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Illemnik Jilemník

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Karte der Iglauer Sprachinsel
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  1. 1278Bis 1499

    Die Lichtenburger, ein angesehenes Adelsgeschlecht, das aus der Lausitz stammte, und eine Burg, die Lichtenburg, am Südwestabhange des böhmischen Eisengebirges hatte, waren die Herren von Deutschbrod, dem sie 1278 ein dem Iglauer Rechte entnommenes Berg- und Stadtrecht verliehen.

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  2. 15301500–1799

    Im 14. Jahrhundert kam sie als Lehen (Land oder ein Recht, das ein Herr einem anderen gegen bestimmte Pflichten überließ) an ein Rittergeschlecht von Ronovec. Im Jahr 1469 wurde sie von König Georg von Podebrad erstürmt und ihr damaliger Besitzer Wenzl von Biberstein gefangen. Im 16. Jahrhundert erscheint sie im Besitz des Burggrafen Hynek Haugwiz von Biskupiz und wurde 1530 in ein freies Allodialgut …

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  3. 19391919–1945

    1939 wurde die Gemeinde von sechs deutschen und sechs tschechischen Gemeinderäten geführt.

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Ortsgeschichte

Illemnik

Nicht weit vom Dorf Illemnik dehnt sich ein großer Wald, dessen Name „Sommerwald" an die Zeit erinnert, in der hier die Sommerburg der Lichtenburger stand. Nur mehr schwache Reste und die Flurnamen hrad und nahrade lassen ihren Standort erkennen. Die Lichtenburger, ein angesehenes Adelsgeschlecht, das aus der Lausitz stammte, und eine Burg, die Lichtenburg, am Südwestabhange des böhmischen Eisengebirges hatte, waren die Herren von Deutschbrod, dem sie 1278 ein dem Iglauer Rechte entnommenes Berg- und Stadtrecht verliehen. Weithin dehnte sich ihr Besitz von der Umgebung der Stadt Deutschbrod südwärts über Schlappenz, Smilau nach Hilbersdorf, nordwärts nach Chotiebof, von Scheibeidorf über Przibyslau, in dessen Nähe die Lichtenburger die Burg Ronau (Ronow) erbauten, deren Ruinen noch heute stehen. Smilo von Lichtenburg ließ im 13. Jahrhundert die „Sommerburg“ bei Illemnik als Sommersitz errichten.

Im 14. Jahrhundert kam sie als Lehen (Land oder ein Recht, das ein Herr einem anderen gegen bestimmte Pflichten überließ) an ein Rittergeschlecht von Ronovec. Im Jahr 1469 wurde sie von König Georg von Podebrad erstürmt und ihr damaliger Besitzer Wenzl von Biberstein gefangen. Im 16. Jahrhundert erscheint sie im Besitz des Burggrafen Hynek Haugwiz von Biskupiz und wurde 1530 in ein freies Allodialgut umgewandelt. 1554 lag die Burg aber schon in Trümmern.

Die Lichtenburger, die in der Geschichte Böhmens und Mährens eine große Rolle spielten und die höchsten Landesämter innehatten, wurden von dem verwandten Geschlecht von der Leipen (Lipa) beerbt. Lichtenburgisch war auch der Grund des heutigen Frauentals, wo 1265 ein Zisterzienserinnenkloster erstand, während vorher der Deutsche Ritterorden hier tätig war. Mit dem Geschicke des nahen Frauentals war auch das von Illemnik verknüpft.

In der Mitte des 14. Jahrhunderts werden in Frauentaler Zinslisten folgende Illemniker genannt: Jöhel Grcz, Nickusch Pachmann, Baygl, Rebl, Hensl, Bergl, Hersch, Vidua (eine Witwe), Slintfax, Francz.

Illemnik, im 14. Jahrhundert Ilmik genannt, also ein Ulmendorf (Ilme = Ulm), soll nach der Überlieferung im Dreißigjährigen Krieg viel gelitten haben.

Im Jahr 1787 hatte Illemnik, auch Gilemnik geheißen, 21 Hausnummern. Es gehörte zur Frauentaler Herrschaft.

1945 (in Klammern 1924) sind folgende deutsche Besitzer verzeichnet:

Nr. 1 „Veit" (Franz Soucek, 34,14 ha).

Nr. 2 „Mattl" (Franz Mottl, 21,70 ha).

Nr. 3 „Heuschneider" (Wenzl Hart, 0,82 ha).

Nr. 4 (Johann Jefabek, 0,59 ha und Marie Mischta, 0,56 ha).

Nr. 5 „Schmied" (Mathias Rasl, 7,45 ha).

Nr. 6 (Wenzl Rasl, 3,70 ha).

Nr. 7 „Neuhäusler" (Elisabeth Rasl, 2,17 ha).

Nr. 9 „Motz" Johann Neubauer, 4,00 ha (Johann Neubauer, 2,72 ha).

Nr. 10 „Fronz" Wenzl Franz, 52,00 ha (Mathias Franz, 51,20 ha). Der Name Franz erscheint bereits im Illemniker Zinsregister aus der Mitte des 14. Jahrh.

Nr. 11 „Boten" Heinz Slama, Schmied (Wenzl Slama, 1,16 ha).

Nr. 12 „Stef" (Alois Sobotka, 1,14 ha).

Nr. 14 „Peru" (Andreas Franz, 3,91 ha).

Nr. 15 „Proksch" Mathias Franz, 19,30 ha (Johann Franz, 19,30 ha).

Nr. 16 „Melcher" Johann Klement, 4,22 ha (Johann Klement, 4,22 ha).

Nr. 17 „Rasl" Josef Zakl, 42,10 ha (Adalbert Rasl, 42,10 ha).

Nr. 18 Schule.

Nr. 19 „Polreich" (Josef Polreich, 26,66 ha).

Nr. 20 „Neubauer" (Alois Patek, 25,95 ha).

Nr. 21 „Benesch" (Mathias Rasl, 30,70 ha).

Nr. 22 Gemeindehaus.

Nr. 23 „Wolf" (Marie Vlcek, 8,80 ha).

Der Ortschaft gehören 14,20 ha. Die Gemarkungsfläche von Illemnik umfasst 292 ha. Illemnik bildet mit Sehrlenz eine Gemeinde. 1939 wurde die Gemeinde von sechs deutschen und sechs tschechischen Gemeinderäten geführt. Die deutsche Schule war in Sehrlenz, die Pfarre in Frauental. Post, Bahnstation und die Gendarmerie waren in Böhm.-Biela.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Illemnik“ nennt der Kalender 22 Häuser und 159 Einwohner; Sehrlenz wird als zugehörig aufgeführt. Als Gemeindevorsteher erscheint Math. Franz aus Sehrlenz. Im Ort bestand eine einklassige Schule als Expositur von Frauenthal. Pfarre, Post- und Telegraphenamt lagen in Frauenthal.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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