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Kostelec Wolframs

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  1. 1288Do roku 1499

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  2. 15111500–1799

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  3. 18481800–1918

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  4. 19391919–1945

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Z knihy Dörferbuch

Wolframs

Bei der Einmündung des Triescher Baches in die Igla liegt im Tal Wolframs. Es heißt im Orte, dass eine alte Siedlung am Biegel gestanden sei, wo heute Wald ist, aber noch Raine ehemalige Felder andeuten. Ein alter Flurname heißt hier „in der Dorfstadt".

Wolframs ist das Dorf eines Wolfram. Der Name erscheint meist in dieser Schreibform seit 1288 („Wolframs"), daneben auch „Wolffronß,Wolfframß, Wolframbs, Wolffranß, Wolf frans, Wolfframs, Wolframbs", alles Schreibungen des 15., 16. und 17. Jahrhunderts. Der tschechische Name lautet Kostelec.

Im Jahr 1288 hat der Iglauer Bürger und Münzmeister Dithmar dem Abte von Seelau, dessen Besitzungen sich von der Stätte des Klosters bis an die Igla erstreckten und der auch über die Iglauer Pfarre gebot, die Waldung zwischen Poppitz und „Wolframs" gegeben. Wolframs erscheint dann als Gut in den Händen des Herrn von Höditz bei Triesch. Im Jahr 1408 verkaufte Johann von Höditz als Vormund seiner Neffen Siegmund und Zawisch, der Söhne seines verstorbenen Bruders Marsch von Stannern, das Wolframser Dorfgericht an Jekel öhem. Letzterer erwarb damit erblich „das gerichte zum Wolframs mit aller seiner zugehörunge, mit einer hüben ackers, mit einem freien kreczam (Schank) und mit dem dritten phennige aller chlainen wandel".

Es war also mit dem Gerichte ein Bauernanwesen und der Schank verbunden. Dem Richter stand ein Drittel der Gerichtsgefälle zu. Er hatte über alle Rechtssachen mit Ausnahme von Totschlag, Mord, Brandlegung und Notzucht zu richten. Diese vier großen Wandel („totsiege, mord, prant und junkf rauen oder frumer frauen notzerren") waren dem Grundherrn, in dem genannten Jahre dem Johann von Höditz vorbehalten. Über einen Rechtsfall belehrt uns ein erhaltener Schöffenspruch des Iglauer Oberhofes aus dem Jahr 1511. Niki von der Czeyl war mit Hanus von Dreyenhoffen (Höfen) wegen einer Wiese in Streit gekommen. Beim Dorfgericht kam der Zeiler Giftnickel in solche Aufregung, dass er in Gegenwart von vier geschworenen Dorfschöffen den Hansen über den Mund schlug. Richter und „scheppen czum Wolframs" wendeten sich an den Iglauer Stadtrat um Rechtsbelehrung und dieser erklärte: „Seinttemallen der Nicl von Dreynhöffen sulichen freul (Frevel) und gewalt in ewerm gericht hat begunnen vnd hat nicht geschant des gerichts noch der geswaren scheppen (geschworenen Schöffen) weliche gegenwärtig gewesen sein, vnd den Hansen von Dreynhöffen vnwirdiglich an sein mawl vnd die czend (Zähne) mit ewicher hant geslagen, dorauf tail wir euch czu ainem rechten, das der Nicl ist verfallen czu wanndl drithalb mark kurcze: ain mark dem lichter und die halb mark denn scheppen".

Die Strafe für einen Maulschlag war also 2V2 Mark, von denen der Richter eine und die Schöffen eine halbe erhielten.

Der genannte Zawisch, der Sohn des Marsch von Stannern, war der Herr von Wolframs („dominus de Wolframs [Deutsch: Herr von Wolframs]"). Er erscheint in Iglauer Distributa- Listen in den Jahren 1425, 1426 als „Zawiss de Wolframs" in Solddienst mit vier Pferden. Im Jahr 1455 ist ein Andraczko von Wolframs bezeugt, der in Iglau unter dem Ledertal einen Allodialhof „so vorhin Slutern hieß" besaß und sich von der Vormundschaft der Waisen des Richters Johann von der Zeil Geld ausgeborgt hat. Von Andraczko gingen die Besitzrechte an die Herren von Opatau über, und zwar 1450 an Drslaw von Opatau und um 1480 an Niklas und Laurenz Kobik von Opatau.

1501 erklärte einer der Erben als Erbe des Gutes, dass seine Eltern für die Kirche der heiligen Kunigunde in Wolframs 10 Schock Groschen schuldig geblieben sind. Er übergibt dafür, damit seine Eltern im anderen Leben keine Qualen zu leiden hätten, einen Teich im Perlgrunde der Kirche. Diese soll im Einverständnis mit dem Dorfrichter und den Schöffen den Teich mit Fischbrut besetzen und den Erlös der Fischzucht für sich verwenden. Im Jahr 1513 verkaufte Johann Kobik von Opatau als Vormund seines Vetters Johann das Dorf Wolframs an die Stadt Iglau um 1400 Schock guter böhmischer Groschen. Seitdem blieb es bei Iglau, bis die grundherrlichen Rechte 1848 aufgehoben wurden. 1545 wurde aus dem Einkommen der Dörfer „Wollframbs vnnd Luczen" auf Beschluß des Iglauer Rates eine Studienstiftung für zwei Iglauer eingerichtet.

Wegen eines Wehres in der Igla kam es zu einem Streit mit dem nördlichen Anrainer Wlachin Leskow von Leskowecz, Herrn auf Neu-Reichenau. Die Stadt Iglau legte 1565 beim Brünner Landtag eine Beschwerde ein und eine Kommission von drei Vertretern der mährischen und vier der böhmischen Stände untersuchte die Streitsache. Da jedoch noch nicht Ruhe eintrat, schickte der Stadtrat eine Abordnung (Andreas Glenk, Johann Leupold, Stadtschreiber Laurenz Reindler) 1567 zum Kaiser Maximilian II., der eine neue Kommissionstagfahrt anordnete. Schließlich kam ein Vertrag zustande, nach dem das Wehr, das von der Grundherrschaft Iglau zur Ableitung des Wassers in ihre Teiche angelegt worden war, blieb, trotzdem es an einer Seite den Grund des Leskow berührte.

Dieses Bodenstück verkaufte Leskow den Iglauern um 40 ungarische Goldgulden. Bald darauf, im Jahr 1570, erwarb die Stadt den nahen Vöstenhof. Erblicher Inhaber des Hofes war Johann Dworzak, Grundherr aber Karl Rzizansky von Rzizau und auf Pilgram und dieser verkaufte den Hof mit allen Zinsen, Roboten und Schuldigkeiten um 150 Schock böhmischer Groschen an die Herrin von Wolframs, die Stadt Iglau.

In einem Kontributionsverzeichnis aus dem Jahr 1668 stehen folgende Wolframser: der Richter, Paul Schwartz, Symon Fuchsel, Parth Augusch, Nickel Breinessle, Andreaß Urbanel (1615 Mirttle Vrbanne), Mathes Mhobielß, Greger Luxsch, Martin Schwartz, Phieliep Kayser, der Neupauer, Steffel l Kayser, Michel Redelmacher, Veith Khrum, der Weber, Benedin Bahrhansel, Valentin Heysler, Martin Thomannel, Thoma Strasky, Miechel Koschler. Davon leben die Hausnamen Heysler

Nr. 1, Krumm

Nr. 2, Rädelmacher

Nr. 3, August

Nr. 5, Käser (Kayser)

Nr. 6, Luksch

Nr. 8, Mopils

Nr. 9, Urbanek

Nr. 16, Neubauer

Nr. 18, Fixl

Nr. 20 u. 47, Schwarz

Nr. 21, Richter

Nr. 22, Gusli („Koschler")

Nr. 23, Straska

Nr. 24, Temandl

Nr. 26, Poorhansel

Nr. 28 fort.

Im Jahr 1778 wurden in Wolframs verzeichnet: An eigentümlichen Besitz:

Nr. 1 Georg Lewold 2 M 23/4 mß,

Nr. 2 Mathes Krum 68 M IV2 mß.

Nr. 3 Georg Käser 81 M 9V4 mß.

Nr. 4 Andres Krautschneider 137 M 3s/4 mß.

Nr. 5 Jakob Schneller 126 M V2 mß.

Nr. 6 Filipp Göth 77 M 13V2 mß.

Nr. 7 Andres Paul 75 M 8 mß.

Nr. 8 Jakob Luksch 128 M V2 mß.

Nr. 9 Georg Göth 135 M 8V2 mß.

Nr. 10 Johann Göth 114 M 7V2 mß.

Nr. 11 „Gemein-Schmitten".

Nr. 12 Hirtenhaus.

Nr. 13 Pfarrhäusl.

Nr. 14 Johann Zodl.

Nr. 15 Martin Steinhauer.

Nr. 16 Georg Krum 121 M 7 mß.

Nr. 17 Joseph Aügl 104 M 7V2 mß.

Nr. 18 Mathes Krum 64 M 3 mß.

Nr. 20 Joseph Withelm 177 M V2 mß.

Nr. 21 Lorenz Hawle

109 M Vi mß.

Nr. 22 Matiies Göth 201 M 9V2 mß.

Nr. 23 Filipp Withelm 123 M 13V4 mß.

Nr. 24 Johann Lewold 117 M 14V4 mß.

Nr. 25 Martin Schneller 80 M 9Vä mß.

Nr. 26 Georg Stednhauer 93 M 13V2 mß.

Nr. 27 Johann Weiwoda 14 M 14V4 mß.

Nr. 28 Jakob Aügl 144 M 9V4 mß. Gemeinde 127 M 9V2 mß. Summe des eigentümlichen Grundes 2427 M 53/4 mß. Obrigkeitliche Grundstücke hatten

Nr. 1 M. Teltscher 90 M V4 mß.

Nr. 1 A Thomas Prakesch 86 M 7V4 mß.

Nr. 2 Mathes Ohnsorg, Müller 21 M 8 mß. Sind drei Ansiedler in Böhmen. Das heutige Vöstenhof.

Nr. 19 Georg Rußwurm, Müller 4 M IV4 mß.

Nr. 29 Georg Müller 56 M 14V4 mß.

Nr. 30 A Georg Göth 49 M ll 3 /4 mß. Ansiedler-Gemeinde 8 M IOV2 mß. Der Vöstenhof, der in den Zinsregistern Iglaus, so 1606 als Dworzak von Wolframs, 1630 „Höffer zum Wblfframs" be^ zeichnet wurde, ist 1777 aufgelassen worden und gegen Erbzins an die drei vorgenannten Ansiedler gegeben worden. Die Obrigkeit behielt sich verschiedene Teiche (Teich an der Hochdorfer Grenze, Fichsel-, Grad-, Hammer-, Frauen-, Neu-, Mühl-, Straka-, Feld-, Höllen-, Straßen-, Steimker-, Krumteich) und Waldungen (Diebsholz, Buchwald, Vorwald) vor.

Das Gemeindekataster von Wolframs weist 1945 folgende Eigentumsverhältnisse aus (in Klammern Stand 1924):

Nr. 1 „Häusler" Mathias Krautschneider, 13,26 ha (Mathäus Krautschneider, 13,26 ha).

Nr. 2 „Krumm" Jakob Krumm, 20,09 ha (Jakob Krumm, 20,09 ha).

Nr. 3 „Rädelmacher" Josef Suchy, 13,80 ha (Josef Suchy, 12,83 ha).

Nr. 4 „Hausweber" Johann Pollak, 21,80 ha (Augustin Pollak, 20,94 ha).

Nr. 5 „Augustn" Anna Steffi, 7,20 ha (Anna Steffi, 25,88 ha).

Nr. 6 „Käser" Mathäus Withelm, 28,00 ha (Marie Withelm, 27,24 ha).

Nr. 7 „Wohlmann" Johann Köttner, 40,78 ha (Franz Köttner, 31,88 ha).

Nr. 8 „Luksch" Josef Semek, 28,91 ha (Franz Semek, 28,91 ha).

Nr. 8 a (Nebengebäude).

Nr. 9 „Mopils" Franz Göth, 20,65 ha (Johann Göth, 20,65 ha).

Nr. 10 „Paul" Franz Pollak, 32,50 ha (Franz Pollak, 28,45 ha).

Nr. 11 „Schmied" Josef Reitermann, 2,74 ha Johann Reitermann, 1,46 ha).

Nr. 12 Gemeindehaus.

Nr. 13 „Töpfer" Mathias Withelm, 1,20 ha (Mathias Withelm, 1,34 ha).

Nr. 14 „Jirka" Martin Göth, 4,50 ha (Martin Göth, 1,09 ha).

Nr. 15 „Schindelmacher" Andreas Höfer, 0,50 ha (Kunigunde Höfer, 1,93 ha).

Nr. 16 „Urbanl" Johann Lang, 23,90 ha (Mathias Lang, siehe Hs.

Nr. 24).

Nr. 17 „Fuchsmodi" Franz Steffi, 28,99 ha (Johann Eigl, 28,99 ha).

Nr. 18 „Neubauer" Johann Krautschneider, 31,80 ha (Johann Krautschneider, 32,12 ha).

Nr. 19, 58, 59 u. 60 Wurstwaren- und Konservenfabrik (Selchwaren- und Konservenfabrik, 14,58 ha).

Nr. 20 „Fixl-Althaus" Josef Suchy, 25,38 ha (Johann Suchy, 25,38 ha).

Nr. 21 „Schwarz" (Franz Hromadka, 4,63 ha).

Nr. 22 „Richter" Marie Kubelik (Marie Isternitz, 12,92 ha).

Nr. 23 „Gusli" Josef Smola, 11,00 ha (Franz Smola, 11,13 ha).

Nr. 24 „Straska" Marie Lang, 32,40 ha (Mathias Lang, 43,19 ha).

Nr. 25 „Neufingerl" Martin Hably, 28,27 ha (Andreas Hably, 28,28 ha).

Nr. 26 „Temandl" Mathias Steffi, 25,20 ha (Mathias Steffi, 25,24 ha).

Nr. 27 „Wolf" (Johann Körber, 9,54 ha).

Nr. 28 „Porhansl" Mathäus Eigl, 39,85 ha (Andreas Eigl, 41,11 ha).

Nr. 29 „Unterer Schafmeister" Franz Müller, 16,17 ha (Franz Müller, 14,75 ha).

Nr. 30 „Schinderhäusel" Johann Lang, 1,60 ha (Josef Krumm, 1,04 ha).

Nr. 31 „Oberer Schafmeister" Mathias Lang, 17,35 ha (Mathias Lang, 17,35 ha).

Nr. 32 „Tomer" Mathias Holy, 4,20 ha (Johann Holy, 4,19 ha).

Nr. 33 „Maurer" Franz Eigl, 2,58 ha (Martin Eigl, 2,58 ha).

Nr. 34 „Philipp" Mathias Stednhauer, 1,88 ha (Josef Stednhauer, 1,88 ha).

Nr. 35 „Potom" (Josef Maresch, 1,31 ha).

Nr. 36

„Lukschen-Häusl" Josef Luksch, 9,89 ha (Josef Lukseh, 9,89 ha).

Nr. 37 „Kostner" Franz Göth, 13,00 ha (Johann Göth, 13,21 ha).

Nr. 38 „Pauln-Häusl" Franz Göth, 9,85 ha (Franz Göth, 9,85 ha).

Nr. 39 Pfarrhaus (1,12 ha).

Nr. 40 „Holzheger" Jakob Müller, 2,32 ha (Jakob Müller, 2,32 ha).

Nr. 41 „Honspaul" (Johann Stepan, 3,33 ha, Tscheche).

Nr. 42 Schule (0,07 ha).

Nr. 43 „Vinzenz" Franz Rußwurm, 5,00 ha (Franz Rußwurm, 4,74 ha).

Nr. 44 „Mesner" Franz Höfer, 0,68 ha (Mathias Höfer, 0,02 ha).

Nr. 45 „Hons" Johann Hable (Katharina Hable, 0,01 ha).

Nr. 46 „Sägfeiler" Mathias Semek (Franz Roback, 1,52 ha).

Nr. 47 „Fixl-neues Haus" Johann Withelm, 29,20 ha (Marie Withelm, 29,25 ha).

Nr. 48 „Binder" Andreas Paul, 4,00 ha (Andreas Paul, 3,79 ha).

Nr. 49 „Schinderanger" Martin Krautschneider, 3,78 ha (Martin Krautschneider, 3,78 ha). Wird auch Wattefabrik genannt, da bis 1872 hier Watte erzeugt wurde.

Nr. 50 „Schuster" Martin Göth (Marie Göth, 4,58 ha).

Nr. 51 „Töpferschneider" Mathias Göth, 2,93 ha (Mathias Göth, 2,93 ha).

Nr. 52 Gemeindegasthaus, Pächter: Johann Reiter.

Nr. 53 „Schwarz" Elisabeth Göth, 2,00 ha (Jakob Göth, 2,73 ha).

Nr. 54 „Schinderanger" Johann Paul, 5,00 ha (Mathias Paul, 4,70 ha).

Nr. 55 „Kirchendiener" Paul Withelm, 0,75 ha (Paul Göth, 0,75 ha).

Nr. 56 Bahnwächterhaus.

Nr. 57 Berta Hana (Johann Frühauf, 7,24 ha).

Nr. 58—63 Neubauten (Tschechen)

Nr. 64 Rudolf Brosch.

Nr. 66 Elisabeth Krumm.

Nr. 67 Franz Körber.

Nr. 68 Johann Schützl.

Nr. 70 Josef Havrda.

Nr. 71 Johann Krautschneider.

Nr. 72 „Philipp" Franz Göth, 2,00 ha.

Nr. 73 Josef Höfer.

Nr. 74 Martin Krumm.

Nr. 75 Franz Göth.

Nr. 77 Alois Göth,

Nr. 78 Mathias Paul.

Nr. 80 Johann Jonak.

Nr. 81 Josef Ohnsorg.

Nr. 82 „Schinderanger" Franz Paul.

Nr. 83 Paul Krumm.

Nr. 86 Anton Hruza. Die Spar- und Darlehenskasse hatte ein einstöckiges Gebäude. Gemeindebesitz 85,71 ha. Die Gemarkungsfläche umfaßt 888 ha.

Die Selchwaren- und Konservenfabrik ist aus einer alten Mühlanlage hervorgegangen. Die Mühle, deren letzter Besitzer Johann Frühauf war, brannte am 18. März 1906 nieder. An ihrer Stelle errichtete die Firma Zimmer & Schmidt, Gablonz, im Jahr 1906 eine Glasschleiferei. Ihre Gebäude wurden 1917 an eine Genossenschaft m. b. H. verkauft, die eine Selchwaren- und Konservenfabrik einrichtete.

Die deutsche Volksschule besteht seit dem Jahr 1803. Das jetzige Schulgebäude entstand 1892 aus einem Umbau der alten Schule. Zu Wolframs ist auch Vöstenhof eingeschult, 1804—1900 gehörte auch Höfen dahin. Die Schule war 1892 bis 1. Februar 1921 zweiklassig, später dann einklassig. Schulleiter: Martin Wejwoda 1843—1873, in den Jahren 1873—1875 unterrichtete in Ermangelung eines Lehrers der Pfarrer Franz Cernicek, anschließend ein Kaufmannsgehilfe Franz Zeman 1875—1878, anschließend Lehrer Anton Schamann 1878—1890, Josef Zack 1890—1921, Josef Bürgel seit 1921. Nach 1918 wurde auch eine tschechische Schule eröffnet.

Die Pfarrkirche ist der heiligen Kunigunde geweiht. Im Jahr 1501 wurde sie bei den Herren von Opatau erwähnt, ein alter Grabstein zeigt die Ruhestätte des Iglauer Bürgers Johann Schößler, gestorben 1577, an, eine Turmglocke wurde 1548 gegossen. Im 16. Jahrhundert war die Kirche wie unsere ganze Gegend evangelisch. 1623 wurden die evangelischen Prediger ausgewiesen. Da es damals an katholischen Priestern fehlte, wurde die Pfarre aufgelöst und Wolframs nach Wilenz eingepfarrt. Unter Joseph II. wurde 1785 mit Mitteln des Religionsfonds eine eigene Seelsorgestelle eingerichtet.

1853 wurde daraus wieder eine selbstständige Pfarrei. Ihr gehören Wolframs, Sollowitz, Höfen und Vöstenhof zu.

Von alten Unglücksfällen ist zu bemerken, dass am Pfingstmontag des Jahres 1550 das Dorf bis auf sechs Häuser „ganz und gar" ausgebrannt ist. Unter den Geschädigten werden genannt: 1. Jane, 2. Jacob Lebald, 3. Veit,- mapols, 4. Jacob Khaiser, 5. Hanns Paier, 6. Thoman, 7. Bartl, 8. Anderl kleinmännl, 9. Paul Gesl, 10. Michel Streysko, 11. Watz, 12. Wentz.

Im Dreißigjährigen Krieg muss das Dorf gelitten haben, denn es waren 1630 nur 16 Untertanen gegen 24 vorher. — Im Jahr 1803 erregte ein Doppelmord großes Aufsehen.

In Wolframs zweigt von der Tranversalbahn Iglau—Taus die Linie südwärts über Teltsch nach Zlabings ab, von wo der österreichische Anschluss nach Schwarzenau führt. Der Bahnverkehr wurde am 13. August 1898 eröffnet.

Die selbstständige Gemeinde Wolframs hatte 1939 zehn deutsche und fünf tschechische Gemeinderäte. Schule, Pfarre, Post, Bahnstation und Gendarmerie waren im Ort.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Unter „Wolfraums“ nennt der Kalender 56 Häuser und 413 Einwohner. Als Gemeindevorsteher und Postmeister erscheint Fr. Köttner. Die zweiklassige Schule leitete Oberlehrer Jos. Zak. Pfarrer war laut Verzeichnis Karl Czech. Eine Bahnstation mit Telegraphenamt, eine freiwillige Feuerwehr und das Gasthaus Josef Reich ergänzen das Ortsbild.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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