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Zeisau Čižov

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Karte der Iglauer Sprachinsel
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  1. 1359Bis 1499

    Von Frenzlin Schober kam es 1359 an die Brüder Chrabek und Woyslaw von Pozdetin.

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  2. 15241500–1799

    Leupold vermerkt in seiner Iglauer Chronik im Jahr 1524: „Zeisaw heißt Behemisch Cziziow".

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  3. 19141800–1918

    Darüber steht einfach und eindrucksvoll: „Zu Ehren der gefallenen Krieger 1914—1918".

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  4. 19391919–1945

    Zeisau als selbstständige Gemeinde hatte 1939 zwölf deutsche Gemeinderäte.

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Ortsgeschichte

Zeisau

Auf der Straßenhöhe nächst Zeisau ragt das Kriegerdenkmal der mährischen Landgemeinden der Iglauer Sprachinsel stattlich empor. Aus massigem Unterbau steigt ein achteckiger Obelisk auf, der oben ein Opfer- und Gedenkfeuer trägt, das in Goldbronze weithin leuchtet, wenn die Sonnenstrahlen darauf blinken. Im ernsten Granit sind die Namen der vielen Krieger eingemeißelt, die die Heimat in dem furchtbaren Krieg verloren hat. Aus Lorbeer windet sich ein Kranz, an den sich die Worte schmiegen: „Die Heimat ihren treuen Söhnen". Darüber steht einfach und eindrucksvoll: „Zu Ehren der gefallenen Krieger 1914—1918". Die Rückseite vermerkt: „Zum Gedenken! Von den mährischen Landgemeinden der Iglauer Sprachinsel über Anregung des Herrn Abgeordneten Franz Köpernik aus Zeisau Nr. 4." Der Entwurf des Denkmals stammt vom Architekten Emanuel Lang, die Ausführung von E. Markus, Iglau.

Von der Denkmalshöhe sieht der Blick auf das Dorf Zeisau herab, dessen Gehöfte mit roten und dunklen Dächern, mit grünen und weißen Wänden schmuck beisammenstehen. Der Igelbach schlängelt durch den grünen Wiesenplan, Erlengestaude und Erlenbäume begleiten ihn und ein Brücklein führt hinüber ins Dorf. Ein spitzer Kapellenturm überragt die Häuser. Die große Kapelle ist in gotischen Formen im Jahr 1911 erbaut. Gott zur Ehr! Nicht weit von ihr steht den Menschen zur Wehr das Häuschen der Feuerwehr, die Spritze und andere Feuerlöschgeräte bergend. Von der Dorfmitte erklingt des Schmiedehammers pink-pank, rechts und links öffnen die Gehöfte ihre großen Torbogen gegen den schmalen Dorfanger. Die Wohnhäuser wenden ihre blanken Stirnen nach vorne, im Giebel blinken zwei oder drei Fenster. Sind es zwei, dann ist ein Heiligenbild dazwischen oder es höhlt sich eine kleine

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Nische ein, in der ein heiliger Florian das Haus schützt oder die Gottesmutter betet. Die nördliche Häuserreihe hat die Wölbungen der Keller vor sich.

Der Name Zeisau ist noch unerklärt, der Anfang des Ortes unbekannt. Die Schreibformen des Namens waren „Czeysaw, Czyschaw" im 14. Jahrhundert (dabei ist zu beachten, dass der U-Laut früher mit dem W-Zeichen geschrieben wurde), „Czeysaw, Czezsaw, Zzeusow, Zeisau, Zeyssaw" im 16. Jahrhundert, „Zeusau, Zeisaw, Zeusaw, Zayßaw, Zeyssaw, Zeüssaw, Zaysaw,. Zeißau Zeüssaw, Zayßaw, Zeisau" im 17. Jahrhundert. Leupold vermerkt in seiner Iglauer Chronik im Jahr 1524: „Zeisaw heißt Behemisch Cziziow". Der Name könnte mit dem altdeutschen Personennamen Zeizo, Zeiso, dessen Stamm in den heutigen Familiennamen Zeitz, Zeiß, Zeuß, Zeizinger erhalten ist, in Verbindung gebracht werden. Der tschechischen Form könnte der slawische Personenname Ciz = Zeisig zugrunde liegen, so dass Cizov den Besitz eines Ciz bezeichnen würde. Bei Znaim ist ein Ort Zeisa, tschechisch Cizov.

Aus dem 14. Jahrhundert bezeugen Urkunden, dass Zeisau der reichbegüterten Familie Schober gehört hat. Von Frenzlin Schober kam es 1359 an die Brüder Chrabek und Woyslaw von Pozdetin. Diese wurden 1360 vom Markgrafen Johann Heinrich damit belehnt und hatten ihm dafür zwei geharnischte Krieger zu stellen. Sie waren aber nicht lange im Besitz des Ortes, denn bereits 1366 erscheint Peter Hecht von Rosyc mit zehn Lahnen, einem Gehöft und anderen Rechten landesfürstlich belehnt. Dieser verkaufte seine Grundrechte im Jahr 1386 an den Iglauer Stadtrichter Jakob von Pilgram und dessen Bruder Johann. Bei diesem angesehenen Iglauer Geschlecht verblieb Zeisau bis zum Jahr 1480, in dem es an die Iglauer Bürger Gregor und Johann Eberhartel kam.

Die beiden Brüder hinterließen es je zur Hälfte an ihre Kinder, von denen Ludwig Eberhartel seine Halbscheit 1505 an die Iglauer Bürger Bartholomäus Gredler und Georg Matzko gelangen ließ. Der erstere trat seinen Anteil 1508 an Matzko ab, der 1522 auch die andere Hälfte von den Waisen nach dem Wenzel Eberhartel erwarb. Sein Sohn Augustin Matzko verkaufte 1545 Zeisau sowie Neustift und Poppitz um 5700 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) dem Iglauer Bürger Peter Schmilauer. Die Matzko nannten sich nach dem Besitz Cziziowsky und hatten auch Battelau. Chronist Leupold sagt, Zeisau heißt: „Behemisch Cziziow, von dem kommen her das Geschlecht der Edelleut Cziziowsky".

Im Jahr 1558 verkaufte Johann Schmilauer alle drei Dörfer um 5800 Schock Groschen an die Stadt Iglau, welche die Grundrechte bis 1778, beziehungsweise 1848 innehatte.

Die Bauern hatten an die Grundherrschaft (Herrschaft über Land und die davon abhängigen Bauern) Zinse zu entrichten, den Meierhof (ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb des Grundherrn) bewirtschaftete die Herrschaft. Im Jahr 1630 waren in Zeisau 15 Untertanen (Menschen, die einer Grundherrschaft oder einem Landesherrn unterstanden) gegen 16 in früherer Zeit. Sie hatten damals im Jahr 5 Schock 53 Groschen Zins zu leisten und zwar zu Michaeli 3 Schock, zu Georgi 2 Schock 53 Groschen. Im Jahr 1636 betrug der Dorfzins zu Georgi und Michaeli je 4 Schock 34 Groschen, im Jahr 1620 je 4 Schock 35 Groschen 4 Denare (Denare, kleine historische Münzeinheiten). Die Stadtgemeinde Iglau bewirtschaftete den Meierhof selber, auf dem ein Schaffer war.

1615 werden folgende Zeisauer genannt: der Richter „Rinogle", „Hanß Zodl, Barttle kenle, Paul Fürst", im Jahr 1636: „Wencz Rebhan, Mathes Keppel, Greger Fürst. Krumma Alter Thoma", im Jahr 1662 „Bartl Schaff er, Mathes Rienagl, Martin Redimacher".

Im Jahre 1668 war der Richter Luxschandle und folgende Bauern: Philiep
Schwop, Martin Riennagel, Pauli Biederman, Vrban Schwob, Martin Redel-
macher, Hanß Pf oberl, Luckaß Schaff er, Mathes Riennagel, Symon Zotl, Peter
Zwergl, Matheß Rubenkopff, Matheß Reiß, der Kruppen Macher, Matheß                 •]
Fürst, Jacob Achazs, Alte Zodl.                                                     "
    Im Jahre 1778 wurden die städtischen Meierschaftsgründe in Erbpacht ab- '      •;
gegeben. Nr. 2 Johann Lukschanderl 6 M 6V2 mß. Nr. 15 Franz Achatzy 5 M             '
153/4 mß. Nr.23 Mathes Achatzy 1 M 7 mß. Nr. 24 Mar. Teltscher 1 M 133/4 mß.
Nr. 25 Josef Pistauer 67 M 8V4 mß. Nr. 25 A (später 27) Tomas Faber 76 M             j
93/4 mß. Nr. 25 B (später 28) Mat. Bidermann 75 M 123/4 mß. Nr. 25 C (später 29)     j
Mat. Hruschka 63 M 83A mß. Georg Lang von Neustieft 7 M ll s /4 mß. Mar.
Fichsel von Roschitz 6 M 9 mß. Mat. Franz von Wilenz 4 M 12 mß. Gemeinde             ;
22 M l3/4 mß.
   In dem Dorfe waren damals (1778): Nr. 1 Thomas Achatzy 151 M HV4 mß.              g
Nr. 2 Johann Lukschanderl 150 M 3V4 mß. Nr. 3 Wittib Modlien 133 M 474 mß.           "
Nr. 4 Aug. Rinogl 299 M 63/4 mß. Nr. 5 Josef Körber 131 M 11 mß. Nr. 6 Johann
Rinogl 136 M 83A mß. Nr. 7 Math. Faber 138 M IV4 mß. Nr. 8 Wittib Körberinn.        ~
Nr. 10 Lorenz Körber 67 M 12V4 mß. Nr. 11 Jakob Hofmann 159 M IV2 mß.
Nr. 12 Lorenz Rinogl 159 M 13 mß. Nr. 14 Andres Lukschanderl 70 M 123/4 mß.         ~
Nr. 15 Franz Achatzy 33 M I5V2 mß. Nr. 16 Johann Hoffmann 138 M 153/4 mß.            \
Nr. 17 Jahob Ruschka 148 M 63/4 mß. Nr. 18 Joseph Lukschanderl. Nr. 19              }.
Augustin Rinogl. Nr. 20 Gemein Schmitten. Nr. 21 Mathes Pistauer. Nr. 22           '••
Hirtenhaus. Nr. 23 Mathes Achatzy 54 M 103A mß. Nr. 26 Brandweinhaus.
Nr. 27 Joseph Rinogl. Die Gemeinde hatte an früheren Besitz 96 M IOV2 mß.            -j
   Zeisau umfaßte damals 2564 M 2V4 mß, davon waren 2223 M 13V4 mß                      1
untertänig, der Rest 340 M 5V2 mß obrigkeitlich. Bei der Aufteilung des                 j
Meierhofes behielt sich die Iglauer Stadtgemeinde den Wald. Die Erwerber                J
der ehemaligen Meierschaftsgründe hatten jährliche Zinse zu zahlen, die bei             §
der Grundablösung im Jahre 1848 aufgehoben wurden.                                      3
    Das Gemeindekataster von Zeisau weist 1945 folgende Eigentumsverhält-
nisse aus (in Klammern Stand 1924):Nr. 1 „Fürst" Franz Achatzi, 38,00 ha
(Franz Achatzi, 39,45 ha). Nr. 2 „Lukschanderl" Jakob Achatzi, 28,83 ha (Jakob      1
Achatzi, 24,83 ha). Nr. 3 „Schwab" Johann Wursche, 36,00 ha (Josef Wursche,         1
77,39 ha). Nr. 4 „Pollak" Franz Köpemik, 57,64 ha (Franz Köpemik, 57,55 ha).        ]
Nr. 5 „Biedermann" Josef Pauser, 32,00 ha (Franz Pauser, 35,54 ha). Nr. 6           J
„Schwab" Josef Köpemik, 34,00 ha (Johann Pistauer, 38,86 ha). Nr. 7 „Tom-           1
pierer" Franz Faber, 36,00 ha (Franz Faber 35,23 ha). >Nr. 8 „Bachzimmer-           1
mann" Anton Weber, 3,00 ha (Franz Köpemik, 2,36 ha). Nr. 9 „Maurer" (Josef
Waclawek, 1,55 ha). Nr. 9 b „Holzheger" Mathias Chwatal, 1,00 ha (Mathias
Chwatal, 1,54 ha). Nr. 10 „Melion" Andreas Patri, 2,20 ha (Thomas Patri,
1,85 ha). Nr. 11 „Lukas" Johann Wursche, 27,03 ha (Josef Wursche). Nr. 12           .1
„Rinogl" Andreas Polierer, 29,75 ha (Andreas Polierer, 29,14 ha). Nr. 13 „Zodl"      1
Josef Withelm, 33,82 ha (Laurenz Pistauer, 34,88 ha). Nr. 14 „Neubauer" Josef       M
Wursche, 16,73 ha (Josef Wursche). Nr. 15 „Bauernschneider" Franz Toma-
schek, 17,00 ha (Johann Tomaschek, 15,90 ha). Nr. 16 „Neuwirt an der Kapel-
len" Johann Miksche, 35,00 ha (Johann Miksche, 37,12 ha). Nr. 17 „Schindler"
Martin Wursche, 27,10 ha (Martin Wursche, 28,68 ha). Nr. 18 „Einräumer" Paul

Sellner (Franz Fortelny, 0,31 ha).

Nr. 19 „Tomer" Katharina Köpernik, 16,00 ha (Philipp Köpernik, 16,23 ha).

Nr. 20 „Schmied" gehört zu Hs.

Nr. 4 (Johann Nowak).

Nr. 21 „Melcher" Franz Modi, 7,25 ha (Franz Melcher, 2,51 ha).

Nr. 22 Hirtenhaus.

Nr. 23 „Gruppenmacher" Johann Achatzi, 16,00 ha (Paul Achatzi, 15,17 ha).

Nr. 24 „Sever" gehört zu Hs.

Nr. 27 (Paul Severin, 2,08 ha).

Nr. 25 „Schaffer" Franz Pistauer, 21,65 ha (Franz Pistauer, 20,07 ha).

Nr. 26 „Pertlik" Martin Sellner, 2,50 ha (Martin Sellner, 0,56 ha).

Nr. 27 „Andrias" Martin Faber, 17,00 ha (Martin Faber, 17,53 ha).

Nr. 28 „Neuwirt am Hof" Paul Biedermann, 17,00 ha (Paul Biedermann, 17,41 ha).

Nr. 29 „Wondrak" Mathias Modi, 20,71 ha (Jakob Wondrak, 20.71 ha).

Nr. 30 „Ober-Gasthaus" Katharina Modi, 5,00 ha (Katharina Modi, 3,01 ha).

Nr. 31 „Röder" Mathias Krumm, 3,05 ha (Mathias Krumm, 1,26 ha).

Nr. 32 „Patri-Schuster" Johann Patri (Paul Patri).

Nr. 33 „Egertschuster" Franz Polierer, 1,00 ha (Paul Polierer, 0,64 ha).

Nr. 34 „Wagner" (Jakob Wohlidal, 0,77 ha).

Nr. 35 „Kretzlbauer" Mathias Stummer, 12,00 ha (Mathias Stummer, 8,68 ha).

Nr. 36 „Zodl v. Gern" Franz Frei, 20,18 ha (Jakob Faber, 18,78 ha).

Nr. 37 „Schwammenhöfer" gehört zu Hs.

Nr. 17.

Nr. 38 „Föhrenwirt" Johann Modi, 8,28 ha (Johann Modi, 8,28 ha).

Nr. 39 Schule. Die Schule besteht seit dem Jahre 1913.

Nr. 40 „Modi-Zimmermann" Franz Modi.

Nr. 41 „Krummschneider" Josef Krumm.

Nr. 42 Johann Chwatal.

Nr. 43 Josef Benesch.

Nr. 44 Anna Fortelny.

Nr. 45 „Stummer-Schmied" Franz Stummer, 2,00 ha.

Nr. 47 Martin Patri, 0,40 ha. — Im Gemeindebesitz waren 37,97 ha.

Zeisau als selbstständige Gemeinde hatte 1939 zwölf deutsche Gemeinderäte. Die Schule war im Ort, die Pfarrei in Ranzern. Post, Bahnstation und die zuständige Gendarmerie waren in Iglau.

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Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Der Kalender nennt 38 Häuser und 276 Einwohner. Die Gemeindevertretung ist auf 1897 datiert; als Gemeindevorsteher erscheint Josef Achazi. Die Feuerwehr zählte 26 Mitglieder. Schule und Pfarre lagen in Ranzern. Als Gastwirte werden Fr. Modl und Phil. Kraßny genannt.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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