Lage und Herkunft des Namens
Schachersdorf liegt an der Bezirksstraße von Schlappenz nach Pfibyslau. Die historische Beschreibung gibt die Entfernung hinter Schlappenz mit 3000 Schritten an.
Der Ortsname wird als Walddorf gedeutet. „Schachen“ bezeichnet in bayerischen und schwäbischen Mundarten einen Wald oder ein Gebüsch. Das althochdeutsche „scahho“ und das mittelhochdeutsche „schache“ bezeichneten ein Waldstück oder einen zungenförmigen Streifen. 1385 ist die Namensform „Schahendorf“ überliefert; im 17. Jahrhundert erscheint bereits „Schachersdorf“.
Mit Händlern oder dem „Schachern“ erklärt sich der Name nach dieser Deutung also nicht. Eine örtliche Sage erzählt dagegen von Händlern, die auf dem Weg von Schlappenz zum Markt nach Pfibyslau hier Rast gemacht haben sollen. Diese Erzählung bleibt als Sage neben der sprachlichen Namensdeutung stehen.
Klosterbesitz und örtliche Überlieferung
Das Kloster Frauental besaß schon früh Rechte in Schachersdorf; ein Hinweis darauf stammt aus dem Jahr 1381. Eine Urkunde von 1682, die in Hensels ehemaligem Erbrichterhaus Nr. 12 erhalten war, zeigt, dass auch damals die Frauentaler Äbtissin die grundherrliche Gewalt ausübte.
Von den Spannungen mit der Herrschaft erzählt eine Sage: Ein Verwalter aus Frauental habe an der Grenze zwischen Schachersdorf und Langendorf einen Hof anlegen wollen und die Dorfbewohner bedrückt. Als er sich wieder im Dorf aufhielt, hätten die Schachersdorfer Frauen ihn mit Steinen beworfen und aus dem Ort vertrieben.
Wechselnde Grundherren
Auch die Trczka besaßen Rechte im Dorf. Johann von Trczka verkaufte sie 1538 an Karl von Waldstein. Im 16. Jahrhundert erscheint „Zachotin“ im Besitz von dessen Tochter Katharina von Waldstein auf Skal, der Herrin von Polna und Pfibyslau. Sie heiratete 1553 Zacharias von Neuhaus auf Teltsch.
Die Neuhauser verkauften ihren Polna-Pfibyslauer Besitz 1597 an die Zeidlitz von Schönfeld. Nach deren Beteiligung an der Erhebung gegen den Kaiser und der Schlacht am Weißen Berge 1620 verloren sie diesen Besitz. Kardinal Franz Fürst von Dittrichstein erwarb ihn anschließend. Wahrscheinlich war auch Schachersdorf, zumindest teilweise, von diesen Herrschaftswechseln betroffen.
Für 1778 ist die Grundherrschaft der Fürsten Dittrichstein eindeutig belegt: In einer Urkunde dieses Jahres ernannte der Fürst Jakob Hensel zum Erbrichter von Schachersdorf. Das geschah nach den Bauernunruhen der Siebzigerjahre. Damals hatten sich Bauern in weiten Teilen des östlichen Böhmens gegen ihre Grundherren erhoben, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
Häuser und Besitzverhältnisse
Das Gemeindekataster nennt für 1945 die folgenden Besitzverhältnisse. In Klammern steht jeweils der Stand von 1924:
Nr. 1 „Janka" Josef Dolezal, Tscheche (Wenzl Dolezal, 52,76 ha).
Nr. 2 „Schwarzmichl" Franz Friedl, 58,86 ha (Franz Friedl, 59,11 ha).
Nr. 3 „Hausvoter" Johann Hausvater, 63,35 ha (Johann Hausvater, 61,35 ha).
Nr. 4 Gemeindeschmiede.
Nr. 5 „Hinaus" Johann Schindler, 26,32 ha (Marie Schindler, 26,32 ha).
Nr. 6 „Richter" Franz Altrichter, 56,08 ha (Josef Altrichter, 56,08 ha).
Nr. 7 „Schorf" Franz Bratrschofsky, 26,78 ha (Franz Bratrschofsky, 26,78 ha).
Nr. 8 „Wessal" Johann Klement, 32,00 ha (Johann Klement, 32,29 ha).
Nr. 9 „MirÜ" Mathias Czepl, 26,67 ha (Anna Kuttelwascher, 26,67 ha).
Nr. 10 „Pasterna" Wenzl Lehrl, 1,00 ha (Wenzl Lehrl, 0,99 ha).
Nr. 11 Hirthaus.
Nr. 12 „Hensl" Franz Kuttelwascher, 36,55 ha (Franz Kuttelwascher, 36,55 ha).
Nr. 13 „Schneider" Theresia Tomenendal, 3,25 ha (Johann Tomenendal, 5,22 ha).
Nr. 14 „Neuper" Josef Janko, 36,72 ha (Josef Janko, 36,72 ha).
Nr. 15 Wenzl Tomenendal. — Die Gemeinde besaß 40,00 ha. — Die Gemarkungsfläche umfaßt 459 ha. —
Schule und Gemeinde
Schachersdorf war eine selbstständige Gemeinde. Dem Gemeinderat gehörten 1939 acht deutsche und ein tschechisches Mitglied an. Die Schule lag im Dorf. Pfarre, Post, Bahnstation und die zuständige Gendarmerie befanden sich im benachbarten Schlappenz.
