Von Iglau steigt die Straße aus dem Tal, in dem der Abfluss der Wasserleitungsteiche zum Lederbach fließt, steil nach Hossau hinauf. Der Ort liegt auf 596 m Höhe.
Hossau heißt in der Schreibform des 14. und 15. Jahrhunderts „Hossaw, hosow, hossow" (der U-Laut wurde damals mit dem Buchstaben „w" geschrieben), später Hosau, Hossau.
Das Dorf gehörte zu Iglau und erscheint bereits 1425 in den Iglauer Losungsregistern. Iglauer Bürger hatten Grundrechte im Orte, so 1465 die Brüder Wazek und Ulrich Zawoziczy.
1476 nannte sich ein Wilhelm von Hossau. Die Iglauer Bürgerfamilie Schönmelzer hatte gleichfalls Besitzrechte. Dorothea Schönmelzer, die Tochter des Johann Schönmelzer, verkaufte sie 1498 an die Stadt Iglau, was 1501 in der Landtafel (ein amtliches Verzeichnis von Besitzrechten) vermerkt wurde und wobei aus den Nutzungen eine „ewige Messe" gestiftet wurde.
Im Jahr 1630, in dem 10 Untertanen (Menschen, die einer Grundherrschaft oder einem Landesherrn unterstanden) gegen 13 in früherer Zeit waren, betrug der Michaeli- und Georgizins des Dorfes je 3 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) 30 Groschen, das Waldgeld 1 Schock 20 Groschen, der Wiesenzins 1 Schock 21 Groschen 3 Denare (Denare, kleine historische Münzeinheiten).
Im Jahr 1425 wurden bei den Losungen 13 Hossauer eingetragen: 1. Cristan, 2. Michel pogner, 3. Niklas Tulkner, 4. Enderl körber, 5. Wencz, 6. Hannus Yohener, 7. Wencz knödl, 8. Michel der Schwiegersohn des Lewpold, 9. Jacobus natus Stephlini (vorher Nikusch korber), 10. Enderl mur, 11. Niki ludweih, 12. Peter knewsl, 13. Wencz molitor. Davon ist Cristan 1430 als Cristan Wencz, 1438 als Cristanus vinczencz, 1442 als Cristanus fencz weiter zu verfolgen. Pogner bis 1438. Auf Tulkener folgte 1428 Hans Nibler, auf diesen 1429 Jekl Colonus, der bis 1442 verfolgbar ist. Enderl ( = Andres) Körber hat 1442 einen Nykl kherber zum Nachfolger.
Im Jahr 1431 wurden eingetragen: Cristan Wencz, Michel pogner, Jekl Colonus, Hanus Nibler, Andres körber, Nikel Ludweik, filius Jeklini Coloni, Wencz knödl, Peter lewpold, Jacob volmaul, Enderl Mur, Peter knewsl, Hlawacz, Wencz molitor = Müller). Also vierzehn, wegen des Sohnes des Jekl Colonus. Im Jahr 1487 erscheinen: Valtan, Enderl felkel, Steffi, Wencz ludwik, Proczl, lewpolt, Schreiner, Nicl Altmann, Thoman, Paul kneisl, Michel kneisl, Lorenncz. Im Jahr 1592:1. Valtan, 2. Behem, 3. Lucksch, 4. Thoman, 5. Gleichsner, 6. Krichlt, 7. Heditzer, 8. Michl, 9. Paul Kneisel, 10. Valtan Pable, 11. Thoman, 12. Gilckhu.
Im Jahr 1616 ebenfalls zwölf: Valtan, Böhm, Lucksch, Thoman, Gleichsner, Kriechl, Heditzer, Michl, Paul Kneisl, Valtan Pawle, Thoma, Gilko.
Im Jahr 1778 waren folgende Besitzer:
Nr. 1 Andres Gilk 178 M 15 mß,
Nr. 2 Mathes Miksche 157 M 12V4 mß,
Nr. 3 Paul Göth 189 M 93/4 mß,
Nr. 4 Regina Tschernitzin 26 M 572 mß,
Nr. 5 Joseph Pistauer 147 M 63/4 mß,
Nr. 7 Johann Luksch 122 M 13A mß,
Nr. 8 Mathes Polak 149 M 83/4 mß,
Nr. 9 Philipp Miksche 142 M IV4 mß,
Nr. 10 Johann Neufingerl 87 M 123/4 mß,
Nr. 11 Paul Miksche 123 M 11 mß,
Nr. 12 Hirtenhaus,
Nr. 13 Philipp Göth 91 M 13V4 mß,
Nr. 14 Johann Rinogl 75 M 153A mß, Gemeinde 92 M 23/4 mß und kleinere Stücke (von zusammen 13 M 23A mß) die Obergosser Siegl und Kremser.
Außerdem hatten obrigkeitliche Grundstücke Nr. 5: 7 M 4V2 mß, Nr. 6: 3 M, Nr. 10: 3 M IV4 mß, die Gemeinde 25 M 8V2 mß und die Pistauer Miksche 5 M4 mß und Lang 6 M 14 mß. Daher insgesamt 1814 M 9 mß, wobei sich die Obrigkeit (staatliche oder grundherrliche Verwaltung und Gerichtsbarkeit) Wiesen und Wälder (Brodles) und Teiche (Brodles, Dorothea, Sebenteich) vorbehalten hatte.
1945 (1924 in Klammern) waren folgende Besitzverhältnisse vorhanden:
Nr. 1 „Toma" Josef Jilg, 43,00 ha (Josef Jilg, 43,00 ha).
Nr. 2 „Port" Franz Ripper, 39,00 ha ( Franz Ripper, 39,00 ha).
Nr. 3 „Gleixner" Franz Pauser, 37,00 ha (Johann Röder, 37,00 ha).
Nr. 4 „Portn-Häusl" Josef Matula, 6,00 ha (Johann Matula, 6,00 ha).
Nr. 5 „Zodl" (Ladislav Metejka, 35,00 ha, Tscheche).
Nr. 6 „Kop" Franz Ripper, 40,00 ha (Franz Ripper, 40,00 ha).
Nr. 7 „Wenz" (Zemanns Erben, 31,00 ha, Tscheche).
Nr. 8 „Polak" Johann Pausar, 34,00 ha
(Johann Pausar, 34,00 ha).
Nr. 9 „Miksche" Anna Miksche, 32,00 ha (Johann Miksche, 32,00 ha).
Nr. 10 „Friedl" (Johann Österreicher, 20,00 ha, Tscheche).
Nr. 11 „Dirsl" Josef Neifingerl, 21,00 ha (Josef Neufingerl, 18,00 ha).
Nr. 12 Gemeindegasthaus.
Nr. 13 „Neufingerl" Mathias Pistauer, 19,00 ha (Mathias Pistauer, 19,00 ha).
Nr. 14 „Tine" Karl Krautschneider, 18,00 ha (Karl Krautschneider, 18,00 ha).
Nr. 15 „Schmied" Jakob Stummer (Johann Matula).
Nr. 16 „Wagner" Laurenz Fenz, 7,00 ha (Laurenz Fenz, 7,00 ha).
Nr. 17 Forsthaus der Iglauer Stadtgemeinde (Brodleswald).
Nr. 18 Gemeindehaus (früher -Brechelhaus).
Nr. 19 Mathias Perst, 1,00 ha.
Im Gemeindebesitz waren 42,00 ha. Die Gemarkungsfläche von Hossau beträgt 681 ha. Hossau bildet mit Fußdorf und Obergoß eine Gemeinde. Von den 15 Gemeinderäten waren 1939 fünf deutsche und zehn tschechische Vertreter. Es ist nach Ranzern eingepfarrt und nach Hochdorf eingeschult. Die Post und Bahnstation war in Iglau, der Gendarmerieposten von Wolframs war für Hossau zuständig.
An einem Dorfende erinnert das „Kaiserbrünnl" an die Hussitenkriege und am anderen ein Marterl an den Dreißigjährigen Krieg. Vom Kaiserbrunn wird berichtet: „Als Kayser Sigmund am tag Allerheiligen Anno 1420 mit den Prägern vor Wischehrad eine große Schlacht hielte, darinnen viel ansehnliche Mährische herrn geblieben und der Kayser die flucht geben, ist er in dikhen Weidern bis gegen Hossaw kommen, dan aus einem brunnen getrunckhen daher derselbe Kaisersbrunn genannt wird. Vnd als er von ferne die Stadt sähe vnd sich erkundigte, daß es Iglaw sei, ist er mit den seinigen, so mit ihm geflohen dahin angelangt. Nachmals von dannen in Vngern verreist."
Am anderen Ende steht ein Marterl, das die Jahreszahl 1642 trägt. Eine Sage erzählt, dass es daran erinnere, dass früher die Soldaten den Bauern Kopp von Hossau verfolgten, dabei aber im Prodiessumpfe umgekommen seien.
Der Prodieswald erinnert an den einstigen Ort, der hier lag und vom 14. bis zum 16. Jahrhundert wiederholt genannt wird.
