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Měšín Misching

Cesta časem: Měšín Misching

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  1. 1385Do roku 1499

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  2. 15091500–1799

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  3. 18481800–1918

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  4. 19391919–1945

    Záznam o obci z roku 1939.

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Z knihy Dörferbuch

Misching

Vom Igelgebiet leitet eine Hochfläche nordwärts zur Sasau. Sie hat eine mittlere Höhe von 500 Metern. Westwärts buckeln sich die Hügelkuppen auf, deren Höhenzug über 600 m ansteigt. Ostwärts schwillt das Land allmählich zu gleicher Höhe an. Die Hochfläche bildet daher eigentlich ein breites Tal. Runde Steine im Lehm, der große Teile dieses Tals bedeckt, zeigen, dass hier früher ein Fluss von der Sazawa zur Igel floss. Bei Misching ist dieser schotterführende Lehm nordwestlich und südöstlich des Dorfes zu sehen.

Die Häuser von Misching liegen dicht beieinander zwischen den Feldern. Der Ort muss alt sein, nichts ist uns von seiner Entstehung bekannt, selbst der Name ist nicht eindeutig erklärlich. Misching, Müsching, Mischinng, Miesching sind die überlieferten Schreibformen, in der Mundart der nördlichen Sprachinsel heißt es Meischen.

Die älteste Nachricht über Misching stammt aus dem Jahr 1385. Damals gehörte Misching zu dem großen Lichtenburgischen Besitz, der weite Ländereien nördlich und südlich von Deutschbrod umspannte. Im genannten Jahre (am 14. September) hat Wenzl Kruschina von Lichtenburg auf Schrittenz zwei freie und zwei Zinslahne, die jährlich 2 Schock weniger 8 Groschen trugen, einem Sezimiz und dessen Erben Kunassek, Paro und Johann Rechow um

20 Schock 50 Groschen Prager Münze verkauft. Lahn ist eine Bauernhube, Ausmaß einer Bauernwirtschaft. Im Jahr 1402 oder 1404 kam das Dorf durch Kauf von Johann Rechow (Vethaw) und dessen Schwester Elisabeth an die Stadt Iglau, die seitdem bis zum Jahr 1848 die Grundherrin von Misching war.

Wie Birnbaumhof und Heinzendorf gehörte Misching ursprünglich nach Böhmen. Seit 1509 führte es seine Abgaben nach Mähren ab und seit 1750 ist es endgültig der mährischen Markgrafschaft einverleibt. Der Grenzverlauf ist mit seinen Vorsprüngen gegen Schrittenz ein unnatürlicher.

Im Grundbuch vom Jahr 1779 erscheint folgende Grundverteilung:

Nr. 1 Mathes Holly 160 M 33/4 mß.

Nr. 2 Johann Schneller 182 M llh mß.

Nr. 3 Paul Teltscher 197 M 3 3 / 4 mß.

Nr. 4 Math. Schneller 171 M 2 mß.

Nr. 5 Paul Höfer 74 M IOV2 mß.

Nr. 6 Philipp Schneller.

Nr. 7 Wenzl Schneller.

Nr. 8 Johann Schneller 166 M 23/4 mß.

Nr. 9 Aug. Böhm und

Nr. 10 Mathes Folter.

Nr. 11 Johann Böhm 150 M 2V2 mß.

Nr. 12 Joseph Klement 164 M 6V4 mß.

Nr. 13 Martin Schneller 134 M 1 mß.

Nr. 14 Augustin Klement 141 M 23A mß.

Nr. 15 Johann Klement 122 M 7V4 mß.

Nr. 16 August Schwab 211 M 5 mß.

Nr. 17 Mathias Folter 173 M 9V2 mß.

Nr. 18 Johann Folter 139 M 4»/4 mß.

Nr. 19 Hirtenhaus.

Nr. 20 „Schmitten" 2 M. Gemeinde 71 M 13s/4 mß.

Neben diesen Grundstücken von 2251 M 3 mß waren noch 5 M 8V4 mß von der Obrigkeit zugewendet an Mathias Folter Nr. 17 (3 M 14Va mß), Georg Folter Nr. 18 (1 M 2V4 mß) und an den „Holtzheger" 8 mß Wiese. Die Obrigkeit hat sich den unteren, mittleren und Hammerteich vorbehalten.

Mit der Schmiede gab es in Misching in diesem Jahr 15 Grundbesitzer. 350 Jahre zuvor sind im ältesten Losungsregister ebenfalls 15 Mischinger belegt. Sie hießen im Jahr 1425: Marsch Flechtenmacher, Johanes Sutor, Hensl Herczog, Michel Colonus, Haindlgener Zing., Langendrl vluschy, Endrl frowein, Hanus Sutor, Hanus pehem. flexlin, Niki herl, Hanus pehem, Endrl Oleator, Hanus Eckl, Eberl weißenstainer, Petrus Sutor. Ganz andere Namen als vierhalbhundert Jahre später. Pehem ist gleich Böhm, aber ob es sich durchgehend um dieselbe Familie handelte, ist nicht belegt. Johannes Sutor wird in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts Hensl Schuster genannt, Endrl Oleator wird 1429 deutsch Oler gehei- ßen.

Der Name Flexi lässt sich fast durch das gesamte 15. Jahrhundert verfolgen. Auch zu Beginn des 17. Jahrhunderts (1616) sind in Misching 15 Besitzer feststellbar und zwar Hanß Mur, Siegl, Paul Köpel, Henrich Stefan, Wentz Höfer, Caspar Lorentz, Lucas Langwencz, Lorenz Wollf, Jac. Luksch, Bernhard, Matl Scheübl, Siegl Schwab, Paul Anderl, Jörg Haintzendorffer, Matl Taschl.

Im Jahr 1668 wurden konskribiert: Gregor Schneller, J. Lowentz, Thoma Lerel, Paul Holy, Veith Hoffer, Parthel Neu Würth, Swob Neu Wirth, Paul Valten, Hanß Striecker, Georg Bößpauer, Mathes Lockenpauer, Hanß Koppel, Martien Schenck, Andreaß Schober, Hanß Schmidt. Die Namen Langwencz, Mur, Lorentz und Scheibl lassen sich bis 1483 zurückverfolgen. Der Name Langwenz hat sich in dem Hausnamen „Lowenz"

Nr. 11 erhalten, ebenso die Namen „Köpl"

Nr. 3, „Schneller"

Nr. 8, „Holy"

Nr. 13, „Lehrl"

Nr. 12 und „Schwab"

Nr. 16. Von den Familiennamen aus der Maria Theresianischen Zeit leben im Dorfe nur mehr die Höfer, Folter und Klement fort. Die Form Lo-

Wencz kommt bereits 1615 vor. Im Jahr 1615 wird ein Anderl Neywirdt genannt. Von seinem Geschlecht mag der Hausname Neuwirt Nr. 15 hervorrühren. Der Name Hoffer kommt schon 1662 in Misching vor. In diesem Jahre werden ferner ein Mathes Lakenbauer und ein Paul Teschner genannt. Im Jahr 1630 wurden in Misching 13 Bauern und 1 Häusler vermerkt. Als 1848 alle Untertänigkeit aufhörte, wurden die Mischinger Robotablösung mit 1247 fl. 8 kr. und die Ablösung verschiedener Zinsungen mit 630 fl. 28 kr. festgestellt.

Die Gemarkungsfläche von 707,20,85 ha verteilt sich 1945 (Stand von 1924 in Klammern) an folgende Eigentümer:

Nr. 1 „Bösbauer" Anton Duschek, 26,80 ha (Martin Duschek, 36,93 ha).

Nr. 2 „Motz" Mathias Petschenka, 45,00 ha (Mathias Petschenka, 44,63 ha).

Nr. 3 „Köppl" Johann Duschek, 39,32 ha (Johann Duschek, 39,32 ha).

Nr. 4 u.

Nr. 41 „Schenk" Franz Duschek, ? ha (Franz Duschek, 47,32 ha).

Nr. 5 „Schober" Franz Schneider, 23,00 ha (Franz Schneider, 20,39 ha).

Nr. 6 (Wenzl Schindler, 7,85 ha).

Nr. 7 „Jirgala-Schneider" Elisabeth Klausner (Franz Zimmermann, 1,09 ha).

Nr. 8 „Schneller" Josef Duschek, 46,00 ha (Josef Duschek, 46,57 ha).

Nr. 9 „Schneller-Schuster" Johann Altrichter, 7,00 ha (Johann Altrichter, 5,15 ha).

Nr. 10 „Holzjäger" Josef Mottl (Mathias Mottl, 10,64 ha).

Nr. 11 „Lowenz" Mathias Höfer, 48,00 ha (Paul Höfer, 49,61 ha).

Nr. 12 „Lerl" Josef Klement, 34,00 ha (Josef Klement, 31,17 ha).

Nr. 13 „Holy" Franz Schußwohl, 61,00 ha (Franz Schußwohl, 63,63 ha).

Nr. 14 „Höfer-Schneider" Vinzenz Czöpl, 7,78 ha (Anton Czöpl, 7,78 ha).

Nr. 15a „Zimmermann" Johann Folter, 2,00 ha.

Nr. 15b Ignaz Folter, 1,00 ha.

Nr. 16 „Schwab" Johann Kestler, 65,00 ha (Johann Kestler, 65,70 ha).

Nr. 17 „Paul" u.

Nr. 21 „Müllerla" Anna Hirluksch, 39,00 ha (Josef Hirluksch, 49,47 ha).

Nr. 18 „Stricker" Franz Duschek, 41,00 ha (Josef Duschek, 41,44 ha).

Nr. 19 „Hirthäusl" Anton Hoffmann, 3,00 ha.

Nr. 20 Gemeindegasthaus u. Schmiede.

Nr. 22 „Schaffer-Schneider" Neumann (Franz Neumann, 2,78 ha).

Nr. 23 Kestler (Josef Kestler, 2,21 ha).

Nr. 24 „Wenzla-Schuster" Katharina Duschek (Johann Duschek, 5,40 ha).

Nr. 25 „Schmiedl" Mathias Barak, 11,00 ha (Mathias Barak, 11,55 ha).

Nr. 26 „Indra" Gottfried Duschek, 1,22 ha (Elisabeth Indra).

Nr. 27 „Pumpenhäusler" Wenzl Blaschek (Wenzl Blaschek, 2,28 ha).

Nr. 28 „Lowenzn Häusl" Johann Benesch, 3,00 ha (Jacob Friedl, 0,07 ha).

Nr. 29 „Neubauer" Ignaz Petschenka, 26,00 ha (Ignaz Petschenka, 26,08 ha).

Nr. 30 „Schulmeister" Klement (Franz Folter, 5,02 ha).

Nr. 31 Johann Folter (Wenzl Prautl, 2,62 ha).

Nr. 32 „Honsn" Franz Polierer (Marie Folter, 2,45 ha).

Nr. 33 Schule.

Nr. 34 „Brechlhaus" Gemeindehaus.

Nr. 35 „Kreuzhäusler" Josef Duschek, 9,00 ha (Josef Duschek, 7,03 ha).

Nr. 36 Johann Nendl, 3,00 ha (Franz Bratrschofsky).

Nr. 37 Johann Schimka, 4,55 ha.

Nr. 38 Josef Duschek.

Nr. 40 Johann Klement.

Nr. 42 Franz Duschek.

Nr. 43 Johann Tonner. Die Gemeinde besaß 38,14 ha.

Nach den bisher bekannten Angaben besteht die Schule seit 1772. Zunächst wurde allerdings abwechselnd in verschiedenen Häusern unterrichtet. Seit dem Jahr 1793 diente das Gemeindehäusl Nr. 20 dem Schulbetrieb. Im Jahr 1823 wurde das jetzige Schulhaus in der Mitte des Dorfplatzes erbaut. Misching als selbstständige Gemeinde hatte 1939 zehn deutsche und zwei tschechische Gemeinderäte. Die Schule war im Ort. Die Pfarre in Seelenz, die Post und die Bahnstation in Iglau und die zuständige Gendarmerie in Groß-Beranau.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Der Kalender nennt 33 Häuser und 272 Einwohner. Der Ort besaß eine einklassige Schule unter Schulleiter Anton Zopf. Die Pfarre lag in Seelenz; Post, Telegraphenamt und Gendarmerieposten lagen in Iglau. Marie Bělohlávek wird als Pächterin des Gemeindegasthauses genannt.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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