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Bílý Kámen Weißenstein

Cesta časem: Bílý Kámen Weißenstein

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Mapa jihlavského jazykového ostrova
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  1. 1359Do roku 1499

    Záznam o obci z roku 1359.

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  2. 16361500–1799

    Záznam o obci z roku 1636.

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  3. 18431800–1918

    Záznam o obci z roku 1843.

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  4. 19201919–1945

    Záznam o obci z roku 1920.

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Z knihy Dörferbuch

Weißenstein

Zwischen dem kahlen, steinigen Lukauer Hügel (646 m) und einer bewaldeten Rückfallskuppe (601 m) des Steinerberges liegt die Ortschaft Weißenstein mit 28 Häusern. Der Name bezeichnet sie als Siedlung beim weißen Stein. In einer Aufzeichnung aus dem Jahr 1636 heißt es „am weißen stan".

Der jetzige Ort stammt aus dem 18. Jahrhundert, er hatte aber einen gleichnamigen Vorfahren. Das alte Weißenstein gehörte zum Seelauer Kloster- 1 gut (vgl. Deutsch-Gießhübel). In einer Seelauer Urkunde wird im Jahr 1359 ein Richter in Weißenstein (in Albo lapide) genannt. In Besitzbestätigungen aus den Jahren 1437, 1458, 1493 wird das Dorf aufgezählt. Es ist mit den Seelauer Gütern an das Geschlecht der Adelsfamilie Trczka von Lipa gekom- ! men. Im Jahr 1596 kaufte die Stadt Iglau die Trczkaschen Ländereien von Stecken bis Höfen und damit auch den Weißensteiner Grund. Damals war Weißenstein bereits wüst, von den Häusern standen nur Ruinen.

Die Gründe wurden von den Nachbarn aus Lukau und Gießhübel benützt. Diese entrichteten nun dafür an die Stadt Iglau einen Zins. Ein Teich „czum weysensstein" hat 1503 dem Iglauer Bürger Johann Parlirar gehört. Über eine Wiese ist es später zu einem Streit zwischen Gießhübel und Lukau einerseits und der Iglauer Stadtgemeinde andererseits gekommen. Die Iglauer Gemeinde wollte » nämlich die Wiese in eigene Bewirtschaftung nehmen, die Nachbarn wollten sie aber nicht herausgeben. Schließlich wurde der Streit durch einen Vergleich am 14. Oktober 1710 ausgetragen, nach dem zwei Drittel der Wiese im Nutzgenuss der Gießhübler und Lukauer verblieben und bloß ein Drittel von der Stadt übernommen wurde.

Das sollte bis zu dem Zeitpunkt bleiben, an dem der Ort Weißenstein neugegründet wurde.

Im Jahr 1712 hat die Iglauer Obrigkeit Wald ausgeholzt und sechs Häuseln erbaut „zur besser vundt sicher bequemlichkeit" der den dort vorbeigehenden Weg nach Seelau Reisenden. Die sechs „Caluppen" wurden Inleuten übergeben, die dafür einen jährlichen Zins an die Obrigkeit abzuführen hatten. Sie werden daher als „Zünßhäuseln" bezeichnet und da sie auch »etwas Feld erhielten, als „Achtler". Im Jahr 1720 hat die Stadt Iglau etwa 400 Klafter südwärts von der Stätte des alten Weißenstein einen Meierhof angelegt. Die Überlieferung bezeichnet die Stelle zwischen den Waldteilen „Gärten" und „Rennhübel" als Stätte des alten Weißenstein und die Sage erzählt, dass es in der Hussitenzeit zerstört worden sei und einige Leute nach Birnbaumhof " geflohen seien. Der Familienname Weißenstein kommt im 15. Jahrhundert in Birnbaumhof wirklich vor.

Der neue Hof hatte im Jahr 1749 249 Strich Felder, 365 Strich Wald, Wiesen auf 68 Fuhren Heu und 4 Fuhren Grummet, Teiche auf 70 Schock Fische. Zwischen der Obrigkeit und den Achtlern ist es bald darauf zu verschiedenen Streitigkeiten gekommen. Die Obrigkeit erklärte die „Caluppner" als saumselig, dass sie die Gebäude zugrunde gehen ließen und dass bei ihnen ein Brand ausbrach, der den Meierhof in größte Gefahr gebracht habe.

Im Jahr 1778 wurde der städtische Meierhof wie die übrigen städtischen Höfe aufgelöst und die Grundstücke gegen Erbzins abgegeben. Die Grundherrschaft behielt sich Teich-, Wiesen- und Waldbesitz mit einem Jägerhaus vorbehalten. Von den Meierhofgründen kamen an: Johann Georg Hukauf 50 M

8 mß, Augustin Früauf 45 M 62/i mß, Andres Friedl 40 M 4*/4 mß, Lorenz Ploth 43 M 72A mß, Josef Kriegsmann 51 M 32/4 m", Paul Sailer 36 M 9Vi mß, Paul Höfer 42 M 14V4 mß, Joseph Friedl 35 M 4 mß, Andres Friedl 37 M 14% mß, Wenzl Friedl 41 M 1/4 mß, Joseph Höfer 48 M 4 mß, Johann Paul 32 M 13 3 / 4 mß, die Gemeinde 23 M 6 mß, Georg Stefl aus Lukau 20 M 132A mß, Josef Schindler aus Lukau 2 M 1IV4 mß.

Im Jahr 1849 waren die Besitzverhältnisse folgende:

Nr. 2 Jakob Hury 33 M 8 mß.

Nr. 3 Martin Friedl 42 M 15 mß.

Nr. 4 Johann Friedl 68 M 15 mß.

Nr. 6 Josef Friedl 38 M 12 mß.

Nr. 7 Wenzl Friedl 52 M 7 mß.

Nr. 8 Johann Zimmermann 49 M 13 mß.

Nr. 9 Laurenz Faber 56 M 11 mß.

Nr. 10 Georg Plott 41 M 11 mß.

Nr. 11 Georg Kriegsmann 51 M 14 mß.

Nr. 12 Johann Huckauf 44 M 15 mß.

Nr. 13 Andreas Frühauf 45 M 11 mß.

Nr. 15 Johann Friedl 50 M. Gemeindeland waren 21 M 4 mß, femer hatte Georg Steffel aus Lukau 14 M 6 mß und Josef Schindler aus Lukau 4 M 6 mß.

Das neue Dorf Weißenstein hatte am Anfang 13 Häuser. Einige Jahre darauf (Schallers Topographie, 1788) zählte es 15, etwa 50 Jahre später (Sommer, Topographie, 1843) 19 mit 138 Einwohnern. 1924 sind es 34 Häuser.

Laut dem Gemeindekataster von 1945 waren in Weißenstein folgende Eigentumsverhältnisse (in Klammern Stand 1924):

Nr. 1 „Forsthaus" Gustav Saler (Stadt Iglau).

Nr. 2 „Weber" Augustin Hury, 14,40 ha (Augustin Hury, 14,00 ha).

Nr. 3 (Josef Vitek, 13,20 ha, Tscheche).

Nr. 4 „Palan" Franz Kriegsmann, 6,00 ha (Anna Palan, 3,40 ha).

Nr. 5 „Friedl" Agnes Friedl (Josef Friedl).

Nr. 6 (Johann Jezek, 8,40 ha, Tscheche).

Nr. 7 „Schrammel" August Zimmermann (Franz Schrammel, 3,40 ha).

Nr. 8 „Toma" Laurenz Zimmermann, 0,60 ha (Laurenz Zimmermann).

Nr. 9 (Johann Kaiina, 9,60 ha, Tscheche).

Nr. 10 „Vedti" (Franz Böhm, 18,00 ha).

Nr. 11 „Kriegsmann" Wenzl Kriegsmann, 18,00 ha (EEsabeth Kriegsmann, 18,00 ha).

Nr. 12 „Bauer-Jäkl" Johann Saler, 10,00 ha (Johann Saler, 9,00 ha).

Nr. 13 (Josefa Fanta, 9,60 ha).

Nr. 14 „Krumm-Jäkl" Rosina Steffi, 2,20 ha (Franz Steffi, 2,20 ha).

Nr. 15 (Stadt Iglau).

Nr. 16 „Langhans" Franz Langhans, 4,00 ha (Franz Langhans, 4,00 ha).

Nr. 17 „Hegerhaus" Franz Krumm (Stadt Iglau).

Nr. 18 „Plott" Franz Hanauer, 1,40 ha (Josef Plott, 1,40 ha).

Nr. 19 Johann Schwarz (Franz Siegl).

Nr. 20 (Johann Friedl, 0,80 ha).

Nr. 21 Augustin Spazal (Anna Friedl).

Nr. 22 (Rudolf Schmergl, 1,40 ha).

Nr. 23 (Josef Sochor).

Nr. 24 „Müller" Anton Müller (Mathias Müller).

Nr. 25 „Honsn" Franz Müller, 7,60 ha (Josef Kriegsmann, 7,60 ha).

Nr. 26 (Marie Samuhelovsky, Tscheche).

Nr. 27 besteht nicht mehr.

Nr. 28 (Anastasia Saler, 1,80 ha).

Nr. 29 „Schmidt" Josef Schmidt, 4,80 ha (Josef Schmidt, 2,80 ha).

Nr. 30 (Franz Friedl).

Nr. 31 (Johann Kriegsmann).

Nr. 32 Josef Siegl (Josef Siegl).

Nr. 33 (Josef Havel).

Nr. 34 (Karl Palan, 1,00 ha). — Im Gemeindebesitz waren 14,80 ha. — In den Eigentumsflächen sind Grundstücke, die auf den Gemarkungen Deutsch-Gießhübel, Lukau und Ebersdorf liegen, einbezogen. Der Stadt Iglau gehören in Weißenstein 371 ha. — Die Gemarkungsfläche von Weißenstein betrug 513 ha. —

1920 ist das bisher zur Gemeinde Deutsch-Gießhübel gehörige Dorf zur tschechischen Gemeinde Lukau zugeteilt worden. Seit 1941 war eine deutsche Schule im Ort. Pfarre, Post und Gendarmerie waren in Deutsch-Gießhübel, die nächste Bahnstation war in Fußdorf.

Dorfleben um 1900

Menschen und Alltag im Volkskalender von 1899

Bevölkerungsstand: 1890. Weitere Ortsangaben nach dem Kalenderjahrgang 1899.

Der Kalender nennt 26 Häuser und 190 Einwohner. Weißenstein gehörte zu Deutsch-Gießhübel. Als Ortsvorsteher erscheint Wenzel Kriegsmann. Schule, Pfarre, Post und Gendarmerieposten lagen in Deutsch-Gießhübel.

Quelle und zeitliche Einordnung

Die Bevölkerungs- und Religionszahlen beziehen sich laut Vorbemerkung des Kalenders auf die Volkszählung von 1890. Die übrigen Angaben stammen aus dem Jahrgang 1899; soweit die Quelle ein Wahl- oder Gründungsjahr nennt, ist es im Text angegeben. Die genannten Personen bilden kein vollständiges Einwohnerverzeichnis.

Quelle: Deutscher Volkskalender für die Iglauer Sprachinsel, Jahrgang 1899; zur Datierung der Bevölkerungszahlen. Redaktionell zusammengefasst; historische Namensabkürzungen bleiben erhalten.

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