Das Dorf liegt an der „Wiener Straße" und führt seinen Namen von der Trockenheit oder von einem grundherrlichen Verhältnis, denn ein altes deutsches Weistum sagt: „Der Grundherr oder sein Vertreter soll uf ener dürre sitzen und seinen Zinsen mit gerichtsrecht dingen und fragen." Die Schreibformen im 16. Jahrhundert waren „Dürr, Dur, Zu der Dirr, Zur Duerr, Von der Duerr", im 17. Jahrhundert „Dyer, Dürr, Dyrr, Dir, Von der Dür, Von der dir, Thüre, Von der Thüre, Dierr".
Das Dorf erscheint 1386 im Besitz eines Albert von Dürre. 1415 ging es an Albert von Martinitz über, den seine Tochter Klara und Enkelin Ludmilla beerbte. Daneben hatte auch Marsch von Lang-Pirnitz Zinsrechte von jährlich 5 Schock (eine alte Zähleinheit für sechzig Stück, hier meist Groschen) Groschen auf Dürre. Diese verkaufte er 1446 an Peter von Otrub. Von der erwähnten Ludmilla erwarb 1466 der Oberst Landkämmerer Johann von Pernstein Anteil an den Dürrer Grundrechten, die aber Wratislaw von Pernstein 1492 an den Grundherrn von Stannern, Dietrich von Prostebor, verkaufte. Mit Stannern kam Dürre durch Kauf im Jahr 1530 an die Stadt Iglau.
An die Obrigkeit (staatliche oder grundherrliche Verwaltung und Gerichtsbarkeit) waren verschiedene Abgaben zu entrichten. Im Jahr 1636 betrug der „Dorffzinß auff Georgy" 9 Schock 32 Groschen 372 Denare (Denare, kleine historische Münzeinheiten), „auff Michaely" 9 Schock 22 Groschen 3V2 Denare. Für „WüßmatZinßGeorgy": „auf der Schätzung" 2 Schock 54 Groschen, „am Regen Holz" 2 Schock 46 Groschen, „auf der Falkenaw" 1 Schock 45 Groschen. Im Jahr 1631 hatten die Dürrer zu Michaeli und Georgi je 11 Schock 7 Groschen 5Va Denare und an Ackergeld 4 Schock 54 Groschen zu entrichten. Im Jahr 1650 betrug der Georgihauszins in Dürre 5 Schock 24 Groschen 2 Denare.
Der Georgi-Wiesenzins der „Dierer" auf satzing 2 Schock 36 Groschen 2 Denare, auf Rengholz 54 Groschen 4 Denare, auf Falkenau 1 Schock, 14 Groschen, 4 Denare, der „Dierer Bachzins" 1 Schock 10 Groschen. Wegen dem Kreishauptmann hatten sie in diesem Jahre 4 Schock 30 Groschen zu zahlen, außerdem verschiedene Kontributionen, so für den Rittmeister unter dem fürstlich Conzagischen Regiment wöchentlich 1 Schock 30 Groschen und andere mehr. Als die Grundentlastung nach dem auf Hans Kudlichs Antrag zurückgehenden Patente vom 7. September 1848 durchgeführt wurde, ist für Dürre die Ablösung der Robot (unbezahlte Pflichtarbeit für den Grundherrn) mit 1036 fl. (Gulden, auch Florin genannt, eine historische Geldeinheit) 32 kr. (Kreuzer, eine kleinere historische Geldeinheit) und die Ablösung für „diverse Zinse" mit 380 fl. 28 kr. errechnet worden. So hörte die Untertänigkeit (rechtliche Abhängigkeit von einem Grundherrn oder Landesherrn) auf, gegen die sich die Dürrer schon früher erhoben haben, denn zu Beginn des 18. Jahrhunderts hat ein Hatschier (Bogenschütze) in Dürre eine Bauernbewegung gegen die Obrigkeit entfacht, die zu einem langen Streit und 1713 zu einem Vergleich geführt hat.
Der Dreißigjährige Krieg richtete im Dorf schwere Schäden an. Von den 24 „Untertanen" werden im Jahr 1631 nur noch 12 genannt. In den Jahren 1636, 1670 und 1673 werden öde Gründe in Dürre erwähnt. 1670 heißt es 1. „Tafferle grund" ein Ganzlahn, öde Stelle, seine Felder waren zum großen Teil „mit Wald verwachsen") 2. „Marcus Schobers grundt" öd, 7 Felder mit Wald „ganz verwachsen", 3. „Veit Paske grundt", Ganzlahn, mehrere Felder „ganz verwachsen", 4. „Papperle grundt", Ganzlahn, 3 Felder mit Wald bewachsen, „eine gantze Liß verwachsen", 5. „Georg Träckhlers grundt", Halblahn, Felder zum Teil „verwachsen", 6. „Parti Spreitzers grundt", ein Ganzlahn, mehrere Felder ganz verwachsen" von Wald, 7. „Greger Wolffengrundt", Ganzlahn, ebenso zum Teil mit Wald bestanden, 8. Paul Kaßmas grundt", gleichfalls
9. „Georg Lucaßgrundt", Ganzlahn, mehrere Felder mit Wald bewachsen.
Außer diesen alten Dürrer Namen (Tafferl, Schober, Paske, Papperl, Träckhler, Spreitzer, Wolff, Kaßmas, Lucas) werden noch als alte Familiennamen überliefert: 1615 Georg Puzoll, damals Richter, Marcus Obetlentzs, Kassamaß, Wenzl Springer, im Jahr 1662 Philipp Springer, Georg Lucas, Hans Schruth, Adam Peker.
Im Jahr 1778 verteilte sich der Besitz folgendermaßen:
A. Eigentümliche Gründe:
Nr. 1 Hirtenhaus,
Nr. 2 Johann Gasamas 92 Metzen 7 Maßl,
Nr. 3 Augustin Holly 82 M 13Va mß,
Nr. 4 Anton Müksche 104 M 53/4 mß,
Nr. 5 Mathes Mautschka 44 M 7 mß,
Nr. 6 Mathes Geixner 94 M 10 mß,
Nr. 7 Lorenz Gleixner 94 M 14V4 mß,
Nr. 9 Mathes Handl 107 M 103/4 mß,
Nr. 10 Johann Gleixner 94 M 13A mß,
Nr. 11 Augustin Schwarz 77 M 63A mß,
Nr. 13 Lorenz Fridl 123 M 1 mß,
Nr. 14 Philipp Müksche 174 M 103/4 mß,
Nr. 16 Andreas Patry 137 M 8V2 mß,
Nr. 19 Lorenz Krauß 148 M lU mß, Gemeindeland 121 M 12V4 mß. Im Ganzen eigentümlicher Grund 1497 M 13V2 mß.
B. Obrigkeitlicher Grund:
Nr. 2 Johann Gasamas 9 M 51A mß,
Nr. 3 Augustin Holly 141/4 m",
Nr. 5 Mathes Mautschka 4 M 8V4 mß,
Nr. 6 Lorenz Gleixner 7 M I5V2 mß,
Nr. 8 Martin Zodl 27 M 131/* mß,
Nr. 10 Johann Gleixner 8 M 4 mß,
Nr. 11 Augustin Schwarz 2 M 6 mß,
Nr. 12 Johann Friedl 35 M 14V4 mß,
Nr. 15 Jakob Krauß 61 M 15 3 / 4 mß,
Nr. 17 Joseph Kasamas 35 M 3V4 mß,
Nr. 19 Lorenz Kraus 1 M 123/4 mß,
Nr. 20 Andres Feiner 2 M 2V2 mß,
Nr. 21 Mates Patry 23 M 5 mß,
Nr. 22 Joseph Handl 33 M 8V4 mß,
Nr. 23 Martin Hurry 4 M 83/4 mß, Gemeinde 7 M 153/4 mß, ferner hatten noch Falkenauer, der Porenzer Müller und Ranzerer Ansiedler (Koslinger, Eigl, Müksche, zwei Mislikh, zwei Achatzi, Modi) einige Metzen. Das Gesamtausmaß des obrigkeitlichen Grundes betrug 340 M 9V4 mß, der ganzen Gemeindefläche 1838 M 63/4 mß.
Besitzverteilung 1945 (in Klammern 1924):
Nr. 1 „Hirthaus" Kindergarten.
Nr. 2 „Kasamas" Karl Bouchner (Wenzl Bouchner, 23,43 ha). Der Hausname läßt sich bis 1615 zurückverfolgen.
Nr. 3 „Watzger" Johann Schmied, 19,46 ha (Johann Schmied, 19,46 ha).
Nr. 4 „Springer" Johann Hable, 31,86 ha (Johann Hable, 31,73 ha), der Name Springer kommt bereits 1615 vor.
Nr. 5 „Panherler" Johann Friedl, 12,65 ha (Johann Friedl, 12,46 ha).
Nr. 6 „Gleixner" Paul Gleixner, 25,33 ha (Paul Gleixner, 18,26 ha).
Nr. 7 „Matl" Mathäus Schmied, 21,51 ha (Mathias Schmied, 17,77 ha).
Nr. 8 „Ober Schneider" Alois Filla, 12,06 ha (Josef Filla, 12,06 ha).
Nr. 9 „Wenzahudl" Josef Bukatsch, 26,24 ha (Josef Bukatsch, 24,24 ha).
Nr. 10 „Einräumer" Karl Vanek, 4,99 ha (Jakob Vanek, 4,99 ha).
Nr. 11 „Michler" Mathäus Kröninger, 16,85 ha (Mathias Kröninger, 16,85 ha).
Nr. 12 „Schober" Franz Gleixner, 16,85 ha (Franz Gleixner).
Nr. 13 „Kruppenmacher" Johann Pollak, 19,70 ha (Paul Grün, 19,70 ha).
Nr. 14 „Fellner" Franz Fellner, 36,00 ha (Marie Fellner, 40,29 ha).
Nr. 15 „Schuster" Laurenz Kasamas, 4,85 ha (Franz Kasamas, 4,85 ha), der Name Kasamas, Kaßmas, gehört zu den ältest überlieferten Dürrern.
Nr. 16 „Pollakn" Karl Polierer, 37,68 ha (Karl Polierer, 37,68 ha).
Nr. 17 „Unter Schneider" Wenzl Bouchner, 9,83 ha (Wenzl Bouchner).
Nr. 18 „Besbauer" Franz Bouchner, 9,83 ha (Mathias Schmied, 9,83 ha).
Nr. 19 „Lukas" Franz Kasamas, 4,85 ha (Franz Kasamas, 4,85 ha), der Name Lukas ist bis 1662 zurück verfolgbar.
Nr. 20 „Weber" Paul Seilner, 3,93 ha
(Andreas Sellner, 3,93 ha).
Nr. 21 „Wutschker" Johann Trojan, 8,79 ha (Wenzl Trojan, 8,79 ha).
Nr. 22 „Werters" Paul Schmied, 10,76 ha (Paul Schmied, 10,76).
Nr. 23 „Tischler" Johann Ruschka, 3,64 ha (Laurenz Ruschka, 3,64 ha).
Nr. 24 „Jakobi" Mathäus Patry, 16,54 ha (Mathäus Patry, 16,75 ha).
Nr. 25 „Fronzn" Johann Gleixner, 17,82 ha (Johann Gledxner, 17,82 ha).
Nr. 26 „Schmied" Rosina Markus, 4,11 ha (Johann Markus, 4,11 ha).
Nr. 27 „Lorenzn- Schuster" (Johann Lang, 1,95 ha).
Nr. 28 „Franz Walik, 2,81 ha (Franz Walik, 2,81 ha).
Nr. 29 „Schuster" Philipp Trojan (Josef Kasamas, 1,72 ha).
Nr. 30 „Neuhauser" Laurenz Lang, 18,30 ha (Laurenz Lang, 18,30 ha).
Nr. 31 „Neibauer" Franz Gleixner, 18,32 ha (Mathias Gleixner, 8,37 ha).
Nr. 32 „Am Kasten" Theresia Mikschy, 5,36 ha (Mathias Mikschy, 5,36 ha).
Nr. 33 gehört zu Hs.
Nr. 9 (Mathias Strauß, 0,61 ha).
Nr. 34 gehört zu Hs.
Nr. 34 (Paul Schmied).
Nr. 35 „Wenzlschuster" Gabauer (Wenzl Kovaf).
Nr. 36 Schule.
Nr. 37 „Schneiderfranzi" Josef Filla, 2,30 ha (Franz Schmidt, 2,30 ha).
Nr. 38 „Kaufmann" Jakob Schmidt, 3,50 ha (Jakob Schmidt, 3,70 ha).
Nr. 39 gehört zu Hs.
Nr. 4.
Nr. 40 gehört zu Hs.
Nr. 6.
Nr. 41 gehört zu Hs.
Nr. 11.
Nr. 42 gehört zu Hs.
Nr. 16.
Nr. 43 gehört zu Hs.
Nr. 14.
Nr. 44 Josef Kasamas.
Dürre ist eine selbstständige Gemeinde, 1939 mit zwölf deutschen Gemeinderäten. Eingeschult war Dürre in Mitteldorf, eingepfarrt nach Stannern, ebenso waren Post und Gendarmerie in Stannern. Die nächste Bahnstation war in Iglau.
