Im schönen Igeltal dort, wo der Nordhang mit Gneisgefels nahe an den Fluss herantritt und der saftige Wiesenplan des Talgrundes sich einengt, ragt aus dem Baum- und Waldgrün ein hoher Fabriksschlot empor. Er geleitet den Wanderer das Tal entlang, bis er plötzlich vor den großen Fabriksanlagen steht. Einst hat hier eine Mühle gerattert, die „Goldmühle", später „Goskomühle" genannt. Haldenreste bezeugen, dass im Räume Helenenthal — Handelsdorf einst Bergbau betrieben wurde. Am Ende eines Stollens oberhalb der Goldmühle wurde 1566 eine Heilquelle entdeckt, das „Goldbrünnel". Die Chronik Leupolds () berichtet darüber: 1566 „hat sich eines Wassers Tugendt vnd krafft geoffenbaret aus einem Stollortt gegen der großen Iglaw oberhalb der Goldtmuel, welche iezt Herr Matthes Glenkh besitzet, Also: nachdem Erhard Peranauer in der Belegerung der Stadt Wien Anno 1529 ein schaden vnd offenen fues bekommen, vnd kheine fruchtbarliche remedia bies auff dieses 1566 iahr nicht erlangen mögen, hat er ihm dieses wasser aus dem brunn wermen lassen vnd die fues darein gesetzt, auch dauon gesundt vnd gantz frisch worden.
Dieses wasser ist dadurch in solchen beruff khommen, das es Viel leut gebrauchet vnd heilsam genossen haben. In herbst dieses iahrs sein mehr den 100 Personen des mehremtheils frembde gebrechliche Personen bei diesem brunnen gewesen, die haben fast alle besserungbefunden". Nach Wolny (VI 45) enthielt das Quellwasser „kohlensaures Eisen". Das Goldbrünnel ist am rechten Ufer der Igla, ungefähr 500 Schritte aufwärts vom Fabriksgebäude am westlichen Ende des zu Tal steigenden Waldes.
Der Goldbrünnler Zug, dessen Gangstreichen von Birnbaumhof über die Helenentaler Halden gegen Klein-Beranau in der Richtung W N W — O S O geht, hat bei Versuchsproben im Jahr 1772 „in vorderen Schlich" 5 Lot in Silber und 54 Lot in Blei ergeben.
Um die alten Stollen und die Silbergruben ist es still geworden, das Wasser des Goldbrünnels verrieselt und die Räder der Goldmühle sind stehen geblieben. Eine neue Zeit kam, die Zeit des 19. Jahrhunderts, die Zeit der Dampfkraft und Elektrizität, die Zeit der surrenden Maschinen. Im Jahr 1856 erstand die Tuchfabrik, die der Mittelpunkt einer neuen Siedlung wurde. Der Iglauer Wollhändler Josef Morwitz hatte die Goskomühle gekauft, um aus ihr eine Fabriksanlage zur Erzeugung von Militärtuchen zu errichten. Die alte Mühle wurde abgerissen und durch neue Gebäude ersetzt.
Eine behördliche Kommission prüfte die neuen Gebäude und erhob Einwände. Es entstand ein Prozess, der einige Jahre dauerte und den Erbauer Morwitz, dem viele Kosten und Verdruß entstanden, bewog, die ganze Anlage noch ungebraucht zu verkaufen. Die zwei Brünner Fabrikanten Schmal und Low haben sie gekauft, ausgebaut und in Betrieb gesetzt. Im Jahr 1863 haben die beiden in der Nähe der Fabrik gegen die Brünnerstraße eine Ansiedlung von 14 Häusern für Fabriksangestellte erbaut. Die neue Siedlung wurde zunächst Schmaldorf genannt, bald aber kam der Name Helenental in Gebrauch.
Helenental zählte 1924 mit der Löw'schen Tuchfabrik 38 Häuser und 338 Einwohner, die Schule, Post- und Telegraphenamt und ein Gasthaus besaß. — Im eigentlichen Helenental stehen die Nr. 9, 10, 11, 13, 14, 15 a, 16 a, 17 bis 38 a, 39 bis 47. Es sind Fabriks-, Wohn- und Arbeitsgebäude. 1945 war Eugenie Grasser geb. Prym Eigentümerin von 405,00 ha.
Helenental bildet mit Handelsdorf und dem Weiler Waldhausen eine Gemeinde. Der Gemeinderat bestand 1939 aus einem Deutschen und elf tschechischen Vertretern. — Die Bahnstation, Gendarmerie und die Pfarre waren in Iglau. Die deutsche Schule besteht seit dem 29. Dezember 1872.
