Die Hochtanner Höhe mit ihren 586 m und ihrem alten absterbenden Merkbaume ist weithin sichtbar und bietet dem Wanderer, der an Rainen zwischen den Feldbreiten, über Steingeröll und wucherndes Brombeergerank emporsteigt, einen schönen Rundblick. Vor ihm liegt Hochtann, die Siedlung bei dem hohen Tann. Tann bezeichnet nicht allein den einzelnen Baum, sondern den ganzen Nadelwald. Hohentann ist auch die Form, in der uns der Name zuerst im Jahr 1308 entgegentritt. Im Jahr 1492 schreibt ein Iglauer Stadtbuch von einer „Anna des Veiths Tochter von der hohentanne". Aus der Form Hohentann schliff sich allmählich Hochtann ab. Manchmal erscheint der Name auch als Hochton (1657).
Eine Sage erzählt, dass einst drei Ritter nach der Burg Lipnitz auf dem Wege waren. Sie verirrten sich aber in den Wäldern und fanden sich erst zurecht, als sie auf eine Waldlichtung kamen, die an eine kahle Kuppe hinanführte, auf der eine Tanne hoch aufragte. Von hier sahen sie das Ziel ihres Weges, die Lipnitzer Burg. Nicht weit von des Baumes stand ein Freibauernhaus, der Tschardt. Glücklich in die Burg gelangt, bestimmten die Ritter den Burgherrn, nahe der hohen Tanne einen Hof zu errichten. Er war der Anfang des Ortes. Man will im Hause Nr. 18 (Proksch) den alten Hof sehen.
Früher gehörte Hochtann zu den ausgedehnten Besitzungen des Geschlechts der Lichtenburger, deren Sommerburg bei Illemnik stand, und die auch die Burg Ronow erbauten, deren Ruinen noch heute stehen. Im Jahr 1308 verpfändete Raimund von Lichtenburg die Orte „Jenkow, Bartusdorf, Langendorf, Hohentann, Smilow, Perchmaistersdorf und Blumendorf" an den Abt des Zisterzienserklosters Sedletz. Die Lichtenburger waren auch die Grundherren von Deutschbrod, das sie mit dem Iglauer Stadtrechte begabten und wo sie den Bergbau eifrigst förderten. Am „Jegerberch, Breitbartesberch, Lettenberch, Buchberch, Hohalde" Mittelberg, in näherer und weiterer Umgebung der Stadt grub man nach Silbererzen. Alte Halden zeigen heute noch die Spuren und in einer alten Bergwerkskarte (Peithner, 1780) ist das ganze Gebiet von Peterkau über Heiligenkreuz gegen Hochtann mit Pingen bedeckt. Der Bergbau am „Mittelberg" war einst bedeutsam. Als er verfiel, litt Deutschbrod schwer daran, was ein Gnadenbrief des Königs Johann an den neuen Grundherrn, Heinrich von Lipa, dem Erben der Lichtenburger, vom Jahr 1321 bezeugt. („Montana in Mitterberch sita circa Ciutatem Brodensem Teutunicalem, a multis temporibus excoluerunt, cum magnis ipsorum sumptibus atque dampnis, sie quod ipsa Civitas in bonis et hominibus quasi destrueta videtur. [Deutsch: Sinngemäß: Die Bergwerke bei Mitterberg nahe Deutschbrod wurden lange Zeit mit hohen Kosten und Verlusten betrieben, sodass die Stadt an Besitz und Menschen beinahe zugrunde gerichtet erscheint. Die Abschrift enthält Schreibfehler.]") Zur Zeit Maria Theresias war bei Klarbrunn, einem Ortsteil von Hochtann, der Josephi-Stollen und der Caroli-Schacht. In der Nähe des Lurzhäuslers (Nr. 42, Klarbrunn) lag der Eingang zum Josephi-Stollen.
Die Menschen im Ort kannten die Stelle noch, obwohl der Eingang verschüttet ist. Das Holzhegerhaus Nr. 28 hieß früher „Berghäusel" und vom Caroli-Schacht waren vor einigen Jahren noch Baureste zu sehen. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im Josefistollen und Karlschacht neue Wiederbelebungsversuche unternommen, sie blieben aber wie das ganze Hönigerische Bestreben (Friedenau) erfolglos. Die Sage von der „silbernen Saul" zeugt von der entschwundenen Zeit des Silberbergbaues.
Hochtann gehörte früher zum Friedenauer Gute und kam mit diesem zu Beginn des 18. Jahrhunderts an die Schrittenzer-Steckener Gutsherrschaft.
Es hatte im Jahr 1787 insgesamt 27 Nummern. 1924 waren es 55. Der Ortsteil Klarbrunn ist aus einem kleinen Meierhof der Herrschaft Stecken, der um 1800 aufgegeben wurde, hervorgegangen.
Das Gemeindekataster weist 1945 (in Klammern 1924) folgende Besitzverhältnisse aus:
Nr. 1 „Schaffer" Anton Duffek, 23,61 ha (Wenzl Duffek, 22,23 ha).
Nr. 2 „Pasterka" Franz Jefabek, 6,00 ha (Wenzl Jefabek, 5,89 ha).
Nr.3 „Graf" Maria Proksch, 12,00 ha (Mathias Proksch, 10,64 ha).
Nr. 4 „Tschardt" Franz Neubauer, 23,00 ha (Josef Neubauer, 49,30 ha).
Nr. 5 „Stummotl" Wenzl Heppner, 11,00 ha (Franz Heppner, 10,68 ha).
Nr. 6 „Ninaus" Johann Kuttelwascher, 37,40 ha (Wenzl Kuttelwascher, 37,40 ha).
Nr. 7 „Neuwirt" Johann Schindler, 28,23 ha (Mathias Schindler, 28,23 ha).
Nr. 8 „Neuper" Andreas Körber, 29,99 ha (Andreas Neubauer, 29,99 ha).
Nr. 9 „Peks" Andreas Hauptmann, 31,87 ha (Andreas Hauptmann, 31,87 ha).
Nr. 10 „Matejka" Anton Neubauer, 19,52 ha (Johann Matejka, 19,52 ha).
Nr. 11 „Heppner" Johann Schenk, 32,23 ha (Johann Schenk, 32,23 ha).
Nr. 12 „Kaufmann" Josef Ripper, 2,99 ha (Josef Neubauer, 2,99 ha).
Nr. 13 „Bernard" Johann Körber, 2,60 ha (Johann Körber, 1,95 ha).
Nr. 14 „Gartenschuster" Josef Abbrent, 6,00 ha (Johann Abbrent, 5,70 ha).
Nr. 15 „Jirg" Anton Wacha, 6,00 ha (Anna Wacha, 5,78 ha).
Nr. 16 „Tischler" Johann Altrichter, 1,78 ha (Anna Altrichter, 1,78 ha).
Nr. 17 und 18 „Waschak" Andreas Grödl, 44,25 ha (Andreas Grödl, 44,25 ha).
Nr. 19 „Schmiede" Johann Neubauer (Johann Kreuz, 7,78 ha).
Nr. 20 „Schenk" Alois Hondl-Schenk, 34,00 ha (Anton Schenk, 32,79 ha).
Nr. 21 „Böhm" Franz Bärtl, 5,47 ha (Wenzl Bärtl, 5,94 ha).
Nr. 22 „Waschka" Mathias Schwarzjirg, 4,30 ha (Mathias Schwarzjirg, 4,30 ha).
Nr. 23 „Knopp" Anton Kuttelwascher, 11,00 ha (Mathias Kuttelwascher, 10,77 ha).
Nr. 24 „Binder" Wenzl Jonasch, 7,30 ha (Wenzl Jonasch, 7,30 ha).
Nr. 25 „Kubo" Josef Wacha, 6,86 ha (Anton Freudenreich, 7,88 ha).
Nr. 26 „Michl" Franz Wacha, 8,33 ha (Johann Schrogl, 8,33 ha).
Nr. 27 „Schneider" Johann Heppner, 7,20 ha (Johann Heppner, 7,65 ha).
Nr. 28 „Holzheger" Franz Czepl, 8,37 ha (Marie Holzmann, 8,37 ha).
Nr. 30 „Friedl" Friedrich Neubauer, 22,57 ha.
Nr. 31 „Schrogl-Häusl" Josef Neubauer, 2,63 ha (Adalbert Neubauer, 3,08 ha).
Nr. 32 „Maurer" Anton Mattausch, 3,15 ha (Anton Matausch, 4,43 ha).
Nr. 33 „Häusler" Johann Grödl, 4,22 ha (Johann Grödl, 4,22 ha).
Nr. 34 „Kratky" Franz Körber, 4,97 ha (Franz Körber, 4,97 ha).
Nr. 35 Kindergarten.
Nr. 36—40 Tschechen.
Nr. 41 „Weber" Franz Neupärtl, 10,17 ha (Franz Neupärtl, 9,94 ha).
Nr. 42 „Lurz-Häusler" Franz Schlicksbier, 10,48 ha (Wenzl Schlicksbier, 10,48 ha).
Nr. 43 „Alt-Schenk" Franz Petschenka (Anton Petschenka, 5,63 ha).
Nr. 44 Schule.
Nr. 45 „Kubaschuster" Andreas Kasper, 5,30 ha (Andreas Kaspar, 5,92 ha).
Nr. 46 und 47 Bahnwächterhäuschen.
Nr. 48 „Schrogl" Franz Neubauer, 9,76 ha (Franz Neubauer, 9,76 ha).
Nr. 49 „Stübl-Schuster" Franz Freudenreich, 6,79 ha (Franz Freudenreich, 6,79 ha).
Nr. 50 Gemeindehaus,
Nr. 51 „Sobotka" Anton Turnhöfer, 2,94 ha (Josef Sobotka, 3,07 ha).
Nr. 52 alte Schule (Feuerwehrgerätehaus).
Nr. 53 „Karl" Karl Holzmann, 2,41 ha (Karl Holzmann, 2,41 ha).
Nr. 54 „Schmied" Theresia Kreuz, 10,80 ha (Lorenz Eis, 3,97 ha).
Nr. 55 „Sommerluksch" Johann Klement, 15,21 ha (Johann Klement, 15,21 ha).
Nr. 56 gehört zu Hs.-
Nr. 54.
Nr. 57 „Pago" Franz Pago.
Nr. 58 „Schwetz" Karl Schwetz, 1,20 ha.
Die Gemarkung hat ein Ausmaß von 742 ha. Hochtann ist eine selbstständige Gemeinde. 1939 waren elf Deutsche und ein Tscheche im Gemeinderat. Die Schule war im Ort. Eingepfarrt war Hochtann in Schlappenz, ebenso waren hier auch die Post, die Bahnstation und die Gendarmerie.
