Die Iglauer SprachinselGeschichte bewahren · Zusammenhänge verstehen
DeutschČeština
Ortsgeschichte

Waldhausen

Zeitreise durch Waldhausen

Wähle eine Zeit. Die Stationen führen zu den vollständigen Stellen im Ortsbeitrag.

Karte der Iglauer Sprachinsel
Karte der Iglauer Sprachinsel · Orte auf der Karte
  1. 16311500–1799

    In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1631) wird auch die Mühle „auffm Mondschein" bezeichnet.

    Im Ortsbeitrag weiterlesen →
Ortsgeschichte

Waldhausen

Die kleine Siedlung, südlich von Iglau, dort, wo der Igelbach auf einem Steinbrücklein mit St. Johannes (1727) von der Straße nach Pimitz überschritten wird, nennt man Waldhausen. Sie bildet aber trotz ihrer Kleinheit keine einheitliche Gemeinde, denn zwei Anwesen (Nr. 6, 7) gehören zu Handelsdorf, die anderen zu Iglau (Pimitzerstraße Nr. 6, 8). Die auf dem Grunde der Iglauer Pirnitzervorstadt stehenden Gebäude (südlich der Straße) sind die alte Mühle (früher Staritzer Mühle genannt) und das alte Gasthaus „Zum Mondschein". In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1631) wird auch die Mühle „auffm Mondschein" bezeichnet. Bald darauf (1650) findet man den Namen Rauschermühl. Er stammt von der Familie Rauscher von Mondschein.

Der Name Waldhausen haftet eigentlich nur auf den zwei zu Handelsdorf gehörigen Anwesen nördlich der Straße. Die beiden sind aus einem einstigen bürgerlichen Meierhof hervorgegangen, den die Familie Waldhausen besessen hatte. Die Erben nach Math. Waldhausen verkauften im Jahr 1663 den Hof an die Stadt Iglau. Die bewirtschaftete ihn selber und hatte z. B. im Jahr 1672 von ihm einen Ertrag von 407 Mandeln (historisches Zählmaß; die genaue Bedeutung hing vom Gegenstand ab) Winterkorn, 20 Mandeln Sommerkorn, 54 Mandeln Gerste, 100 Mandeln Hafer und vier Fuhren (Mengen, die jeweils mit einem Fuhrwerk transportiert wurden) Erbsen, aus denen 14V4 Metzen (ein altes Getreidemaß, das auch zur Angabe von Ackerflächen diente) erdroschen wurden. In dem Besitz der Stadt blieb der Meierhof (ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb des Grundherrn) bis zum Jahr 1778. Damals wurde er, wie die übrigen städtischen Höfe, aufgegeben und der Grund zwei Bauern in Erbpacht gegeben. Diese waren Johann Zeizinger und Jakob Seemann. Der erste (Nr. 6 der Gemeinde Handelsdorf) bekam 86 M 13 mß, der zweite (J. Seemann, Nr. 7) 99 M 103/4 mß. Die Gemeinde erhielt 12 M 13Vz mß und Franz Müller von Iglau 14 M 4V4 mß.

Bei Waldhausen waren einst zwei Stollenmundlöcher. Hier wurde der Anton von Padua-Stollen am 1. Oktober 1773 belegt und sollte das „Kalkhübler Gebirg" unterfahren werden. Doch musste der Betrieb bereits im Jahr 1776 „aus erheblich und gegründeten Ursachen" wieder eingestellt werden. — Auch nördlich des Igelflusses war ein Waldhauserischer Besitz, das „Waldhauserische Mayerhöfel" in Böhmen, das zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Familie Gosko besaß und 1714 an Wenzl Fr. Zinlakh verkauft hatte. Beim heutigen Waldhausen ist wohl auch das alte Puschhöfen oder Purischau zu suchen.

Dieser Ort ist im Dörferbuch mit eigenem Kapitel enthalten. Eine Position in der bisherigen interaktiven Kartenvorlage ist noch nicht zugeordnet.

Quellen zu diesem Beitrag →