Der Wechsel der Jahreszeiten prägte das Leben in den Dörfern: Feldarbeit und Ernte, die Arbeit auf dem Hof sowie Feste und Bräuche bestimmten den Jahreslauf.
Im Rhythmus der Jahreszeiten
Der Jahreslauf verbindet die Arbeit auf dem Hof mit dem Leben der Dorfgemeinschaft. Der Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel von 1899 macht diesen Zusammenhang Monat für Monat sichtbar: Im Juni beschreibt er die Pflege der Feldfrüchte, im Juli die Ernte und die Nutzung der Stoppelfelder. Die überlieferten Weihnachtsschilderungen führen in die winterlichen Stuben. Beim Federschleißen kamen gemeinsame Arbeit und Erzählen zusammen.
So führt der Beitrag durch das bäuerliche Jahr und verbindet Feldarbeit, Haus und Hof mit Festen, Bräuchen und Begegnungen.
Das Leben auf dem Hof
Zum Hof gehörten neben dem Wohnhaus die landwirtschaftlichen Gebäude und Einrichtungen, vielfach auch ein Ausgedingehaus. Bei der Anerbensitte übernahm ein Erbe den Hof, während die Miterben mit Geld abgefunden wurden. Die Verhältnisse eines einzelnen Hofes werden anhand seiner örtlichen Unterlagen beschrieben.
Die Orte erkunden
Die Ortsseiten bilden den Zugang zu dieser Landschaft. Familiengeschichte und Namensuche werden später darauf aufbauen. Zuerst stehen die Dörfer und ihre Lebensbedingungen im Mittelpunkt.
Der übernommene Kulturbeitrag berichtet von Hochzeitsvorbereitungen, dem Kammerwagen mit der Aussteuer sowie Musik und Tanz. Die Weihnachtsseite erzählt vom Federschleißen als gemeinsamer Arbeit und Gelegenheit zum Erzählen. Diese Schilderungen geben Anhaltspunkte für die weitere Sammlung; Ort, Zeitraum und Herkunft der einzelnen Überlieferungen sind noch genauer zuzuordnen.
K hospodářským dějinám vesnic patřily také Raiffeisenkassen, družstevní záložny založené na vzájemné pomoci. Altrichter je popisuje jako významnou podporu rolníků a uvádí dvacet místních záložen s roky založení.
Přehled přebírá údaje z jeho Dörferbuchu. Jako podklad kniha uvádí číslo 69 „Mitteilungen für Heimatkunde in der Iglauer Sprachinsel“, přílohy Mährischer Grenzbote z května 1935. Názvy obcí jsou uvedeny v německé podobě.
Roky založení podle Altrichterova Dörferbuchu, s. 199
Okres podle předlohy
Obec
Rok založení
Iglau
Gossau
1909
Iglau
Hochdorf
1912
Iglau
Iglau
1930
Iglau
Misching
1900
Iglau
Ranzern
1899
Iglau
Sollowitz
1899
Iglau
Stannern
1899
Iglau
Wilenz
1899
Deutsch-Brod
Frauental
1904
Deutsch-Brod
Hochtann
1899
Stecken
Bergersdorf
1897
Stecken
Deutsch-Gießhübel
1899
Stecken
Deutsch-Schützendorf
1914
Stecken
Dobrenz
1911
Stecken
Ebersdorf
1900
Stecken
Schlappenz
1896
Stecken
Schrittenz
1905
Stecken
Seelenz
1900
Stecken
Simmersdorf
1910
Stecken
Stecken
1899
Pramen: Anton Altrichter, Dörferbuch der Iglauer Sprachinsel.
Ein Jahr zwischen Feldarbeit, Markt und Weltgeschehen
Der Deutsche Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel von 1899 begleitete seine Leser durch das Jahr. Neben Ortsangaben stehen praktische Ratschläge, Markttermine, Geschäftsanzeigen, Erzählungen und politische Berichte. So begegnen sich in einem Band das Leben auf den Höfen, die Stadt Iglau und Ereignisse weit über die Sprachinsel hinaus.
Das bäuerliche Jahr
Im monatlichen „Wirthschaftskalender“ wird der Rhythmus der Feldarbeit sichtbar. Für Juni werden das Ausfahren und Unterpflügen des Düngers, die Pflege der Erdäpfel und Wurzelgewächse sowie der Rübenanbau empfohlen. Im Juli geht es um den richtigen Erntezeitpunkt, Saatgetreide, das Binden der Gerste und die Nutzung der Stoppelfelder für weiteres Futter. Daneben konnten Einnahmen und Ausgaben eingetragen werden.
Diese Empfehlungen zeigen, welche Arbeiten der Kalender seinen Lesern nahelegte. Sie beweisen nicht, dass jeder Hof und jedes Dorf genau danach wirtschaftete. Auch die Bauernregeln und Wettervorhersagen gehören zur damaligen Überlieferung; sie sind keine heutigen wissenschaftlichen Wetterprognosen.
Handel, Gewerbe und Begegnung in Iglau
Die Anzeigen machen das Geschäftsleben anschaulich. Das Caffee Simader am Hauptplatz wirbt als Treffpunkt der Geschäftsreisenden, mit Zeitungen und Zeitschriften und als Stammlokal des Iglauer Schachclubs. Ignaz Christ kündigt seine Pilsner-Bierhalle in der Leupoldgasse 14 mit Küche, Garten sowie Räumen für Hochzeiten und Vereine an. Solche Anzeigen nennen Orte, an denen Menschen zusammenkamen, und zeigen die Verbindungen zwischen Handel, Geselligkeit und Vereinsleben. Es sind Selbstdarstellungen der Betriebe, keine unabhängigen Qualitätsurteile.
Zusammenleben und nationale Abgrenzung
Zum Bild dieser Zeit gehören auch die Spannungen. Herausgeber war der Deutsche Verein für Iglau und Umgebung. Schon sein Vorwort ruft die deutschen Bewohner von Stadt und Land zum Zusammenschluss auf. Vor dem Anzeigenteil fordert ein „Mahnwort“ dazu auf, den Bedarf nur bei Geschäftsleuten zu decken, die sich zur eigenen nationalen Gemeinschaft hielten. Besonders Frauen und Mädchen werden aufgefordert, vor dem Einkauf die Anzeigen zu lesen.
Sinngemäß lautet die Botschaft: bei Deutschen kaufen. Diese Zusammenfassung ist kein wörtliches Kalenderzitat. Die Aufforderung machte auch den Einkauf zu einer Frage nationaler Zugehörigkeit: Unterstützung der eigenen Gruppe verband sich mit der Abgrenzung gegenüber anderen. Das ist ein Zeugnis der Haltung der Kalenderleitung, kein Beleg für die Einstellung sämtlicher Einwohner oder für jeden Kontakt zwischen Deutschen, Tschechen und jüdischen Bewohnern.
Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899, Vorwort, Juni/Juli, Anzeigen und „Mahnwort“.
Zimní práce na statku
Ani v zimě práce neustávala. Rady pro leden 1887 doporučovaly kontrolovat uložené brambory a další zeleninu, připravovat krmivo a udržovat stáje v teple. Počítaly také s ošetřováním ovocných stromů, opravami plotů, těžbou dřeva a jeho dopravou na pily. Zásoby, péče o zvířata a příprava dalšího hospodářského roku spolu úzce souvisely.
V březnu měli hospodáři připravit osivo a začít s polními pracemi, jakmile to počasí dovolilo. V dubnu pokračovalo setí a do května mělo být dokončeno sázení brambor a řepy. Pořadí prací tedy záviselo také na počasí.
V červnu přicházelo senosečení a ošetřování bramborových a řepných polí. Současně bylo třeba připravit stodoly a mlaty na sklizeň. Za teplého počasí mohlo v červenci začít sečení obilí. Pro těžce pracující tažná zvířata kalendář doporučoval více krmiva.
Na podzim na sklizeň navazovala příprava zásob. V říjnu se měly sklízet brambory, řepa a zelí, ukládat ovoce a zpracovávat len. V listopadu kalendář doporučoval nakládat zelí. Uložené ovoce, sklepy a zásobní jámy vyžadovaly další kontrolu.
Tyto měsíční pokyny byly radami pro čtenáře kalendáře z roku 1887. Ukazují souvislost polní práce, zásobování domácnosti a péče o zvířata; nejsou pracovním deníkem jednotlivého statku.