Ob unser Porenz mit Poretz gleichzusetzen ist, das 1233 genannt wurde und nach Iglau zehentpflichtig war, ist nicht völlig sicher. Später erscheint es in den Schreibformen „Porentz, Porantz, Zum Porannz, Porans" (vor dem 17. Jahrhundert) und „Barenz, Porantz, Porencz, Paranncz, Porentz, Porrentz" (im 17. Jahrhundert). Diese Formen könnten auf einen Personennamen Boran zurückgehen. Dann würde Porenz ein Borans, der Ort eines Boran sein, wie das benachbarte Wilenz das Dorf eines Wieland war. Ist die From Poretz die ursprüngliche, könnte an das Ufergelände des Igelbaches (pofici) gedacht werden. Dem widerspricht aber der slawische Name Beranec, der sprachlich eher mit Borans in Verbindung gebracht werden kann.
Im Jahr 1443 hat Michael Grünwalder, Dechant von Trebitsch und Pfarrer von Ranzern, aus Notdurft der Ranzerer Pfarrkirche und zum Besten ihrer Kaplanei das Grundrecht über die Hälfte des Dorfes Porenz und 3V2 Lahne dem Iglauer Bürger Andraczko Rosener und dessen Mutter Esther um 12Vä Schock Prager Groschen verkauft. Damit kamen die Besitzrechte, die bisher die Ranzerer Pfarre hatte, an Andraczko, der wohl derselbe ist, der den Slutem-Freihof unterm Iglauer Ledertal und auch Wolframs besaß. Später hören wir von Besitzrechten der Bürgerfamilie Schönmelzer, die das Dorf gleichzeitig mit Wilenz und Hossau im Jahr 1498 an die Stadt Iglau verkaufte. Im Jahr 1501 wurde dieser Kauf in der mährischen Landtafel verbrieft. Nun verblieb Porenz bei den Iglauer Landgütern, bis die Aufhebung der Leibeigenschaft unter Josef H. und die Durchführung der Grundentlastung im Jahr 1848 die obrigkeitlichen Rechte beseitigte.
Einige Beispiele zeigen, welche Abgaben die Bewohner zahlen mussten: Im Jahr 1630 betrug der Michaeli- und Georgizins je 2 Schock 14 Groschen 2 Denare, das Ackerland 56 Groschen und der Bachzins 1 Schock 59 Groschen, alles zusammen also 7 Schock 23 Groschen 4 Denare. 1636 war der Georgizins nur 1 Schock 55 Groschen und ebensoviel der Michaelizins. Ferner zahlten die Porenczer an Zins für öde Gründe und „Wüßmat" 1 Schock 3 Groschen. Im Jahr 1750 war an Grundzins vom ganzen Dorf 4 fl. 40 kr., an Gespunstzins 22 kr. zu zahlen und 13 Hühner zu geben. 1849 betrug bei der Grundentlastung die Robotablösung 534 fl. 32 kr., die Ablösung der Zinsungen 90 fl. 24 kr.
Im Dreißigjährigen Kriege hat das Dorf durch Kriegsereignisse oder Auswanderung der Evangelischen gelitten, denn es werden im Jahr 1630 nur 6 Untertanen gezählt, gegen 9 Anwesen vorher. 1670 werden unbewirtschaftete Grundstücke in Porenz genannt.
Dazu gehörten „Galle Caspern grundt", ein Halblahn, der zum Teil mit Wald bewachsen war, und „Käßlers grundt", ein Ganzlahn, der gleichfalls zum Teil verwachsen war.
Alte Porenzer waren: 1615: Veidt khaisser, Mierttle Stanniger, 1662: Andres Lerchl, Tobias Zach. 1668 werden genannt: Müller, Körb Macher, Jacob Kriestel, der Rössel, Jacob Meltel, der Zach, Jacob Körber, Mathes Lerchel. Im Jahr 1778 waren 10 Nummern.
Nr. 1 Johann Paul Rußwurm 29 M W/i mß.
Nr. 2 Mathes Polirer 58 M 5Vs mß.
Nr. 3 Mathes Wossipal 9V2 mß.
Nr. 4 Martin Patry 118 M 13V4 mß.
Nr. 5 Andres Röder 114 M 133/4 mß.
Nr. 6 Lorenz Zeitzinger 131 M 21/i mß.
Nr. 7 Thomas Pauser 136 M 23/4 mß.
Nr. 8 Martin Paukerl 115 M 10 mß.
Nr. 9 Andres Horr 129 M 2V4 mß.
Nr. 10 Lorenz Mopils 128 M 7 mß und die Gemeinde 28 M 8 mß.
Das Gemeindekataster von Porenz weist 1945 folgende Grundeigentümer aus:
Nr. 1 „Ruschka" Johann Ruschka, 3,00 ha.
Nr. 2 „Schmied" Jakob Krautschneider, 11,90 ha.
Nr. 4 „Körber" Johann David, 14,08 ha.
Nr. 5 „Krister" Andreas Trojan, 16,90 ha.
Nr. 6 „Käser" Mathias Lang, 16,48 ha.
Nr. 7 „Raschler" Paul Paukerl, 27,00 ha.
Nr. 8 „Polreich" Johann Paukerl, 39,00 ha.
Nr. 9 „Lerchler" Paul Horr, 32,00 ha.
Nr. 10 „Zach" Mathias Lang, 24,00 ha.
Nr. 12 „Grubenmacher" Franz Horr, 16,00 ha.
Nr. 13 „Einräumer" Johann Polierer, Gastwirt.
Nr. 14 Josef Krautschneider.
Nr. 15 „Weber" Mathias Mopils, 6,00 ha.
Nr. 16 Johann Krautschneider, 0,20 ha.
Nr. 17 „Scharf'n" Franz Ruschka.
Nr. 18 „Pfeifenmacher" Johann Horr, 6,45 ha.
Nr. 19 „Schneider" Laurenz Lukschanderl, 14,00 ha. — Die Gemarkungsfläche beträgt 281,14,60 ha. — Porenz ist eine selbständige Gemeinde. Schule und Pfarre waren in Wilenz, Post und Bahnstation in Iglau und die zuständige Gendarmerie war in Stannern. 1939 waren acht Deutsche und ein Tscheche im Gemeinderat.
