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Vyskytná nad Jihlavou Deutsch-Gießhübel

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  1. 1303Do roku 1499

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  2. 15961500–1799

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  3. 18481800–1918

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  4. 19241919–1945

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Z knihy Dörferbuch

Deutsch-Gießhübel

Von der 700 m Höhe bei Windig-Jenikau läuft ein Hügelrücken südwärts zum Tal des Igelflusses. Rechts geleitet ihn der Jesebach, links das Weißensteiner Bächlein. Steil bricht er zur großen Igla ab. Von der Anhöhe (539 m) schaut Deutsch-Gießhübel weit übers Land. Ein Spähhübel ist's, ein „Luginsland". „Kiusan" heißt im Althochdeutschen „schauen, beobachten". Vom Stamm dieses Wortes „kius" wird „Güßhübl" seinen Namen führen, ein Hübel, von dem man Ausschau halten und beobachten kann. Auch der slawische Name für das Dorf „Vyskytna" lässt die gleiche Erklärung zu, denn vyskytnouti bedeutet „zeigen, blicken lassen, erscheinen lassen". Unser Gießhübel ist danach ein uralter Spähberg, ein alter „Auslug".

Der Name ist in folgenden Schreibformen überliefert: im 14. Jahrhundert: Gishowel, Gysobil, Gussubel, Wiskythna thewtunicalis; im 15. Jahrhundert: Gushübel, Wyskydna niemeczka; im 16. Jahrhundert: Gießhiebl, gyssibl, Niemeczky Wyskytna; im 17. Jahrhundert: Gießhiebl, Gießibel, Gießhübl, Gießhuebl, Güßhübel, Gissibl, Deutsch Giessibl, Teutsch Gießhübl, Deutsch Giessibil; seit dem 18. Jahrhundert: Güßhübl, Deutsch Gieshübel und Deutsch Gießhübel.

Gießhübel wird nach den bisher bekannten Quellen erstmals 1303 urkundlich erwähnt. In der Simmersdorfer Ansiedlungsurkunde vom 5. Januar 1303 erscheint vor den Zeugen aus Kaihau, Opatau und Dudin der Richter Chunradus von Gishowels. Gießhübel gehörte damals zur Grundherrschaft des Klosters Seelau. Im Jahr 1359 erscheint Heuslinus im Besitz des Gießhübler Erbgerichtes (Heuslinus judex in Wyskytna [Deutsch: Heuslinus, Richter in Gießhübel]). Eine Seelauer Urkunde (vom 22. April 1359) bezeugt, dass er mit dem Gerichte einen Doppellahn in Gießhübel besaß, also ein Doppelbauer war, ferner die Schankgerechtigkeit hatte und ihm der dritte Denar, also ein Drittel der Gerichtsgelder, zustand.

Im Jahr 1398 kaufte Kunsso, der frühere Richter von Rothneustift (Sbilidi, Zbylity), das Erbgericht um 70 Schock Groschen. Gießhübel hatte an Seelau einen Jahreszins zu entrichten, der 1383 an Juden verpfändet erscheint. Im folgenden Jahre hatte Dyepold, Pfarrer von Iglau, als er vom Banne gelöst wurde, die Privilegien über 10 Schock Jahreszins von „Wiskythna thewtunicalis" an das Kloster auszuliefern. Das Kloster hatte auch einen Hof von vier Lahnen („Mairhof cum IV laneis [Deutsch: Meierhof mit vier Hufen; Hufen waren bäuerliche Land- und Wirtschaftseinheiten]") in Gießhübel. Diesen übergab es im Jahr 1467 zu „Purgkrecht" an Wenzel Johann, Wenzel Haunolt und Michael Albl (Venceslaus dictus Johan, Venceslaus dictus Havnolt, Michael dictus Albl [Deutsch: Wenzel genannt Johann, Wenzel genannt Haunolt, Michael genannt Albl]).

Diese hatten einen jährlichen Erbzins von 18 Groschen zu Georgi und Galli zu entrichten. Außerdem mussten sie zu Weihnachten von jedem Lahn eine Abgabe (berna) von 16 Groschen leisten und den Zehent von dem Getreide (Weizen, Hafer, Gerste) in den Gießhübler Speicher abführen.

In der Hussitenzeit mussten die Seelauer Klosterbrüder nach Iglau, wo ihnen die Pfarre gehörte, fliehen. Sie kehrten wohl wieder zurück, büßten aber immer mehr von ihrem Besitze ein. Das Adelsgeschlecht der Trczka von Lipa borgte dem bedrängten Stifte Geldsummen und erwarb seine Grundrechte. Über hundert Jahre besaßen die reichbegüterten Trczka die ehemaligen Kirchengüter, so auch Gießhübel, das mehrmals (so 1437, 1458, 1493) in der böhmischen Landtafel unter den Trczkaschen Dörfern genannt wird. Im Jahr 1596 kaufte die Stadt Iglau das ganze Landgebiet von Stecken bis zur großen Igla. So kam Gießhübel zu den Iglauer Landgütern. Damals galt Gießhübel als Markt.

Nach einer örtlichen Überlieferung soll das Steckner „Marktmännl", eine kleine Rolandsäule, früher in Gießhübel gestanden haben. Als die Stadt im Dreißigjährigen Kriege den Hauptteil ihres großen böhmischen Gutsbesitzes mit Schrittenz verlor, blieb ihm Gießhübel mit seiner Umgebung weiter, das „Gütl", ein Name, der noch heute hier am Lande haftet. Das Jahr 1848 löste die Untertänigkeit.

Aus alten Rechnungen ergibt sich verschiedenes über die Abgaben: 1554 waren nach einem Trczkaschen Urbar folgende Besitzer: Andres, Blazik Egl, Wentz Meppl. Wondra Forman, der Richter Niklas (Mikulaß) hatte zwei Lahne und den Schank, Lorenz, Gira Vlych, Plott (3 dworu), Krzistan Pollir, Urban, Krzistan Pollir, Linhart Pirmatl, Ssimek Noz, Gira, Toman friczu, Parti, Ssteffl ffricz, Wentzl Hob, Anton, Toman Plutt, Wentzl Staneczky, Anderle (s dworu), Lorentz. Der Zins zu Georgi machte 4 Schock 28 Groschen, zu Galli ebensoviel, das Weihnachtsgeld 4 Schock 2 Groschen aus. Ferner waren 8 Hühner, 17V2 M. 1 V. Korn, 13V2 M. 1 V. Hafer zu liefern.

Im Jahr 1630 machte der Georgi- und Michaelizins je 10 Schock 8 Groschen aus, das Grasgeld 21 Schock 37 Groschen, so dass die Gesamtleistung des Dorfes 41 Schock 53 Groschen war. Von 29 Untertanen waren damals nur 23. Es war die Zeit des bösen Dreißigjährigen Krieges. Im Jahr 1650 war der Georgi- und Gallihauszins je 7 Schock, es waren jetzt weniger bewirtschaftete Anwesen. An Grasgeld wurden 13 Schock 32 Groschen, an „Weihnachts- oder Tanzgeld" 7 Schock 42 Groschen und vom Richter als Kruggeld 5 Schock 50 Groschen eingehoben. Das Zehentgeld „ist dies Jahr nachgesehen worden". Wie die anderen untertänigen Dörfer war auch Gießhübel zur Abnahme von Bier aus dem obrigkeitlichen Bräuhause verpflichtet. 1660 hatten die Gießhübler mindestens alle drei Wochen ein Fass Bier auszutrinken.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Geld- und Naturalabgaben von Gießhübel die folgenden: an Hauszins 18 fl. 48 kr., an Gespunstzins 54 kr., an Zehent 1 fl. 45 kr. und acht Hühner. Die Robotverpflichtung weist aus: fünf Bauern hatten viermal in der Woche vierspännige Zugrobot zu leisten, was im Jahr 1040 Tage ausmacht, zehn Bauern hatten viermal in der Woche dreispännige Züge beizustellen, was jährlich 2080 Tage bedeutet, sieben Bauern hatten viermal in jeder Woche zweispännige Robot zu tun, was im Jahr 1456 Tagen gleichkommt und drei Bauern hatten wöchentlich dreimal einspännige Zugrobot zur Pflicht.

Die Anzahl der Taglöhner betrug drei, sie hatten wöchentlich zwei Tage zu roboten. Bei Verrichtung der Robot in der Schnittzeit erhielt jeder Robotende Z U Pfund Fleisch nebst Zugemüse (z. B. Graupen), ferner „ein Laibl Brot" und IV2 Seitel Bier. Verschiedene Verpflichtungen waren durch einen Vertrag im Jahr 1726 geregelt worden. Im Jahr 1754 zahlten Robotgeld: Martin Pauly 5 fl., Lorentz Pauly 5 fl. 30 kr., Johann Pauly 2 fl. 30 kr., Georg Hoffer 2 fl. 30 kr., Lorentz Huckauff 2 fl. 30 kr., Augustin Rosenkrantz 2 fl. 30 kr., Johann Heschky 5 fl., Mathes schwortz 3 fl., Lorentz Sigl 9 fl. und Lorentz schwortz 6 fl.

Wieder hundert Jahre später: Nach dem Grundentlastungspatente vom 7. September 1848, das auf den Antrag Hans Kudlichs zurückgeht, wurden für Gießhübel errechnet: bei 29 Untertanen 624 einspännige, 1712 zweispännige und 623 dreispännige Zugrobotttage im Jahr und 767 Handrobottage. Diese Robotschuldigkeit war nach dem Raabschen System auf 436 fl. 16 kr. Wiener

Währung reluiert und wurde hiefür als Ablösungskapital 1163 fl. 20 kr. Conv. Münze festgesetzt. Die übrigen Schuldigkeiten waren auf 111 fl. W. W. reluiert gewesen.

Außer diesen Abgaben an die Grundherrschaft waren natürlich auch noch staatliche Steuern (Ordinarium und Extraordinarium) zu entrichten. So weist z. B. die Repartition über das Militare Ordinarium und die Extra-Ausgaben im Jahr 1766 für das Dorf Gießhübel 542 fl. 28 kr. „in ordinario [Deutsch: bei den regulären Abgaben]" ganzjährig, 18 fl. 51 kr. „auf die Extra-Außgaben", in Summe also 561 fl. 19 kr. aus, so dass monatlich 46 fl. 46 kr. zu zahlen waren. Diese verteilten sich in dem genannten Jahre auf 26 Gießhübler, und zwar: 1. Lorentz Rosenkranz, 2. Mathes Aygel, 3. Mathes Aygel, 4. Lor. Siegl, 5. Georg Ploth, 6. Augustin Ploth, 7. Maria Höfferin, 8. Andreas Aygel, 9. Wenzl Heyska, 10. Lorentz Neuwirth, 11. Martin Neumann, 12. Thomas Schmeiller, 13. Mathes Plott, 14. Johann Sayller, 15. Johann Schmidt, 16. Johann Grün, 17. Paul Spatzal, 18. Mathes Höffer, 19. Andreas Ploth, 20. Lorentz Siegl, 21. Martin Paul, 22. Johann Paul, 23. Markus Ripper, 24. Johann Ploth, 25. Josef Kriegsmann, 26. Lorentz Schwartzmüller.

Als Inleute verzeichnet die gleichjährige Individual-Subrepartition den Schuster Mathes Aygel, den Schmied Jakob Latzek, den Fleischhacker Mathes Rosenkranz, ferner die Taglöhner Augustin Aygel, Augustin Grünn, Josef Müller, Paul Neuwürth, Georg Höffer, außerdem Maria Sieglin. Die Handwerker hatten zu den Steuern monatlich 3, die Taglöhner 2 Kreuzer abzuführen und außerdem für eine Kuh 2 Kreuzer, so sie aber „gald" war, nur 1 Kreuzer.

Im Jahr 1629 waren Grundbesitzer in Gießhübel: Andre Hole, Jacob Eygell, Fatz, Wentz Fatz, Richter, Müller, Ballierer, Krimshendel, Gschepane, Rosenkrantz, Huckauff, Marcus Lang, Lauffer, Schimpko, Früauff, Brichte, Valten Heffer. Im Jahr 1654: 1. Martin Schaffer, 2. Jakob Aygl, 3. Martin Aygl, 4. Martin Sygl, 5. Simon Polierer, 6. Thomas Lang, 7. Paul Höffer, 8. Mat. Bladt, 9. J. Miller, 10. Krystoff Kschirhakl, 11. Sim. Feylsch, 12. Lorenz Morschak, 13. Wenzl Robete, 14. Redimacher, 15. Krystoff Neymann, 16. Kaspar Rosenkranz, 17. Siebentanz, 18. Millerowska, 19. Joh. Schuster, 20. J. Mlynarz, 21. Georg Pierkumpl, 22. Jakob Klaser, 23. Georg Trochmacher, 24. Lorenz Kampl, 25. Lorenz Khoch, 16. Joh. Czykler, 27. Jakob Heysl, 28. Cz. Micha!

Im Jahr 1675 wurden 10, 11, 12, 13, 14, 17, 19, 24, 25, 26, 27, 28 als wüst bezeichnet. (Die Zahlen bedeuten nicht Hausnummern, sondern bloß die Reihenfolge.) Auf 1 ist damals Philipp Schaffer, auf 2 Paul Aygl, auf 4 Georg Siegl, auf 5 eine Witwe, auf 6 Mi! Lang, auf 8 Rziha Pladt, auf 15 Veit Strobl, auf 16 Georg Rosenkranz, auf 20 Johann Cziech, auf 21 Witwe Judith, auf 23 Georg Pek.

Nach dem Grundbuche waren die Häuser und Anwesen im Jahr 1780 in folgenden Händen:

Nr. 1 Math. Höfer 173 M 12V2 mß,

Nr. 2 Mathes Höfer, ohne Besitz,

Nr. 3 Lorenz Höfer 37 M 6V4 mß,

Nr. 4 Johann Ploth 1 M 3V4 mß,

Nr. 5 Johann Oestreicher 45 M 5 mß,

Nr. 6 die Schule, ohne Besitz,

Nr. 7 Josef Kriegsmann 5V2 mß,

Nr. 8 Johann Sailer 105 M 11 mß,

Nr. 10 Martin Schmid 121 M 2V2 mß,

Nr. 11 Math. Ploth 129 M 103/4 mß,

Nr. 12 Aug. Schmid 101 M 6V4 mß,

Nr. 13 Johann Ploth 129 M 4V4 mß,

Nr. 14 Johann Grün 60 M 7 mß,

Nr. 15 Andres Ploth 61 M 8 mß,

Nr. 16 Math. Neuwürt 91 M ll 3 /4 mß,

Nr. 17 Georg Schmailer 110 M lVa mß,

Nr. 18 Andres Ploth 127 M 6V2 mß,

Nr. 19

Josef Schwarz 12 M IV4 mß,

Nr. 20 Markus Ripper 2 M 5 mß,

Nr. 21 Johann Paul 2 M 14 mß,

Nr. 22 Math. Paul 5 M 15V2 mß,

Nr. 23 Anna Sieglin 83/4 mß,

Nr. 24 die Fleischbank, ohne Grundbesitz,

Nr. 25 Mathes Hesky 125 M 5 mß,

Nr. 26 des Müllers Haus,

Nr. 27 Schmitten (Gemeindeschmiede),

Nr. 28 Paul Spatzal 55 M 73/4 mß,

Nr. 29 die Pfarrei,

Nr. 30 Lorenz Siegl 207 M 7V2 mß,

Nr. 31 Mathes Ploth 123 M 133/4 mß,

Nr. 32 Mathes Aügl 150 M 13V2 mß,

Nr. 33 Math. Aügl 156 M IOV4 mß,

Nr. 34 Lorenz Roßenkranz 130 M 12V4 mß. Die Gemeinde besaß 25 M 93/4 mß. Das Ausmaß an „untertänigem" Grund betrug 2296 M 63/4 mß.

Die Besitzverhältnisse und Hausnamen sind von August Siegl, dem Verfasser des mustergültigen Gießhübler Gemeindegedenkbuches 1924 zusammengestellt worden. Das Gemeindekataster von 1945 weist folgende Besitzverhältnisse aus (in Klammern 1924):

Nr. 1 „Foetahöfer" Franz Schmeiler, 50,00 ha (Franz Schmeiler, 53,58 ha). Der Hausname geht wohl auf den 1629 genannten Balten heffer zurück. 1676 wird in den Pfarrbüchern ein Georg Folterhofer erwähnt.

Nr. 2 „Foetahöferhäusler" Anna Höfer, 5,00 ha (Laurenz Höfer, 4,37 ha).

Nr. 3 „Toma" Johann Höfer, 17,00 ha (Paul Höfer, 15,97 ha).

Nr. 4 „Hans" Johann Rinagel, 15,00 ha (Johann Rinagel, 15,30 ha).

Nr. 5 „Morkas" Laurenz Schmeiler, 23,00 ha (Josef Schmeiler, 22,36 ha).

Nr. 6 „Gemeindehaus" Post (Alte Schule).

Nr. 7 „Maurer" Matäus Gleixner, 6,00 ha (Mathias Gleixner, 3,50 ha).

Nr. 8 „Strobl" Josef Saler, 16,00 ha (Franz Saler, 15,84 ha), im Jahre 1654 besaß es Krystoff Neymann, im Jahre 1675 Veit Strobl. Bis 1692 waren Strobl am Haus, 1695 heiratet die Witwe Strobl den Laurenz Saler aus Irschings.

Nr. 9 Schule. Sie wurde 1876 an Stelle des alten Hirthauses erbaut, 0,23 ha.

Nr. 10 „Bauernschmied" Johann Steffel, 14,00 ha (Johann Steffel, 14,00 ha).

Nr. 11 „Plott" Wenzl Franz, 0,44 ha, Gasthaus mit Laden (Josef Neubauer, 0,44 ha). Der Name Plott ist schon 1512 in Gießhübel nachweisbar.

Nr. 12 „Bauernbinder" Franz Neupärtl, 2,50 ha (Mathias Neupärtl, 0,05 ha).

Nr. 13 „Veitl" Josef Schramel, 30,00 ha (Martin Schramel, 29,45 ha).

Nr. 14 „Hanolt" Johann Spazal, 4,30 ha (Johann Spazal, 2,05 ha), der Name Hanold ist bereits 1476 in Gießhübel urkundlich belegt.

Nr. 15 „Andrias" Franz Schramel, 19,00 ha (Andreas Schramel, 18,34 ha).

Nr. 16 „Bochschuster" Franz Plott, 12,50 ha (Franz Plott, 12,55 ha).

Nr. 17 „Zimmermatz" Franz Plott, 6,83 ha (August Plott, 6,12 ha).

Nr. 18 „Mach" Anton Schrammel, 7,30 ha (Johann Mach, 7,33 ha).

Nr. 19 „Dorfmühl" 1937 abgebrannt (Ferdinand Formann), 6,01 ha an fünf Bauern verkauft.

Nr. 20 „Bochfronz" Mathias Sochor, 1,46 ha (Mathias Sochor, 1,46 ha, späterer Hausname „Tobiasl").

Nr. 21 „Schönweber" Johann Schneller, 3,50 ha (Mathias Höfer, 3,51 ha).

Nr. 22 „Fronzweber" Vaclav Vancura, 0,85 ha, Tscheche).

Nr. 23 „Weißgerber" Josef Slawetinsky, 3,57 ha (Em. Slawetinsky, 3,57 ha).

Nr. 24 „die alte Fleischbank" Krejci, Tscheche (1778 im Grundbuch als Fleischbank bezeichnet).

Nr. 25 „Körber" Franz Gleixner, 21,87 ha (Franz Gleixner, 21,87 ha).

Nr. 26 „Schenk" Wilhelm Höfer, 4,16 ha (Johann Friedl, 4,16 ha).

Nr. 27 „Schmitten" Antonin Sova, Tscheche (Frantisek Sova, 2,10 ha). 1838 noch Gemeindeschmiede.

Nr. 28 „Stanhauer" Franz Schneller, 1,22 ha, Bäckerei mit Laden (Franz Schneller, 1,62 ha).

Nr. 29 Pfarrhaus (23,23 ha), Patronat Iglau.

Nr. 39 „Siegl" Josef Siegl, 71,50 ha (Josef Siegl, 72,73 ha). Der Name Siegl ist schon 1654 auf dem Haus nachweisbar, das alte Richterhaus; vgl. Urkunden vom Jahre 1359 und 1398.

Nr. 31 „Battl" Friedrich Kalliwoda, 5,54 ha (Mathias Höfer, 5,54 ha).

Nr. 32 „Fatz" Vaclav

Valenta, Tscheche (Vaclav Valenta, 47,26 ha).

Nr. 33 „Eigl" Antonia Eigl, 52,74 ha (Johann Eigl, 52,74 ha), schon 1629 kommt ein Jakob Eygell als Grundbesitzer in Gießhübel vor.

Nr. 34 „Frühaf" Josef Friedl, 26,28 ha (Wenzl Friedl, 26,28 ha), der Besitzername Früauff ist bereits 1629 bezeugt.

Nr. 35 „Sieglmühle" August Siegl, 5,35 ha, Mühle (August Siegl, 5,35 ha). Schon im Jahre 1655 belegt; Richtermühle.

Nr. 36 „Schwammenhöfer" Franz Korner, 7,36 ha (Franz Korner, 7,36 ha).

Nr. 37 „Popierer" Josef Litschka, 4,58 ha (Paul Rosenkranz, 4,58 ha), der Besitzer war Arbeiter in der Fußdorf er Papiermühle.

Nr. 38 „Schrammelschuster" Ignaz Krpalek, 7,50 ha (Ignaz Krpalek, 5,67 ha).

Nr. 39 „Neubauer" Necas, Tscheche (Anton Krimshandl, 4,13 ha).

Nr. 40 „Fäßlbinder" Franz Müller, 6,00 ha (Franz Müller, 5, 89 ha).

Nr. 41 „Andriasl" Elisabeth Schmeiler, 6,57 ha (Josef Schmeiler, 6,57 ha).

Nr. 42 „'s Veitia Häusl" gehört zu Hs.

Nr. 13.

Nr. 43 „Zimmermons-Häusl" Karel Dolejsi, Tscheche (Josef Duba, 1.72 ha).

Nr. 44 „Hanauer" gehört zu Hs.

Nr. 53.

Nr. 45 „Huckaufhäusl" Franz Schmidt, 0,02 ha (Franz Schmidt, 0,02 ha).

Nr. 46 „Schmiedhonsenhäusl" Josef Machalitzky, 1, 75 ha (Josef Machalitzky, 1,75 ha).

Nr. 47 „Morkasn- Häusl" (Josef Österreicher, 6,04 ha).

Nr. 48 „Battla Häusl" gehört zu Hs.

Nr. 30.

Nr. 49 „Josl" Anton Gleixner, 0,40 ha (Anton Gleixner, 0,40 ha).

Nr. 50 „Leidermon" Josef Sommer (Franz Leidermann, 3, 55 ha).

Nr. 51 „'s Plattn Häusl" Elisabeth Kreuz, 5,71 ha (Josef Kreuz, 5,64 ha).

Nr. 52 „Krummschneider" Mathias Ruschka, 0,04 ha (Mathias Ruschka, 0,01 ha).

Nr. 53 „Schmiedschneider" Mathias Höfer, 3,35 ha (Johann Höfer, 3,46 ha).

Nr. 54 „Schneller" Franz Schneller, siehe Hs.

Nr. 28.

Nr. 55 „'s neue Wirtshaus" Franz Wittek, Gasthaus (Josef Gleixner, 0,03 ha, erbaut 1897).

Nr. 56 „Fräuln Eigl" Marie Eigl, 0,05 ha (Anna Eigl, 0,02 ha, erbaut 1898).

Nr. 57 „Brechahäusl" (1914 abgebrannt, verfallen).

Nr. 58 „Höfermatz" Matias Höfer, 0,42 ha (Mathlas Höfer, 0,42 ha, erbaut 1899).

Nr. 59 „'s Friedla Häusl" Johann Paul, 0,68 ha (Johann Paul, 0,68 ha, erbaut 1903).

Nr. 60 „Krpalek" gehört zu Hs.

Nr. 15, erbaut 1904.

Nr. 61 „'s Fazn Schuster" Johann Eigl, 0,05 ha (Johann Eigl, 0,02 ha, erbaut 1904).

Nr. 62 „Böhm" Jan Böhm, Tscheche.

Nr. 63 „Müller Binder" Katharina Ganswohl, 2,69 ha (Anna Müller, 2,69 ha, erbaut. 1904).

Nr. 64 „Schmidtmazl" Josef Schmidt, 1,76 ha (Mathias Schmidt, 1,76 ha, erbaut 1905).

Nr. 65 „Wagner" Rosina Zadraschil, 0,58 ha (Martin Plott, 0,58 ha, erbaut 1906).

Nr. 66 „Post" Bozena Formann, Tscheche (Jindf ich Formann, 0,01 ha, erbaut 1908 von Rudolf Hlawacek für die Post).

Nr. 67 Gemeindehaus, Feuerwehrgerätehaus und Gendarmerie, erbaut 1912.

Nr. 68 Franz Friedl, erbaut 1921.

Nr. 69 Johann Kuhn Anton Friedl, erbaut 1921).

Nr. 70 Johann Woralek (erbaut 1921).

Nr. 71 „Bernhardt" Johann Plott, erbaut 1921.

Nr. 72 Johann Magerl, erbaut 1921.

Nr. 73 „Tischler" Josef Gleixner, erbaut 1923,

Nr. 74 Franz Skorepa (August Gleixner, erbaut 1923).

Nr. 75 Johann Schwarz.

Nr. 76 „Am Ronga" Josef Johann Plott.

Nr. 77 Franz Gießwein, Kaufmann.

Nr. 78 „beim Schlosser" August Siegl.

Nr. 79 Anton Leidemann.

Nr. 80 Johann Leidemann.

Nr. 81 Franz Prisching.

Nr. 82 August Gleixner.

Nr. 83 Franz Leidemann.

Nr. 84 Josef Friedl.

Nr. 85 Johann Mach.

Nr. 86 Arnost Sustr, Tscheche.

Nr. 87 gehört zu Hs.

Nr. 77.

Nr. 88 Anton Friedl.

Nr. 89 Jan Toman, Tscheche.

Nr. 90 Karl Hirnich.

Nr. 91. Ferdinand Formann.

Nr. 92 Jan Böhm, Tscheche.

Nr. 94 Rischavy, Tscheche.

Nr. 95 RAD-Lager, weiblich, 1936—1937 erbaut als tschechische Bürgerschule. Ferner haben Grund in der Gemarkung Deutsch-Gießhübel 6 Lukauer 25,28 ha, 12 Irschinger 36,40 ha, 18 Jesauer 73,16 ha, 10 Weißensteiner 19,98 ha,

Brüll, Fußdorf 1,40 ha und die Stadt Iglau mit 2,45 ha. Die Gemarkungsfläche beträgt 754 ha.

Deutsch-Gießhübel war eine selbstständige Gemeinde und hatte 1939 zwölf deutsche und drei tschechische Gemeinderäte. Schule, Pfarre, Post und Gendarmerie waren im Ort, die Bahnstation in Fußdorf.

Die Pfarrkirche ist dem heiligen Laurentius geweiht. Sie gehörte zum Dekanat ftecitz (bei Seelau). Die Pfarre steuerte 1384 zur Romfahrt König Wenzl IV. 15 Groschen. In der Reformationszeit wurde sie evangelisch. Es ist nach 1528 geschehen, denn in diesem Jahr war der Pfarrer Merten zu „gyssibl", den der Abt von Seelau gern zum Pfarrer in Iglau eingesetzt gesehen hätte, damit er zu St. Jakob den evangelischen Gottesdienst („y Deüczmess Vndt das Deüczsingen", die deutsche Messe und das Deutschsingen) abtue. Als evangelische Pfarrer sind bezeugt: 1606 Mathias Pettzl (gestorben 11. Februar 1606), 1606 Johannes Cardinal (gestorben 6. November 1606, nach halbjährigem Pfarrdienste an der Pest). 1607 Gregor Rudioff, bisher Kantor an der lateinischen Schule in Iglau, 1609 Matthias Mauerbach, 1614 (bis zum 9. Juni d. J.) Paul Schuberth Iglaviensis. Ihm folgte Augustin Pauspertl, auch ein Iglauer „des Hans Pauspertls in der Creutzergassen Sohn". Gießhübel blieb bis zum Jahr 1623 evangelisch. Damals (6. September 1623) wurden die protestantischen Prediger vom Iglauer Kaiserrichter abgeschafft.

Der katholische Gottesdienst wurde nun 1623—1650 von der Iglauer Geistlichkeit besorgt, 1650—1739 von den Dominikanern aus Fußdorf. Da letztere aber die Seelsorge vernachlässigten, präsentierte die Stadt Iglau einen Weltpriester.

Die alten Schriften sind durch einen großen Brand im Jahr 1675 zugrunde gegangen. Das Gießhübler Taufbuch ist 1675, das Trauungsbuch 1678 und die Sterbematrik 1698 angelegt. Der jetzige Pfarrturm wurde 1709 erbaut.

Die Schule von Gießhübel ist alt. Da der Brand 1675 die Kirchenbücher vernichtete, ist als Lehrer erst Kaspar Rosenkranz feststellbar. Er ist 1657 gestorben, sein Sohn Görg Rosenkranz hat das Amt übernommen. Dieser nennt sich bei der Anlage der Matriken „Schulmeister bei der christl. katholischen Kirchen bey St. Laurenzy". Das jetzige Schulgebäude (Nr. 9) wurde im Jahr 1876 erbaut. Vorher wurde im Hause Nr. 6 unterrichtet. Iglauer Obrigkeitsakten berichten, dass bis 1788 die Schule aus einem einzigen Zimmer bestand, in dem „für den Lehrer eine mit Brettern verschlagene Abteilung" war.

Im Juli des genannten Jahres wurde das ganze Zimmer für den Unterricht verwendet, die Bretterwand entfernt. Trotzdem genügte der Raum nicht, denn es waren 150 „schulfähige" Kinder. Im Jahr 1789 verlangte das Gubernium eine Wohnung für den Lehrer. Dieser wohnte in Neu-Rauneck, wo er eine Wirtschaft hatte. Er wollte nicht nach Gießhübel übersiedeln, weil er die Wirtschaft „samt seinem Weib nicht leer stehen lassen kann". Die Obrigkeit entwarf nun den Plan einer Lehrerwohnung, aus der zwischen Vorhaus und Stall befindlichen kleinen Kammer ein „Zimmerlein" zu machen und mit dem Stall, weil dieser dadurch zu klein würde, um eine Klafter weiter hinauszurücken. Schulverhältnisse im 18. Jahrhundert!

Von Ortsereignissen seien herausgehoben: Der Dreißigjährige Krieg hat, wie bereits die wirtschaftlichen Verhältnisse gezeigt haben, dem Dorf Schaden gebracht. Wirtschaften verfielen, Häuser waren verlassen. Aus einer alten Rechnung ist zu ersehen, dass im Jahr 1630 der später durch die erfolgreiche

Verteidigung Brunns berühmt gewordene De Souches, der damals Rittmeister war, mit einer „Compagni Reütter" zu Gießhübel „losiert gewest". Es hat ihm dort die Stadt Iglau auf Befehl des Kaiserrichters Zucker, drei Zitronen, zwei Seitl Branntwein und Wein „verehret".

Die Pest, die in den Jahren 1605 und 1606 in Iglau bei tausend Menschen dahin gerafft hatte, hat auch in Gießhübel ihre Opfer geheischt. Der Pfarrer Cardinal ist an ihr gestorben.

Aus dem Jahr 1613 ist eine Mordtat überliefert. „Den 4. Novembris hat ein Bauer von Gießhuebl Reichbawr genandt sein Weib erschlagen, hat sich auch Zuvor mit einer Weberin so bei ihm in der herberg gewesen in ehbruch eingelassen. Die ehbrecherin Martha von Medling ist auff ewig verurlaubet vnd der Mörder mit dem schwert gerichtet worden". 1675 Brand, der einen großen Teil des Dorfes einäscherte, darunter Kirche, Schule, Pfarrhaus, Richterhaus.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Der Kalender verzeichnet 54 Häuser und 456 Einwohner. Als Gemeindevorstand erscheint Fr. Rinagl, als Leiter der vierklassigen Volksschule Oberlehrer Jos. Nerad und als Pfarrer P. Rudolf Bezděk. Feuerwehr, landwirtschaftliches Kasino und Gewerbegenossenschaft gehörten zum örtlichen Vereins- und Wirtschaftsleben. Als zugehörige Orte nennt die Quelle Altenberg, Luckau, Preitenhof, Rauneck und Weißenstein.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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Deutsch-Gießhübel

Von der 700 m Höhe bei Windig-Jenikau läuft ein Hügelrücken südwärts zum Tale des Igelflusses. Rechts geleitet ihndeutsch-gießhuebel der Jesebach, links das Weißensteiner Bächlein. Steil bricht er zur großen Igla ab. Von der Anhöhe (539 m)schaut Deutsch-Gießhübel weit übers Land. Ein Spähhübel ist's, ein ,,Luginsland". ,,Kiusan" heißt im Althochdeutschen ,,schauen, beobachten". Vom Stamm dieses Wortes ,, kius" wird ,, Güßhübl" seinen Namen führen, ein Hübel von dem man Ausschau halten und beobachten kann. Auch der slawische Name für das Dorf ,,Vyskytna" läßt die gleiche Erklärung zu, denn vyskytnouti bedeutet ,,zeigen, blicken lassen, erscheinen lassen". Unser Gießhübel ist danach' ein uralter Spähberg, ein alter ,,Auslug". Der Name ist in folgenden Sdireibformen überliefert:
im 14. Jahrhundert: Gishowel, Gysobil, Gussubel, Wiskythna thewtunicalis"
im 15. Jahrhundert: Gushübel, Wyskydna niemeczka;
im 16. Jahrhundert: Gießhiebl, gyssibl, Niemeczky Wyskytna;
im 17. Jahrhundert: Gießhiebl, Gießibel, Gießhübl, Gießhuebl, Güßhübel, Gissibl, Deutsch Giessibl, Teutsch Gießhübl Deütsch Giessibil;
seit dem 18. Jahrhundert: Güßhübl, Deutsch Gieshübel und Deutsch Gießhübel.

Gießhübel wird nach den bisher bekannten Quellen erstmals 1303 urkundlich erwähnt. In der Simmersdorfer Ansiedlungsurkunde vom 5. Jänner 1303 erscheint vor den Zeugen aus Kalhau, Opatau und Dudin der Richter Chunradus von Gishowels. Gießhübel gehörte damals zur Grundherrschaft des Klosters Seelau. Im Jahr 1359 erscheint Heuslinus im Besitze des Gießhübler Erbgerichtes (Heuslinus judex in Wyskytna [Deutsch: Heuslinus, Richter in Gießhübel]). Eine Seelauer Urkunde (vom 22. April 1359) bezeugt, daß er mit dem Gerichte einen Doppellahn in Gießhubel besaß, also ein Doppelbauer war, ferner die Schankgerechtigkeit hatte und ihm der dritte Denar, also ein Drittel der Gerichtsgelder,zustand.

Im Jahr 1398 kaufte Kunsso, der frühere Richter von Rothneustift Sbilidi Zbylity), das Erbgericht um 70 Schock Groschen. Gießhübel hatte an Seeelau einen Jahreszins zu entrichten, der 1383 an Juden verpfändet erscheint. Im folgenden Jahre hatte Dyepold, Pfarrer von Iglau, als er vom Banne gelöst wurde, die Privilegien über 10 Schock Jahreszins von ,,Wiskythna thewtunicalis" an das Kloster auszuliefern. Das Kloster hatte auch einen Hof von vier Lahnen (,,Mairhof cum IV laneis [Deutsch: Meierhof mit vier Hufen; Hufen waren bäuerliche Land- und Wirtschaftseinheiten]") in Gießhübel.

Diesen übergab 1467 zu ,,Purgkrecht" an Wenzel Johann, Wenzel Haunolt und Michael Albl ( Venceslaus dictus Johann, Venceslaus dictus Havnolt, Michael dictus Albl [Deutsch: Wenzel genannt Johann, Wenzel genannt Haunolt, Michael genannt Albl] ).Diese hatten einen jährlichen Erbzins von 18 Groschen zu Georgi und Galli zu entrichten. Außerdem mußten sie zu Weihnachten von jedem Lahn eine Abgabe berna) von 16 Groschen leisten und den Zehent von dem Getreide Hafer, Gerste) in den Gießhübler Speicher abführen.

In der Hussitenzeit mußten die Seelauer Klosterbrüder nach Iglau, wo Ihnen die Plarre gehörte, fliehen. Sie kehrten wohl wieder zurück, büßten aber immer mehr von ihrem Besitze ein. Das Adelsgeschlecht der Trczka von Lipa borgte dem bedrängten Stifte Geldsummen und erwarb seine Grundrechte. Über hundert Jahre besaßen die reichbegüterten Trczka die ehemaligen Kirschengüter, so auch Gießhübel, das mehrmals (so 1437,1458,1493) in der böhmischen Landtafel unter den Trczkaschen Dörfern genannt wird. Im Jahr 1596 kaufte die Stadt Iglau das ganze Landgebiet von Stecken bis zur großen Igla .So kam Gießhübel zu den Iglauer Landgütern. Es wurde damals als Markt bezeichnet. Die Überlieferung erzählt auch, daß das Steckner ,,Marktmännl", eine kleine Rolandsäule, früher in Gießhübel gestanden sei.

Als die Stadt im Dreißigjährigen Kriege den Hauptteil ihres großen böhmischen Gutsbesitzes mit Schrittenz verlor, blieb ihr Gießhübel mit seiner Umgebung weiter, das ,,Gütl"' ein Name, der noch heute hier am Lande haftet. Erst durch den Bauernbefreier Hans Kudlich im Jahr 1848 wurde die Untertänigkeit aufgelöst.

Aus alten Rechnungen ergibt sich verschiedenes über die Abgaben: 1554 waren nach einem Trczkaschen Urbar folgende Besitzer: Andres, Blazik EgI, Wentz Meppl. Wondra Forman, der Richter Niklas (Mikulaß) hatte zwei Lahne und den Schank' Lorenz, Gira Vlych' Plott (3 dworu), Krzistan Pollir, Urban, Krzistan Pollir, Linhart Pirmatl, Ssimek Noz, Gira, Toman friczu, Partl, Ssteffl ffricz, Wentzl Hob, Anton, Toman Plutt, Wentzl Staneczky' Anderle (5 dworu), Lorentz. Der Zins zu Georgi machte 4 Schock 28 Groschen, zu Galli ebensoviel, das Weihnachtsgeid 4 Schock 2 Groschen aus. Ferner waren 8 Hübner, 171/2 M. 1 V. Korn, 131/2 M. 1 V. Hafer zu liefern. Im Jahr 1630 machte der Georgi- und Michaelizins je 10 Schock 8 Groschen aus, das Grasgeld 21 Schock 37 Groschen, so daß die Gesamtleistung des Dorfes 41 Schock 53 Groschen war. Von 29 Untertanen waren damals nur 23. Es war die Zeit des bösen Dreißigjährigen Krieges. Im Jahr 1650 war der Georgi- und Gallihauszins je 7 Schock, es waren jetzt weniger bewirtschaftete Anwesen. An Grasgeld wurden 13 Schock 32 Groschen, an ,,Weihnachts- oder Tanzgeld" 7 Schock 42 Groschen und vom Richter als Kruggeld 5 Schock 50 Groschen eingehoben. Das Zehentgeld ,,ist dies Jahr nachgesehen worden". Wie die anderen untertänigen Dörfer war auch Gießhübel zur Abnahme von Bier aus dem obrigkeitlichen Bräuhause verpflichtet. 1660 hatten die Gießhübler mindestens alle drei Wochen ein Faß Bier auszutrinken.

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts waren die Geld- und Naturalabgaben von Gießhübel die folgenden: an Hauszins 18 fl. 48 kr.' an Gespunstzins 54 kr., an Zehent 1 fl. 45 kr. und acht Hühner. Die Robotverpflichtung weist aus:fünf Bauern hatten viermal in der Woche vierspännige Zugrobot zu was im Jahr 1040 Tage ausmacht, zehn Bauern hatten viermal in der dreispännige Züge beizustehen, was jährlich 2080 Tage bedeutet, sieben Bauern hatten viermal in jeder Woche zweispännige Robot zu tun, was im Jahr 1456 Tagen gleichkommt und drei Bauern hatten wöchentlich dreimal einspännige Zugrobot zur Pflicht. Die Anzahl der Taglöhner betrug drei, sie hatten wöchentlich zwei Tage zu roboten. Bei Verrichtung der Robot in Schnittzeit erhielt jeder Robotende 1/4 Pfund Fleisch nebst Zugemüse (z. Graupen), ferner ,,ein Laibl Brot" und 11/2 Seitel Bier.

Verschiedene Verpflichtungen waren durch einen Vertrag im Jahr 1726 geregelt worden. Im Jahr 1754 zahlten Robotgeld: Martin Pauly 5 il., Lorentz Pauly 5 fl. Johann Pauly 2 fl. 30 kr.' Georg Hoffer 2 fl. 30 kr.' Lorentz Huckault ~ 30 kr.' Augustin Rosenkrantz 2 fl. 30 kr.' Johann Heschky 5 fI.' Mat' schwortz 3 fl.' Lorentz Sigl 9 fl. und Lorentz schwortz 6 fl.

Wieder hundert Jahre später: Nach dem Grundentlastungspatente vom 7.September 1848, welches auf den Antrag Hans Kudlichs zurückgeht, wurden für Gießhübel errechnet: bei 29 Untertanen 624 einspännige, 1712 zweispännige und 623 dreispännige Zugrobotttage im Jahr und 767 Handrobottage. Robotschuldigkeit war nach dem Raabschen System auf 436 fl. 16 kr. Währung reluiert und wurde hierfür als Ablösungskapital 1163 fl. 20 kr. Conv. Münze festgesetzt. Die übrigen Schuldigkeiten waren auf 111 fl. W. W. reluiert gewesen.

Außer diesen Abgaben an die Grundherrschaft waren natürlich auch noch staatliche Steuern (Ordinarium und Extraordinariurn) zu entrichten. So weist z.B. die Repartition über das Milltare Ordinarium und die Extra-Ausgaben im Jahr 1766 für das Dorf Gießhübel 542 fl. 28 kr. ,,in ordinario [Deutsch: bei den regulären Abgaben]" ganzjährig, 18 fl. 51 kr. ,,auf die Extra-Außgaben", in Summe also 561 fl. 19 kr. aus, so daß monatlich 46 fl. 46 kr. zu zahlen waren. Diese verteilten sich in dem genannten Jahre auf 26 Gießhübler, u. zw.:

Lorentz Rosenkranz, Mathes Aygel, Mathes Aygel, Lor. Siegl, Georg Ploth, Augustin Ploth, Maria Höfferin, Andreas Aygel, Wenzl Heyska, Lorentz Neuwirth, Martin Neumann, Thomas Schmeiller, Mathes Plott, Johann Sayller, Johann Schmidt, Johann Grün, Paul Spatzal, Mathes Höffer, Andreas Ploth, Lorentz Siegl, Martin Paul,Johann Paul,Markus Ripper, Johann Ploth, Josef Kriegsmann,Lorentz Schwartzmüller

Als Inleute verzeichnet die gleichjährige Individual-Subrepartition den Schuster Mathes Aygel, den Schniied Jakob Latzek, den Fleischhacker Mathes Roaenkranz, ferner die Taglöhner Augustin Aygel, Augustin Grünn, Josef Müller, Paul Neuwürth, Georg Höffer, außerdem Maria Sieglin. Die Handwerker hatten zu den Steuern monatlich 3, die Taglöhner 2 Kreuzer abzuführen und außerdem für eine Kuh 2 Kreuzer, so sie aber ,,gald" war, nur 1 Kreuzer.

Im Jahr 1629 waren Grundbesitzer in Gießhübel: Andre Hoje, Jacob Eygell, Fatz, Wentz Fatz, Richter, Müller, Ballierer, Krimshendel, Gschepane, Rosenkrantz, Huckauff, Marcus Lang, Lauffer, Schimpko, Früauff, Brichte, Valten Heffer.

Im Jahr 1654:1. Martin Schaffer, 2. Jakob Aygl, 3. Martin Aygl 4. Martin Sygl, 5. Simon Polierer, 6. Thomas Lang, 7. Paul Höffer, 8. Mat. Bladt, 9. J. Miller, 10. Krystoff Kschirhakl, 11. Sim. Feylsch, 12. Lorenz ,13. Wenzl Robete, 14. Redlmacher, 15. Krystoff Neymann, 16. Kaschpar Rosenkranz, 17. Siebentanz:, 18. Millerowska, 19. Joh, Schuster, 20. J.Mylnarz 21. Georg Pierkumpl, 22. Jakob Klaser, 23. Georg Trochmacher,24. Lorenz Kampl, 25. Lorenz Khoch, 16. Joh. Czykler, 27. Jakob Heysl, 28. Cz.Michael.

Im Jahr 1675 wurden 10,11,12,13,14,17,19, 24, 25, 26, 27, 28 als wüst bezeichnet die Zahlen bedeuten nicht Hausnurnmern, sondern bloß die Reihenfolge . Auf 1 ist damals Philipp Schaffer, auf 2 Paul Aygl, auf 4 Georg Siegl auf 5 eine Witwe, auf 6 Mil. Lang, auf 8 Rziha Pladt, auf 15 Veit Strobl,auf 16 Georg Rosenkranz, auf 20 Johann Cziech, auf 21 Witwe Judith, auf 23 Georg Pek.

Die Besitzverhältnisse von 1780 sind vollständig vorhanden und wurden zusammen mit den Hausnamen von August Siegl, dem Verfasser des mustergültigen Gießhübler Gemeindegedenkbuches 1924 zusanmmengestellt worden. Der untertänige Grund belief sich auf 2296 M 6 3/4 mß. Im Jahr 1945 beträgt die Gemarkungsfläche 754 ha.

Deutsch-Gießhübel war eine selbständige Gemeinde und hatte 1939 zwölf deutsche und drei tschechische Gemeinderäte. Schule, Pfanre, Post und Gendarmerie waren im Ort, die Bahnstation in Fußdorf.

Die Pfarrkirche ist dem heiligen Laurentius geweiht. Sie gehörte zum Dekanat Recitz (bei Seelau). Die Pfarre steuerte 1384 zur Romfahrt König Wenzl IV. 15 Groschen bei. In der Reformationszeit wurde sie evangelisch. Es ist nach 1528 geschehen, denn in diesem Jahr war der Pfarrer Merten zu ,,gyssibl", den der Abt von Seelau gern zum Pfarrer in Iglau eingesetzt gesehen hätte, damit er zu St. Jakob den evangelischen Gottesdienst (,,y Deüczmess vndt das Deüczsingen", die deutsche Messe und das Deutschsingen) abtue. Als evangelische Pfarrer sind bezeugt: 1606 Mathias Pettzl (gestorben 11. Feber 1606), 1606 Johannes Cardinal (gestorben 6. November 1606, nach halbjährigem Pfarrdienste an der Pest). 1607 Gregor Rudloff, bisher Kantor an der lateinschen Schule in Iglau, 1609 Matthias Mauerbach, 1614 (bis zum 9. Juni d. J.) Paul Schuberth Iglaviensis. Ihm folgte Augustin Pauspertl, auch ein Iglauer ,,des Hans Pauspertis in der Creutzergassen Sohn". Gießhübel blieb bis zum Jahre 1623 evangelisch.
Am 6. September 1623 wurden die protestantischen Prediger vom Iglauer Kaiserrichter abgeschafft. Der katholische Gottesdienst wurde nun 1623-1650 von der Iglauer Geistlichkeit besorgt, 1650-1739 von den Dominikanern aus Fußdorf. Da letztere aber die Seelsorge vernachlässigten, präsentierte die Stadt Iglau einen Weltpriester.

Die alten Schriften sind durch einen großen Brand im Jahr 1675 zugrunde gegangen. Das Gießhübler Taufbuch ist 1675, das Trauungsbuch 1678 und die Sterbematrik 1698 angelegt. Der jetzige Pfarrturm wurde 1709 erbaut.

Die Schule von Gießhübel ist alt. Da der Brand 1675 die Kirchenbücher vernichtete, ist als Lehrer erst Kaspar Schulklasse 32 /33Rosenkranz feststellbar. Er ist 1657 gestorben, sein Sohn Görg Rosenkranz hat das Amt übernommen. Dieser nennt sich bei der Anlage der Matriken ,,Schulmeister bei der christl.katholischen Kirchen bey St. Laurenzy". Das Schulgebäude von 1945 (Nr.9 ) wurde im Jahr 1876 erbaut. Vorher wurde im Hause Nr.6 unterrichtet. Iglauer Obrigkeitsakten berichten, daß bis 1788 die Schule aus einem einzigen Zimmer bestand, in dem ,,für den Lehrer eine mit Brettern verschlagene Abteilung" war. Im Juli des genannten Jahres wurde das ganze Zimmer für den Unterricht verwendet und die Bretterwand entfernt. Trotzdem genügte der Raum nicht, denn es waren 150 ,,schulfähige" Kinder. Im Jahr 1789 verlangte das Gubernium eine Wohnung für den Lehrer. Dieser wohnte in Neu-Rauneck, wo er eine Wirtschaft hatte. Er wollte nicht nach Gießhübei übersiedeln, weil er die Wirtschaft ,,samt seinem Weib nicht leer stehen lassen kann". Die Obrigkeit entwarf nun den Plan einer Lehrerwohnung, aus der zwischen Vorhaus und Stall befindlichen kleinen Kammer ein ,,Zimmerlein" zu machen und mit dem Stall, weil dieser hierdurch zu klein würde, um eine Klafter weiter hinauszurücken. So warern die Schulverhältnisse im 18. Jahrhundert!

Von den Ortsereignissen seien herausgehoben: Der Dreißigjährige Krieg hat, wie bereits die wirtschaftlichen Verhältnisse gezeigt haben, dem Dorfe Schaden gebracht. Wirtschaften verfielen, Häuser waren verlassen. Aus einer alten Rechnung ist zu ersehen, daß im Jahre 1630 der später durch die erfolgreiche Verteidigung Brünns berühmt gewordene De Souches, der damals Rittmeister war, mit einer ,,Compagni Reütter" zu Gießhübel ,,losiert gewest". Es hat ihm dort die Stadt Iglau auf Befehl des Kaiserrichters Zucker, drei Zitronen, zwei Seitl Branntwein und Wein ,,verehret".
Die Pest, die in den Jahren 1605 und 1606 in Iglau bei tausend Menschen dahin gerafft hatte, hat auch in Gießhübel ihre Opfer geheischt. Der Pfarrer Cardinal ist an ihr gestorben

.Aus dem Jahre 1613 ist eine Mordtat überliefert. ,,Den 4. Novembris hat ein Bauer von Gießhuebl Reichbawr genandt sein Weib erschlagen, hat sich auch zuvor mit einer Weberin so bei ihm in der Herberg geweeen in Ehbruch eingelassen. Die Ehebrecherin Martha von Medling ist auff ewig verurlaubet vnd der Mörder mit dem Schwert gerichtet worden".

Im Jahr 1675 gab es einen großen Brand, der einen großen Teil des Dorfes einäscherte, darunter Kirche, Schule, Pfarr - und Richterhaus.

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