Nordwestlich von der Schatzbergkuppe liegt Waldhof. Wie bei Walddörfel erwähnt, ist das alte Sparwaldgelände ein Gebiet entschwundener Namen (Bukau, Sparern, Dobeschau). Etwa tausend Schritte nördlich des heutigen Waldhof, wo Weide und Feld in den Wald einzwickeln, verzeichnet eine Karte von 1795 den Flurnamen „alter Hof". Es liegt hier „das große Stück im alten Hof" und „das kleine Stück im alten Hof". Auf einer Flurkarte vom Jahr 1815 erscheint anschließend ein „Holzschlag im alten Hof". Es ist also hier die Stätte eines alten Hofes.
Das heutige Dorf entstand aus einem einzelnen Hof. Daran erinnert sein Name. Im Jahr 1640 kaufte Johann Rudolf Freiherr von und auf Bukau den „zehent- und robotfreien Hof, sonst Waldhof genannt, liegend hinter dem Sparer Wald, eine Mühl mit einem Gang und zwei Gruppenstämpfen, samt dem vordem Wald an dem Vogelberg und den dazu gehörigen Teuchten klein und großen" wie auch 116 Tagwerk (ein altes Flächenmaß, dessen Größe je nach Ort unterschiedlich war) Wiesmat und Feldern von Johann Höfer. Höfer war nach Hans Heidler von Buckau „Kaiserrichter" in Iglau (1629— 1639) und wurde 1636 in den Adelsstand erhoben und mit dem Adelstitel von Sparberg ausgestattet. So hatte der erste Kaiserrichter „Bukau", der zweite den „Sparberg" im Adel stehen.
Die Bukauer erwarben nun (1640) auch den Waldhof hinter dem Sparwalde. 1683 erbten ihn die Pachta von Ferdinand Freiherrn von Bukau. Auch die Pachta entstammten einer Iglauer Bürgerfamilie und wurden in den Grafenstand befördert. Daniel Pachta von Raihoffen war der „römischen Majestät königlicher Statthalter, des größeren Landrechtes Beisitzer und Burggraf des Königgrätzer Kreises". Seine und seiner Frau Mechthildis Kinder erbten nach den Bukauem den Waldhof. Damit kam er zu dem großen Pachtaschen Besitz, der das Gebiet von der Holzmühl über Schrittenz nach Stecken umfasste. Die Pachta hatten den Grafen Sinzendorf, dieser den Herzog Moriz von Sachsen und nach ihm die Reichsfreiherren von Palm zu Nachfolgern.
Von letzteren erwarb gegen Ende des 18. Jahrhunderts Josef Hilgartner Ritter von Lilien - born den Waldhof (309 Joch (historisches Flächenmaß; die genaue Größe hing von Ort und Zeit ab) 547 Geviertklaftern) und zerstückelte ihn um 1794 und gab die Teile gegen Erbzins (eine regelmäßige Abgabe für die erblich überlassene Nutzung von Land) ab. Gießhübler, Irschingser, Seelenzer und Waldhöfer erscheinen als Einkäufer. Aus dem Hof entstand das heutige Dorf.
Hilgartner verkaufte am 1. Januar 1798 seinen Besitz, das mit den Grundbüchern der „kgl. Stadt Iglau sich regulierende Gut", um 20 000 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) an Johann Josef Grafen und Herrn zu Stiebar auf Buttenha im. Doch wurde es von diesem bereits am 17. November 1814 feilgeboten und bei der öffentlichen Versteigerung erwarb es Ambros Kunschak „in Vollmachtsnahmen des ehrsamen bürgerlichen ökonomischen Ausschusses" von Iglau um 36 050 fl. Die Stadt blieb bis 1848 die Grundherrin. Als nach dem Grundentlastungspatente vom 7. September 1848 die „Schuldigkeiten" der „untertänigen" Gemeinden abgelöst wurden, schrieb man ihr für Waldhof die Entschädigungssumme von 3433 f 1. 40 kr. (Kreuzer, eine kleinere historische Geldeinheit) gut.
Den heutigen „ S i 1 b e r h o f " hatte früher die Familie Paumberger. 1784 gehörte der Meierhof (ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb des Grundherrn) Nr. 6 bei Waldhof Johann Nepomuk Paumberger.
Er verkaufte den Hof mit dem Flusshäusel Nr. 7, Garten, Feldern, Teichen und Wäldern für 8600 Gulden (eine damalige Geldeinheit) an den Iglauer Arzt Dr. Michael Edler von Sagar. 1815 war Josef Buchwald Besitzer des „Waldhöfels", 1847 Ignaz Gruber. In diesem Jahre heißt es „Waldhöfel" oder „Silberhöfel".
Im Jahr 1843 hatte das Dominikalgut 309 Joch, 547 Geviertklafter, davon 92 Joch 1280 Geviertklafter ackerbare Felder, 15 Joch 1596 Klafter (historisches Maß für Länge, Fläche oder Brennholz; die genaue Größe hing vom Zusammenhang ab) Teiche, 38 Joch 508 Klafter Wiesen, 1 Joch 549 Klafter Gärten, 38 Joch 1581 Klafter Hutweiden und 121 Joch 1433 Klafter Waldungen.
Das Gemeindekataster von 1945 (in Klammern Stand 1924) weist folgende Eigentumsverhältnisse von Waldhof aus:
Nr. 1 Tscheche (Richard Hertl).
Nr. 2 „Stricker" Katharina Friedl, 6,50 ha (Josef Friedl, 2,18 ha).
Nr. 3 „Jakl" Mathias Janko, 9,00 ha (Mathias Janko, 7,14 ha).
Nr. 4 Franz Miksche, 6,50 ha (Johann Miksche, 4,43 ha).
Nr. 5 „Neubauer" Jakob Swoboda, 11,83 ha (Josef Schneller, 16,81 ha).
Nr. 6 „Süberhof" Pächter: Karl Skarda, 85,00 ha, Eigt: Vlasak, Tscheche (Johann Smetana).
Nr. 7 Josef Kreuz.
Nr. 8 Franz Franz, 4,50 ha (Franz Franz, 2,03 ha).
Nr. 9 „Schoffer" Josef Stummer, 6,40 ha (Paul Stummer, 5,31 ha).
Nr. 10 August Withelm, 1,42 ha.
Nr. 11 Franz Tunzer, Villa.
Nr. 12 „Melon" Franz Kaderschabek, 4,50 ha (Franz Kaderschabek).
Nr. 13 Laurenz Schneller, 1,29 ha (Laurenz Schneller, 0,91 ha).
Nr. 14 Tscheche (Andreas Kraus, 10,26 ha).
Nr. 15 Walter Wannenmacher, Redakteur (Anna Eck, 4,43 ha).
Nr. 16 „Jekl" Karl Lukschanderl, Gasthaus (Johann Steffi, 5,23 ha).
Nr. 17 Paul Neupärtl, 0,80 ha (Franz Offenbartl).
Nr. 18 „Köppl" Tscheche (Mathias Janko, 11,74 ha).
Nr. 19 Gemeindehaus.
Nr. 20 Johann Sommerluksch, 12,30 ha (Franz Sommerluksch, 9,46 ha).
Nr. 21 Franz Duschek, 0,20 ha (Jakob Swoboda, 1,35 ha).
Nr. 22 Tscheche (Josef Hartmann, 3,43 ha).
Nr. 23 „Firndl" Karl Neupärtl, 4,60 ha (Josef Neupärtl, 3,98 ha).
Nr. 24 Franz Franz, 0,40 ha.
Nr. 25 gehört zum Silberhof.
Nr. 26 Tscheche (Josef Vesely).
Nr. 27 Paul Franz, 0,40 ha (Johann Franz).
Nr. 28 Hegerhaus der Stadt Iglau.
Nr. 29 Schule.
Nr. 30 Johann Swoboda.
Nr. 31 Andreas Kraus, Tscheche.
Nr. 32 Katharina Jeschek.
Nr. 33 Johann Franz.
Nr. 34 Wölfl.
Nr. 35 Toni Withelm.
Nr. 36 Wenzl Holub. Die Gemeinde besaß 21,64 ha. — Die Gemarkungsfläche umfaßt 344 ha.
Im Jahr 1906 wurde eine Expositur zur Volksschule in Ebersdorf errichtet und 1909 zu einer selbstständigen Schule erklärt, im Herbst 1919 aber geschlossen.
Waldhof als selbstständige Gemeinde hatte 1939 fünf deutsche und vier tschechische Gemeinderäte. Die Schule war 1945 im Ort. Pfarre, Post und die nächste Bahnstation waren in Iglau und die zuständige Gendarmerie war in Friedrichsdorf.
