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Deutsch-Schützendorf Střelecká

Zeitreise durch Deutsch-Schützendorf Střelecká

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Bild aus dem Ortsbeitrag
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  1. 1265Bis 1499

    Die Bezeichnung deutsch führte sie zur Unterscheidung von Böhmisch-Schützendorf, westlich von Pfibislau, das 1265 „ villa Sagitarii [Deutsch: Dorf des Schützen; hier Schützendorf] ", d. h.

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  2. 15151500–1799

    Dezember 1515 den Besitz von Pfibislau, Ronow, Polna und die öde Burg Schützendorf an seinen Hauptgläubiger Niklas den jüngeren, Trczka von Lipa.

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  3. 18451800–1918

    Das Schloss soll in der Nähe der Dorfmühle gestanden sein, im Jahr 1845 sollen noch „begraste Wallgräben" die Stätte gekennzeichnet haben.

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  4. 19391919–1945

    Deutsch Schützendorf war eine selbstständige Gemeinde, 1939 mit vier deutschen und elf tschechischen Gemeinderäten.

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Ortsgeschichte

Deutsch-Schützendorf

Im Tal des Goldebaches entstand zwischen dem Walcher- und dem Chudyteich das Dorf Deutsch-Schützendorf. Die Bezeichnung deutsch führte sie zur Unterscheidung von Böhmisch-Schützendorf, westlich von Pfibislau, das 1265 „villa Sagitarii [Deutsch: Dorf des Schützen; hier Schützendorf]", d. h. Ort des Schütz genannt wird. Auch Deutsch-Schützendorf bedeutet Dorf des Schütz. Der Personenname Schütz kommt heute noch im Orte vor. 1386 erscheint es als „Scheyzendorf", 1493 als „Schutz endorff".

Einst stand hier eine Burg. Einer Überlieferung nach soll dort ein „Freiherr Schütz von Drahenic" gelebt und das Dorf gegründet haben. Das Schloss soll in der Nähe der Dorfmühle gestanden sein, im Jahr 1845 sollen noch „begraste Wallgräben" die Stätte gekennzeichnet haben. Man will sie dort sehen, wo das Wirtschaftsgebäude des Schlossnickel steht und eine Sicherung durch Wasser von drei Seiten möglich war, also eine Wasserburg. Das Volk erzählt, dass die Burg in der Zeit Žižkas zerstört worden sei. Jedenfalls heißt es bereits 1486 „öde Veste" Schützendorf. In der Hussitenzeit ist die Burg Pfibislau (1424) in Flammen aufgegangen und die benachbarte Burg Ronow, deren Reste heute noch zu sehen sind, zerstört worden.

Daher ist es möglich, dass Schützendorfs Burg dasselbe Schicksal erlitt. Die Polnaer Gegend war allerdings auch unter König Georg von Podebrad Kriegsgebiet, als der König mit den Landesbaronen und Mathias, dem König von Ungarn, zu kämpfen hatte. Georgs ältester Sohn Victorin hatte sich mit Sophie aus dem Geschlecht derer von der Leipen (Lipa) vermählt. Dieses Adelsgeschlecht besaß auch Polna. Ein Mitglied dieser Familie, Ignaz Ptaschko von Pirkstein, war der Herr von Rataj, Pirkstein, Pfibislau, Ronow und Polna. Seine Tochter Sophie brachte diesen Besitz durch ihre Heirat an Victorin.

Victorin verkaufte im Jahr 1486 Pfibislau, Ronow, Polna und die öde Burg Schützendorf, sowie die Schirmvogtei über das Kloster Frauental an Johann Botschko von Kunstadt. Dessen verschuldeter Sohn verkaufte am 14. Dezember 1515 den Besitz von Pfibislau, Ronow, Polna und die öde Burg Schützendorf an seinen Hauptgläubiger Niklas den jüngeren, Trczka von Lipa. Schützendorf gehörte fortab zur Polnaer Herrschaft und wechselte mit ihr die Herren. Die Herrschaft kam 1538 durch Kauf an Karl Waldstein auf Skal, mit dessen einziger Tochter Katharina an Zacharias von Neuhaus auf Teltsch. Von den Neuhausern gelangte es 1597 an Hartwig Zeidlitz von Schönfeld. Sein Sohn Rudolf gehörte zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges zu den Gegnern Kaiser Ferdinands und wurde vom Kaiser nach der Schlacht am Weißen Berge als „Empörer" seiner Güter verlustig erklärt. Diese erwarb nun 1623 Kardinal Franz Fürst von Dietrichstein. Von den Dietrichsteinern kam es im 19. Jahrhundert an Clam Gallas.

„Schitzendorf", wie es 1662 in Schlappenzer Kirchenbüchern genannt wird, war aus einer Ritterburg eine bäuerliche Siedlung geworden. Heute ist es eine Industriestätte. Zuerst versuchte eine Seilerwarenerzeugung das Glück, sie musste aber aufgegeben werden (vgl. Dobrenz). Das Gebäude erwarb im Jahr 1875 Josef Inwald Edler von Waldtreu und richtete eine Glasschleiferei ein. Die Firma Inwald erweiterte den Betrieb zu einem großen Unternehmen.

Laut Gemeindekataster von 1945 (für 1924 keine ha-Angaben) waren folgende Besitzverhältnisse:

Nr. 1 „Fischer" Anton Neuwirth, 29,93 ha.

Nr. 5 „Friedl" Kathi Hawly.

Nr. 6 „Matl" Mathias Kratky, 15,15 ha.

Nr. 9 „Stanz!" Wenzl Grödl, 27,58 ha.

Nr. 10 „Mottl" Mathäus Motu, 5,20 ha.

Nr. 11 „Schmied" Käthi Bärtl, 9,00 ha.

Nr. 13 „Bocheisl" Josef Fischer, 6,39 ha.

Nr. 15 „Spitoler" (Johann Polzer, 4,50 ha).

Nr. 16 „Matiemer" Mathias Hawly.

Nr. 17 „Fischerheisl" Johann Neuwirth, 7,65 ha.

Nr. 18 „Holzheger" Josef Lang, 4,00 ha.

Nr. 19 „Batl" Anton Hanauer, 3,36 ha.

Nr. 22 Franz Fischer.

Nr. 23 „Schimony" August Käser, 0,50 ha.

Nr. 28 „Hauswenzl" Marie Kment, 6,40 ha.

Nr. 29 „Bruckenheisl" Anton Schloßniki, 5,00 ha.

Nr. 31 „Wächter" Mathias Kreisl, 9,90 ha.

Nr. 32 „Grobenhäusl" Kathi Schütz, 4,60 ha.

Nr. 34 „Hiebeier" Franz Bernard, 3,40 ha.

Nr. 35 „Guber" Mathias Lipschik, 1,30 ha.

Nr. 36 „Eckert" Franz Grödl, 6,77 ha.

Nr. 37 Franz Bartl.

Nr. 39 „Babinsky" Josef Fitzek, 6,00 ha.

Nr. 40 Martin Langhans.

Nr. 44 „Koukal" Johann Koukal, 10,28 ha.

Nr. 46 „Schmied" Johann Hanauer, 4,50 ha.

Nr. 50 Franz Röhrich.

Nr. 50 a Franz Nicki.

Nr. 51 „Ziegelhütte" Josef Bärtl, 5,00 ha.

Nr. 52 Altrichter Anna, 5,00 ha.

Nr. 53 „Neiwirth" Franz Kreisl, 5,00 ha.

Nr. 56 Franz Fitzek.

Nr. 60 Josef Bartl.

Nr. 63 Theresia Polzer, 6,00 ha.

Nr. 68 Franz Schütz.

Nr. 77 „Schneider" Theresia Pokorny.

Nr. 81 Josef Dworzak.

Nr. 85 Wenzl Toscher.

Nr. 87 Mathias Schloßnikl.

Nr. 89 Franz Pokorny.

Nr. 90 „Zimmermo" Franz Schloßniki.

Nr. 91 Josef Schloßniki.

Nr. 92 Marie Kreisl.

Nr. 97 Franz Koukal, 0,40 ha.

Nr. 98 Anton Kratky.

Nr. 102 Mathias Hawly, siehe Hs.

Nr. 16.

Nr. 105 Johann Schloßniki.

Nr. 106 Josef Franz.

Nr. 109 Franz Hawly.

Deutsch Schützendorf war eine selbstständige Gemeinde, 1939 mit vier deutschen und elf tschechischen Gemeinderäten. Deutsch-Schützendorf war früher zu Dobrenz eingeschult. 1896 wurde die neue Schule im Ort fertiggestellt. Eingepfarrt war Deutsch-Schützendorf in Seelenz. Post, Bahnstation (Polna- Stecken) und die Gendarmerie waren im Ort.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Der Kalender nennt 50 Häuser und 550 Einwohner. Die Gemeinde leitete laut Verzeichnis Math. Neuwirth; die einklassige Volksschule Joh. Berger. Josef Czepl erscheint als Obmann der Ortsgruppe des Deutschen Schulvereins. Die Quelle nennt eine freiwillige Feuerwehr, die Glasraffinerie Josef Inwald und die Bahnstation Polna–Stecken. Die Pfarre lag in Seelenz.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

Bisheriger Websitebeitrag

Deutsch-Schützendorf

Deutsch SchützendorfIm Tal des Goldebaches erwuchs zwischen dem Walcher- und Chudyteiche die Ortschaft Deutsch-Schützendorf. Die Bezeichnung deutsch führte sie zur Unterscheidung von Böhmisch-Schützendorf westlich von Prybislau, das 1265 "villa Sagitarii [Deutsch: Dorf des Schützen; hier Schützendorf]", d. h. Ort des Schütz genannt wird. Auch Deutsch-Schützendorf bedeutet Dorf des Schütz. Der Personenname Schütz kommt heute noch im Orte vor. 1386 erscheint es als "Scheyzendorf", 1493 als "Schutzendorf".

Einst stand eine Feste hier. Die Überlieferung erzählt, daß auf dieser ein "Freiherr Schütz von Drahenic" gehaust und das Dorf gegründet haben soll. Das Schloß soll in der Nähe der Dorfmühle gestanden sein, im Jahr 1845 sollen noch ,,begraste Wallgräben" die Stätte gekennzeichnet haben. Man will sie dort sehen, wo das Wirtschaftsgebäude des Schloßnickel steht und eine Sicherung durch Wasser von drei Seiten möglich war, also eine Wasserburg. Das Volk erzählt, daß die Feste in der Zeit Zizkas zerstört worden sei. Jedenfalls heißt es bereits 1486 ,"öde Veste" Schützendorf. In der Hussitenzeit ist die Burg Prybislau (1424) in Flammen aufgegangen und die benachbarte Burg Ronow, deren Reste heute noch zu sehen sind, zerstört worden. Es ist daher ein gleiches Schicksal von der Schützendorfer Burg nicht ausgeschlossen. Die Polnaer Gegend war allerdings auch unter König Georg von Podiebrad Kriegsgebiet, als der König mit den Landesbaronen und Mathias, dem König von Ungarn, zu kämpfen hatte. Georgs ältester Sohn Victorin hatte sich mit Sophie aus dem Geschlechte derer von der Leipen (Lipa) vermählt. Dieses Adelsgeschlecht besaß auch Polna. Ein Sproß desselben, Ignaz Ptaschko von Pirkstei war der Herr von Rataj, Pirkstein, Pribislau, Ronow und Polna. Seine Tochter Sophie brachte diesen Besitz als Heiratsgabe an Victorin mit. Dieser verkaufte im Jahr 1486 Pribislau, Ronow, Polna und die öde Veste Schützendorf, sowie die Schirmvogtei über das Kloster Frauental an Johann Botschko von Kunstadt. Dessen verschuldeter Sohn verkaufte am 14. Dezember 1515 den Besitz von Pribislau, Ronow, Polna und die öde Veste Schützendorf an seinen Hauptgläubiger Niklas den jüngeren, Trczka von Lipa. Schützendorf gehörte fortan zur Polnaer Herrschaft und wechselte mit ihr die Herren. Die Herrschaft kam 1538 durch Kauf an Karl Waldstein auf Skal, mit dessen einziger Tochter Katharina an Zacharias von Neuhaus auf Teltsch. Von den Neuhausern gelangte es 1597 an Hartwig Zeidlitz von Schönfeld. Sein Sohn Rudolf gehörte zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges zu den Gegnern Kaiser Ferdinands und wurde vom Kaiser nach der Schlacht am Weißen Berge als "Empörer" seiner Güter verlustig erklärt. Diese erwarb nun 1623 Kardinal Franz Fürst von Dietrichstein. Von den Dietrichsteinern kam es im 19. Jahrhundert an Clam Gallas.

"Schitzendorf", wie es 1662 in Schlappenzer Kirchenbüchern genannt wird, war aus einer Ritterveste zu einer bäuerlichen Siedlung geworden. Heute ist es eine Industriestätte. Zuerst versuchte eine Seilerwarenerzeugung das Glück, sie mußte aber aufgelassen werden (vgl. Dobrenz). Das Gebäude erwarb im Jahr 1875 Josef Inwäld Edler von Waldtreu und richtete eine Glasschleiferei ein. Die Firma Inwald erweiterte den Betrieb zu einem großen Unternehmen.deutsch-schuetzendorff

Deutsch Schützendorf war eine selbständige Gemeinde, 1939 mit vier deutschen und elf tschechischen Gemeinderäten und früher zu Dobrenz eingeschult. 1896 wurde die neue Schule im Ort fertiggestellt. Eingepfarrt war Deutsch-Schützendorf in Seelenz. Post, Bahnstation (PolnaStecken) und die Gendarmerie waren im Ort.

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Quellen zu diesem Beitrag →

Die Toten von Budinka →