Die Iglauer SprachinselGeschichte bewahren · Zusammenhänge verstehen
DeutschČeština
Orte & Dörfer

Friedrichsdorf Bedřichov

Zeitreise durch Friedrichsdorf Bedřichov

Wähle eine Zeit. Die Stationen führen zu den vollständigen Stellen im Ortsbeitrag.

Karte der Iglauer Sprachinsel
Karte der Iglauer Sprachinsel · Orte auf der Karte
  1. 1372Bis 1499

    Diese und zwar die Brüder Jakob und Johann hatten 1372 das Erbrichteramt der Stadt Iglau von dem früheren Richter Heymann erworben, hatten Fußdorf, Ranzern und Otten, sowie verschiedene Gerechtsame.

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
  2. 17751500–1799

    Hinter dem Dominikanergrunde waren Felder, die nicht dem Kloster gehörten und sich 1775 bis zum Pfauendorf er Wirtshaus erstreckten.

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
  3. 18001800–1918

    Im Jahr 1798 übernahm Maria Eleonore Freiin Göldlin von Tiefenau diesen Besitz in Erbpacht und 1800 erstand sie und ihr Gemahl Freiherr Friedrich Göldlin von Tiefenau ihn zu vollem Eigentum.

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
Ortsgeschichte

Friedrichsdorf

In langer Zeile steigen die Häuser von Friedrichsdof der Straße entlang zur Wasserscheide empor, wo die Wasser nordwärts zum Pfauendorfer Teichbecken zusickern und durch den Goldebach zum Schlappenzer Bache, zur Moldau-Elbeader und zur Nordsee geleitet werden. Südwärts aber strebt das Wasser der Igla und durch diese der March, Donau und dem Schwarzen Meere zu. Diese Wasserscheideanhöhe war der Rohrhübel. Hier lagen Felder, die meist Iglauer zu Besitzern hatten, und hier war auch ein kleiner Hof, das Sandhöf el oder Rohrhöfel.

Im 14. Jahrhundert gehörte das Höfel der Iglauer Erbrichterfamilie der Pilgramer. Diese und zwar die Brüder Jakob und Johann hatten 1372 das Erbrichteramt der Stadt Iglau von dem früheren Richter Heymann erworben, hatten Fußdorf, Ranzern und Otten, sowie verschiedene Gerechtsame. Später gehörten die Rohrhöfelgründe dem Dominikanerkloster von Iglau.

Die Gründe dürften um 1495 an den Orden gekommen sein. Nachdem Joseph II. 1784 das Iglauer Dominikanerkloster aufgehoben hatte, ging der Besitz an den Religionsfonds. Neben dem Sandhöfel waren noch verschiedene andere Grundstücke am Rohrhübel. So hatte 1623 der Iglauer Bürger Georg Pernfuß Felder. Zwischen diesem und dem Grunde des Klosterabtes hatte damals Markus Waltner ein Stück Feld, das er im genannten Jahre an Hans Haidler verkaufte. Hinter dem Dominikanergrunde waren Felder, die nicht dem Kloster gehörten und sich 1775 bis zum Pfauendorf er Wirtshaus erstreckten.

Vom Religionsfonds kam das Sandhöfel an die freiherrliche Familie von Tiefenau. Im Jahr 1798 übernahm Maria Eleonore Freiin Göldlin von Tiefenau diesen Besitz in Erbpacht und 1800 erstand sie und ihr Gemahl Freiherr Friedrich Göldlin von Tiefenau ihn zu vollem Eigentum. Letzterer ist der Gründer des Ortes Friedrichsdorf, das ihn zum Namensgeber hat. Er emphyteutisierte den Hof und schuf ein Dominikaldorf. Die neuen Ansiedler stammten aus der Umgebung, so Jakob Herdt, ein Schmiedegeselle aus Deutsch- Gießhübel, der 1802 sich als Schmied niederließ. Die Göldlin von Tiefenau verkauften 1807 ihre Dominikalrechte an den Iglauer Postmeister Georg Prokop Ritter von Ldlienwald, von dem diese 1828 an seinen minderjährigen Sohn Adolf Ritter von Lilienwald kamen. Das Jahr 1848 hat hier wie überall die obrigkeitlichen Rechte aufgehoben.

Aus dem Sandhöfel der alten Zeit war ein Dorf geworden, in dem sich außer bäuerlichen Ansiedlern bald Gewerbsleute niederließen. Ein neuer Entwicklungsabschnitt setzte ein, als die Nordwestbahn gebaut wurde. Der im Jahr 1870 angelegte Bahnhof von Iglau ist in unmittelbarer Nähe von Friedrichsdorf. Die Eisenbahn brachte neue Ansiedler, ebenso die nahen Ziegeleien, die in den Lehmschichten ein gutes Baumittel hatten.

Friedrichsdorf umfasst mit der dazu gehörigen Ortschaft Walddörfel 718 ha 99 a 54 qm.

1945 (1924 in Klammern) sind folgende Eigentümer im Gemeindekataster ausgewiesen:

Nr. 1, 18 und 20 Rudolf Neubauer, 35,00 ha (Josef Neubauer, 40,00 ha), früher hieß es „beim Wirt", das ein großes Eirikehrwirtshaus an der Reichsstraße war, daher noch der Name „Altes Gasthaus" bei Hs.-

Nr. 20.

Nr. 2 (Johann Pekarek).

Nr. 3 (Ludwig Hejno).

Nr. 4 Josef Söllner (Ludwig Tribucek).

Nr. 5 Johann Wenzbauer, 3,00 ha (Anton Formann).

Nr. 6 „Am Guasenwinkl" (Andreas Hanauer).

Nr. 7 Wenzl Meloun, 2,00 ha (Wenzl Meloun).

Nr. 8 „Feldgasse" Maria Lukschanderl, 2,00 ha (Anton Freudenreich).

Nr. 9 „Beim Dürrer" Wenzl Suchanek, 1,50 ha (Wenzl Suchanek, 1,15 ha).

Nr. 10 Franz Zimmermann, 2,50 ha (Franz Pokorny, 1,73 ha).

Nr. 11 Rudolf Pallan (Rudolf Pallan).

Nr. 12 Josef Brückner (Franz Brückner).

Nr. 13 Johann Hoffmann, 2,50 ha (Josef Freudenreich, 3,26 ha).

Nr. 14 (Karl Zabloudil, 1,70 ha).

Nr. 15 Johann Röhrich, 3,00 ha (Johann Röhrich, 2,88 ha).

Nr. 16 Karl Pokorny, 0,50 ha (Anna Fresser, 1,15 ha).

Nr. 17 Johann Hert (Karl Kohner).

Nr. 19 Franz Freudenreich (Franz Freudenreich).

Nr. 20 Anna Neubauer.

Nr. 21 Rudolf Freudenreich, 2,40 ha (Johann Freudenreich, 2,30 ha).

Nr. 22 Johann Schwarz (Katharina Neuwirth, 1,15 ha).

Nr. 23 Josef Mischinger (Marie Mischinger).

Nr. 24 Martin Pauser, 2,50 ha (Martin Pauser, 1,73 ha).

Nr. 25 Emil Schrammel, Bäcker (Emil Schrammel).

Nr. 26 u. 49 Alois Vybiral („Altes

Branntweinhaus" Josef Neubauer, früher Brennerei).

Nr. 27 Theresia Molthäusl, 4,56 ha (Therese Molthäusl, 4,60 ha).

Nr. 28 Anna Michelfeit (Anton Prosch, 3,96 ha).

Nr. 29 Paul Machowetz (Paul Machowetz).

Nr. 30 Franz Bernhard (Johann Bernhard).

Nr. 31 (Jan Celousky, 5,76 ha, Tscheche).

Nr. 32, 52 und 53 „Altes Brauhaus".

Nr. 33 Josef Langpaul, 4,00 ha.

Nr. 34 „Auf der Spitz" Franz Joksch, 16,00 ha (Franz Joksch, 9,15 ha, früher Gasthaus Krumm).

Nr. 35 (Mathias Wondrak, 1,73 ha).

Nr. 36 Josef Käser, 13,00 ha (Josef Käser, 3,07 ha). Die

Nr. 36 bis 41 in der „Leopoldstadt".

Nr. 37 (Josef Neubauer).

Nr. 38 Eduard Urban, 4,00 ha (Laurenz Cirtek).

Nr. 39 Franz Zemann (Franz Zemann).

Nr. 40 „Beim Langhans" (Josefa Wondrak).

Nr. 41 Franz Kettner, 3,40 ha (Johann Köttner, 2,30 ha).

Nr. 42 Deutsche Volksschule.

Nr. 43, 44, 56, 57 u. 65 Ziegelei (die Ziegelei ist seit 1869 in Betrieb, gehörte früher der Herrschaft Preitenhof, war 1924 genossenschaftlich).

Nr. 45 Johann Schindler, 7,00 ha.

Nr. 46 „Alter Nordpol" (Wenzl Suchanek, früher Gasthaus „Zum Nordpol", Gendarmeriekommando).

Nr. 47 (Josef Hejno).

Nr. 48 Martin Morkus (Martin Morkus).

Nr. 50 Maria Zackl (Josef Zackl).

Nr. 51 Franz Machowetz (Gemeindehaus).

Nr. 52 Josef Kolarsch.

Nr. 53 siehe Hs.-

Nr. 32.

Nr. 54 Josef Joksch (Albert Prokop).

Nr. 55, 61 u. 84 (Vincenc Znojemsky).

Nr. 58 Josef Janko.

Nr. 59 (Petr Brtnik, 1,92 ha).

Nr. 60 (Anton Neuwirth).

Nr. 61 Karl Kirchner.

Nr. 62 (Franz Hart).

Nr. 63, 64 u. 69 (Vaclav Richter).

Nr. 66 (Josefa Eigl).

Nr. 67 Johann Urban.

Nr. 68 „Neues Gasthaus" Franz Janko (Franz Neubauer).

Nr. 70 Marie Tomendal (Johann Tomendal).

Nr. 71 (Deutscher Kulturverbands-Kindergarten).

Nr. 73 u. 83 (neues Gasthaus „Zum Nordpol".

Nr. 74 (Vaclav Gregor).

Nr. 75 (August Auroda).

Nr. 76 (Karl Puza).

Nr. 77 (Antonin Kejha).

Nr. 78 Franz Schrammel (Franz Schrammel).

Nr. 79 Tschechische Volksschule.

Nr. 80 (Maria Hodac).

Nr. 81, 91, 95 u. 96 (Karel Drsata, Zementwarenfabrik).

Nr. 82 (Dominik Pokorny).

Nr. 85 u. 86 (Josef Burianek).

Nr. 87 (Frantisek Novotny).

Nr. 88 (Jan Hodac).

Nr. 89 Josef Ronovsky (Josef Ronovsky).

Nr. 90 Franz Dürrer (Franz Dürrer).

Nr. 91, 92, 94—97, 99—110 (Häuser einer Baugenossenschaft)

Nr. 93 Karl Wondrak, 3,40 ha.

Nr. 98 Johann Barta.

Nr. 111 Ludmilla Jeschek.

Nr. 139 Heinrich Sobotka.

Nr. 142 Anton Straka, 14,00 ha.

Nr. 143 Franz Pauser,

Nr. 144 Karl Klement.

Nr. 147 Johann Neubauer.

Nr. 160 Franz Körber und Josef Blaschek.

Nr. 161 u. 225 Alois Vybiral.

Nr. 164 Julius Cerwenka.

Nr. 165 Johann Pistauer.

Nr. 168 Mathias Körber.

Nr. 170 Josef Kauth.

Nr. 171 Mathias Schuhay.

Nr. 174 Josef Jakesch.

Nr. 175 Franz Suchy.

Nr. 177 Franz Hornitschek.

Nr. 178 Adalbert Prokop.

Nr. 180 Anton Proksch, 4,00 ha.

Nr. 181 Anton Urban.

Nr. 185 Anton Stepanek.

Nr. 186 Maria Pauser.

Nr. 187 Franz Hawel.

Nr. 188 Theresia Leinfellner.

Nr. 189 Franz Schiller.

Nr. 198 Paul Lang.

Nr. 204 Wenzl Schrogl.

Nr. 215 Wenzl Schliksbier.

Nr. 216 Florian Luksche.

Nr. 227 Josef Jonasch.

Nr. 228 Anton Toscher.

Nr. 230 Franz Marschner.

Nr. 234 Johann Plott.

Nr. 238 Anton Pohanka.

Nr. 239 Johann Duba,

Nr. 253 Mathias Altrichter.

Nr. 257 Sofie Ettrich, Hebamme.

Nr. 259 Rudolf Zemann.

Nr. 265 Mathias Pistauer. —

Bis zum Jahr 1868 war Friedrichsdorf nach Ebersdorf eingeschult. Seit diesem Jahre hat es eine selbstständige Schule. Das Schulgebäude wurde 1876 gebaut und 1887 durch einen Zubau vergrößert. —

Pfarre, Post und Bahnstation waren in Iglau. Die Gendarmerie im Ort.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Friedrichsdorf“ nennt der Kalender 57 Häuser und 702 Einwohner und führt Walddörfel als zugehörig auf. Gemeindevorsteher war laut Verzeichnis Fr. Rosenkranz. Die dreiklassige Schule leitete Oberlehrer Fr. Hampl. Franziska Schmidt und Marie Heino werden als Hebammen genannt. Die Botin Marie Schenk war täglich vormittags in Iglau zu erreichen.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

Bisheriger Websitebeitrag

 

Friedrichsdorf

In langer Zeile steigen die Häuser von Friedrichsdorf der Straße entlang zur Wasserscheide empor, wo die Wasser nordwärts zum Pfauendorfer Teichbecken zusickern und durch den Goldebach zum Schlappenzer Bache, zur Moldau -Elbeader und zur Nordsee geleitet werden. Südwärts aber strebt das Wasser der Igla und durch diese der March, Donau und dem Schwarzen Meer zu. Diese Wasserscheideanhöhe war der Rohrhübel. Hier lagen Felder, die zumeist Iglauer Besitzer hatten, und hier war auch ein kleiner Hof, das Sandhöfel oder Rohrhöfel.

Im 14. Jahrhundert gehörte das Höfel der Iglauer Erbrichterfamilie der Pilgramer. Die Brüder Jakob und Johann Pilgramer hatten 1372 das Erbrichteramt der Stadt Iglau von dem früheren Richter Heymann erworben, sie hatten Fußdorf, Ranzern und Otten, sowie verschiedene Gerechtsame. Später waren die Rohrhöfelgründe im Besitz des Dominikanerklosters von Iglau. Sie dürften 1495 an diesen Orden gekommen sein. Als Josef II., der bekanntlich viele Klöster aufhob, 1784 auch den Dominikanern in Iglau ihre Stätte einzog, kam der Besitz an den Religionsfonds. Neben dem Sandhöfel waren noch verschiedene andere Grundstücke am Rohrhübel. So hatte 1623 der Iglauer Bürger Georg Pernfuß Felder. Zwischen diesem und dem Grunde des Klosterabtes hatte damals Markus Waltner ein Stück Feld, das er im genannten Jahre an Hans Haidler verkaufte. Hinter dem Dominikanergrunde waren Felder, die nicht dem Kloster gehörten und sich 1775 bis zum Pfauendorfer Wirtshaus erstreckten.

Vom Religionsfonds kam das Sandhöfel an die freiherrliche Familie von Tiefenau. Im Jahr 1798 übernahm Maria Eleonore Freiin Göldlin von Tiefenau diesen Besitz in Erbpacht und 1800 erstanden sie und ihr Gemahl Freiherr Friedrich Göldlin von Tiefenau ihn zu vollem Eigentum. Letzterer ist der Gründer des Ortes Friedrichsdorf, das ihn zum Namensgeber hat. Er emphyteutisierte den Hof und schuf ein Dominikaldorf. Die neuen Ansiedler stammten aus der Umgebung, so Jakob Herdt, ein Schmiedegeselle aus Deutsch - Gießhübel, der 1802 sich als Schmied niederließ. Die Göldlin von Tiefenau verkauften 1807 ihre Dominikalrechte an den Iglauer Postmeister Georg Prokop Ritter von Lilienwald, von dem diese 1828 an seinen minderjährigen Sohn Adolf Ritter von Lilienwald kamen. Das Jahr 1848 hat hier wie überall die obrigkeitlichen Rechte aufgehoben.

Aus dem Sandhöfel der alten Zeit war ein Dorf geworden, in dem sich außer bäuerlichen Ansiedlern bald andere Gewerbe niederließen.

Ein neuer Entwicklungsabschnitt setzte ein, als die Nordwestbahn gebaut wurde. Der im Jahr 1870 angelegte Bahnhof von Iglau ist in unmittelbarer Nähe von Friedrichsdorf. Die Eisenbahn brachte neue Ansiedler, ebenso die nahen Ziegeleien die in den Lehmschichten ein gutes Baumittel hatten.
Friedrichsdorf umfaßt mit der dazu gehörigen Ortschaft Walddörfel 718 ha 99 a 54qm.

Bis zum Jahre 1868 war Friedrichsdorf nach Ebersdorf eingeschult. Seit diesem Jahre hat es eine selbständige Schule. Das Schulgebäude wurde 1887 gebaut und 1887 durch einen Zubau vergrößert. Pfarre, Post und Bahnstation waren in Iglau. Die Gendarmerie im Ort.

zurück zur Karte

 

Quellen zu diesem Beitrag →