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Staré Hory Altenberg

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  1. 1315Do roku 1499

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  2. 15171500–1799

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  3. 18481800–1918

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  4. 19191919–1945

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Z knihy Dörferbuch

Altenberg

Der Name bedeutet: eine Siedlung am alten Berg. Im 14. Jahrhundert hieß es lateinisch „Antiquus mons [Deutsch: alter Berg]" und deutsch Altenperk. Seitdem tritt er in den Schreibformen Aldenberg, Altenpergk, Altenperg, Alten Perg und Altenberg auf.

Die Gründungssage von Iglau erzählt, dass hier im Jahr 799 der Kaufmann von Wien den Töpfer mit den silberhaltigen Tonscherben im Walde getroffen und am alten Berge bei den roten Gruben den Bergbau begonnen habe. Aus den Hütten und Zechhäusern der Bergleute sei Altenberg erstanden. Nr. 11 heißt „Töpferhäusl".

Geschichtlich steht fest, dass der Iglauer Bergbau am Beginn des XIII. Jahrhunderts in vollem Gange war. Altenbergs Silbergruben werden urkundlich zuerst 1315 genannt. In diesem Jahre stellte König Johann von Böhmen eine Urkunde aus, in der ein Altenberger Stollen gegen Ebersdorf („versus villam Eberhardsdorf [Deutsch: in Richtung des Dorfes Ebersdorf]") und ein zweiter „ad cerdones [Deutsch: bei den Gerbern]" erwähnt wird. Diese Gruben litten damals unter eindringendem Wasser, das bisher mit Ledertaschen von Schnurziehern („snvrzier") und Sumpffüllern („sumpfuller") emporgezogen wurde. Jetzt erbot sich ein Kunstverständiger, Heinrich Rothermel mit Namen, das Wasser durch eine Maschine zu heben. Es sollte zum Treiben von sechs Rädern (Stampfwerken, Hämmern) ausgenützt werden. Für dieses Wasserwerk hatten Chunradus de Lapide und Luso de Pulcro Monte (Schönberg) und ihre Gewerken dem Rothermel einen wöchentlichen Zins von zwei Mark zu zahlen.

Altenberg gehörte zum Iglauer Oberhof, von dem drei Schöffensprüche, die in dem Zeitraum 1325—1360 nach Altenberg ergingen, erhalten sind. Aus diesen ist auch zu entnehmen, dass Altenberg seine eigenen Schoppen („scheppen von dem Altenberg", „scabini Antiqui montis [Deutsch: Schöffen von Altenberg, also Mitglieder des örtlichen Gerichts]") hatte, die Bergbaustreitigkeiten schlichteten.

Im 15. Jahrhundert trat in dem Iglauer Bergbau ein Rückschlag ein. Als er im 16. Jahrhundert wieder auflebte, wurde auch bei Altenberg wieder nach Silber gegraben. 1517 werden Gruben „gegen Altenpergk werts" genannt, 1541 auf des Müllers Grund und im Jahr 1577 „fundgruben genandt auf der einfalt, gelegen hinter dem Altenperg bei des Mathesfelde". Als Lehensträger erscheinen Samuel Prauneysen und Philipp Paumgartner. Am Igelflusse ist an der Stelle der heutigen Kernschen Fabrik eine Schmelzhütte gestanden, die aber 1540 nicht mehr in Betrieb war. Die Entdeckung Amerikas mit den reichen Erdschätzen und der nun eintretende Preissturz des Silbers nahm vielen europäischen Bergwerken die Möglichkeit der Weiterentwicklung, so auch in Iglaus Umgebung.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden neue Belebungsversuche gemacht. So begann der sächsische Bergknappe Samuel Spross, in der Altenberger Gegend zu graben, und der Iglauer Handelsmann und Ratsverwandte Georg Franz Ludwig Kharner v. Löwensfeldt nahm 1713 den Altenberger Bergzug in Bau. Die Untersuchungen des Kuttenberger Berghofmeisters und Markscheiders Johann Bernhard Wohnsiedler und des mährischen Landesmünzprobierers Conrad Mayer erklärten aber den Abbau nicht lohnend und der Bergbau ging wieder ein.

Neben der Bergwerkstätigkeit wurde seit alters Ackerbau betrieben.

Im Jahr 1382 sind drei Altenberger Bauernhöfe in der böhmischen Landtafel verzeichnet („tres curiae rusticales"). Wie man aus den Losungsregistern des 15. Jahrhunderts ersieht, gehörten Altenberg und seine Mühle zu den Iglauer Stadtgründen. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts (1604, 1606) hatte Altenberg an seine Obrigkeit — die Stadt Iglau — einen jährlichen Zins von je zwei Schock und 30 Groschen zu Georgi und Michaeli zu entrichten.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg sind als Grundbesitzer in Altenberg genannt: Paul Wondre, Martin Wondre, Paul Neupauer, Mathes Letscher. Zwei Höfe auf Altenberger Grunde gehörten dem Kaiserrichter Martin Sylvester Cziulak von Lilienfels. Der Müller hieß Georg Miksse (Miksche). Im Grundbuche des Jahres 1780 erscheinen die Grundbesitzer: Johann Paul Prisching

Nr. 12 mit 228 Metzen 93/i mß, Michl Neubauer

Nr. 13 mit 121 Metzen 7 mß, Tobias Wondry

Nr. 14 mit 162 Metzen 11 mß, Josef Wondry

Nr. 15 mit 145 Metzen 10 mß, Anna Schwarzin

Nr. 16 mit 64 Metzen. Georg Küttler war auf

Nr. 11 mit 16 Metzen 2 mß und das Hirtenhaus hatte die

Nr. 10. Der Gemeindebesitz betrug 18 Metzen 51/t mß und das Gesamtausmaß der „untertänigen" Grundstücke demnach 756 Metzen 133/4 mß. Im 18. Jahrhundert betrugen die von den Altenbergern an die Grundherrschaft Iglau abzuliefernden jährlichen Geldabgaben an Hauszinsen insgesamt 6 fl. 26 kr. und an Gespunstzinsen 15 Kreuzer. Das Ablösungskapital für die „Schuldigkeiten" machte gemäß des Grundentlastungspatents vom 7. September 1848 im ganzen 229 fl. aus. Die Robotverpflichtung hatten sieben und zwar waren 156 zweispännige, 312 dreispännige und 156 vierspännige Zugrobottage und 182 Handrobottage den Altenbergern vorgeschrieben. Das Ablösungskapital dafür betrug bei der Robotaufhebung 458 fl. 45 kr. Conventionsmünze.

Auch gewerblich tritt Altenberg frühzeitig hervor. Im Jahr 1540 ersuchte Johann Frey aus der Prager Altstadt den Iglauer Stadtrat, ihm eine geeignete Stelle auf den städtischen Gründen zur Errichtung einer Papiermühle zuzuweisen. Der Stadtrat bestimmte hierfür die Stelle der ehemaligen Schmelzhütte am Igelflusse bei Altenberg und förderte das Unternehmen durch Überlassen von Bauholz. Frey hatte dafür der Stadt einen jährlichen Zins von zehn Schock zu entrichten. 1556 starb Hans Frey. Seine Papiermühle entwickelte sich zu größerer Bedeutung. Sie wurde zur Mutteranstalt aller Papierfabriken in Mähren und war eine der ältesten in ganz Mitteleuropa.

Später ging die Papiermühle in den Besitz der Familie Heller über und wurde als „k. k. privilegierte Heller'sche Papierfabrik" durch ihre guten Erzeugnisse bekannt. Mit vorzüglichen Maschinen, die aus Holland eingeführt worden waren, wurden die feinsten Papiersorten erzeugt.

Bald nach der Errichtung einer Papiermühle wurde in Altenberg eine Druckerei begründet. Sie war ein Werk des Dr. Kaspar Stolzhagen, der aus Stendal (Stadt in Deutschland nördlich von Magdeburg), wo er Rektor und Archivdiakon war, 1587 als Pastor Primarius nach Iglau berufen worden war. Mit Stolzhagens Tod 1594 ist die Kunst Gutenbergs in Altenberg wieder eingegangen.

Drei Jahrhunderte lang wurde hier Papier hergestellt. Im Jahr 1848 wurde sie durch die Textilindustrie abgelöst. In dem genannten Jahre errichtete Enoch Kern die Schafwollwarenfabrik, die sich zu einem bedeutenden Großunternehmen entwickelt hat. Ein Spross des Geschlechts, Kommerzialrat

Theodor Kern († 1919) hat das Unternehmen bedeutsam ausgestaltet und hat sich als Obmann des Bezirkes Stecken und des Gauverbandes deutscher Feuerwehren große Verdienste erworben.

So ist auf den mittelalterlichen Bergbau die neuzeitliche Papiererzeugung und anschließend moderne Textilindustrie gefolgt. Gleich geblieben ist die ländliche Tätigkeit. Mehrere der heutigen Familien- und Hausnamen lassen sich über den Dreißigjährigen Krieg zurückverfolgen.

Im Jahr 1425 gab es in Altenberg: 1. Michel Hossauer, 2. Peschl, 3. Mathes Habermann, 4. Budischinger, vor dem ein Hans Pozwicz war, 5. Ulman Tritulator, 6. Römer, 7. Dediczerin und 8. Schelichpeter (Scheichpeter). Auf den erstgenannten folgte 1427 sein Sohn Gaysler, auf Mathes Habermann 1428 ein Stephanus, auf Scheichpeter im Jahr 1438 ein Langsteffi. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts treten Simon und Simon Wolffl, anschließend Mert Steidl und Thobias Mattern auf. 1502 wird ein Altenberger Welflin Hoffer genannt, der in diesem Jahre zwei Schock mährische Groschen jährlichen Zinses um 20 Schock m. Gr. dem Kaplan von St. Katharina in Ranzern verkauft, 1562 werden die Altenberger Lorentz Rauscher, Lang Simon, Urban Letscher (auch Letzer), Paul Prisching (auch Brischenkh) überliefert, 1590 Lorentz Klain Simon, 1599 Wondra, 1604 Mirt Steidl, Matl, 1615 Paul Wandro, Hans Neypauer, 1618 Mert Wondra, 1619 Mattl Jeschko, 1650 Georg Müller, 1662 Mathes Letscher, Martin Wondre. 1654 waren in Altenberg: 1. Paul Newpawer, 2. Paul Wondra, 3. Lukas Hatner, 4. Georg Myksse, 5. Mathes Letsser, 6. Daniel Frey (Papiermühle).

Im Jahr 1675 war Veit Newbaur, And. Wondra, Martin Ondra (statt Hatner), Georg Schwartz (statt Miksche). In der „Repartition über das Militare Ordinarium" werden 1766 sechs Altenberger angeführt: Martin Neubauer, Andres Wondry, Andreas Schwartz, Johann Paul Prisching und Georg Küttler. Von diesen Namen sind heute noch Letscher, Wondre, Prisching und Neubauer als Haus- oder Familiennamen erhalten.

Besitzverhältnisse im Jahr 1945 (Besitzverhältnisse 1924 in Klammern):

Nr. 1 „Fabrik" Zweigstelle der Bayerischen Motorenwerke GmbH. München — BMW (Enoch Kern Sohn).

Nr. 2 Wilhelm Cavallar, landwirtschaftlicher Besitz und Ziegelei in Dobrenz (Villa Kern).

Nr. 3 „Mühle" Eigentümer wie

Nr. 1. Früher Mühle (Frey, Müller, Reinisch, Schwartz, Reinisch, Kment, Heller, Maschek).

Nr. 4 „Reiman" Johann Schrammel, 36,00 ha (Josef Wasserbauer, 40,00 ha); seit 140 Jahren im Besitze der Familie.

Nr. 5 „Wondre-Häusel" und

Nr. 6 „Wondre" Rosina Rinagel, 44,40 ha (Franz Rinagel, 43,68 ha).

Nr. 7 „Neubauer" Johann Rinagel 40,00 ha (Johann Rinagel 40,00 ha).

Nr. 8 „Letscher" Hans Siegl, 65,90 ha (Elisabeth Prisching, 60,00 ha).

Nr. 9 Wirtshaus „Zum Spiegelkarpfen" und

Nr. 10 „Mauthäusl" Hans Rinagel, 7,50 ha (Johann Rinagel, 7,00 ha).

Nr. 11 „Töpferhäusl" Josef Hfeben, (Gemeindebesitz, vgl. Iglauer Gründungssage).

Nr. 12 „Schusterhäusl" (nach dem Beruf des Bewohners).

Nr. 13 u. 14 „Sattelmühle" (Georg Popel. Im XVIII. Jahrh. Huck, seit 1793 Heilauer).

Nr. 15 „Holzjägerhäusl" gehört zu Hs.

Nr. 8 (dient dem Waldaufseher als Wohnung).

Nr. 16 Robert Bautsch.

Nr. 17—20 „Ziegelei" Johann Petrides (Robert Bautsch).

Nr. 21 Schule.

Nr. 22—27 Neubauten.

Nr. 28 Franz Schwarz (Gottfried Koblischke).

Nr. 29 Heinrich Höfer (Heinrich Höf er).

Nr. 30 Anton Streichsbier (Streichsbier).

Nr. 31 Josef Josl.

Nr. 32 Josef Plott.

Nr. 56 Wenzl Josl.

Nr. 57 Woralek.

Nr. 58 Walter Longin.

Nr. 59 Rudolf Charaus.

Nr. 61 Josef Janko.

Nr. 62 Josef Eigl.

Nr. 63 Mathias Luschka.

Nr. 65 Karl Hampl.

Die Schule wurde 1908 als Expositur von Ebersdorf eröffnet, 1918 in eine einklassige deutsche Volksschule umgewandelt und 1920 gesperrt. Eine tschechische Schule wurde nach 1918 errichtet, der deutsche Unterricht privat bis 22. April 1924 erteilt, danach einklassige Privatvolksschule mit Öffentlichkeitsrecht. — Altenberg ist eine selbstständige Gemeinde. Die Gemeindevertretung setzte sich 1939 aus fünf deutschen und sieben tschechischen Gemeinderäten zusammen. Pfarre, Post und Bahnstation waren in Iglau. Zuständig für Altenberg war die Gendarmerie von Deutsch-Gießhübel.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Für Altenberg nennt der Kalender 15 Häuser und 250 Einwohner. Als Ortsvorsteher erscheint Jos. Rinagl. Besonders prägend war die Militärtuch- und Schafwollwarenfabrik Enoch Kern’s Sohn; Theodor Kern wird im Zusammenhang mit Fabrik, Betriebskrankenkasse und Feuerwehr genannt. Eine Telephonverbindung führte nach Iglau. Die Schule lag in Ebersdorf, Pfarre, Post- und Telegraphenamt in Iglau.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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Altenberg

altenbergDer Name bedeutet: eine Siedlung am alten Berg. Im 14. Jahrhundert hieß es lateinisch Antiquus mons [Deutsch: alter Berg] und zu deutsch Altenperk.

Die Gründungssage von Iglau erzählt, dass hier im Jahr 799 der Kaufmann von Wien den Töpfer mit silberhaltigen Tonscherben im Wald getroffen und am alten Berge bei den roten Gruben den Bergbau begonnen habe. Aus den Hütten und Zechhäusern der Bergleute sei Altenberg entstanden.

Geschichtlich steht fest, dass der Iglauer Bergbau am Beginn des XIII. Jahrhunderts in vollem Gange war. Altenbergs Silbergruben werden urkundlich zuerst 1315 genannt. In diesem Jahre stellte König Johann von Böhmen eine Urkunde aus, in der ein Altenberger Stollen gegen Ebersdorf ( versus villam Eberhardsdorf [Deutsch: in Richtung des Dorfes Ebersdorf]) und ein zweiter ad cedones [Deutsch: wohl „bei den Gerbern“; die überlieferte Schreibweise ist unsicher] erwähnt wird. Diese Gruben litten damals unter eindringendem Wasser, das bisher mit Ledertaschen von snvrziern und sumpfuller emporgezogen wurde. Jetzt erbot sich ein Sachverständiger, Heinrich Rothermel , das Wasser maschinell zu heben. Man wollte die Wasserkraft zudem für Hammer- Stampfwerk einsetzen. Für dieses Wasserwerk mußten Chunradus de Lapide und Luso de Pulcro Monte ( Schönberg) mit ihren Gewerken einen wöchentlichen Zins von zwei Mark an Rothermel bezahlen.

Im 15. Jahrhundert erlebte der Iglauer Bergbau einen drastischen Rückschlag und erst im 16. Jahrhundert wurde der Bergbau wieder voll aufgenommen, auch in Altenberg wurde wieder nach Silber gegraben. 1517 werden Gruben, "gegen Altenpergk werts" genannt und im Jahr 1577 findet man Einträge über " fundgruben auf der Einfalt gelegen hinter dem Altenperg bei des Mathesfelde." Als Lehensträger erscheinen Samuel Prauneysen und Philip Paumgartner. Am Igelfluß stand früher an Stelle der Kernschen Fabrik eine Schmelzhütte, welche jedoch im Jahre 1540 schon nicht mehr im Betrieb war.
Die Entdeckung Amerikas mit den reichen Bodenschätzen und der dadurch einsetzende Preissturz des Silbers brachte viele europäische Silberbergwerke um ihre Existenz. So auch die Bergwerke der Iglauer Sprachinsel. Mit Beginn des 18. Jhdts. wurden nochmals diverse Wiederbelebungsversuche gemacht. So begann der sächsische Bergknappe Samuel Sproß, in der Altenberger Gegend zu graben und der Iglauer Handelsmann und Ratsverwandte Georg Franz Ludwig Kharner von Löwenfeldt nahm 1713 den Altenberger Bergzug in Bau.
Die Untersuchungen des Kuttenberger Berghofmeisters und Markscheiders Johann Bernhard Wohnsiedler und des mährischen Landesmünzprobierers Conrad Mayer erklärten jedoch den Abbau für nicht lohnend und so wurde der Bergbau wieder eingestellt.

Neben dem Bergbau wurde seit alters auch der Ackerbau betrieben. Im Jahr 1382 sind ( tres curiae rusticales) drei Altenberger Bauernhöfe in den Böhmischen Landtafeln verzeichnet.

Wie man aus den Losungsregistern ersieht, gehörten Altenberg und seine Mühle zu den Iglauer Stadtgründen. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts (1604, 1606 ) mußten die Altenberger an ihre Obrigkeit die Stadt Iglau einen jährlichen Zins von zwei Schock und 30 Groschen zu Georgi und Michaeli entrichten.

Nach dem 30 jährigen Krieg sind als Grundbesitzer in Altenberg genannt: Paul Wondre, Martin Wondre, Paul Neupauer, Mathes Letscher. Zwei Höfe auf Altenberger Grund gehörten dem Kaiserrichter Martin Sylvester Cziulak von Lilienfels. Der Müller hieß Georg Miksche. Im Grundbuch des Jahres 1780 erschienen die Grundbesitzer: Johann Paul Prisching Nr. 12 mit 228 Metzen 93/4 mß, Michl Neubauer Nr. 13 mit 121 Metzen 7 m?, Tobias Wondry Nr. 14 mit 162 Metzen 11 mß,Josef Wondry Nr. 15 mit 145 Metzen 10 mß; Anna Schwarzin Nr. 16 mit 64 Metzen. Georg Küttler war auf Nr. 11 mit 16 Metzen 2 mß und das Hirtenhaus hatte die Nr. 10. Der Gemeindebesitz betrug 18 Metzen 5 1/4 mß und das Gesamtausmaß der untertänigen Grundstücke demnach 756 Metzen 13 3/4 mß. Im 18. Jahrhundert betrugen die von den Altenbergern an die Grundherrschaft Iglau abzuliefernden jährlichen Geldabgaben an Hauszinsen insgesamt : 6 Florin 26 Kreuzer und an Gespunstzinsen 15 Kreuzer. Das Ablösekapital für die Schuldigkeiten machte gemäß des Grundentlastungspatents vom 7. September 1848 im ganzen 229 Florin aus. Die Robotverpflichtungen hatten sieben und zwar waren 156 zweispännige, 312 dreispännige und 156 vierspännige Zugrobottage sowie 182 Handrobottage den Altenbergern vorgeschrieben. Das Ablösekapital dafür betrug bei der Robotaufhebung 458 Florin 45 Kreuzer Conventionsmünze.

Schon 1540 plante Johann Frey aus der Prager Altstadt eine Papiermühle. Er bat den Iglauer Stadtrat, ihm dafür einen geeigneten Platz auf städtischem Grund zuzuweisen. Der Stadtrat bestimmte hierfür die Stelle der ehemaligen Schmelzhütte an der Igel bei Altenberg und förderte das Unternehmen durch die Überlassung von Bauholz. Frey hatte der Stadt Iglau dafür einen jährlichen Zins von zehn Schock zu entrichten. Hans Frey starb im Jahr 1556, seine Papiermühle gewann rasch an Bedeutung, sie wurde zur Mutteranstalt aller mährischen Papierfabriken und war eine der ältesten in ganz Mitteleuropa. Später kam die Papierfabrik in den Besitz der Familie Heller und wurde als k.u. k. privilegierte Heller`sche Papierfabrik durch ihre guten Erzeugnisse bekannt. Mit modernsten Maschinen aus Holland wurden die feinsten Papiersorten erzeugt. Schon bald nach Errichtung der Papierfabrik wurde die erste Buchdruckerei zur Förderung der evangelischen Sache in Altenberg gegründet. Ein Werk des Dr. Stolzhagen (Stolshagius), Kaspar (1550-1594), Theologe; evangelischer Kirchenliederdichter. Kaspar S. wurde am 24.11. 1550 in Bernau bei Berlin geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Frankfurt/Oder nahm er dort im Jahr 1563 sein Studium auf und promovierte 1568 zum Magister. In den Jahren 1570-1574 war Stolshagen Rektor des Gymnasiums zu Stendahl, ab 1574 Pfarrer an der Marienkirche in. Ab 1587 war Stolshagen ( Pastor primaricus) Pfarrer und Superintendent in Iglau (Mähren). Doch mit seinem Tod ist auch die Druckerkunst des Johann Gutenbergs in Altenberg gestorben. Werke des Stolshagius: Hendekasyllaborum et epigrammatum libri, Magdeburg 1518; Farrago altera odarum seu hymnarum, Wittenberg 1580; Geistliche Lieder und Psalmen, Leipzig 1582; Dei omnipraesentia Dei incarnati [O všudypřítomnosti vtěleného Boha], Dissertation Frankfurt/Oder 1584; Daphnis oder Ecloga parentalis; Betbüchlein Vber die Sontags Evangelis vnd fürnembste Feste, 1589; Kinderspiegel oder Hauszucht- und Tischbüchlein. Wie die Eltern mit den Kindern vor und nach Essens abends und morgens singen und beten sollen, allen frommen Kinderlein zu gut in deutsche Reime bracht ...,
1591; Colloquim carnis et spiritus, 1593.

Drei Jahrhunderte lang wurde hier Papier hergestellt. Erst im Jahr 1848 wurde sie durch die Textilindustrie abgelöst. In diesem Jahr errichtete Enoch Kern die Schafwollwarenfabrik, welche sich zu einem bedeutenden Großunternehmen entwickelt hat. Ein Nachkomme dieses Geschlechts der Kommerzialrat Theodor Kern ( 1919) führte das Unternehmen zu großer Bedeutung und hat sich auch als Obmann des Bezirkes Stecken und des Gauverbandes der Feuerwehren große Verdienste erworben. So veränderten sich die wichtigsten Erwerbsquellen des Ortes: Auf den mittelalterlichen Bergbau folgten die Papierherstellung und später die Textilindustrie. Gleich geblieben ist die ländliche Tätigkeit. Mehrere der Familien - und Hausnamen lassen sich über den Dreissigjährigen Krieg zurückverfolgen.

Im Jahre 1425 gab es in Altenberg: 1. Michel Hossauer, 2. Peschl, 3. Mathes Habermann, 4. Budischinger, vor dem ein Hans Pozwicz war, 5. Ulman Tritulator, 6. Römer, 7. Dediczerin und 8. Schelichpeter ( Schelchpeter). Auf den erstgenannten folgte 1427 sein Sohn Gaysler, auf Mathes Habermann 1428 ein Stephanus, auf Schelchpeter im Jahr 1438 ein Langsteffl. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts treten Simon und Simon Wolffl, danach Mert Steidl und Tobias Mattern auf. 1502 wird ein Altenberger Welflin Hoffer genannt, welcher zwei Schock mährische Groschen jährlichen Zinses um 20 Schock mährische Groschen dem Kaplan von St. Katharina in Ranzern verkauft, 1562 werden auch die Altenberger Lorentz Rauscher, Lang Simon, Urban Letscher (auch Letzer) Paul Prisching ( auch Brischenkh) überliefert, 1590 Lorentz Klain Simon,1599 Wondra, 1604 Mirt Steidl, Matl 1615 Paul Wandro, Hans Neypauer, 1618 Mert Wondra, 1619 Mattl Jeschko, 1650 Georg Müller, 1662 Mathes Letscher und Martin Wondre. 1654 waren in Altenberg: 1. Paul Newpawer, 2. Paul Wondra; 3. Lukas Hatner, 4. Georg Myksse, 5. Matthes Letsser, 6. Daniel Frey (Papiermühle) . Im Jahr 1675 war Veit Newbaur, Andreas Wondra, Martin Ontra (statt Hatner), Georg Schwarz ( statt Miksse). In der Repartition über das militare ordinarium werden 1766 sechs Altenberger angeführt: Martin Neubauer, Andres Wondry, Andreas Schwartz, Johann Paul Prisching und Georg Küttler. Von diesen Namen waren 1945 noch Letscher, Wondre, Prisching und Neubauer als Haus oder Familiennamen erhalten.
Die Schule wurde 1908 als Aussenstelle von Ebersdorf eröffnet, 1918 in eine einklassige deutsche Volksschule umgewandelt und 1920 gesperrt. Eine tschechische Schule wurde nach 1918 errichtet, der deutsche Unterricht wurde und mußte ab dem 22. April 1924 privat erteilt werden. Später folgte eine einklassige Privatvolksschule mit Öffentlichkeitsrecht.
Altenberg war eine selbständige Gemeinde. Die Gemeindevertretung setzte sich 1939 aus fünf deutschen und sieben tschechischen Gemeinderäten zusammen. Pfarre, Post und Bahnstation waren in Iglau. Zuständig für Altenberg war die Gendarmerie von Deutsch- Gießhübel.

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