Die Iglauer SprachinselGeschichte bewahren · Zusammenhänge verstehen
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Kleidung

Arbeitskleidung, Festtagskleidung und Tracht: was Menschen trugen und was Kleidung über ihr Leben erzählt.

Kleidung gehörte zum Alltag

Auf dem Feld, im Stall, in der Werkstatt oder beim Gang in die Stadt musste Kleidung unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Sie sollte vor Wetter schützen und die Arbeit ermöglichen. Festtagskleidung hatte einen anderen Platz: Sie wurde bei besonderen Anlässen sichtbar und konnte Zugehörigkeit und familiäre Tradition ausdrücken.

Die Iglauer Frauentracht

Das regionale Museumsportal beschreibt eine Frauentracht aus der Umgebung Iglaus mit Kopftuch, Hemd mit einem netzartig gearbeiteten Kragen und einem vorn tief ausgeschnittenen Mieder. Dazu kamen Röcke, gestärkte Unterröcke, Schürzen und Wollstrümpfe. Genannt werden rote, blaue und blaugraue Röcke sowie schwarze oder blaue Schürzen. Die Beschreibung führt damit einzelne Kleidungsstücke vor Augen.

Drei Frauen in Festtracht mit Brautkronen neben einem Mann in dunklem Anzug und Hut
Frauen in Iglauer Festtracht mit Brautkronen neben einem Mann in dunklem Anzug. Aufnahme aus den von Franz Czepl bereitgestellten Unterlagen.

Festtage und Hochzeit

Der überlieferte Hochzeitsbeitrag beschreibt die Brautkrone mit kleinen Spiegeln, Glasperlen und Flitterwerk. Auch die Brautjungfern trugen solche Kronen. Im Festtagsbeitrag erscheint Kleidung zudem im Jahreslauf: zur Adventszeit in Schwarz, zu den Freudentagen wieder in Rot. So wird Kleidung Teil des gemeinsamen Feierns.

Festtage im Jahreslauf → · Hochzeit, Musik und Tanz →

Arbeit am Stoff und am Kleidungsstück

Zum Tragen gehörte das Herstellen und Pflegen. Das Iglauer Museum greift bei der Vermittlung der örtlichen Tracht das Bemalen von Tüchern, das Glätten von Schürzen mit gläsernen Hilfsmitteln und den Gebrauch eines Stiefelknechts auf. An solchen Tätigkeiten werden Handgriffe sichtbar, die zu einem Kleidungsstück gehörten.

Die Tuchmacherei verbindet dieses Thema mit der Wirtschaftsgeschichte Iglaus. Stoffe führten von der Werkstatt und vom Gewerbe zum Handel und schließlich zu den Menschen, die daraus Kleidung fertigten und sie trugen.

Leben und Arbeiten im Jahreslauf → · Iglau und die Tuchmacherei →

Quellen zu Kleidung und Tracht →

Tracht bewahren und weitertragen

Nach Flucht und Vertreibung blieb die Tracht für viele Nachfahren ein sichtbarer Teil der Erinnerung. Das überlieferte Gruppenbild der Iglauer Trachtengruppe Kaufbeuren–Marktoberdorf zeigt, dass Kleidung nicht nur gesammelt, sondern bei gemeinsamen Auftritten weitergetragen wurde. Diese spätere Trachtenpflege ist von der historischen Alltags- und Festkleidung in den Dörfern zu unterscheiden.

Iglauer Trachtengruppe Kaufbeuren–Marktoberdorf
Iglauer Trachtengruppe Kaufbeuren–Marktoberdorf. Aufnahme aus den bereitgestellten Unterlagen.