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Obergoß Horní Kosov

Zeitreise durch Obergoß Horní Kosov

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Bild aus dem Ortsbeitrag
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  1. 1233Bis 1499

    Vielleicht geht es auf das alte, im Jahr 1233 genannte „Bobikozle", „Pobicozel" zurück.

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  2. 16621500–1799

    Das Geschlecht Eckart, Eckhardt ist bis 1662 zu verfolgen, sein Name hat sich bis heute im Hausnamen Eckart (heute Nr.

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  3. 18491800–1918

    Als im Jahr 1849 Kudlichs Gesetzantrag auf Beseitigung der Robot (unbezahlte Pflichtarbeit für den Grundherrn) durchgeführt wurde, hat man die von den Obergossern zu entrichtende Zahlung mit 1529 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) berechnet.

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Ortsgeschichte

Obergoß

Vom Hennerkogel (582 m) und Franzensberg (554 m) dacht es sich langsam gegen Osten ab. Wo deren Gesteine (Cordieritgneis und Zweiglimmergranit) unter Gehängelehm untertauchen, liegt Obergoß. Etwa 535 m hoch ist der Ort trotz der flachen Mulde, in die sich seine Gehöfte lagern, weithin von Nord und Ost sichtbar. Das könnte ihm den Namen gegeben haben, Ober Gossau, worauf der tschechische Name Horni Kossow hindeutet. Allerdings wäre der Wegfall der Endsilbe auffällig. Vielleicht geht es auf das alte, im Jahr 1233 genannte „Bobikozle", „Pobicozel" zurück. Seit dem 15. Jahrhundert sind weitere Schreibweisen belegt.

Der Name erscheint als Obrgas (1425), Obergos (1427), Obergaß (1442), Obergas (1485). D' Elvert wollte es daher als obere Gasse von Alt-Iglau erklären und Wolny (Topogr. VI, 47) sieht in dieser „oberen Gasse" einen Teil der Vorstadt Iglaus. Auch an den Personennamen Ebergoz wurde gedacht, sowie Vergleiche zu den bei Passau gelegenen Ebergozzesberg (genannt 1222) angestellt. In der Oberpfalz, die in den Flurnamen viele Ähnlichkeiten mit unserem Gebiete aufweist, ist ein Obergoßzeil (Amtsgericht Cham). Jedenfalls gehörte Obergoß zu den Iglauer Stadtgründen. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts standen (nach den Losungsregistern zu schließen) sechs Anwesen in dem Orte. So wurden im Jahr 1425 verzeichnet: 1. Allod N. Kussenphennig, 2. Allod Rudolfi Judicis (Allod des Richters Rudolf), 3. Prokl (Prokop) Colonus, 4. Nielas ansarg (ansorg), 5. Haw. Jekl, 6. Allod vlrici bauori (Ulrich Bavarus, Payer).

Die Kussenphennig sind bis 1442 zu verfolgen, ebenso Prokop Colonus und Ulrich Peyer, bis 1438 Niklas Ansorg und Haw Jekl. Im Jahr 1483 erscheinen als Besitzer: 1. Wenncz Ekart, 2. Ottel, 3. Niclas Eckart, 4. Fferndl, 5. Hensl Endrl Sun, 6. Limberger, 7. Proksch. Das Geschlecht Eckart, Eckhardt ist bis 1662 zu verfolgen, sein Name hat sich bis heute im Hausnamen Eckart (heute Nr. 6, Lukschanderl) erhalten. Der jetzige Hausname Pitzal (Nr. 5, Laschka) geht bis 1592 zurück. In dem Jahre 1616 werden genannt: 1. Ekhardt, 2. Veit Steidl, 3. Paul Jacksch, 4. Procksch Paul, 5. Simon Ludl, 6. Hanns Pitzal, 7. Merth, 8. Christoff (Krichl) Zierer.

Ein Georg Kremser wird als Obergosser Geschworener im Jahr 1662 genannt. Im Jahr 1668 wurden sieben Obergosser aufgezählt: Georg Kremser, Wentz Proksch, Georg Schieller, Wentz Eckert, Martin Piezahl, Lucaß Körber und Thoma Bucklitzer.

Im Jahr 1778 war die Besitzverteilung folgende gewesen:

Nr. 1 Martin Pitzal mit 264 M 5 mß.

Nr. 2 Hirtenhaus (ohne Besitz).

Nr. 3 Leopold Wondry mit 154 M 15V2 mß.

Nr. 4 Johann Wondry mit 143 M 11V4 mß.

Nr. 5 Johann Laschka mit 196 M 14 mß.

Nr. 6 Gregor Siegl mit 259 M 2s/4 mß.

Nr. 7 Johann Schüller mit 234 M IOV4 mß.

Nr. 8 Gregor Kremßer mit 256 M 13 mß.

Nr. 9 Michl Kremßer mit 192 M 15V4 mß. Der Gemeindebesitz betrug damals etwas über 6 M und Johann Barger hatte über 17 M.

Als im Jahr 1849 Kudlichs Gesetzantrag auf Beseitigung der Robot (unbezahlte Pflichtarbeit für den Grundherrn) durchgeführt wurde, hat man die von den Obergossern zu entrichtende Zahlung mit 1529 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) berechnet.

Von Ortsereignissen wären zu vermerken: Im Jahr 1517 wurde das Dorf von einem böhmischen Raubritter Zachart „außgebrennt". Zachart, der auch Iglauer Kaufleute ausgeplündert hatte, ist mit einigen „ritterlichen" Spießgesellen gefangen und zu Ofen enthauptet worden. Auf des Königs Befehl ist von den Gütern der Enthaupteten „denen von Iglau etwas wegen ihrer erlittenen Schäden gereicht und verehrt worden". Anno 1574 „den 11. Juni war ein schreckliches Wetter, hat die Richterin zu Obergos in der Küchen erschlagen, als sie Fisch gesotten." 1601: „den 31. Mai hat das Wetter zu Obergos eingeschlagen und fast ein ganzen Hof abgebrannt". — Im Dreißigjährigen Kriege haben die Schweden das Dorf am 29. Mai 1647 in Brand gesteckt.

1945 (1924 in Klammem) haben die Anwesen folgende Besitzer:

Nr. 1 „Nobl" Josef Rinagl, 33,00 ha (Johann Rinagl, 42,00 ha).

Nr. 2 Gemeindehäuschen.

Nr. 3 „Luksch" Johann Bukatsch, 34,00 ha (Johann Bukatsch, 30,00 ha).

Nr. 4 „Chromy" Bohumil Sligl, Tscheche (Fr. Sligl, 40,00 ha).

Nr. 5 „Pitzal"

Johann Laschka, 46,80 ha (Franz Laschka, 43,00 ha).

Nr. 6 „Eckert" Rosina Lukschanderl, 50,00 ha (Josef Lukschanderl, 52,00 ha).

Nr. 7 und 8 „Linsbauer" (Leopold Kosovsky, 75,00 ha, Tscheche).

Nr. 9 „Kremser" Josef Kremser, 42,00 ha (Johann Kremser, 42,00 ha). Aus den Pfarrbüchern von St. Jakob in Iglau ist zu ersehen, daß 1526 ein Kind in Obergoß geboren wurde, dessen Eltern Namens Kremser aus Beranau zugezogen sind. Kremser Familien waren seit 1426 bis in das 17. Jahrh. in Heinzendorf ansässig (siehe Heinzendorf).

Nr. 10 Josef Fenz.

Nr. 11 „Ziegelei" Emanuel Lang, Ing., 6,00 ha (Böhmische Industrial- u. Landwirtschaftliche Kreditbank, früher Ludwig Pfihoda, Müller, gegründet 1869).

Nr. 12 „Brennerei" Deutsche landw. Spiritusbrennerei G.m.b.H., für Obergoß u. Umgebung. Sie wurde 1914 gegründet und steht an der Fußdorfer Straße. Ebenfalls an der Fußdorfer Straße

Nr. 13 „Honsig" Anton Honsig, 50,80 ha, davon 27,00 ha auf der Gemarkung Iglau, 16,00 ha in Pistau und 7,00 ha in Obergoß.

Nr. 14, 15 u. 16 Wohnhäuser (Tschechen).

Nr. 17 „Nobla-Häusl" Johann Rinagl, 5,00 ha.

Nr. 18 Fr. Sligl, Tscheche. Der Pulverturm am Rande des Iglauer Exerzierplatzes hatte ursprünglich die Hs.

Nr. 10. — Außerdem hatten Mathias Wondre, ca. 4,50 ha, Schußwohl, ca. 1,00 ha, Mathias Schierreich, ca. 5,00 ha, Dobrowolny, ca. 1,00 ha und Anton Siegl, alle wohnhaft in Iglau, Grundstücke in Obergoß. Der Gemeinde gehörten 6,00 ha. Die Gemarkungsfläche ist 380 ha groß. — Obergoß ist ein Ortsteil der pol. Gemeinde Hossau. Schule, Pfarre, Post, Bahnstation und Gendarmerie waren in Iglau.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Obergoß“ nennt der Kalender 30 Häuser und 165 Einwohner und ordnet den Ort Hossau zu. Als Ortsvorsteher erscheint Franz Pizal; Lorenz Lukschanderl und Franz Laschka werden als Ausschussmitglieder genannt.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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Obergoß

 

Vom Hennerkogel (582 m) und Franzensberg (554 m) dacht es sich langsam gegen Osten ab.
Wo die Gesteine (Cordieritgneis und Zweiglimmergranit) unter Gehängelehm untertauchen, liegtobergoß Obergoß. Etwa 535 m hoch ist der Ort trotz der flachen Mulde, in die sich seine Gehöfte betten, weithin von Nord und Ost sichtbar. Das könnte ihm den Namen gegeben haben, Ober Gossau, worauf der tschechische Name Horni Kossow hindeutet. Allerdings wäre der Wegfall der Endsilbe auffällig. Vielleicht geht es auf das alte, im Jahr 1233 genannte ,,Bobikozle", ,,Pobicozel" zurück.Seit den Quellen des 15. Jahr hunderts erscheint es als Obrgas (1425), Obergos (1427), Obergaß (1442), Obergas (1485). D' Elvert wollte es daher als obere Gasse von Alt-Iglau erklären und Wolny (Topogr. VI, 47) sieht in dieser ,,oberen Gasse" einen Teil der Vorstadt Iglaus.Auch an den Personennamen Ebergoz wurde gedacht, sowie Vergleiche zu den bei Passau gelegenen Ebergozzesberg (genannt 1222) angestellt. In der Oberpfalz, die in den Flurnamen viele Ähnlichkeiten mit unserem Gebiete aufweist, ist ein Obergoßzell im Landkreis Cham. Jedenfalls gehörte Obergoß zu den Iglauer Stadtgründen.
In der ersten Hälfte des 15 Jahrhunderts standen (nach den Losungsregistern zu schließen) sechs Anwesen in dem Orte.So wurden im Jahr 1425 verzeichnet:
1. Allod N. Kussenphennig,
2. Allod Rudolfi Judicis (Allod des Richters Rudolf),
3. Prokl (Prokop) Colonus,
4. Niclas ansarg (ansorg),
5. Haw. Jekl,
6. Allod vlrici bauori (Ulrich Bavarus, Payer).
Die Kussenphennig sind bis 1442 zu verfolgen, ebenso Prokop Colonus und Ulrich Peyer, die Familien Niklas Ansorg und Haw Jekl bis bis in das Jahr 1438 .
Im Jahr 1483 erscheinen als Besitzer:
1. Wenncz Ekart,
2. Ottel,
3. Nielas Eckart,
4. Fferndl,
5. Hensl Endrl Sun,(Sohn)
6. Limberger,
7. Proksch.
Das Geschlecht Eckart (Eckhardt) ist bis 1662 zu verfolgen, sein Name hat sich bis heute im Hausnamen Eckart erhalten. Der Hausname Pitzal geht bis zum Jahre 1592 zurück.
Im Jahr 1616 werden genannt:
1. Ekhardt,
2. Veit Steidl,
3. Paul Jadssch,
4. Procksch Paul,
5. Simon Ludl,
6. Hanns Pitzal,
7. Merth,
8. Christoff (Krichl) Zierer.
Ein Georg Kremser wird als Obergosser Geschworener im Jahr 1662 genannt.
Im Jahr 1668 wurden sieben Obergosser aufgezählt: Georg Kremser, Wentz Proksch, Georg Schieller, Wentz Echert, Martin Piezahl, Lucaß Körber und Thoma Bucklitzer.

Im Jahr 1778 war die Besitzverteilung folgende gewesen: Nr.1 Martin Pitzal mit 264 M 5 mß. Nr.2 Hirtenhaus (ohne Besitz). Nr.3 Leopold Wondry mit 154 M 151/2 mß. Nr.4 Johann Wondry mit 143 M 111/4 mß. Nr.5 Johann Laschka mit 196 M 14 mß. Nr.6 Gregor Siegl mit 259 M 2 3/4 mß. Nr. 7 Johann Schüller mit 234 M 10 1/4 mß. Nr.8 Gregor Kremßer mit 256 M 13 mß. Nr.9 Michl Kremßer mit 192 M 15 1/4 mß. Der Gemeindebesitz betrug damals etwas über 6 M und Johann Barger hatte über 17 M.

Als im Jahr 1849 Kudlichs Gesetzantrag auf Beseitigung der Robot durchgeführt wurde,betrug die von den Obergossern zu entrichtende Zahlung mit 1529 Florin.

Bemerkenswerte Ortsereignissen waren zu vermerken: Im Jahr 1517 wurde das Dorf von einem böhmischen Raubritter Zachart ,, außgebrennt". Zachart, der auch Iglauer Kaufleute ausgeplündert hatte, ist mit einigen ,,ritterlichen" Spießgesellen gefangen und zu Ofen enthauptet worden. Auf des Königs Befehl ist von den Gütern der Enthaupteten ,,denen von Iglau etwas wegen ihrer erlittenen Schäden gereicht und verehrt worden". Anno 1574 ,,den 11. Juni war ein schreckliches Wetter, und at die Richterin zu Obergos wurde in der Küchen vom Blitz erschlagen, als sie Fisch gesotten."
Am 31. Mai im Jahr 1601: i hat das Wetter zu Obergos eingeschlagen und fast einen ganzen Hof abgebrannt". Im Dreißigjährigen Kriege haben die Schweden das Dorf am 29. Mal 1647 in Brand gesteckt.

Aus den Pfarrbüchern von St. Jakob in Iglau ist zu ersehen, dass 1526 ein Kind in Obergoß geboren wurde, dessen Eltern Namens Kremser aus Beranau zugezogen sind. Kremser Familien waren bereits seit 1426 bis in das 17. Jahrh. in Heinzendorf ansässig (siehe Heinzendorf). Die Böhmische Industrial - u. Landwirtschaftliche Kreditbank wurde 1869 gegründet Die Deutsche landwirtschaftliche Spiritusbrennerei G.m.b.H für Obergoß und Umgebung an der Fußdorfer Straße, im Jahr 1914.
Der Gemeindebesitz beschränkte sich auf 6,00 ha. Die Gemarkungsfläche ist 380 ha groß.
Obergoß ist ein Ortsteil der Gemeinde Hossau. Schule, Pfarre, Post, Bahnstation und Gendarmerie waren in Iglau.

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