In den langsam sich schlängelnden gölten Bach, früher Galdenbach, jetzt Goldebach genannt, rinnt ein kleines Wässerlein, das vor der Mündung zu seichten Teichein gestaut ist. Beiderseits gruppieren sich die Anwesen zur hübschen Siedlung Bergersdorf und stellen saubergeweißte Giebel zur Schau. Das alte Richterhaus steht mit der Längsseite zum Dorfweg und öffnet sich mit einem Torbogen. Bei den anderen alten Bauernhöfen schließt eine Mauer den Hof zur Dorfmitte hin ab. Neben dem Giebel liegt ein kleiner Garten mit Pfingstrosen und Rosmarin. Durch ein „Türl" gelangt man zu Fuß hinein; für die Wagen gibt es ein großes „Tor".
Im Jahr 1308 wird ein Perchmeistersdorf genannt. Der Bergmeister (magister montium) war in der alten Zeit der oberste Beamte und Leiter des königlichen Bergwerkes. Die nach ihm benannte Siedlung muss in irgendwelchen Beziehungen zu diesem Manne gestanden sein. Eine Bergbaukarte aus dem Jahr 1780 (von Peithner) verzeichnet in der Umgebung des Dorfes alte verfallene Schächte und Pingen. Vielleicht ist in den heutigen Flurnamen „Rotschat" ein alter „Radschacht" versteckt. Man fand hier vor ungefähr vierzig Jahren verschiedene Balkenreste. Die genannte Karte nennt den Ort Bergers- oder Steindorf. In den alten Kirchenbüchern von Schlappenz, zu dessen Pfarre er gehört, wird er (so im Jahr 1657) Pergersdorff geschrieben.
Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gehörte Perchmeistersdorf den Lichtenburgern, deren Sommerburg sich bei Illemnik erhob. 1308 verkaufte Raimund v. Lichtenburg, der mächtige Staatsmann Böhmens, das Dorf an das Kloster Sedletz. Später erscheint es bei der Polnauer Herrschaft und wird in der böhmischen Landtafel, dem Grundbuche der Stände, im 16. Jahrhundert Kamenay genannt. Seit der Regierung des schwachen Königs Wladislav II. (1471—1516) erfolgten nämlich die amtlichen Eintragungen nur in der tschechischen Sprache, bis die „erneuerte Landesordnung" vom Jahr 1627 wieder die Gleichberechtigung der deutschen und tschechischen Sprache bestimmte. Im 16. Jahrhundert (1538) kam die Polnauer Herrschaft durch Kauf von dem Geschlecht Trczka von Lipa auf Lipnitz an Karl von Waldstein auf Skal, der den Bergbau in der Schlappenz-Przibislauer Gegend sehr förderte. Dessen einzige Tochter und Erbin Katharina vermählte sich (1553) mit Zacharias von Neuhaus, dem Herrn von Teltsch.
Ein Spross des Neuhauser Geschlechts verkaufte später (1597) die Herrschaft an den kaiserlichen Rat Hartwig Zeidlitz von Schönfeld. Da sich der Gutsherr Rudolf an der Erhebung der böhmischen Stände zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges beteiligte, wurde ihm nach der Schlacht am Weißen Berge (1620) die Herrschaft genommen. 1623 erwarb sie Kardinal Franz Fürst zu Diettrichstein, der die protestantische Bevölkerung wieder katholisch machte. Bei dem Diettrichsteinschen Geschlecht verblieb sie nun.
Das Patent Josef II. befreite (1781) die Bauern von der grundherrlichen Leibeigenschaft. Sie erhielten die persönliche Freiheit; das Jahr 1848, in dem Hans Kudlich den Antrag auf Abschaffung der Robot (unbezahlte Pflichtarbeit für den Grundherrn) eingebracht und verfochten hat, brachte ihnen die wirtschaftliche Freiheit. 1889 gründeten die Bergersdörfer als Erste im Bezirk Stecken einen landwirtschaftlichen Verein. Im Jahr 1896 errichteten sie eine Spar- und Darlehenskassa. In den Jahren 1886 und 1887 waren sie von zwei schweren Bränden heimgesucht. Am 31. Oktober 1886 brannten sechs, am 16. Mai 1887 sogar acht Wohn- und Wirtschaftsgebäude ab. Darauf wurde im Jahr 1891 eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Zwischen 1904 und 1906 wurde eine Bezirksstraße gebaut. 1910 kam eine Haltestelle für Personenzüge hinzu. Beides verbesserte die Verkehrsanbindung des Dorfes deutlich. Am 1. Oktober 1910 hielten zum ersten Mal die Personenzüge in Bergersdorf.
1945 (in Klammern 1924) hatte Bergersdorf folgende Besitzverhältnisse:
Nr. 1 „Schulmeister" Franz Altrichter, 15,00 ha (Franz Altrichter, 11,50 ha).
Nr. 2 „Kundarat" Franz Wondre, 7,56 ha (Wenzl Neckar, 8,20 ha).
Nr. 3 „Oberschuster" Franz Neubauer, 9,45 ha (Franz Neubauer, 10,25 ha). Haus
Nr. 4 gehört zu Hs.
Nr. 7 (Theresia Petermann).
Nr. 5 „Petala" Tondl Marie, 18,00 ha (Johann Tondl, 16.43 ha).
Nr. 6 „Richter" das alte Richterhaus, Johann Reznik, 75,00 ha (Franz Reznik, 76,34 ha).
Nr. 7 „Fischer" Mathias Reichtomann, 29,00 ha).
Nr. 8 „Teichweber" Josef Wessely, 7,24 ha (Josef Wessely, 4,69 ha).
Nr. 9 „Sindulka Häusl" gehört zu Hs.
Nr. 6.
Nr. 10 „Schenken" Franz Hecht, 7,75 ha (Franz Hecht, 7,75 ha).
Nr. 11 „Wisterschuster" Franz Niedermirtl, 9,61 ha (Johann Niedermirtl, 9,61 ha).
Nr. 12 „Pokoj", 18,07 ha (Wenzl Pokoj, 17,22 ha).
Nr. 13 „Neuper" Johann Reznik, 9,35 ha (Mathias Reznik, 9,35 ha).
Nr. 14 „Brecherhäusl" Franz Koukal, 3,00 ha (Josef Kaspar, 13,95 ha).
Nr. 15 „Mühle" (Franz Martineck, 26,96 ha).
Nr. 16 „Unterschmied" Josef Altrichter, 6,34 ha (Josef Altrichter, 5,14 ha).
Nr. 17 „Unterschuster" Josef Schütz, 13,00 ha (Elisabeth Schütz, 13,00 ha).
Nr. 18 „Kreuzwirt" Wenzl Kreisl, 12,00 ha (Wenzl Kreisl, 7,60 ha).
Nr. 19 „Huala" Karl Altrichter, 6,00 ha (Karl Altrichter, 5,30 ha).
Nr. 20 „Hammerschmied" Josef Polzer, 1,60 ha (Gemeindeschmiede, 9,29 ha).
Nr. 21 „beim Scheistala" Gemeindehaus.
Nr. 22 „Kreisler" Mathias Kreisl, 39,44 ha (Mathias Kreisl, 39,44 ha).
Nr. 23 „Wutschka" Wenzl Hondl, 59,00 ha (Wenzl Hondl, 56,92 ha).
Nr. 24 „Prakschöber" Johann Altrichter, 35,60 ha (Johann Altrichter, 34,95 ha).
Nr. 25 „Bruckenschneider" Johann Neubauer, 7,60 ha (Johann Neubauer, 4,94 ha).
Nr. 26 „Toma" Johann Lewold, 24,75 ha (Johann Lewold, 25,14 ha).
Nr. 27 „Frandre" Jakob Freudenreich, 8,40 ha (Jakob Freudenreich, 6,79 ha).
Nr. 28 „Lotscher" Mathias Altrichter, 27,00 ha (Mathias Altrichter, 25,65 ha).
Nr. 29 „Friedla" Franz Wendl, 8,06 ha (Franz Wendl, 8,06 ha).
Nr. 30 (niedergebrannt).
Nr. 31 „Dona" Johann Hondl, 30,05 ha (Johann Hondl, 30,05 ha).
Nr. 32 „Urbaschneider" Johann Altrichter,
5,12 ha (Josef Altrichter, 5,12 ha).
Nr. 33 „Toscher" Johann Koukal, 7,00 ha (Johann Koukal, 4,12 ha).
Nr. 34 (aufgeteilt).
Nr. 35 „Matidler" Vinzenz Pokomy, 5,00 ha (Wenzl Pokomy, 5,51 ha).
Nr. 36 „Schrogler" Franz Schrogler, 3,48 ha (Anna Schrogler, 2,48 ha).
Nr. 37 „Sindulka-Schuster" Franz Hondl, 16,36 ha (Franz Hondl, 16,36 ha).
Nr. 38 „Gossenhäusler" Johann Sindulka, 8,00 ha (Andreas Sindulka, 7,07 ha).
Nr. 39 (aufgeteilt).
Nr. 40 „Neiperhäusl" Johann Schrogl (Johann Kousal, 3,26 ha).
Nr. 41 (aufgeteilt).
Nr. 42 „Zatocil" Wenzl Pokomy, 7,31 ha (Wenzl Pokorny, 7,31 ha).
Nr. 43 gehörte zu
Nr. 11.
Nr. 44 (Wenzl Wister, 0,23 ha).
Nr. 45 (Bahnwächterhaus, 4,35 ha).
Nr. 46 Schule.
Nr. 47 „Prokschn" Anton Proksch, 7,57 ha (Anton Proksch, 7,57 ha).
Nr. 48 „Stübler" Theresia Petschenka, 4,00 ha (Franz Petschenka, 2,71 ha).
Nr. 49 „Zimmermann" Johann Altrichter, 1,82 ha (Johann Altrichter, 0,03 ha).
Nr. 50 „Mokry" Emilie Mokry, 2,07 ha (Josef Mokry, 1,49 ha).
Nr. 51 „Kreisler Häusl" Wenzl Kreisl (Mathias Kreisl).
Nr. 52 (Anton Mokry).
Nr. 53 Schrogl Josef, 1,50 ha.
Nr. 54 „Schlosser" Franz Charaus.
Nr. 55 Paul W e n z 1.
Nr. 56 Johann Wenzhöfer.
Nr. 57 „Kaufmo" Franz Altrichter.
Nr. 58 „Driesler" Andreas Pokorny. Mit dem Gemeindebesitz und dem Grundbesitz der Ausmärker aus Bosowitz, Unter-Weschnitz und Neuhof beträgt das Ausmaß 632,14 ha. Davon sind 341,73 ha Ackerflächen.
In früherer Zeit war Bergersdorf nach Unter-Wesenz eingeschult. Im Jahr 1881 bemühten sich die Bergersdorfer um eine eigene Schule. Ihr Ansuchen wurde aber vom Landesschulrat abgewiesen. Erst eine neuerliche Eingabe vom Jahr 1886 hatte den gewünschten Erfolg und am 1. September 1888 wurde der Unterricht eröffnet. Er wurde zuerst im Haus Nr. 13 erteilt, bis am 31. Mai 1889 die neugebaute Schule eingeweiht wurde.
Bergersdorf als selbstständige Gemeinde hatte 1939 zehn deutsche und zwei tschechische Gemeinderäte. Pfarre und Post waren in Schlappenz, die Bahnstation im Ort, die Gendarmerie von Deutsch-Schützendorf war für Bergersdorf zuständig.

Mit
dem Gemeindebesitz und dem Grundbesitz der Ausmärker aus Bosowitz,
Unter-Weschnltz und Neuhof beträgt das Ausmaß 632,14 ha. Davon
sind 341,73 ha Ackerflächen.In
früherer Zeit war Bergersdoff nach Unter - Wesenz eingeschult. Im
Jahre 1881 bemühten sich die Bergersdorfer um eine eigene Schule.
Ihr Anliegen wurde aber vom Landesschulrat abgewiesen. Erst eine neuerliche
Eingabe vom Jahre 1886 hatte den gewünschten Erfolg und am 1. September
1888 wurde der Unterricht eröffnet. Zuerst wurde der Unterricht im
Haus Nr.13 erteilt, bis am 31. Mai 1889 die neugebaute Schule eingeweiht
wurde. Bergersdorf als selbständige Gemeinde hatte 1939 zehn deutsche
und zwei tschechische Gemeinderäte. Pfarre und Post waren in Schlappenz,
die Bahnstation war im Ort, die Gendarmerie von Deutsch-Schützendorf
war für Bergersdorf zuständig.