Wo sich das Tal des Schlappenzer Baches nach dem Absturz des Pfaffenberges zu einer stillen Au erweitert und das Wasser sich zu einem Teich staut, liegt Friedenau. Einst stand dort eine Burg, „munitio Fridnowa" wird sie im Jahr 1410 genannt. Als Burgherr erscheint 1479 ein Herr auf Zbruditz und Friedenau. 1480 wird Johann der ältere Spatli von Prudicz auf Friedenau genannt. Im Jahr 1530 gehörte es als selbständiges Gut dem Hynek Naz von „Chfenowitz", der es im genannten Jahre an seinen gleichnamigen Sohn hinterließ. Von letzterem, der es noch 1556 besaß, kam es als Erbschaft an Niklas Naz von Chfenowitz.
Ein Mitglied dieser Familie, Johann Naz von Chfenowitz, nahm an der Erhebung der böhmischen Stände gegen die Habsburger zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges teil. Als der Winterkönig Friedrich am Weißen Berge geschlagen wurde und die kaiserlichen Kommissionen ein strenges Gericht hielten, wurde dem Friedenauer Burgherrn ein Drittel seines Besitzes eingezogen. Er kaufte dieses aber bei der Versteigerung im Jahr 1623 wieder zurück. Er musste dafür 19 045 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) 8 Groschen 4 Denare (Denare, kleine historische Münzeinheiten) zahlen und war nun wieder im Besitz des ganzen Gutes. 1653 ist Augustin Ernst Schenowicz von Ungerswerth auf Friedenau.
Von den Schenowicz kaufte es später Fürst Palm und so kam es zum Schrittenzer Herrschaftsgebiet, hatte aber einen Burggrafen zur Verwaltung.
Noch 1787 wird das Schloss Friedenau ausdrücklich genannt. Der Bau war viereckig, hatte zwei Stockwerke, aber keinen Hofraum und war in weitem
Bogen vom Bach umflossen. Im Jahr 1806 wurde das „Schloß" an Private verkauft, die es abbrachen und die Steine zu neuen Bauten verwendeten.
Neben der Burg war für die Vergangenheit Friedenaus auch der Berg bedeutsam. Schon früher, als der Bergbau von Iglau und Deutschbrod blühte, wurde in Friedenaus Umland geschürft. Vielleicht ist der 1281 genannte Stollen „Mulgraben" von Klein-Pattersdorf in der Nähe von Friedenau zu suchen („stollonem situm in Partuzchdorf minori. . . montem primo dictum vulgariter Mulgraben"). Als im 16. Jahrhundert der eingegangene Bergbau unseres Landes neu belebt werden sollte, wurde neuerlich im Friedenauer Revier gegraben. Der Bergmeister von Kuttenberg Lazarus Erker erwähnt da in seinem Bericht vom 26. September 1581 die Eröffnung der Gruben auf dem Gute des Herrn „Senowec" nächst Deutschbrod.
Es wird das Friedenau der Chfenowitz sein. In der Zeit Maria Theresias wurden neue Wiederbelebungsversuche gemacht, alte Pingen untersucht und neue Gänge aufgeschürft und zwischen Friedenau und Bastin der tiefe „Maria Theresia-Stollen" angelegt. Unmittelbar nördlich des Teiches waren 1780 noch die Reste der alten Bergwerkstätigkeit zu sehen. Noch einmal wurde im 19. Jahrhundert vom Bergingenieur Johann Höninger der Versuch erneuert, die Silbererze emporzuteufen. Um 1850 wurde eine Aktiengesellschaft (von Dr. Zermoni, Havlicek aus Deutschbrod) begründet, der Maria Theresia-Stollen neu befahren und nicht weit von Bastian in der Flur Eichfeld ein Stollen eingetrieben.
Nach drei Jahren wurde die Arbeit wieder aufgegeben. Zwei Jahrzehnte später erwarb Baron Treitzschler Falkenstein auf Krupamühle das Schürfrecht. Aber alle Bemühungen des nimmermüden Höniger blieben erfolglos.
Von dem Bergbau zu Beginn des 19. Jahrhunderts rührt eine Zuwanderung her. Die neuen Ansiedler kamen aus Nordböhmen und kauften 1806 Teile des aufgelassenen Hofes, so vier Brüder und eine Schwester Hocke aus Kamnitz-Neudorf bei Böhm.-Leipa.
Friedenau hatte kleinere Grundbesitzer.
Nr. 1 „Beim Tomala" Wenzl Schlicksbier (27 ha 30 a), besitzt auch die Mühle
Nr. 15.
Nr. 2 gehört der Gemeinde Deutschbrod.
Nr. 3 „Beim Fuchsa" Josef Abrent (2 ha 90 a).
Nr. 4 „Beim Matidla" Maria Dolezal (4 ha 36 a).
Nr. 5 Josef Ledl.
Nr. 6 Johann Gritsch (72 a).
Nr. 7 Johann Boder.
Nr. 8 Franz Kohout (28 a).
Nr. 9 Franz Hanauer (11 ha 24 a).
Nr. 10 und 53 Anton Fiedler (11 ha 1 a).
Nr. 11 „Urban" Johann Freudenreich (2 ha 28 a).
Nr. 12 Franz Spinar.
Nr. 13 „Beim Matzka" Josef Berghauer (2 ha 77 a).
Nr. 14 „Reichmann" Franz Apprent (2 ha 44 a).
Nr. 16 „Hondl" Franz Brosch (4 ha 46 a).
Nr. 17 Franz Hradek (77 a).
Nr. 18 „Wenzovsky" Franz Schima (2 ha 96 a).
Nr. 19 Hof, Dr. Ernst Sachsl (115 ha 39 a).
Nr. 20 „Schmied" Wenzl Schidlak (1 ha 77 a).
Nr. 21 „Maurer" Wenzl Heppner (11 ha 34 a).
Nr. 22 „Hons" Franz Böhm (8 ha 68 a).
Nr. 23 Armenhaus.
Nr. 24 „Augustin" Kath. Hocke (14 ha).
Nr. 26 „Tischler" und
Nr. 27 Josef Zimmermann (6 ha 42 a).
Nr. 28 „Schoffer" Stephan Zackl (7 ha 88 a).
Nr. 29 „Schneider" Johann Kopfiva (2 ha 86 a).
Nr. 30 „Sirak" Johann Tvrdik (6 ha 25 a).
Nr. 31 K. Vaschicek.
Nr. 32 Christ. Röhrich (1 ha).
Nr. 33 „Beim Pelikan" Johann Zackl (9 ha 9 a).
Nr. 34 Matthias Sommerluksch (1 ha 80 a).
Nr. 35 „Wazlaw" Anton Hocke (11 ha 94 a).
Nr. 36 „Veitl" Wenzl Schrogl (4 ha 90 a).
Nr. 37 „Hobermon" Marie Zackl (9 ha 62 a).
Nr. 38 „Urz" Ignaz Töpfer (10 ha 21 a).
Nr. 39 „Beim Womatschka" Katharina Hocke (
Nr. 24).
Nr. 40
„Beim Keppta" Anton Zimmermann (6 ha 27 a).
Nr. 41 Schule.
Nr. 42 Josef Hüblbauer (6 ha 10 a).
Nr. 43 „Rasl" Franz Bartl.
Nr. 44 „Palendal" Josef Schenk (4 ha 90 a).
Nr. 45 „Christof" Wenzl Svoboda (3 ha 70 a).
Nr. 46 Fr. Adametz (4 ha 14 a).
Nr. 47 „Neuwirth" Franz Schenk (2 ha 17 a).
Nr. 48 Anton Zackl (4 ha 68 a).
Nr. 49 „Woitl" und 51 „Pawel" Wenzel Blazek (9 ha 58 a).
Nr. 50 Franz Musil und Anton Vlcek (1 ha 34 a).
Nr. 52 Bahnwächter.
Nr. 54 Eduard Zacharias.
Nr. 55, 56 Baugenossenschaft Deutschbrod.
Nr. 57 Wenzl Kerber.
Nr. 58 Leopold Holubek.
Nr. 59 Ignaz Zimmermann. Gesamtfläche der Gemeinde 421 Hektar.
1945 teilt sich der deutsche Grundbesitz folgendermaßen auf:
Nr. 6 „Hawelka" Johann Gritsch, 1,00 ha.
Nr. 9 Franz Hanauer, 11,24 ha.
Nr. 10 „Maurer" Anton Fiedler, 9,10 ha.
Nr. 13 „Matzka" Josef Bergbauer, 2,77 ha.
Nr. 16 „Hondl" Franz Brosch, 4,16 ha.
Nr. 20 „Schmied" Wenzl Schidlak, 2,77 ha.
Nr. 22 „Hons" Johann Böhm, 10,00 ha.
Nr. 24 „Augustin" Johann Hocke, 9,50 ha.
Nr. 25 „Fronzn" Franz Hocke, 16,11 ha.
Nr. 27 „Tischler" Josef Zimmermann, 7,31 ha.
Nr. 28 „Schoffer" Stefan Zackl, 9,88 ha.
Nr. 33 „Schimka" Marie Pelikan, 9,09 ha.
Nr. 34 Marie Sommerluksch, 2,80 ha.
Nr. 36 „Josla" Johann Schrogl, 5,90 ha.
Nr. 37 „Hobermann" Johann Bergbauer, 9,62 ha.
Nr. 38 „Nazn" Johann Töpfer, 10,02 ha.
Nr. 40 „Keppla" Anton Zimmermann, 6,35 ha.
Nr. 41 „Alte Schule" Martin Langhans.
Nr. 44 „Palendal" Franz Schenk, 5,90 ha.
Nr. 47 „Neuwirth" Anton Zackl, 3,00 ha.
Nr. 57 Johann Ledwinka.
Nr. 60 Franz Abrent, 1,00 ha.
Nr. 61 „Urban" Johann Freudenreich, 4,32 ha.
Nr. 62 Josef Schrogl, 0,50 ha.
Nr. 78 „Fuchsa" Josef Abrent, 8,13 ha.
Nr. 80 Josef Zimmermann, 6,39 ha.
Nr. 93 Anton Hocke, o. Nr. Franz Abrent, 0,50 ha. o. Nr. Johann Röhrich, 0,15 ha.
Friedenau war selbstständige Gemeinde, 1939 mit drei deutschen und neun tschechischen Gemeinderäten. Die Volksschule und die Bahnstation waren im Ort. Die Pfarre in Heilgenkreuz. Die Post war in Deutsch-Brod und die Gendarmerie in Frauental. Die Friedenauer Kinder besuchten seit 1786 die Schule in Heiligenkreuz, ab 1823 wurde der Unterricht in Friedenau erteilt, 1838 wurde die Schule selbstständig und 1904 ein Schulgebäude gebaut.
