Der Forellenbach sammelt sein Wasser im waldigen Gehänge zwischen dem Hohenstein (655) und Ahornberg (629). Frisch läuft er aus dem Waldesdunkel und lässt den „Saugarten" zurück, dessen Name an die herrschaftliche Wildschweinezeit erinnert. Wo er die Straße kreuzt, stehen die Häuser von Antoniental.
Antoniental entstand erst im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1844 baute der Böhmerwäldler Karl Ascherl bei der Waldflur Bognerin (Pomerin) der Herrschaft Stecken eine Glashütte. Ascherl stammte aus Neu-Brunst, einer kleinen Siedlung nicht weit von Eisenstein im Waldgebiet des großen Arber. In Ascherls „Antoniahütte" wurde Fenster- und Spiegelglas, später Hohlglas erzeugt. Sie brannte aber bald ab. Im Jahr 1849 übernahm Karl Morawetz die Glashütte in Pacht. Zu ihm trat im Jahr 1871 Franz Mosig aus Langerau bei Haida als Gesellschafter, verschwand aber 1880 (angeblich nach Amerika) und über die Firma Morawetz & Mosig wurde der Konkurs eröffnet. Karl Morawetz, der jüngere, führte den Betrieb bis 1883 und Ladislaus und Anna Morawetz bis 1895 weiter, anschließend 1895—1901 die Firma Bata & Comp.
Nach dem Tode des Pächters übernahm Julius Schindler & Comp, in Gablonz (1. Okt. 1901) die Hütte und erweiterte sie durch eine Glasschleiferei. So entstanden die „Krystallglaswerke Antoniental", die anderthalbhundert Personen beschäftigten.
Um die Hütte entwickelte sich die Siedlung Antoniental, die zur Gemeinde Schrittenz gehört. Ihr Boden ist mit 86 Hektar Eigentum der Herrschaft Stecken (Hohenzollern-Sigmaringen) und trägt außer der Glashütte einen Meierhof, Wohngebäude und eine Schmiede. Das Hüttenwirtshaus ging 1921 (mit 3 ha) durch Kauf an den langjährigen Pächter Eduard Kretschmann über.
Der Ortskataster weist 1945 folgende Besitzverhältnisse auf: Nr. 49a „In der Ziegelhütten" Franz Ripper, 3,00 ha (Franz Ripper, 2,70 ha). Nr. 49b Johann Kreuz, 1,50 ha (Johann Kreuz, aus einer Schrittenzer Familie stammend, 0,20 ha). 1924 zählt Antoniental 12 Wohngebäude, von denen neun mit Nummern versehen sind. (5, 49a, 49b, 103, 104, 105, 106, 108 und 112). Davon sind drei nach 1919 gebaut. Am 28. Juni 1919 fielen die Industriegebäude und der Meierhof einem Brande zum Opfer und wurden danach neu aufgebaut.
Nach dem Bau der Glashütte entstand zunächst eine private Schule (Nr. 108).
Sie war zunächst im Haus Nr. 105 und später in Nr. 103 untergebracht. Am 1. Januar 1874 wurde die private Fabrikschule in eine öffentliche Volksschule umgewandelt. Bis 16. September 1876 im Hause
Nr. 103, bis 6. Oktober 1877 im Meierhofe Wonau (
Nr. 52), erhielt sie im letztgenannten Jahre ein neues Schulgebäude, in dem der Unterricht am 7. Oktober 1877 eröffnet wurde. Zu Beginn des Schuljahres 1898 wurde sie zweiklassig, seit 1. September 1919 wieder einklassig.
Antoniental und Rotenkreuz sind Teile der Gemeinde Schrittenz. Die Pfarre und die Post waren in Stecken, die Bahnstation in Polna-Stecken und die Gendarmerie in Friedrichsdorf.
