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Rančířov Ranzern

Cesta časem: Rančířov Ranzern

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Jízda na koních v Rančířově
Jízda na koních v Rančířově
  1. 1359Do roku 1499

    Záznam o obci z roku 1359.

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  2. 15161500–1799

    Záznam o obci z roku 1516.

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  3. 18131800–1918

    Záznam o obci z roku 1813.

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  4. 19391919–1945

    Záznam o obci z roku 1939.

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Z knihy Dörferbuch

Ranzern

In einer anmutigen Talmulde der kleinen Igel liegt, von Hügelrücken umsäumt, das Dorf Ranzern. Sein Ursprung verliert sich im Dunkel der Vergangenheit. Einige wollten den Ort oder seinen Namen von einem Ritter Ranoczyr ableiten. Aber die Urkunde, auf die man sich beruft, ist gleich mehreren anderen jener Zeit des beginnenden 13. Jahrhunderts eine Fälschung. Der Name ist ebensowenig eindeutig erklärt. Wenn einer sagt, dass Ranzern von einem slawischen Personennamen Ranoczyr sich herleitet, so hat er nicht einen Deut mehr Recht, als jener, der erklärt, dass der deutsche Personenname Ranzo dem Orte den Namen gegeben hat.

Der Ortsname Ranzern kommt auch bei Fratting an der mährisch-niederösterreichischen Grenze vor und in Bayern gibt es nordöstlich und nordwestlich von Passau zwei Siedlungen mit dem Namen Ranzing und Rantzing. Auch unser Ranzern heißt im Volksmunde Ranzing. Sonst ist uns der Name in verschiedenen Schreibungen überliefert, im 14. Jahrhundert: „Ranczer, Ranczier, Ranczirs, Ranczir, Ranczirsow", im 15. Jahrhundert: „Rantzer, Ranczer, Rancirow", im 16. Jahrhundert: Ranczern, Rantzer, Zum Rantzer, Ranczer, Rancz", im 17. Jahrhundert: „Ranzer, Rantzer, Rannzer, Rantzer, Ränczem", seit dem 18. Jahrhundert meist „Ranzern".

(Vgl. bei Passau den Ort Kamping, früher (1250) Champarn und (18. Jahrhundert) Kampern genannt.) Für altbayrische Siedlungen ist die Endung „ern" (ahd. „arin") charakteristisch. Ranz erscheint als Nebenform für Rank „Krümme" in der Oberpfalz. Auch bei unserem Orte wird in Bergwerksurkunden wiederholt von Ranzerer Krümmen gesprochen.

Das Ranzerer Gebiet ist wie Iglau altes Bergbauland. Früher gruben die Bergleute hier und als die Blüte des Bergbaues dahin war, versuchten sie immer von neuem hier die Silbererze zu Tage zu fördern. Im 16. Jahrhundert hat man sich von den Gruben in der Ranzerer „Krümm" (am „krummen Teich") viel versprochen. Im Jahr 1516 hat „Christoff Stainschneider" den Bergbau bei der „alten grueb auff dem Ranczer garten" aufgenommen, ebenso „Bolff Brunar" und „Lienhart Hilgenrayner", im gleichen Jahre haben die Gewerken „auf der Ranczer grueben" „Cristoff Stainschneider, maister Girgmaler, Wolffcang Kauffmann und Wolff Brunnar" eine Grube genannt „auff dem newen anf ank" erschlossen.

Im Jahr 1528 hat „Mathes Peisker" einen Erbstollen gemutet, „ligund, do man geet und fert gen Ranczer in der Khrimmen". „Suntags nach Michaelis in der 23. stund anno Domini [Deutsch: im Jahr des Herrn] 1547" hat „Gilgku Peckh" ein „verlegen pergkhwerch, ligund in der nechsten krume oberhalb dem Scharffgräblein gegen dem Rancz" aufgenommen. Im nächsten Jahre (1548) hat am Donnerstag vor Maria Magdalena der Lehenträger Ludl Maulatsch einen „alt ausgezimmerten Schacht mit seiner gerechtigkeit, ligund oben in der Krümp, ihenseits des Scharfgräbleins gegen dem feld hinaus, mit einer fundtgruben und einer vierung" gemutet. Im selben Jahre nahm man den Betrieb gegenüber der Neumühle „auf dem heiligen Geist" wieder auf.

Im Jahr 1558 hat „Hans Tolhepf von Kement" den Bau einer Fundgrube „genannt auf dem heiligen geist, gelegen auf der ersamen herrn gründen zur Yglaw in dem Rantzerfeld" begonnen. Am Pfingstdienstag „umb fünfzehn uhr im 1561 jar" hat Thoman Lederer eine Fundgrube „underhalb dem Eilel bei der Rantzer straß" mit einem Erbstollen gemutet. Im gleichen Jahre hat „Larenz Sperling von Freyberg" eine Fundgrube „hilf gottes in der Rantzer Krumm" aufgenommen. 1566 wurde der St. Peters-Stollen am Ranzerberge erwähnt. Am ergiebigsten war der Albrechtstollen, der vor 1540 vom Herzog Albrecht von Bayern ausgewertet wurde.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts ergab sich in dieser Albertigrube ein guter Anbruch mit 2 Mark Silber im Zentner Erz. Zahlreiche Unternehmer beteiligten sich damals am Ranzerer Bergbau, so die Pfalzgrafen vom Rhein Wilhelm und Ludwig, die Iglauer Patrizierfamilien Stubik, Neumayer, Schmilauer. Der Iglauer Stadtrat hat einen beträchtlichen Teil der Kuxe (Anteile) erworben. Nach den alten Rechnungen sind in der Zeit 1604—1617 aus dem Albrechtsstollen 801 Mark Feinsilber in das Kuttenberger Münzamt eingeliefert worden. 1615 wird ein Bernhard Stadler, Bergmeister am Ranzergebirge, genannt. Eindringendes Wasser und der unheilvolle Dreißigjährige Krieg haben aber den Bau wieder zum Stillstand gebracht.

Als der Krieg zu Ende war, lebte der Bergbau um 1650, besonders im Albrechtstollen wieder auf, verfiel jedoch abermals. Im Jahr 1713 wurde im genannten Stollen neuerlich gegraben, der Iglauer Ratsherr Kharner von Löwensfeld ließ Kuttenberger Bergleute kommen, die den Schutt wegräumten und dem Erze nachgruben. Zwei Pochmühlen entstanden am „Eisenhammer“ und am „Ranzersteg“.

Im „Mailwald“ und beim „Zechhäusl“ wurden Zechhäuser gebaut. Doch der Erfolg entsprach nicht den großen Erwartungen, auch war der Betrieb nicht gut in Gang gebracht worden und in seiner technischen und gewerkschaftlichen Leitung nicht auf der Höhe. Ein Zentner Erz ergab damals 66 Pfund Blei und 4 bis 5V2 Lot Silber.

Seit dem großen Preissturze des Silbers war es anderwärts ähnlich ergangen, der Abbau war nicht mehr lohnend und ging trotz verschiedener Ver suche in den Jahren 1738, 1742, 1751, 1755 schließlich ein. Eine alte Bergwerkskarte (Peithner, 1780) verzeichnet zwei Stollenmundlöcher unterhalb des „Eisenhammers". Es lag hier der Salzversilber-Stollen und am andern Ufer der Barbarastollen, über dem im Talgrunde fünf Bergwerksteicheln waren. Etwas bachaufwärts vom Barbarastollen war ein drittes Mundloch zwischen Straßenzug und der kleinen Igla.

In Ranzern gab es schon im 14. Jahrhundert Höfe und Ackerland. Im Jahr 1359 wird ein Wilhelm von Ranzern erwähnt, der einen Wald, eine Wiese und einige Äcker an seinen Bruder Marquard um 14 Schock Groschen verkaufte. 1365 verkaufte Wilhelm seinem Bruder weitere Besitzrechte. Dazu gehörten Wald, Ackerland, drei Lahne (Bauerngüter) und zwei kleine Gehöfte („unam araturam et III laneos II curticulas et mediam siluam quam tenuit et mediam siluam paruulam fluminibus que ibedem habuit cum pritis pasquis et medium propugnaculum cum piscinis. . . [Deutsch: Sinngemäß nennt der lesbare Text eine Ackerstelle, drei Hufen, zwei kleine Höfe, Anteile an Wäldern sowie eine halbe Befestigung mit Fischteichen. Auch Gewässer, Wiesen und Weiden werden erwähnt. Die Abschrift ist fehlerhaft; ihre Einzelheiten lassen sich nicht sicher übersetzen.]) Auch die Mühle in Ranzern wird bereits im 14. Jahrhundert erwähnt. 1368 vermerkt die Landtafel, dass Philipp von Jakobau den Jahreszins von 2 Schock 18 Groschen von der Ranzerer Mühle an den Iglauer Bürger Henlinus Fogpank verkauft.

Der Besitz der Familie Pilgram

Nach einer Chroniknotiz besaß die Iglauer Patrizierfamilie Pilgram seit 1363 Grundbesitz in Ranzern. Eine Urkunde von 1376 nennt eine Verleihung durch Markgraf Jodok an die Familie.

Der Verkauf an die Stadt Iglau

1503 verzichtete Ladislaus von Pilgram, damals Stadtrichter in Iglau, auf sein Eigentumsrecht am Teich in Ranzern. 1505 verkaufte er Ranzern und das damals unbewohnte Dorf Otten an die Stadt Iglau.

Zum Verkauf gehörten außerdem das Iglauer Stadtgericht und verschiedene Abgaben- und Handelsrechte. Der ältere Text nennt sie „Schrottgeld“, „Salzhandel“ und „kleine Maut“. Die „kleine Maut“ gehörte zu den Abgaben auf den damaligen Warenverkehr. Mit dem Kauf erhielt die Stadt auch das Recht auf diese Einnahmen. Der Erwerb wurde in die Landtafel, das damalige Verzeichnis der Besitzrechte, eingetragen. Ranzern gehörte damit zu den Landgütern der Stadt Iglau.

Die „Steidlhöfer Gründe“

Ein Teil der Grundstücke in der Gemarkung Ranzern gelangte in den Besitz Iglauer Bürger. Die Familie Steidl von Tulichau fasste diese Grundstücke in ihrem Eigentum zusammen. Sie wurden als „Steidlhöfer Gründe“ bezeichnet.

Im Jahr 1644 erwarb die Iglauer Stadtgemeinde um den Betrag von 1800 Talern die zwei Höfe des Matthias Steidl und war so zum Grundherrn von ganz Ranzern geworden. Sie vergrößerte 1717 die Meierhöfe, erbaute 1724 die „Neumühle", 1722 den „Getreidekasten" (jetzt Kasten von Petersburg), 1718 das Zeisauer Branntweinhaus und legte die Teiche von Ranzern bis Zeisau an. Eine Flusssiederei mit einem Kalzimirofen erzeugte jährlich bis 50 Zentner Pottasche nebst 200 Fuhren Auswurf. Die Stadt betrieb auch in Ranzern Hopfenbau.

Nach alten Abrechnungen wurden 1672 auf dem „Ranzerhoff Feldern" 414 Mandeln Korn, 78 Mandeln Gerste, 6 Fuhren Erbsen und 130 Mandeln Hafer gerntet, der Herbst- und Frühjahrsanbau 1672/73 betrug 80 Metzen Korn, 15 Metzen Gerste, 3 Metzen Erbsen, 124 Metzen Hafer und 1 Metzen Lein.

Unter Maria Theresia änderte sich die Bewirtschaftung der städtischen Güter. Der Steidlhof und 14 weitere Meierhöfe der Stadt Iglau wurden aufgegeben. 1778 wurden die Grundstücke an acht Bewohner in Erbpacht vergeben.

So entstand der Ortsteil Neu-Ranzern bei der Kirche, später auch „Steidlhof“ genannt. Das jetzige Haus

Nr. 3 (Meierhof) war früher das Herrenhaus,

Nr. 4 entstand aus der Schafferwohnung,

Nr. 20 aus einem Schuppen,

Nr. 21 aus dem Gesindehaus,

Nr. 22 aus der Wohnung des Schafmeisters,

Nr. 23, 24, 25 aus dem Schafstall.

Die Besitzverteilung war im Jahr 1779 folgende:

Nr. 1 Pfarrei.

Nr. 2 Schule. Bei der Verteilung der Meierhofsgründe hatten erhalten:

Nr. 3 Josef Koslinger 129 M 11 mß.

Nr. 4 Andreas Aügl 122 M V2 mß.

Nr. 4 A Mathias Wessely 71 M IOV2 mß.

Nr. 4 B Mathes Mißlik 82 M HV2 mß.

Nr. 4 C Martin Mißlik 82 M 15 mß.

Nr. 4 D Josef Achatzy 74 M 63/4 mß.

Nr. 4 E Georg Modi 72 M 53/4 mß.

Nr. 4 F Lorenz Achatzy 71 M 5 mß.

Nr. 10 Josef Hably 5 M 8 mß.

Nr. 11 Paul Wondry 2 M 5V4 mß.

Nr. 12 Paul Neuwürt 3 M 7 mß.

Nr. 17 Augustin Neuwürts Erben 2 M 9 mß.

„Der Ranzerer Müller genüßet gegen einen kontraktmäßigen Bestandzins" Acker, Wiese, Hutweide und Wald, Wildemann-Wirt: Kalchhübelacker und Wiese, Sonne-Wirt: Acker und Hutweide, ferner erhielten die Überländer Franz Müller 44 M 6V4 mß; Martin Hofmann von Zeisau 3 M IOV4 mß, Franz Achatzy von Zeisau 5 M1 mß, Filip Körber von Pistau 153A mß, die Ansiedlergemeinde 99 M IOV2 mß.

An eigenen Grundstücken besaßen:

Nr. 5 Georg Höfer 97 M 10 mß.

Nr. 6 Hirtenhaus 4 mß.

Nr. 7 Johann Franz 111 M 7 mß.

Nr. 8 Jakob Achatzy 96 M 7V2 mß.

Nr. 9 Josef Gilk.

Nr. 11 Paul Wondry 119 M 103/4 mß.

Nr. 12 Paul Neuwürt 117 M 14V4 mß.

Nr. 13 Lorentz Achatzy 220 M 153/4 mß.

Nr. 14 Augustin Pollierer 108 M V2 mß.

Nr. 15 Augustin Eterl.

Nr. 16 Wenzl Bersl. Gemeinde 61 M. Die Summe des Ausmaßes betrug 1798 M 3V2 mß.

Alt-Ranzern liegt an der Wiener Reichsstraße, deren Bau im Jahr 1739 begonnen wurde. Vorher führte der Weg von Iglau an der Neumühle vorbei, entlang des Hanges am „Krummen Teiche" zu dem Dorf und dann weiter längs der „Hofleiten" nach Zeisau, Wilenz und Stannern. Der Hauptweg südwärts von Iglau führte aber damals über Pirnitz nach Budwitz, Znaim und Wien. Die Straßenhöhe südlich von Ranzern wird als Mitte der „Kaiserstraße" zwischen Wien und Prag bezeichnet, sie trägt eine Statue des hl. Josef, die 1748 vom Leiter des Straßenbaues, „Grafen von Heitersheim", Franciscus Josephus Heisler sac. rom. imp. comes ab Heitersheim, errichtet wurde. Danach heißt die Höhe „Josefsberg".

Auf dem alten Pirnitzer Wege ist 1551 König Ferdinand I. nordwärts gekommen, hat mit Umgehung des damals verseuchten Iglau im Pfaffenwalde (östlich von Ranzern) gerastet. Die Quelle, an der die Reisenden rasteten und tranken, wurde als „Ferdinandsbrunnen" bekannt. Von Iglau ging in früherer Zeit ein Weg und ein Steig nach Ranzern, euer davon über Sachsental.

Die Geschicke von Ranzern sind zum Teil durch die Nachbarschaft der Stadt Iglau bedingt. In der Reformationszeit wurde es evangelisch und war es durch hundert Jahre, bis nach der Schlacht am Weißen Berge der Kaiser die Gegenreformation gewaltsam durchführen ließ. Am 6. September 1623 wurde der evangelische Pfarrer aus Ranzern ausgewiesen.

Der Dreißigjährige Krieg hat Not über das Dorf gebracht. Schon im Jahr 1630 war die Zahl der „untertänigen Besitzer" von elf auf neun gesunken. 1670 wird des „Veithen" Grund als öd bezeichnet und zum Teil „mit Holz bewachsen". Im Jahr 1668 werden folgende Ranzerer Bauern genannt: der Richter, der Neupauer, Pauli Höffer, Beym Luckerle, Martin Fürst, der Haußler, Hans Ney Wierdt. In den Türkenkriegen waren zu Beginn des 17. Jahrhunderts 17 Ranzerer gegen den Christenfeind ausgezogen, im Jahr 1663 hat eine ausschweifende Türkenstreifschar Schrecken verbreitet, so dass die Bauern in die Wälder flüchteten. Im Jahr der großen Völkerschlacht von Leipzig (1813) wurde der Schüttkasten zu einem Spital hergerichtet.

Bei der Grundentlastung (Robotablösung) im Jahr 1848 hatten Maria Weg (

Nr. 3) 401 fl. 28 kr. zu entrichten, (

Nr. 4) Thomas Eigl 99 fl. 20 kr., (

Nr. 20) Andreas Wessely 117 fl. 32 kr., (

Nr. 21) Heinrich Lukschanderl 137 fl. 48 kr., (

Nr. 22) Johann Dobrowolny 63 fl. 4k r., (

Nr. 23) Max Achazy 129 fl. 48 kr., (

Nr. 24) Laurenz Modi 111 fl. 24 kr., (

Nr. 25) Jakob Achazy 121 fl. 20 kr., die Gemeinde 51 fl. 8 kr.

1924 zählt Ranzern 39 Nummern. 36 Häuser stehen im Dorf selbst, ein Anwesen bildet der „Eisenhammer", eines die „Neumühle", eines das Hegerhaus in „Mailern". Das Dorfausmaß umfasst 651 Hektar, die Einwohnerzahl beträgt 281. Im Jahr 1842 war die Zahl der Häuser 32, die der Einwohner 223.

Die Kirche in Ranzern ist alt. Ein Marquard von Ranzern schenkte mit Zustimmung seiner Brüder Jaroslav von Widern und Smil von Platsch 1305 das Patronat dem Stifte Geras in Österreich, welches hier Pfarrer einsetzte, von denen als erstbekannter zwischen 1385—1387 Peregrin Pusch gewesen ist. Im Jahr 1418 bestätigte König Wenzl eine Stiftung, welche unter dem Pfarrer Johann von dem Iglauer Wenzl Richtarl zur Errichtung eines St. Katharina- Altars 1413 von ersterem gemacht wurde und beim Kauf eines Teiles des Dorfes Porenz bestand, welches letzterer eigentümlich besaß. Genannter Pfarrer Johann wirkte hier in der Zeit zwischen 1411 und 1428.

Nach dem Tode desselben stiftete dessen Mutter Dorothea 1 Schock Groschen für die Meßpriester des genannten Altares. Im Jahr 1443 erscheint der Kurat Michael Gründer, zugleich Trebitscher Dechant, nach ihm 1460 ein Leonard, 1478 ein „Maister Niklas", nach diesem aber zwischen 1482—91 ein Gregor, unter dem der Iglauer Stadtrat 1489 einen Georg Resch titulum mense zum St. Katharinen-Altar erteilte. (Der Grabstein der Mutter des Pfarrers Gregor befindet sich im Seitenschiff der Kirche und trägt die Jahreszahl 1490). Im Jahr 1516 war Nicolaus Perl Pfarrer. 1447 hatte sich Johann von Rochow verpflichtet für 10 Schock Silbergroschen Prager Münze, die er entlehnte, bis zu ihrer Wiederzahlung 1 Schock Prager Silbergroschen jährlich an die Kaplanei des Katharinenaltars in Ranzern zu zahlen.

Im Jahr 1469 beschwerte sich der Abt Oswald von Geras, dass der Iglauer Bürger Ladislaus seinem R. Pfarrer den Zehent entziehe und ihn in den Pfarrechten beeinträchtige. Würde dem nicht Einhalt getan, so werde sich der Abt an Iglauern, die nach Österreich reisen, schadlos halten. 1435 hat Niklas Hammermeister ein halbes Schock mährische Groschen jährlichen Zins von seinem Hause am untern Platze dem Kaplan des St. Katharinenaltars in der Pfarrkirche zu Ranzem verkauft, 1490 hat Paul Gramschu dasselbe mit einem Schock mähr. Groschen getan, 1512

Welflin Hoffer von Altenberg 2 Schock mähr. Groschen jährlichen Zins, in demselben Jahre auch Johann Freudenreich ein Schock Jahreszins an den Kaplan Wolf gang des Katharinen- Altars. Ähnliche Verkäufe fanden auch 1518 von Thomas Hanusch (IV2 Schock), 1521 von Wenzl Textor (IV2 Schock) an den Altaristen Wolfgang statt. 1530 überließ der Geraser Abt Erhard das Pfarr- Patronat samt Zugehör der Stadt Iglau. Doch mochte der Kauf schon früher abgeschlossen worden sein, da 1527 Ranzem schon protestantisch wurde, in welchem Jahre der Iglauer Stadtrat den Pastor Adrian Göschl eingesetzt hatte. Diesem folgte 1528 ein Gregor, dann 1550 Albin Galliculus, bisher Schulgehilfe in Iglau, 1551 Marcus Krumm, dessen Bild sich noch i. J. 1800 über dem Beichtstuhl befand, dann aber leider übertüncht wurde. 1554 kam Melchior Gans aus Eisgrub.

Als 1554 König Ferdinand den Befehl erließ, dass alle Priester die „Bart abscheren lassen und lange Kleider tragen", haben dies alle getan, außer des Ranzerer Pfarrers Melchior Gans. 1556 Johann Straminger, ehemals Pfarrer und Profoß von Seelau, 1561 Andreas Kupitz. Kupitz war ein Freund des Alkohols, der seiner Gemeinde Ärgernis gegeben. Er erschien eines Tages vor der Obrigkeit mit der Klage, dass ihn die Bauern von Dürre und Ranzern mit Steinen beworfen hätten. Die Untersuchung aber ergab, dass der „gute Pfarrherr sich zur Dürr mit den Bauern so redlich bezechet, daß er in toller und voller Weise" den Weg gefehlt und über einen Steinhaufen gefallen sei.

Eine Priesterversammlung zu Iglau verurteilte das Tun des Pfarrers und erklärte, dass ein Priester nicht bloß durch sein Wort, sondern auch durch unsträflichen Wandel und gute Exempel Führer der Gemeinde sein muss. 1561—76 Laurenz Streicher, Wittenberger und als Dichter bekannt gewesen, 1577 die Pastoren Andreas Lhikho, Thomas Mader, Joachim Pistorius, bisher Iglauer Schulrektor, 1580 wieder Marcus Krumm, ein streitbarer Herr, welcher Prediger in Iglau gewesen war und 1607 nach Wilenz versetzt wurde, wo er starb. 1606 bis 1608 war Andreas Lewald Pfarrherr zu Rantzer, er kam dann nach Wilenz, während Gabriel Lampertus, der bisherige Steckner Pfarrer, nach Ranzern bestellt wurde.

Er war der letzte Pastor und wurde 1623 ausgewiesen.

Der Richter Haidler in Iglau und der Jesuitenorden setzten auf den Landgütern wieder den katholischen Glauben durch. Danach betreuten zeitweise der Wilenzer Pfarrer Clemens Kristely (1649—70) und zeitweise der Stannerer Pfarrer G. Pullas (1651—1667) die örtliche Seelsorge. Am 22. Dezember 1667 erhielt der eben neu geweihte Baccalaureus Karl Wilhelm die Investitur, resignierte jedoch schon 1673. Ihm folgte Abraham Schinko (1673—85), M. Jaich (1685—1705), Jakob Wanauch (1705—12), dann Jakob Leupold (1712—14), welcher in noch jugendlichem Alter von 39 Jahren hier starb (Grabstein in der Kirche). Ihm folgte Augustin Taubenkorb (gest. 15. Dezember 1749; Grabstein in der Kirche). Anschließend wirkte hier Fr. Richly bis zu seinem baldigen Tode am 10. Juni 1754 im Alter von 56 Jahren (Grabstein in der Kirche). Nun folgte ihm Josef Friedrich Wolf und lebte, an dieser Pfarre 29 Jahre wirkend, mit seinen zwei Kooperatoren Vinzenz Benischko und Josef Hofer.

Er brachte sein ganzes bedeutendes Vermögen dem Bau des Turmes und der Vergrößerung der Kirche zum Opfer und wurde dafür, wie sein Epitaph an der Kirche besagt, von seinen Pfarrkindern mit Undank belohnt. Sein Bild befindet sich im Speisesaal der Pfarre. Nach seinem Tode am 16. Juni 1783 folgte ihm Leopold Filibro und wirkte durch 23 Jahre bis 1806. Nach ihm administrierte sein

Kooperator Karl Faatz bis 10. Februar 1811. Anschließend Joh. Delphin Gerzabek bis 1. Juni 1814, wurde in diesem Jahre Pfarrer und starb am 18. November 1838. Nun folgte Kooperator Josef Staly bis 18. Dezember 1838, in welchem Jahre Leopold Loyda Pfarrer wurde; seine Kooperatoren waren: Johann Karl Allee (bis 1846), Jakob Polster (bis 1847), Andreas Glotz (bis 1851), Fr. Kfizan (gest. 30. Oktober 1859, begraben in Ranzern).

Am 12. Oktober 1869 starb Pfarrer Loyda im Alter von 80 Jahren. Er war Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, Konsistorialrat und Ehrenbürger der Stadt Iglau. Bis 12. Januar 1870 amtierte August Formann; anschließend Pfarrer Josef Neusser. Er ließ die Kirche innen renovieren und ergänzte ihre Ausstattung. Er verschied am 7. April 1892. Zum Administrator wurde nun P. Franz Kvapil, Pfarrer in Wilenz, bestellt, bis Thomas Karbas am 27. August 1892 von der Religionsfondpfarre Wolframs einzog. Er schied am 1. Oktober 1913 nach 21jähriger pflichteifrigster Arbeit. Die heutige Gestaltung der Kirche und des Pfarrhofes ist sein Werk. Am 13. März 1914 wurde P. Fr. Kucera zum Pfarrer eingesetzt.

Die deutsche Volksschule in Ranzern besteht seit dem Jahr 1760. Das alte Schulhaus (Nr. 2) diente dem Unterricht für die Gemeinden Ranzern, Zeisau, Roschitz, Pistau und Hossau. Der erste Lehrer an dieser Schule war Johann Absalon (1770—72). Ihm folgte Johann Paul Pable von Heinzendorf, ein Iglauer Patrizierabkömmling, bis 1814, in welchem Jahre Josef Köttner als Gehilfe angestellt wurde und nach dem Tode Pables am 11. Dezember 1828 als wirklicher Lehrer ernannt wurde. Im Jahr 1842 (17. November) nahm derselbe den Schulgehilfen Ludwig Waschiczek, Försterssohn aus Neustift, an, welcher mit dem Tode Köttners am 20. November 1847 die Schule als wirklicher Lehrer übernahm.

Er wurde über sein Ansuchen mit Ende Juni 1886 pensioniert. In der Zeit bis Ende des Jahres 1886 supplierte an drei Tagen der Woche der Hochdorfer Lehrer Josef Zak. Vom 1. Januar 1887 bis 1. September 1920 leitete Ferdinand Graßl die Schule. Dichterisch begabt und ein heimatkundlicher Lehrer wurde er durch seine Heimatgeschichten bekannt. Seine Ranzerer Chronikzusammenstellungen wurden hier mehrfach benützt. Nach ihm leitet Karl Haban die Schule.

Das jetzige Schulhaus wurde 1889 erbaut. Roschitz wurde 1900 nach Neustift umgeschult und Zeisau eröffnete 1912 selbst eine Schule.

Nach dem Gemeindekataster waren 1945 (in Klammern 1924) folgende Besitzverhältnisse in Ranzern:

Nr. 1 „Pfarre" (27,98 ha).

Nr. 2 „Alte Schule" Johann Patry, 5,49 ha (Martin Patry, 0,64 ha).

Nr. 3 „Meierhof" (Bernhard Grünberger, 47,08 ha).

Nr. 4 „Schaffer" Thomas Eigl, 30,00 ha (Thomas Eigl, 30,22 ha).

Nr. 5 „Mühle" (Johann Müller, 0,33 ha).

Nr. 6 Gemeindehaus (1,93 ha).

Nr. 7 „Pauser" Johann Franz, 35,50 ha (Wenzl Franz, 37,33 ha).

Nr. 8 „Fürst" Franz Lang, 14,92 ha (Theresia Achatzi, 20,93 ha). Der Name „Fürst" kommt schon 1668 vor.

Nr. 9 „Norbert" (Karl Vystrcil, Tscheche).

Nr. 10 „Vinzenz" Franz Schindler, 2,00 ha (Josef Göth, 1,27 ha).

Nr. 11 „Possauer" Franz Pollak, 38,00 ha (Katharina Lukschanderl-Wondre, 37,62 ha).

Nr. 12 „Rothäsel" Josef Biedermann (Johann Ripper, 14,12 ha).

Nr. 13 „Richter" Johann Eigl, 11,85 ha (Mathias Pollierer, 18,19 ha).

Nr. 14 „Pollierer" Mathäus Gleixner, 24,00 ha (Franz Pollierer, 58,25 ha).

Nr. 15 „Plott" Anna Plott, 2,00 ha (Anna Plott, 0,85 ha).

Nr. 16 „Expedit" Josef Faber, 2,45 ha (Josef Faber).

Nr. 17

„Zechenhäusel" Paul Pauser, 2,53 ha (Anna Becka, 0,51 ha). Der Hausname erinnert an den einstigen Bergbau.

Nr. 18 „Neu-Mühle" Elisabeth Wasserbauer, 31,53 ha (Josef Wasserbauer, 31,18 ha). 1724 hat die Stadt Iglau die Mühle gebaut.

Nr. 19 „Bächelschuster" (Josef Wondrak, 0,48 ha).

Nr. 20 „Wybiral" Mathäus Eigl, 22,62 ha (Mathias Eigl, 20,17 ha).

Nr. 21 „Lukschanderl" Franz Modi, 13,13 ha (Josef Lukschanderl, 23,65 ha).

Nr. 22 „Dobrovolny" Jakob Miksche, 29,60 ha (Thomas Eigl, 29,86 ha).

Nr. 23 „Schneider" Josef Gleixner, 24,00 ha (Mathäus Neubauer, 21,19 ha).

Nr. 24 „Schwab" Johann Modi, 18,00 ha (Jakob Modi, 17,13 ha).

Nr. 25 „Richter" Katharina Steffi, 21,50 ha (Johann Patry, 20,59 ha).

Nr. 26 „Gemeindehaus" Marie Polierer, 1,00 ha.

Nr. 27 „Eisenhammer" Leopold Dürport, Gastwirt, 1,50 ha (Johann Wastl, 0,73 ha).

Nr. 28 „Wirt" Mathäus Böhm, 16,00 ha (Johann Biedermann, 15,94 jia).

Nr. 29 „Josefsberg" Anna Wondrak, Gastwirt, 7,00 ha (Rosina Walafka, 3,91ha).

Nr. 30 „Perst" Paul Perst, 8,20 ha (Franz Perst, 4,74 ha).

Nr. 31 Hegerhaus der Stadt Iglau.

Nr. 32 „Kasten" Marie Prochaska, 4,40 ha (Johann Prochaska, 0,21 ha). Einst Getreideschüttkasten, 1722 gebaut.

Nr. 33 „Egertbauer" Franz Lukschanderl, 24,00 ha (Mathäus Lukschanderl, 24,33 ha).

Nr. 34 „Maurer" Johann Lukschanderl, 4,43 ha (Johann Lukschanderl, 0,58 ha).

Nr. 35 „Zechenhäusel" Josef Patry, 5,00 ha (Johann Patry, 3,61 ha).

Nr. 36 Schule.

Nr. 37 „Schmiede" Johann Schlieksbier, 1,20 ha.

Nr. 38 „Wagner" Josef Franz, 7,00 ha (Josef Franz, 1,65 ha).

Nr. 39 „Lorz" Franz Hable, 5,00 ha (Johann Perst, 1, 92 ha).

Nr. 40 „Schwob" Johann Pistauer, 19,00 ha.

Nr. 43 „Biedermann" Rosina Biedermann.

Nr. 50 „Neuhöfer" Johann Gleixner, 14,60 ha.

Nr. 51 „Haban Villa" Karl Haban, 4,00 ha.

Nr. 52 „Wilhelm" Wilhelm Patry. Die Gemarkungsfläche umfaßt 651 ha.

Die deutsche Volksschule in Ranzern besteht seit dem Jahr 1760. Das alte Schulhaus (Nr. 2) diente dem Unterricht für die Gemeinden Ranzern, Zeisau, Roschitz, Pistau und Hossau. Das jetzige Schulhaus wurde 1889 erbaut. Ranzern ist eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 acht deutsche und vier tschechische Gemeinderäte. Die Schule und Pfarre war im Ort, Post, die nächste Bahnstation und die Gendarmerie waren in Iglau.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Der Kalender nennt 36 Häuser und 269 Einwohner. Die Gemeindevertretung ist auf 1897 datiert; als Gemeindevorsteher erscheint Franz Pollierer. Die einklassige Schule leitete Ferd. Graßl, als Pfarrer wird Thomas Karbasch genannt. Die Postverbindung führte über die Landpost von Stannern; als Gastwirt erscheint Franz Modl.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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Církevní slavnost v obrazu domova

V básni „Reisen in der Heimat“ (Cesty po domově) z roku 1899 uvádí Michel Treu pro obec Ranzern červnový svátek svatých Petra a Pavla. Církevní slavnosti líčí jako příležitost setkat se s příbuznými a známými z jiných obcí. Slavnost tak v básni patří k církevnímu roku i ke společenskému životu venkova.

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