Um die zwei Dorfteiche stehen die stattlichen Gehöfte von Dobrenz und wenden saubere Giebel zur Dorfmitte. Ein schmuckes Dorfbild mit breiten Dächern, ruhigem Teichspiegel, grünem Rasen und reinen Wegen.
Der Dorfname Dobrenz erscheint in verschiedenen Formen: 1351 Dobrans, 1411 Dobronytz, 1493 Dobrans, 1548 Dobrons, 1536 Dobronin, 1604 Dobranß, Doberans, Dobrenß, sonst im 17. Jahrhundert Dobrantz, Dobranitz, 1848 wird es (in Palacky, Popis kralovsti ceskeho) neben Dobrenz auch Dobrodin, Dobronin genannt. Der Name wird wohl auf einen Personennamen Dobran oder Dobron zurückgehen. Danach wäre Dobrans und Dobrons ähnlich wie Wolframs gebildet und würde den Ort eines Dobran, Dobron bezeichnen. Dieser deutschen Namensbildung würde auch die slawische Bezeichnung Dobronin entsprechen. Ebenso bedeutet Dobronytz und Dobranitz (Dobran-ici, Dobranice) den Ort der Nachkommen eines Dobran. Man kann daher den heutigen Dorfnamen als deutsche Form für Dobrans-Ort, Dorf eines Dobran ansprechen.
Nach den bisher bekannten Urkunden gehörte Dobrenz zunächst zur Herrschaft Polna. Die Polnaer Burg erscheint 1310 im Besitz der Herren von Leipa. Ein Zweig der Familie nannte sich nach seinem bevorzugten Wohnsitz von Pirkstein. Eine Tochter des Ignaz Ptatschko von Pirkstein vermählte sich mit Viktorin, dem Sohne des Königs Georg von Podebrad, der mit einer Unterbrechung die Herrschaft Polna bis zum Jahr 1486 innehatte. Er schenkte den Zins von drei Bauernhöfen in Dobrenz der Stadt Polna, Diese drei unterstanden fortan der Gerichtsbarkeit und Abgabenverpflichtung nach der Stadt Polna, ferner noch ein viertes Anwesen, das (wie im Jahr 1536 bezeugt wird) dem Richter von Schützendorf unterstand und seine Zinsungen und Roboten zum Schlosse Polna zu entrichten hatte.
Die vier Anwesen (heute Nr. 16, 26, 27, 28) verblieben bis ins 19. Jahrhundert in Verbindung mit Polna, während das Dorf wiederholt seine obrigkeitlichen Herren wechselte. Auf Viktorin folgten die Boczek von Kunstadt (1486—1515), dann die Treczka von Lipa auf Lipnitz (1515—1536). Johann Trczka von Lipa verkaufte 1536 das Gut Schrittenz, die Dörfer Seelenz und Dobrenz und das wüste Dorf Heraltiz um sechshalbtausend böhmischer Groschen an die Stadt Iglau. Ausgenommen waren vom Dobrenzer Besitz die vier oben genannten Anwesen. Die Iglauer Obrigkeit dauerte bis in den Dreißigjährigen Krieg, in dem die Stadt ihren Schrittenzer Gutsbesitz 1625 an den Kaiserrichter Heidler von Bukau verkaufen musste. Seitdem wechselten die Herren (Pachta von Reihofen, Grafen Sinzendorf, Moritz von Sachsen, Freiherrn von Palm, Hohenzollern), bis das für die Bauern segensreiche Jahr 1848 die Bauern frei machte.
Aus der Zeit der Zugehörigkeit von Dobrenz zu Iglau (1536—1625) haben sich verschiedene Rechnungen erhalten. „Dobranß" gab 1604 und 1606 zu Georgi 11 Schock 6 Groschen Zins, zu Michaeli ebensoviel. Das „Dobroner" Grasgeld betrug im Jahr 1604 drei Posten: 4 Schock 35 Groschen, 5 Schock 37 Groschen und 5 Schock 56 Groschen. Der Richter von „Doberans" entrichtete in diesem Jahre 1 Schock Weingeld zu Michaelis. Das „Zehentgeld Michaelis oder Mandlgeld" machte von den „Dobranern" 51 Groschen aus. 1604 lag ein öder Hof hinter Dobrenz. Die Felder benützten die übrigen Dobrenzer und entrichteten für die einzelnen Beete einen Zins (kumbt von einem schockh
Pett zugen 6 Groschen Meißnisch). Im Jahr 1606 zahlten die Dobrenzer von 87 Mandeln „Zehentgeld" 7 Schock 54 Groschen.
Einige der heutigen Hausnamen treten 1604 und 1606 als Personennamen uns entgegen. So werden in jenen Jahren genannt: Matl gmelichon (wahrscheinlich heute
Nr. 2 Melon), Mirt Jacksch (heute
Nr. 5 Joksch), Wastl Tischler (heute
Nr. 7 Wastl), Kuba Schoffer (heute
Nr. 9 Schoffer), Mirt Matl (heute
Nr. 11 Matal), Paul Schlegel (heute
Nr. 12 Schlegel), Urba Grahanßl (heute
Nr. 13 Grahansl), Greger Weber (heute
Nr. 24 Weber), Matl Riepl (heute
Nr. 15 Riapl), Lucksch Nimerrichter (heute
Nr. 18 Nimriehter), Adam Neypauer (heute
Nr. 23 Naiper-Neubauer), Paul Umbhauß (heute
Nr. 30 Imshaus und Familienname Umshaus
Nr. 12), Urba Peßpauer (heute
Nr. 31 Beißber), Urba Peer (heute
Nr. 32 Beer), Zeitra pritz (vielleicht heute
Nr. 34 „Pritsch"), ferner werden die Personennamen Petschenkho genannt, der noch im Orte vorkommt und Sontagman. Außer diesen war noch der Richter.
Die Dampfziegelei wurde 1885/86 in der Gemeindeflur „Mitterholz" von Bittner aus Polna errichtet und kam dann in den Besitz der Familie Kern in Altenberg. Im Jahr 1870 kaufte derselbe Bittner die Gemeindewiese bei der „Pasderner" um 700 Gulden und erbaute hier eine Seilfabrik. Sie wurde aber 1875 aufgegeben und im Lizitationswege von Josef Inwald (Edlen von Waldtreu) um 34 000 fl. erstanden. Der Käufer verkaufte die Seilereinrichtung um 17 000 fl. und richtete eine Glasschleiferei ein, die sich zu einem großen Unternehmen der Aktiengesellschaft Inwald entwickelte (vergleiche Deutsch- Schützendorf).
1945 (1924 in Klammern) bestanden folgende Besitzverhältnisse:
Nr. 2 „Melon" Franz Schloßniki, 23,00 ha (Josef Schloßniki, 22,56 ha).
Nr. 3 „Schuster" Franz Stummer, 10,00 ha (Josef Stummer, 15,31 ha).
Nr. 4 „Mauerer" Johann Gömer, 2,00 ha (Johann Görner, 1,60 ha).
Nr. 5 „Joksch" Franz Czepl, 29,00 ha.
Nr. 6 Marie Toscher.
Nr. 7 „Wastl" Franz Brosch, 37,00 ha (Johann Beer, 26,69 ha).
Nr. 8 „Schoffers Kosten" (Frantisek Barta, 3,20 ha, Tscheche).
Nr. 9 „Schoffers" Franz Janko, Gastwirt, 12,97 ha (Johann Janko). Die Anwesen
Nr. 8, 9, 58, 60 und 61 entstanden 1880—1890 aus den Wohn- und Wirtschaftsgebäuden des früheren Gehöfts „Schoffer".
Nr. 10 „Drab" (Veit Polreich, 21,63 ha.
Nr. 11 „Matal" Frantüek Nowak, 17,60 ha, Tscheche.
Nr. 12 „Schlegel" Katharina Umshaus, 19,00 ha (Franz Umshaus, 19,40 ha).
Nr. 13 „Grahansl" Anton Grünwald, 53,00 ha (Anton Grünwald, 53,70 ha).
Nr. 14 „Hoinauer" (Franz Toscher, 9,72 ha).
Nr. 15 „Rippla" Josef Kreuz, 27,00 ha (August Kreuz, 26,67 ha).
Nr. 16 „Gonswohl" (Wenzl Hintenaus, 18,71 ha).
Nr. 17 „Gonswohl Stübler" Franz Mattl, 5,85 ha (Franz Mattl, 5,85 ha).
Nr. 18 „Nimriehter" Johann Michelfeit, 26,00 ha (Elisabeth Michelfeit, 25,10 ha).
Nr. 19 „Gemeindeschmiede" Franz Gömer, 0,70 ha.
Nr. 20 „Oberschneider" Rudolf Fresser, 4,53 ha (Rudolf Fresser, 4,53 ha).
Nr. 21 „Haramker" Johann Urz, 0,80 ha (Johann Janko, 4,80 ha).
Nr. 22 „Hirt" Franz Duschek, 5,00 ha (Johann Duschek, 4,50 ha).
Nr. 23 „Naiper" Josef Janko, 35,00 ha (Franz Janko, 34,93 ha).
Nr. 24 „Weber" (Andreas Morkus, 6,24 ha).
Nr. 25 „Scherhäusler" (Antonin Dvorzak, 1,58 ha, Tscheche).
Nr. 26 „Klemat" (Jan Mercel, 21,49 ha, Tscheche).
Nr. 27 „Morkas" (Josef Brtnicky, 13,65 ha, Tscheche).
Nr. 28 „Toscher" Marie Toscher, 35,00 ha (Anna Toscher, 33,99 ha).
Nr. 29 „Imshaupt-Stübler" Mathias Rippl, 5,00 ha (Mathias Rippl, 5,20 ha).
Nr. 30
„Imshaus" Andreas Reznik, 6,00 ha (Josef Schindler, 5,70 ha).
Nr. 31 „Beisber" Franz Altrichter, 27,00 ha (Johann Nowak, 26,19 ha).
Nr. 32 „Beer" Franz Petschenka, 26,00 ha (Johann Petschenka, 25,43 ha).
Nr. 33 „Filzbauer" Wenzl Harnold, 13,00 ha (Wenzl Harnold, 6,99 ha).
Nr. 34 „Pritsch" Anton Niebier, 24,93 ha (Anton Niebier, 24,93 ha).
Nr. 35 „Wirt" Franz Janko, 21,00 ha (Johann Rippl-Toscher, 17,87 ha).
Nr. 36 „Maurer-Schuster" Wenzl Klement, 3,00 ha (Josef Toscher, 3,39 ha).
Nr. 37 „Inter-Schneider" Franz Grubauer, 2,00 ha (Andreas Grubauer, 2,28 ha).
Nr. 38 „Tümpler" Johann Bratrschofsky, 4,00 ha (Franz Bratrschofsky, 4,14 ha).
Nr. 39 „Leiweber" Johann Toscher, 12,00 ha (Anton Toscher, 12,37 ha).
Nr. 40 „Solzhondler-Zimmermann" Johann Schloßnikl, 1,00 ha (Johann Janko).
Nr. 41 „Jakobl" Josef Klement, 8,00 ha (Mathias Klement, 8,43 ha).
Nr. 42 „Michel" Wenzl Hintenaus, 12,00 ha (Wenzl Hintenaus, 12,65 ha).
Nr. 43 „Wirts-Häusler" Franz Toscher, 8,00 ha (Josef Jelinek, 8.39 ha).
Nr. 44 „Nimrichter-Häusl" gehört zu Hs.
Nr. 18.
Nr. 45 „Wolch" (Tuchwalke der Tuchmacherzunft Polna).
Nr. 46 „Pasderner" (frühere Flachsbreche, Gemeindebesitz).
Nr. 47 „Flußhaus" gehört zu Hs.
Nr. 13 (früher Pottascheerzeugung).
Nr. 48 Schule.
Nr. 49 „Bahnwächter".
Nr. 50 Stationsgebäude, Polna-Stecken.
Nr. 51 (Bahnmagazin).
Nr. 52 (Fabriksbeamtenhaus der Fa. Inwald).
Nr. 53 (Fabrik, Glasschleiferei).
Nr. 54 „Käsern" (Arbeiterhaus der Fa. Inwald).
Nr. 55 „Routs Häusl" Josef Mokry, 2,50 ha (Josef Mokry, 2,45 ha).
Nr. 56 „Wiesenschneider" Josef Ganswohl, 1,00 ha (Johann Ganswohl, 1,18 ha).
Nr. 57 „Urz" Johann Pitlik, 8,20 ha (Franz Pitlik, 5,94 ha).
Nr. 58 „Kastl-Schuster" (Johann Kunst, 1,99 ha).
Nr. 59 „Scheibwächter" Rudolf Fresser, 2,00 ha (Barbara Fresser, 2,36 ha).
Nr. 60 (Josef Mischinger, 0,35 ha).
Nr. 61 (Johann Janko).
Nr. 63 und 64 „Ziegelhütten" (Hans Kern, Altenberg, 21,18 ha, Wohnhaus und Arbeiterhaus).
Nr. 65 und 69 (Fabrikteile der Firma Inwald).
Nr. 68 Josef Schloßniki.
Nr. 70 „Hoinauer" Friedrich Klement, 0,88 ha (Friedrich Klement, 0,88 ha).
Nr. 71 (Ziegelei Kern, Arbeiterhaus).
Nr. 72 Wenzl Schloßnikl (Johann Schloßniki).
Nr. 73 Mathias Kabelka, 5.40 ha (Mathias Kabelka, 5,40 ha).
Nr. 74 „Mateij" (Mathias Ganswohl, 0,69 ha).
Nr. 75 „Naipers Häusl" gehört zu Hs.
Nr. 23.
Nr. 76 „Toschers Häusl" (gehört zu Hs.
Nr. 28).
Nr. 77—79 (Arbeiterhäuser der Firma Inwald).
Nr. 80 Franz Barth
Nr. 81 „Ganswohlhäusl (Jan Ganswohl, 0,52 ha, Tscheche).
Nr. 82 ..Hofmann" Johann Hoffmann.
Nr. 83 (Arbeiterhaus der Firma Inwald).
Nr. 84 Franz Kubat.
Nr. 87 Franz Polzer, 0,40 ha.
Nr. 88 Franz Barth
Nr. 89 Marie Bärtl.
Nr. 90 Mathias Reznik.
Nr. 92 Johann Polzer.
Nr. 95 Wenhardt Fresser. Kr. 108 August Mischinger, 2,00 ha.
Nr. 110 Johann Pokorny.
Nr. 111 Johann Augustin.
Nr. 112 Mathias Weber.
Nr. 113 Franz Jakub.
Nr. 114 Anton Görner. Gemeindebesitz 97,28 ha, öffentliches Gut 20,53 ha. Gesamtausmaß mit dem eingemeindeten Philippsdorf 901 ha.
Dobrenz war eine selbstständige Gemeinde, 1939 mit sechs deutschen und neun tschechischen Gemeinderäten. Die Schule ist im Ort. Die Schulgründung soll bis ins Jahr 1720 zurückgehen. Das jetzige Schulhaus wurde im Jahr 1851 erbaut. Die Pfarre war in Seelenz, Post und Gendarmerie in Deutsch-Schützendorf, die Bahnstation war Polna-Stecken, Haltestelle der Lokalbahn Polna- Stecken — Polna-Stadt im Ort.

Die
Dampfziegelei wurde 1885/86 in der Gemeindeflur "Mitterholz"
von Bittner aus Polna errichtet und kam dann in den Besitz der Familie
Kern aus Altenberg. Im Jahr 1870 kaufte derselbe Bittner die Gemeindewiese
bei der ,,Pasderner" um 700 Gulden und erbaute hier eine Seilfabrik.
Sie wurde aber 1875 aufgelassen und im Liquitationsverfahren von Josef
Inwald (Edlen von Waldtreu) um 34 000 fl. erstanden. Der Käufer verkaufte
die Seilereinrichtung um 17 000 fl. und richtete eine Glaßschleiferei
ein, die sich zu einem großen Unternehmen der Aktiengesellschaft
Inwald entwickelte (siehe Deutsch – Schützendorf ).