Der Name der zur Gemeinde Gossau gehörigen Ortschaft Sachsental, das etwa zwei Kilometer südlich von Iglau am Hange der kleinen Igel liegt, stammt von den ehemaligen Besitzern, der bekannten Iglauer Familie Gosko von Sachsental. Der Meierhof, aus dem die Siedlung entstand, hieß einst Goskohof. Auch der Name Bürgerlust war für sie gebräuchlich. Sachsental oder Waldhausen dürften das alte „Püschhöfen" sein, das im 14., 15. und 16. Jahrhundert genannt wird und bei der kleinen Igla, dem Igelbache, lag.
Die Familie Gosko von Sachsental hatte den Hof im Jahr 1668 erworben. In diesem Jahre hat Tobias Heinrich Gosko von Sachsental ihn von den Waldhauserschen Erben — ihrer Familie hatte auch das benachbarte, nach ihr benannte Waldhausen gehört — um 600 fl. gekauft. Der bürgerliche Meierhof blieb bis zum Jahr 1721 Goskoischer Besitz. Damals kaufte ihn die Stadtgemeinde und zahlte 15 000 fl. Den hohen Preis musste die Gemeinde entrichten, weil auch der Graf Pachta den Hof erstehen wollte. Als die Staatsverwaltung unter Maria Theresia (1777) die Aufteilung der Meierhöfe gegen Erbzinsleistung nach dem Raabschen System betrieb, wurde aus dem Hof eine Ortschaft, aus dem Goskohof die Ortschaft Sachsental.
Die Obrigkeit, die Iglauer Stadtgemeinde, behielt sich nur die Teiche (neun an der Zahl, Hof-, Küchl-, Rohr-, Stadtl, Sand-, Gränzl-, Schwarz-, Neu- und Kirschbaumteich) und den Wald auf dem „Kalchhübl" vor. Von den Grundstücken kamen an: Haus
Nr. 1 Paul Gleichsner 57 M 10 mß,
Nr. 2 Math. Lang 59 M 82/4 mß,
Nr. 3 Georg Gleichsner 54 M 13 2 / 4 mß,
Nr. 4 Math. Teltscher 63 M 123/4 mß,
Nr. 5 Georg Binder 66 M 53/4 mß,
Nr. 6 Josef Hable 62 M V4 mß,
Nr. 7 Jakob Miksche 54 M l s / 4 mß,
Nr. 8 Martin Paußer 61 M 6V4 mß,
Nr. 9 Math. Neubauer 63 M 2V4 mß,
Nr. 10 Josef Paußer 59 M 14 mß,
Nr. 11 Josef Srnetz 58 M W4 mß. Rest erhielten noch: Math. Wursak 25 M 1274 mß, Mar. Neubauer 24 M 42A mß, Weiner, Apotheker von Iglau, 13 M 1074 mß, F. Müller, Iglau 7 M IIV4 mß, Gemeinde 49 M.
Es waren dies 781 M 8V4 mß. Noch jetzt lässt die Gehöfteanlage die Formen des einstigen Hofes erkennen. Die Gebäude und Scheunen gruppieren sich um einen gemeinsamen Hofraum. In der Mitte steht traulich zwischen drei alten Linden eine kleine Kapelle.
Sachsental gehört zur pol. Gemeinde Gossau. Die Gemarkungsfläche umfasst 170 ha. 1945 (in Klammern 1924) bestanden folgende Eigentumsverhältnisse:
Nr. 1 „Schaffer" Franz Pitzal, 27,48 ha (Franz Pitzal, 27,00 ha).
Nr. 2 „Maurer" Friedrich Benesch, 14,00 ha (Josef Benesch, 14,00 ha).
Nr. 3 „Gleixner" Franz Pitzal, 14,00 ha (Paul Pitzal, 14,00 ha).
Nr. 4 „Schindler" Franz Eigl, 14,30 ha (Franz Eigl, 14,30 ha).
Nr. 5 „Pauser" Johann Pauser, 21,91 ha (Thomas Pauser, 26,70 ha).
Nr. 6 „Hable" Johann Ganswohl, 17,40 ha (Josef Ganswohl, 17,40 ha).
Nr. 7 „Nobl" Anna Schwarz, 7,80 ha (Johann Schwarz, 7,80 ha).
Nr. 8 „Beim Pauser" Karl Schwarz, 5,40 ha (Karl Schwarz, 5,00 ha).
Nr. 9 „Neuwirt" Josef Teltscher, 15,00 ha (Josef Teltscher, 15,00 ha).
Nr. 10 „Häusler" Jakob Teltscher, 12,00 ha).
Nr. 11 „Schenk" Franz Pauser, 27,64 ha (Johann Pauser, 27,00 ha).
Nr. 12 Hirtenhaus.
Nr. 13 Josef Ganswohl.
Nr. 14 Johann Benesch. — Schule, Pfarre, Post, Bahnstation und Gendarmerie waren in Iglau.
Die Ablösung der Erbzinse für die vom Meierhof übernommenen Grundstücke betrug im Jahr 1849 insgesamt 523 fl. 52 kr., die Ablösung der verschiedenen anderen Zinsungen 83 fl. 40 kr. Der Sachsentaler Grund gehörte zum Iglauer Bergbaugebiet. Nach späteren Nachrichten dürfte die Knappentätigkeit hier frühzeitig begonnen haben. Die im Jahr 1562 genannten „fundgrueben auf S. Peters Stollen" werden (die Kontinuität des Namens vorausgesetzt) auf Sachsentaler Boden gewesen sein. Der alte, später eingegangene Bergbau wurde im 18. Jahrhundert neu belebt. So hat der Berghäuer Ludwig Kettner mit seinen Söhnen im Jahr 1747 den Bau im „Felde des Staritz, unweit der Bürgerlust" neu aufgenommen. Auf den Rat des Bergmeisters Gottfried wurde hier in der Fundgrube St. Peter durch die Genannten und eine Gewerkschaft gearbeitet. Aber nicht lange, der Betrieb ging (angeblich wegen des Siebenjährigen Krieges) ein. Bald darauf (in den Jahren 1769 bis 1779) wurde vom Kammerärar der Bau auf Silber wieder aufgerichtet und zwar im Antonistollen auf dem Karpfenriede zwischen Sachsental und Waldhausen und im kleinen Werkelstollen an der kleinen Igel, gegenüber von Sachsental.
Der Metallertrag aus diesen Stollen zusammen mit dem aus dem NepomucenistoUen (im Spitalkiefernwalde, hinter der Sattelmühle) betrug jährlich 50 000 fl. Die Förderung betrieben 60 Knappen. Der Kleinwerkler Stollen hatte sein Mundloch beim Berghäusl. Darüber war das Prokopi- Gesenk, die Elisabeth Hangendkluft sowie das Franzisko-Gesenke. Er war seit 1. Dezember 1773 belegt. Die Arbeit wurde im Jahr 1783 eingestellt. Da die Baukosten und die Erhaltung des Bergamtes nicht durch die Förderung gedeckt wurden, so ließ man den Bau wieder eingehen und 1785 wurden die Materialien zu Gunsten der beteiligten Gewerken verkauft.
Das sogenannte Berghäusl erinnert noch heute an den dortigen Bergwerksbetrieb.
