häusl" Johann Müller, 11,10 ha (Johann Müller, 11,20 ha).

Nr. 6 Gemeindebesitz.

Nr. 7 „Wolfn-Häusl" gehört zu Hs.

Nr. 11.

Nr. 8 „Wirtshaus" Johann Eigl, 9,00 ha (Wenzl Eigl, 40,00 ha). Nr. (früher Schmiede, um 1890 verfallen).

Nr. 10 „Maurer" Wenzl Körber, 25,00 ha (Wenzl Körber, 35,20 ha).

Nr. 11 „Kuderna"

Andreas Eigl, 75,87 ha (Wenzl Eigl, 60,00 ha).

Nr. 12 „Petern-Häusl" (Josef Staßny, 3,00 ha).

Nr. 13 „Peter" bis 1921 deutsche Schule.

Nr. 14 und 15 „Semany-Häusl" Franz Müller, 20,00 ha (Franz Müller, 34,00 ha).

Nr. 16 „Greger" (Alois Bina, 38,20 ha, Tscheche).

Nr. 17 „Morkas" (Anton Müller, 35,60 ha).

Nr. 18 gehört zu Hs.

Nr. 17.

Nr. 19 „Funk" Johann Müller, 53,00 ha (Johann Müller, 57,60 ha).

Nr. 20 „Körber" (W. Novak, 15,60 ha, Tscheche).

Nr. 21 „Wenzali" Johann Huckauf (Wenzl Huckauf, 1,70 ha).

Nr. 23 „Kostner- Häusl" (Th. Novak, 2,20 ha, Tscheche).

Nr. 24 „Tomes-Häusl" Franz Neubauer, 7,50 ha (Franz Neubauer, 4,60 ha).

Nr. 25 „Kostn" (v. Svikovsky, 1,60 ha, Tscheche). Früher Gemeinde-Schüttkasten, dann Kretzlwirtshaus.

Nr. 26 „Funkn-Häusl" Josef Müller, 7,25 ha (Jakob Müller, 7,25 ha).

Nr. 27 bis 32 Neubauten 1920/21.

Nr. 36 Franz Eigl, 6,50 ha. — Die Gemarkungsfläche beträgt 446 ha.

Jesau ist eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 fünf deutsche und sieben tschechische Gemeinderäte. Die Schule war im Ort, Pfarre, Post und Gendarmerie in Deutsch-Gießhübel und die Bahnstation war in Fußdorf.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Jesau“ führt der Kalender den Ort als zu Steindorf gehörig auf und nennt 26 Häuser und 230 Einwohner. Als Gemeindevorsteher erscheint Wenzel Eigl, als Ortsräte Franz Körber und Josef Hlavaček. Schule war Steindorf. Wenzel Eigl und Jakob Urban werden als Gastwirte, Wenzel Eigl außerdem als Stärkeerzeuger genannt. Die Religionszahlen der Vorlage sind widersprüchlich und werden deshalb hier nicht übernommen.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

Bisheriger Websitebeitrag

Jesau

Das Dorf war in alter Zeit Besitz des Seelauer Klosters, welches von deutschen Mönchen gegründet wurde und reichen Besitz hatte, der sich von der Stätte des Klosters bis zum Igelflusse erstreckte. ,,Jezena" unterstand dem Richter von Deutsch-Gießhübel. In den Wirren der Hussitenzeit geriet das JessauKlostergut an das Geschlecht der Trczka, denen auch Lipnitz gehörte. Im Jahr 1596 verkaufte Wilhelm von Trczka das Land von Jesau bis zur Igla an die Stadt lglau. So war auch Jesau zu den Iglauer Stadtgütern gekommen und es blieb beim ,,Gütl", als die Stadt 1625 den Schrittenzer Teil seines böhmischen Gutes verkaufen mußte. Erst im Jahr 1848 endeten die Iglauer obrigkeitlichenRechte. Jesau wurde 1226 ,,Jesena genannt, 1359 ,,Jezena". Im Jahr 1390 hören wir von einem Teich zwischen ,,Gezena' und Rothneustift, vielleicht dem heu-tigen Marschauer Teich (,,piscina exstruenda inter villas Zbylyd et Gezena"). In Besitzschriftstücken wird Jesau (Jezene, Gezene) wiederholt im 15 Jahr-hundert erwähnt, im Jahr 1437 unter den Seelauer Gerechtsamen drei Untertanen im Dorfe. Beim Namen wäre an den altdeutschen Stamm Oese, Jese, (vergl. Förstemann, altdeutsches Namenbuch II 1625, 574, Grimm, deutsches Wörterbuch IV/2, 4107) oder an den deutschen Stamm jaz (Förstemann II.862, vergl. Jezi, Jezendorf) zu denken oder an das slawische jesen = Esche (Miklosich, XXIII, 175). Seit dem 17. Jahrhundert ist die Schreibart: ,,Jesau,Gesau, Jesaw, Gessaw, Jessau, Gesaw, Jesßau, Jesau". Eine Sage knüpft an die Aussprache im Volksrnunde ,,Jia-sau" an und erklärt die Ortslage als jenseits' (jia-seits).
Eine Schreibform vom Jahre 1660 lautet auch ,,Jevsaw" (w=U).

Die Bauern hatten an die Grundherrschaft verschiedene Zinsen und Abgaben zu entrichten. 1604 hatte Jesau zu Georgi und Galli einen Dorfzins von je 9 Schock 3 Groschen abzuliefern, im Jahr 1606 betrugen beide Zinse wieder zusammen 18 Schock 6 Groschen und 36 Groschen das Weihnachtsgeld, ferner das Zappengeld für 14 Fässer Bier 3 Schock 30 Groschen. Im Jahr 1625 war bloß 5 Schock Georgizins. Der Ort hatte durch den Beginn des Dreißigjährigen Krieges und die Vertreibung der Evangelischen gelitten, 1630 wurden nur 9 Untertanen gezählt, gegen 15 zuvor. Die zwei Zinse machten damals je 8 Sdiock 27 Groschen aus. 1636 war der Betrag an Dorfzins zu beiden Fristen und Weihnachtsgeld 17 Schock 44 Groschen 6 Denare, im Jahr 1650 der Georgi- und Gallizins je 7 Schock 22 Groschen 4 Denare und das Weihnachtsgeld 42 Groschen, daher insgesamt 15 Schock 27 Groschen 2 Denar (Denar, eine kleine historische Münzeinheit). Um die Mitte des 18. Jahrhunderts betrug der Hauszins von Jesau jährlich 14 fl. 28 kr., der Gespunstzins 46 kr., der Zehent 17 kr. und ferner waren 6 Hühner zu liefern. An Naturalrobot hatten zu leisten: acht Bauern viermal in der Woche dreispännige Zugrobot, das waren 1664 Tage im Jahre, drei Bauern viermal wöchentiich zweispännige Zugrobot, das waren 624 Tage im Jahr und 208
Handrobottage. Hundert Jahre später, als 1849 die Robot auf Hans Kudlichs Betreiben beseitigt wurde, hatte Jesau 468 einspännige, 1248 zweispännige Zugrobottage und 286 Handrobottage. Hiefür betrug das Ablösungskapital 700 fl. C. M.
Alte Jesauer Namen waren: 1554 in einem tschechischen Urbar: Seytt Ssassek, Gira Ssid, Anderle Mlinarz (Müller), Jan Krczmarz, Mott, Sstiepan, Paul Hanßl, Andreß, Paul Halak, Gottl Ryerssh, Wondra Praziak
1615:Schreykho, Christoff Lauffer. 1629: Rschibo, Goschickh, Wilhelm, Martin, Halack, Farsack, Wentz Halack,. 1654: Mathes Kampl, And. Wurssak, W. Halak, Joh. Weber, Bart. Leütman, Dor, Cholschik, Marus Holak, Rzepskowsky, Stef Walenda, Mat. Daumkorb, Wilhelm Leütman, Martin Ssramel, Bart. Mlynarcz, G. Mauzer. 1675 war an Stelle von Kampl: Thomas Feldtgraß, von Wurssak nun Steffan Friedl, von Halak nun Salomon Hukau, von Cholschik nun Jakob Sswarcz, von Holak nun M. Feldgraß, von Walenda nun W. Zemanek, von Wilhelm Leütman nun Barthl Leütman, von Martin Ssramel nun Peter Vkhauff, statt des Müllers Bartl nun W. friauff. Die in der tschechischen Schrift genannten Rzepskowsky, Daumkorb, Mauzer waren 1675 öd. 1754: Wentz Frühauff, Johann Leyteman, Paul Eügl, Johann Seeman, Andres Seeman.
1766: Andres Pollierer, Jacob Semany, Georg Kremser, Lorentz Patry, Andres Leidemann, Andres Frühauff' , Martin Semany, Johann Schramel, Martin Huckauff, Georg Semany, Johann Leidemann, Wentz Früauff', Jacob Kherber.
Im Jahr 1778 war folgende Besitzverteilung: Nr.1 Müchel Früauf 32 M 9 3/4 mß, Nr.2 Mathes Kreuatsch 206 M 71/2 mß. Nr.3 ,,Auf Gemein Grund eine Chaluppen". Nr.3 A ,,Eben eine Chaluppen auf Gemein Grundt". Nr.4 Johann Früauf 76 M 21/4 mß.. Nr.6 ,,Gemein Hürtenhauß". Nr.7 ,,Dem Andres Körber gehörige Chaluppen". Nr.10 Johann Seemann 75 M l0 3/4 mß. Nr.11 Mathes Eigl 141 M 61,14 mß,. Nr.12 ,,Chaluppen auf Gemein Grundt". Nr.13 Martin Hukauf 199 M 15 mß. Nr.14 ,,Eine zu Nr.15 gehörige Chaluppen". Nr.15 Jacob Seeman 108 M 12 1/4 mßl. Nr. 16 Martin Schraml 108 M 3 1/4 mil. Nr.17 Andres Schober 108 M 15 3/4 mß. Nr.18 ,,Chaluppen" zu Nr.19 gehörig. Nr.19 Anton Müller 125 M 3 1/2 mß. Nr.20 Martin Leideman 58 M 5 3/4 mß. Gemeindebesitz 13 M 3 1/4 mß und obrigkeitlicher Gemeindegrund 7 M 7 mß. Zusammen 1433 M 1 1/2 mß.

Bei Nr.11 bestand früher eine Pottaschenerzeugung. Sie wurde 1880 aufgelassen. In demselben Haus war 1855 bis 1878 eine Spiritusbrennerei, danach 1878 -1922 eine Stärkerei. Letztere ist 1922 abgebrannt. - Jesau hat alte Mühlen, die schon im 17. Jahrh. Erwähnung finden.
1925 werden drei Mühlen betrieben: Nr.1Mühle und Brettsäge, Nr.4 Mahlmühle und Nr.11 eine Hausmahlmühle mit Schindelmaschine und Knochenstampfe für den Wirtschaftsbedarf.

Jesau war eine selbständige Gemeinde und hatte 1939 fünf deutsche und sieben tschechische Gemeinderäte. Die Schule war im Ort, Pfarre, Post sowie die Gendarmerie in Deutsch-Gießhübel zur Bahnstation mußte man nach Fußdorf.

zurück zu Karte

Quellen zu diesem Beitrag →